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Leyden, Lucas Hugensz. van

Born
Leiden (Zuid-Holland), (um) 1489 / 1490
Died
Leiden (Zuid-Holland), 1533.05/1533.08
Country
Netherlands
Gender
male
GND-ID
Name Variations
Leyden, Lucas van; Leiden, Lucas de; Leyden, Lucas Hugensz. van; Leida, Luca di; Leidanus, Lucas; Leiden, Lucas von; Lejdenskij, Luka; Leyda, L. de; Leydanus, Lucas; Leyde, Lucas de; Leyden, L. van; Leyden, Lucas Hugenszoon van; Luca di Leida; Lucas de Leyde; Lucas, L. van Leyden; Lucas, van Leyden; Luka Lejdenskij; Huygens, Lucas; Luca d'Olanda
Occupations
Painter; Copper Engraver; Master Draughtsman; Etcher; Woodcutter; Glass Painter
Places of Activity
Leiden (Zuid-Holland)
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By
Last edited
22.08.2014
Published in
AKL LXXXIV, 2015, 318

VITA

Leyden (Iacobsz.; Jacobsz.; Leida; Leidanus; Leiden; Leyda; Leydanus u.a.), Lucas Hugensz. (Lucas; Lucas Iacobsz; Lucas Jacobsz; Luca d'Olanda u.a.) van, niederl. Zeichner, Holzschneider, Kupferstecher, Maler, *um 1489/90 Leiden, †zw. Mai und Aug. 1533 ebd.

LIFE AND WORK

Sohn des Leidener Malers Huygh Jacobsz (um 1450-1535) und der Marie Hendriksdr (†1494). Das Geburtsjahr wird nach Van Mander (1604) bis M. des 20. Jh. mit 1494 angenommen; aufgrund aktueller Argumentationen (seit Pelinck 1949) ist dieses jedoch um ca. fünf Jahre früher anzusetzen. Zweite Heirat des Vaters um 1498 mit Beatrix Dircxdr. Erste Ausb. beim Vater, danach bei Cornelis Engebrechtsz, wo er sich mit dessen Sohn Pieter befreundet. Bis mindestens 1518 (urkdl.), wahrsch. etwas länger, arbeitet L. im elterlichen Haus (Breestraat); von hier aus soll er auch seine Drucke verkauft haben. Im Gegensatz zu seinem Vater und C. Engebrechtsz, die beide im Auftragsumfeld des Augustinerklosters Hiëronymusdal b. Leiden nachw. sind, schlägt L. einen and. Weg ein. Schon im Alter von zwölf Jahren soll er als Wunderkind - so sieht ihn der begeisterte Van Mander - einen hl. Hubertus mit Tempera auf Lw. gemalt haben für "de heer van Lokhorst" (wahrsch. Schultheiß Adriaen van Poelgeest, der später im Haus Lokhorst wohnt). Unbek. ist nach wie vor, bei wem L. die Stecherkunst erlernt; aber in diesem Medium ist er sicher ein Wunderkind gewesen, denn in Holland gibt es zu dieser Zeit keine entsprechend qualifizierten Erfahrungen oder Lehrer. Wahrsch. eignet sich L. das Kupferstechen autodidaktisch und in sehr kurzer Zeit an durch das intensive Stud. von Meisterdrucken (Albrecht Dürer, Meister ES, Meister FVB, Meister IAW) sowie von frz., ital. und dt. Buch-Ill., die er bei einem Sammler gesehen haben könnte.1514-19 ist L. in Leiden bei den Bogenschützen registriert. Am 28.6.1521 taucht er in einem Dok. als Bürge für seinen älteren Bruder Dirck auf, der auch als Maler bez. wird; aus demselben Grund wird er 1525 und 1529 in Leiden genannt. Außer seiner Reise nach Antwerpen (Juni 1521) soll er lt. Van Mander zus. mit Jan Gossaert und and. Malerkollegen die Städte Middelburg, Antwerpen, Gent und Mechelen besucht haben (der Zeitpunkt ist unbek.). Kurz nach 1526 heiratet er Lysbeth van Bosschuysen, die aus einer angesehenen Leidener Fam. stammt. Die Ehe bleibt kinderlos. Aus einer vorehelichen Beziehung stammt L.s Tochter Marijtgen Lucasdr, mit der er bis zu seinem Tod Kontakt hat; Marijtgen ist mit Dammes Claesz de Hoey verh.; zwei ihrer Söhne sind ebenfalls Maler (Lucas Dammesz de Hoey und Jan de Hoey, der Hofmaler beim frz. König Henri IV wird). Begr. wird L. nach längerem Siechtum in der Leidener Pieterskerk. -Erste Kpst. stammen von 1506. Darunter ist das große Bl. Abraham verstößt Hagar und Ismaël (auch Die große Hagar), eine neue Themenbearbeitung, der er sich 1516 noch einmal zuwendet. Die Runde Passion (1509) und Kleine Passion (1521) bauen auf den einflussreichen Kpst.-Serien von Dürer auf. Derartige Bildserien werden von den Zeitgen. aufgrund ihrer kunstvollen Komp. und artifiziellen Technik bewundert, dienen aber gleichzeitig auch als visuelle Anregung bei Meditation und Gebet. Einige von L.s frühen Drucken weichen erheblich von der trad. relig. Thematik ab, was sich vielleicht aus der Tatsache erklärt, dass L. in Leiden bereits als sehr junger Mann im Milieu der dortigen Elite verkehrt. Feinsinnig gestaltete Kpst. mit ausgesprochen mod. anmutendem Inhalt sind z.B. die Nackte Frau (Diana?) mit Hirschkuh (1509) oder die Nackte junge Frau, die ein Hündchen flöht (1510). L. ist der erste niederl. Künstler, der den nackten Menschen auf natürliche (d.h. nicht idealisierte) Weise wiedergibt, wobei er sich nicht nur auf entsprechend tradierte Sujets beschränkt (z.B. Adam und Eva), wo die Nacktheit funktionell ist, sondern diese auch in nicht-biblischen Kontexten realisiert.Es ist daher anzunehmen, dass L. bereits in jungen Jahren mit ital. Drucken in Berührung gekommen ist. - Schon Van Mander lobt die geistreiche Darst. Milchmädchen mit Bauer und Kühen (1510), die als erste Genre-Darst. in den nördlichen Niederlanden gilt. In allen frühen Kpst. ist der stilistische und ikonogr. Einfluss von Dürer deutlich sichtbar, wobei L.s Anverwandlungen mehr Humor aufweisen und menschlicher anmuten. Nach Dürers Vorbild sign. er seine Arbeiten nahezu von Anfang an mit einem "L"-Monogramm. Der große Kpst. Mohammed und der Mönch Sergius (1508) ist der erste, den er auch datiert.Hier entlehnt er das selten bearbeitete Thema dem populären Reiseroman von Jean de Mandeville (Itinerarius. De la terre de promission, Lyon 1487-90). Erzählt wird dort die Legende, dass Mohammed irrtümlich glaubt, im Rausch einen christlichen Mönch getötet zu haben. L.s erfindungsreicher Kpst. kann vom Betrachter sowohl als Warnung gegen das (den Muslimen verbotene) Weintrinken angesehen werden wie als Verweis auf das achte christliche Gebot (Du sollst nicht falsch Zeugnis reden), denn der Legende nach hatten Mohammeds Diener den Mönch getötet, weil sie die endlosen Gespräche zw. den beiden Protagonisten leid waren. Dieser Kpst. mit seiner intellektuell anspruchsvollen Botschaft ist sicher für einen elitären Kundenkreis bestimmt gewesen. In den Darst. der Hl. Fam. spielt sich das Fam.-Leben meist unter freiem Himmel ab und ist von Intimität geprägt. Psychologische Erfassung von Mimik und Gestik sowie Humor sprechen auch aus etlichen Darst. zum AT (um 1508), z.B. bes. deutlich bei Susanna, von den hinterlistigen Richtern heimlich beobachtet, wo der Bildbetrachter gleichfalls zum Voyeur avanciert.Dass L. um 1509/10 als ausgelernter und eigenständiger Meisterstecher anzusehen ist, wird aus den herausragenden Stichen Bekehrung des Paulus (1509) oder Heimkehr des Verlorenen Sohnes (1510) deutlich. Sein Ecce Homo (1510) dient z.B. Rembrandt als Vorbild für dessen gleichnamigen Stich. Dass L.s frühe Drucke auf der Frankfurter Messe verbreitet werden, zeigt die Tatsache, dass der ital. Kupferstecher Marcantonio Raimondi mehrfach umrahmende Lsch.-Elemente von L. entlehnt, u.a. aus Mohammed und der Mönch Sergius (1508). Um 1517 erreicht L.s virtuose Stecherkunst einen Höhepunkt.Während die frühen Kpst. auf seinen originären Entwürfen basieren, legt er später mehr Gewicht auf trad. Bild-Gest. mit Figurenreichtum (z.B. über 80 Personen) in komplizierter Komp., häufig im Folioformat (Kalvarienberg, 1517; Das weltliche Leben der Maria Magdalena, 1519). Die großformatigen Drucke verkaufen sich lt. Van Mander sehr gut und mehren L.s Vermögen. Er fertigt nur wenige Rad., u.a. 1520 das Porträt von Kaiser Maximilian I., von dem die Entwurfs-Zchng erh. ist (Paris, Coll. Frits Lugt). Weitere Rad. sind u.a. David im Gebet oder die Bettler-Fam. (1520, auch Eulenspiegel gen.). Da L. im Unterschied zu Dürer nicht auf Eisen-, sondern auf Kupferplatten ätzt, dürfte er den Radierprozess als zu aufwändig betrachtet und nicht weiter fortgesetzt haben. -Ab 1520 mehren sich die genreartigen Inhalte und satirischen Aspekte. Mehrfach fügt L. bei der Druckgrafik eine das Bildgeschehen kommentierende Narrenfigur ein (z.T. mit Schellenkappe und Zeigegestus), die den Betrachter auf die Dummheit oder das Verbotene im Bildgeschehen aufmerksam macht, u.a. im Kontext von derber oder süffisanter Erotik, verbotenem oder betrügerischem Sexualverkehr (Bordellbesuch, Hsch.); auch steigert L. den Narren zur Hauptperson (Verliebter alter Narr, 1520). -Zw. dem 8. und 21.6.1521 ist L. in Antwerpen, um hier sein großes Vorbild Dürer persönlich zu treffen. Dürer notiert L.s Besuch in seinem Reisetagebuch. Sie tauschen Drucke aus und Dürer zeichnet L.s Porträt (Lille, MBA). Die Begegnung hat erneut großen Einfluss auf L.s Werk, aber äußert sich nun auf and. Weise. Dürer malt in Antwerpen einen hl. Hieronymus (Lissabon, MN de Arte Antiga), den er nicht (wie bisher üblich) in der Wüste, sondern in einer Studierstube darstellt (inkl. Vanitasverweise); aus dem trad. Hl.-Bildnis entwickelt Dürer eine Memento-mori-Vorstellung. Inspiriert von dieser Bildidee zeichnet L. nun seinerseits einen Porträtkopf des Hieronymus (Oxford, Ashmolean Mus.) und sticht ihn als Hieronymus im Gehäus (1521) und als Vanitasstück Der Jüngling mit dem Totenschädel. Unter Dürers Einfluss zeichnet L. 1521 auch eine großformatige Folge von acht männlichen und weiblichen Porträtköpfen. -Im Spätwerk entwickelt L. ein intensives Interesse an der Kombination von klassischen Inhalten und italienisierendem Stil. Die Drucke von M.Raimondi nach Raffael, nach denen er schon in seiner Jugend arbeitet, nutzt er nun erneut für versch. partielle Entlehnungen. Seine letzten drei großformatigen Kpst. (Sündenfall; Lot und seine Töchter; Mars und Venus, alle 1530) bilden mit ihren ausgewogenen Komp. und mon. nackten Figuren eindrucksvolle Vorbilder für den klassischen Stil. Die kleine Pallas Athene soll lt. Van Mander sein letzter Kpst. gewesen sein. -Bei den ca. 30 Hschn., die ab etwa 1514 entstehen, wird nicht deutlich, ob L. sie selbst in Holz schneidet oder diese Arbeit wie üblich von spezialisierten Formschneidern ausgef. wird. Herausragend sind die Große und Kleine Folge von schlauen und listigen Frauen (um 1514; um 1517), die markante weibliche Protagonistinnen von der Antike bis zum MA ins Bild rücken; darunter die heutigen unikalen Bll. Phyllis und Aristoteles und der große, aus vier Platten gedruckte Bordellbesuch (Das Schlemmerleben des Verlorenen Sohnes) (beide Paris, BN). Der Amsterdamer Buchdrucker Doen Pietersz gibt Hschn. aus diesen zwei Serien um 1525-30 in z.T. veränderter Form heraus.Die Hschn.-Serien Die zwölf Könige Israels und Die neun exemplarischen Helden der Weltgeschichte (beide um 1520) sind beeinflusst vom Amsterdamer Jacob Cornelis van Oostsanen, dem sie ursprünglich zugeschr. wurden (Van Mander).Auch Buch-Ill. für den Leidener Drucker Jan Severtsz, in dessen Buch-Publ. 1508-18 zahllose Hschn. veröff. sind, die eine stilistische Nähe zu L. aufweisen und die deshalb (weil von anonymen Formschneidern ausgef.) z.T. zu L.s Wkst.-Arbeiten gerechnet werden können. Deutlich tritt L.s Stil hervor bei den Buch-Hschn.: Der hl. Martin (ausgef. von Jost de Negker, in: Breviarium Traiectense, 1508); Kreuzigung (in: Missale Traiectense, 1514); Porträts holl. Grafen (in: Die cronycke van Hollandt [...], 1517); Druckerzeichen van Jan Seversz. Lt. Van Mander fertigt L. auch "gebrandschilderde glasruitjes" (bemalte Glasscheiben), die wohl ebenfalls von anonymen Spezialisten nach L.s Entwurf ausgef. werden (vgl. Kat. Sted. Mus. de Lakenhal Leiden 2011).Es fällt auf, dass aus dem Jahr 1511 kein einziger Druck datiert. Möglicherweise beginnt L. in dieser Zeit, sein Augenmerk mehr auf die Malerei zu richten. Der Einfluss von C.Engebrechtsz auf seinen Figurenstil ist bereits ab 1509 deutlich. Aber erst am E. seines Lebens beginnt die Malerei die Druckgrafik zu verdrängen. Seine frühesten Gem. wie die Schachspieler (Öl/Holz, 1508; Berlin, GG) und der Jüngling im Bannkreis von Frau Welt (Öl/Holz, 1508-10; Paris, Louvre; früher Die Wahrsagerin/Die Kartenlegerin gen.) erinnern von Thema und Format her noch stark an seine Grafik. Eine interessante Gattung in L.s Œuvre ist eine Gruppe von Tischgesellschaften (Öl/Holz), auf denen zeitgen. gekleidete Damen und Herren (alles Halbfiguren) um Geld Karten spielen. Die Anziehungskraft dieses Motivsresultiert aus der Tatsache, dass Darst. von Männern und Frauen, die miteinander spielen (und dadurch miteinander konkurrieren), trad. dem erotischen Genre zugeordnet werden. L. hat damit viel Erfolg, denn diese Komp. werden im 16. Jh. regelmäßig kopiert oder bearbeitet. Die frühen Tafelbildchen Potiphars Weib beschuldigt Josef der Vergewaltigung (Rotterdam, BvB) und Susanna von den Ältesten des Ehebruchs beschuldigt (früher Bremen, jetzt verloren) verweisen zumindest auf der Metaebene auf das achte christliche Gebot. -Kurz nach 1520 erhält L. wichtige Aufträge von wohlhabenden Patriziern für Altarstücke oder Memorialbilder, so 1526 für ein Epitaph des Holzhändler Claes Dircsz van Swieten für die Leidener Pieterskerk, das dessen Kinder bestellen. In Folge entsteht eines der größten und eindrucksvollsten Triptychons, das jemals in den Niederlanden gemalt wird: Das Jüngste Gericht mit den Aposteln Petrus und Paulus auf den Außenseiten der Seitenflügel (Leiden, Mus. De Lakenhal). Die Wiederauferstehung der Menschheit ist ein gebräuchliches Thema für ein Epitaph, aber hier fehlt die trad. Figur des Erzengels Michael mit der Waagschale; Gottvater mit den himmlischen Heerscharen und der auf einem Regenbogen sitzende Jesus als Weltenrichter mit den Jüngern tauchen nur als relativ kleine Figuren auf. Alle Aufmerksamkeit richtet L. auf die Darst. der von den Toten auferstehenden Nackten und deren Reaktion auf die Engel, die sie ins Paradies begleiten, oder auf die Teufel, die sie in die Hölle treiben (links: Aufnahme der Glückseligen ins himmlische Paradies, rechts: Höllenfahrt der Verdammten). Auffallend ist, dass ein Stifterporträt von Van Swietens oder Bildnisse seiner Kinder fehlen. Im geschlossenen Altarzustand, also die Woche über, sind allein die mon. Figurenbilder der vor einer weiten See-Lsch. sitzenden Patronats-Hll. Petrus (links) und Paulus (rechts) zu sehen. Das Triptychon Christus heilt den Blinden von Jericho (1531; St. Petersburg, Ermitage) entsteht im Auftrag des Leidener Ziegeleiunternehmers Jacob Florisz van Montfoort und seiner Ehefrau Dirckje Boelensdr und ist wahrsch. für die Magdalenakerk bestimmt gewesen; Wappenhalter und Wappen der Fam. Van Montfort sind für jedermann sichtbar in sehr attraktiver illusionistischer Ausf. auf den Seitenflügeln platziert. Unbek. sind die Aufraggeber für Moses schlägt Wasser aus dem Stein (1527; Boston, MFA) oder das kleine, sinnenfrohe Triptychon Der Tanz um das Goldene Kalb (1530; Amsterdam, RM), die beide eindrücklich belegen, dass L. nicht nur in der intimen Druckgrafik, sondern auch in der größerformatigen Malerei ein belangreicher Erneuerer ist, der auf sehr persönliche Weise den Zeitgeist von Renaiss. und Reformation erfasst, diesen in seiner Kunst widerspiegelt und in den Dienst moralischer Ideale stellt.Als erster nord-niederl. Kupferstecher (und Radierer) hat L. nicht nur der Druckkunst in den Niederlanden, sondern auch weit darüber hinaus bed. Impulse verliehen. Seine Reputation beruht auf seinen 174 Stichen (lt. Filedt Kok, 1996), weniger auf seinen Hschn. oder seiner Malerei. Schon zu Lebzeiten ist er internat. weit bekannt. Weil er nach Van Mander einen sehr hohen Anspruch an die Qualität der Abzüge von seinen Druckplatten hat, sind diese bereits zu seinen Lebzeiten schnell vergriffen. L.s Drucke sind von Sammlern (und Künstlerkollegen) so begehrt, dass sehr bald nach seinem frühen Tod von seinen Platten posthume Abzüge minderer Qualität hergestellt und sogar Kopien in Umlauf gebracht werden. Von den Zeitgen. wird L. in einem Atemzug mit Dürer genannt. Van Mander zit. sehr ausführlich Giorgio Vasari (1568), der L. in versch. Hinsicht für bedeutender hält als den "exzellenten" Dürer. Vasari preist L. u.a. wegen seiner Bild-Komp. mit jeweils char. und originellen Einfallswinkeln, die den erzählten Inhalt unterstützen. Auch soll L. viel mehr nach der Natur und der eig. Beobachtung gezeichnet haben als Dürer. Zudem hebt Vasari L.s artifizielle Stecherkunstfertigekit für die atmosphärische Perspektive heraus, die in damaliger Zeit nur ganz wenige Künstler in der Lage waren abzubilden.

WORKS

Gem., alle Öl/Holz: Berlin, GG: Madonna mit Engeln. Braunschweig, HAUM: Selbstporträt. Karlsruhe, Staatliche KH: Apostel Andreas. London, NG: Porträt eines 38-jährigen Mannes. Madrid, Mus. Thyssen-Bornemisza: Die Kartenspieler. München, AP: Madonna mit Kind; Maria Magdalena und ein unbek. Stifter, 1522; Die Verkündigung, 1522. Oslo, NM: Madonna mit Kind. Salesbury, Wilton House, Earl of Pembroke: Die Kartenspieler. Strasbourg, MBA: Die Verlobung. - Zchngn: Amsterdam, RM: Auferstehung; Stehender Jüngling mit Schwert. Berlin, Kpst.-Kab.: Madonna hinter einem Lesepult; Fahnenträger, Trommler und Flötenspieler; Nach oben blickender Mann. Florenz, Uffizien: Beinstudie eines sitzenden Mannes. Hamburg, KH, Kpst.-Kab.: Der Sündenfall. Leiden, Sted. Mus. de Lakenhal: Porträt eines Mannes, 1521. Lille, MBA: Zeigende Männer. London, BM: u.a. David enthauptet Goliath; Judith steckt das Haupt des Holofernes in einen Sack; Madonna mit Kind; Schreibender Mann; Porträt eines jungen Mannes mit Pelzmütze; Zwei nackte Männer auf einer Kugel (Allegorie auf die Künstlerschaft?). New York, Metrop. Mus.: Erzengel Gabriel. Paris, Louvre: Porträt einer älteren Frau; Porträt eines Mannes mit breitkrempiger Mütze. Rotterdam, BvB: Jael schlägt Sisera einen Zeltpflock in den Kopf. Rugby/Warwicks., Rugby School: Stehender Jüngling.

EXHIBITIONS

Solo exhibitions:

1952 Rotterdam, BvB / 1978, 2011 Leiden, Mus. De Lakenhal / 1978 Amsterdam, RM / 1983 Washington/D.C., NG of Art u. Boston, MFA (alle K).

 

SOURCES

Thieme-Becker, Vollmer, and AKL:

ThB23, 1929 (Lit. u. WV bis 1928)

 

Other encyclopedias:

Hollstein X, 1954; TIB 12(1981); DA XIX, 1996

 

Printed sources:

G.Vasari, Le Vite de' più eccellenti pittori [...], III, Fi. 21568; Mander, 1604; G.J. Hoogewerff, De Noord-Nederl. schilderkunst, 3, 's-Gravenhage 1939; N.Beets, L.van L., Am. 1940; E.Pelinck, Oud Holland 64:1949, 193-196; N.Beets, ibid. 67:1952, 183-199; A.van Schendel, Bull. van het RM (Am.) 1:1953, 2-8; D.Koning, Jb. voor Geschiedenis en Oudheidkunde van Leiden 51:1959, 82-90; H.-G. Wachtmann, Die Bildform in der frühen Graphik des L.van L., Münster 1960; M.J. Friedländer, L.van L., B. 1963; C.Harbison, Oud Holland 83:1968, 211-16; W.S. Gibson, Simiolus 4:1970, 90-99; M.J. Friedländer, Early Netherlandish paint., 10, Leiden 1973; L.A. Silver, ArtB 60:1973, 401-409; J.P. Filedt Kok u.a., Nederl. Kunsthist. Jb. 26:1975, 229-258; id., L.van L. (1489 of 1494-1533) Grafiek [...] (K RM), Am. 1978 (WV); R.Vos, L.van L., Bentveld-Maarssen 1978; L.van L. Studies. Nederl. Kunsthist. Jb. 29:1978; J.D. Bangs, Cornelis Engebrechtsz.'s Leiden, Assen 1979; E.S. Jacobowitz/S.L. Stepanek, The prints of L.van L. [...] (K Washington/Boston), Wa. 1983; W.T. Kloek/J.P. Filedt Kok, Bull. van het RM (Am.) 31:1983, 4-20; Kunst voor de Beeldenstorm (K RM Amsterdam), D.H. 1986; P.Parshall, Bull. van het RM (Am.) 35:1987, 164-175; E.Lawton Smith, The paint. of L. van L. A new appraisal, with cat. raisonné, Diss. Chapel Hill 1981, Columbia, Miss. u.a. 1992 (Lit.; WV); ead., Art History 15:1992, 296-316; Mander, ed. H.Miedema, I u. III, Doornspijk 1994 u. 1996; J.P. Filedt Kok, The new Hollstein [...]. L.van L., Rotterdam 1996; B.Cornelis/J.P. Filedt Kok, Simiolus 26:1998, 18-86; J.P. Filedt Kok, De dans om het Gouden Kalf van L.van L., Am. 2008; Y.Bleyerveld, Hoe bedriechlijck dat die vrouwen zijn. Vrouwenlisten [...] 1350-1650, Leiden 2000; C.Melzer, Von der Kunstkammer zum Kpst.-Kab., D. 2010; L.van L. en de Renaiss. (K Sted. Mus. de Lakenhal Leiden), Ant. 2011; I.M. Veldman, Simiolus 35:2011, 40-60; ead., ibid. 36:2012, 5-34; ead., L.van L. als wonderkind, Haarlem 2012.

 


THIEME-BECKER

Article by: P. Wescher

Leyden, Lucas Hugensz. van, Maler, Kupferstecher u. Zeichner für den Holzschnitt, * Leiden 1494 (Mai oder Anf. Juni), † ebda 1533 (zwischen Ende Mai u. Anf. August). Führte als 12- bis 14jähriger, anscheinend unter Anleitung seines Vaters Hughe Jacobsz. (s. d.), seine ersten Arbeiten aus, darunter das von van Mander (Schilder-Boek) erwähnte Temperabild für Herrn van Lockhorst mit der Gesch. des HI. Hubertus. 1508 entsteht der früheste bekannte datierte Stich, das Blatt mit dem schlafenden Mohammed u. dem getöteten Mönch, dem in rascher Folge zahlreiche weitere Grabstichelarbeiten folgen. 1514, 15 u. 19 ist L. gemeinsam mit s. Lehrer Cornelis Engebrechtsz. bei der Leidener Schützengilde erwähnt, zuerst bei den Oude Scutten, dann bei den Voetbogescutten. Zwischen B. u. 25. (?) 6. 1521 ist er zu Dürers Empfang in Antwerpen u. wird von Dürer porträtiert (Silberstiftzeichn.) u. im Reisetagebuch genannt. Ob er mit dem 1522 in den Liggeren der Antwerp. Lukasgilde (ed. Rombouts u. Lerius) eingetrag. Lucas de Rollandere identisch ist, bleibt gleichwohl ungewiß. 1521, 25 u. 29 finden wir ihn in Rechtssachen seines übel beleumundeten Bruders, des Malers Dirck Hugensz., in Leidener Urkunden als in der Stadt anwesend erwähnt. 1527 scheint er eine Reise nach Seeland, Flandern u. Brabant unternommen zu haben u. hat dabei van Mander zufolge auch Jan Gossaert in Middelburg besucht. Er war in kinderloser Ehe verheiratet mit Lijsbet van Bosschuysen, die aus einem der vornehmsten Leidener Geschlechter stammte. Seine einzige Tochter Marijtge (* um 1514) erhielt als uneheliches Kind später ihren Erbschaftsanteil erst nach Prozeß mit der Stiefmutter (1534) ausgehändigt. (Beste Zusammenfassung d. urkundl. Nachrichten üb. L. u. seine Familie in Oud-Holland, XVII [1899] 65/83, 156/62.) - L. hat, trotzdem er erstaunlich früh zu schaffen begann, wie wenige von Anfang an seinen eigenen Stil besessen. Nur hinsichtlich der Kompositionsgestaltung scheint er in seiner Lehrzeit von Dürers Stichen - mehr als von Engebrechtsz. - gelernt zu haben, wie die 1509 entstand. im Rund komponierte Stichfolge der Passion erweist, in der gleichwohl schon fast alle formalen Schwierigkeiten überwunden scheinen. In einem einzigen Fall wurde hier eine Entlehnung aus dem Werk des Lehrers nachgewiesen: ein Scherge im Stich der Dornenkrönung, der einer entsprechenden Figur aus Engebrechtsz.' Leidener Kreuzigungsaltar (um 1508) nachgebildet scheint. Die kurz darauf folgenden Blätter der Bekehrung des Paulus, der Rückkehr des verlorenen Sohnes, das große Ecce homo u. der große Kalvarienberg zeugen von einer Beherrschung aller künstler. Mittel, die den Begriff der Meisterschaft voll u. ganz in sich schließt. - Von Gemälden aus dieser überaus fruchtbaren Frühzeit sind erhalten: Anbetung der Könige in Chicago, Hl. Antonius in Brüssel, der einige Spukgestalten bei Bosch entlehnt, Susanna vor dem Richter in Bremen. Doch ist es nicht unwahrscheinlich, daß größere Gemälde aus dieser Zeit noch unbekannt sind. Als Maler setzt L. die realistischen Ausdrucksformen, die kräftige Farbgebung u. flüssige, unvertriebene Malweise, die wir von Engebrechtsz. kennen, fort, jedoch mit der deutlichen Tendenz, die Farben in Lokaltöne zusammenzufassen. Ein außerordentlich wacher, mühelos von überkommenen Formen sich befreiender Wirklichkeitssinn macht sich ebenso wie in den Stichen in seinen frühen Bildern geltend, als deren erstes bisher die Schachpartie in Berlin angesehen wurde, der die Enthauptung Johannes d. T. in Philadelphia folgt. Erst neuerdings ist aus Privatbesitz ein zweites frühes Werk aufgetaucht, das kleine Triptychon mit der Anbetung der Könige in Philadelphia (The Art News, XXVI (1927/28], Nr 28 p. 11). 5 der bisher bekannten Gemälde sind datiert: Versuchung des Antonius in Brüssel (1511), Männerbildnis bei Goudstikker in Amsterdam (1511; früher Slg v. Valkenburg, Haag), Diptychon mit Madonna u. Verkündigung in München (1522), Moseswunder in Nürnberg (1527) u. Blindenheilung in Leningrad (ehemals 1531 dat.). Das Leidener Jüngste Gericht wurde, wie Dülberg (Rep. f. Kunstwiss., XXII (1899] 30/61) nachgewiesen hat, um 1526 gemalt; das Männerbildnis in London (früher L. Fry, Bristol) ist durch die verwandte Zeichnung in Leiden auf etwa 1521 datierbar. Die übrigen Werke wurden von Baldass (s. Lit.) auf stilkritischem Wege in diese Entwicklungsreihe eingeordnet, doch ist die chronolog. Ordnung noch keineswegs gesichert, wenn überhaupt bei der außerordentl. Vielseitigkeit L.s u. der Verschiedenartigkeit seiner Werke je feststellbar. Der Frühzeit L.s (um 1512) ordnet Friedländer das neu hinzugekommene bez. Rundbild der Haarlemer Slg v. Pannwitz ein (Abb. Friedländer, Die Gemälde der Sig v. Pannwitz, IV 28), dessen Komposition einem Holzschnitt H. Burgkmairs (B 24, von 1507) entlehnt ist. Einige Schwierigkeit bezüglich der Datierung bereitet das sog. Braunschweiger Selbstbildnis, solange nicht Identität u. Alter des Dargestellten feststehen. Der Stecher Andr. Stock, laut Inschrift auf dessen Stich es sich um ein Selbstporträt aus d. J. 1509 handelt, erwies sich in and. Fällen (z. B. bei einem Bildnis des jung. Holbein) als nicht zuverlässig. An dem bez. Bild der Predigt in einer Kirche (Amsterdam Nr 1452) scheint ein zweiter Meister neben L. tätig gewesen zu sein, von dem 4 kleinere Bilder in Hampton Court herrühren (The Burlington Mag., XVIII (1910/11) 149/51). Vielleicht ist nur die Bildnisgruppe rechts, in der E. Bock (Monatsh. f. Kunstwiss., III (1910) 405/07) ein Selbstporträt L.s erkannte, von L. selbst. Gegen Ende des 2. Jahrzehnts macht sich der Einfluß Dürers auch in der Formgebung geltend (Madonna der Slg Schloss, Paris, u. das Münchner Diptychon a. d. Bes. Kais. Rudolphs II. (früher bei Frans van Hooghstraaten in Leiden)). In Italien, wohin alle Generationsgenossen strebten, ist L. niemals gewesen, trotzdem auch bei ihm etwa seit 1525 in Stichen u. Bildern eine deutliche Neigung zum Italienisieren eintritt, hervorgerufen durch die Kenntnis der Stiche des Marc Anton. Aus dieser Zeit stammt die Madonna der Osloer Slg Langaard (früher bei R. v. Kaufmann, Berlin, Kat. 1917, II Nr 117), die durch eine verwandte Zeichnung des Brit. Mus. von 1525 vorbereitet ist. Merkwürdigerweise stammen auch die wenigen großen Altäre u. das einzige große Leinwandbild, das wir von L. besitzen, aus dieser letzten Schaffensperiode. Der große Flügelaltar mit dem Jüngsten Gericht, der im Auftrag von Claes Dirksz. um 1526 für die Peter-Paulskirche in Leiden gemalt, aus dem Bildersturm 1566, in dem die Kirche in Flammen aufging, im Jakobshospital u. danach im Johanneshospital geborgen wurde, enthält jenes neue Pathos, ist von jenen neuen Licht- u. Luftstimmungen erfüllt, die Künstler wie Scorel erst aus dem Süden mitbrachten. Das Moseswunder in Nürnberg (früher i. d. Gal. Borghese in Rom) ist heute nach seinem ehemal. Zustand u. Aussehen schwer zu beurteilen. Das letzte Werk, der Leningrader Altar mit der Heilung des Blinden von Jericho (1604 im Bes. von Goltzius in Haarlem, 1755 bei Crozat in Paris, 1850 von Holz auf Leinwand übertragen), wurde nach den Wappen der Außenseiten 1531 im Auftrag von Jacob Florisz. van Montfoort ausgeführt und mutet in gewisser Hinsicht zurückgebliebener an als die gleichzeit. Stiche. (Eine wenig spätere Kopie aus dem Scorel-Kreis im Suermondt-Mus. Aachen.) Verzeichnis der erhalt. Gemälde: Amsterdam, Reichsmus.: Predigt in einer Kirche (Zuschreib.); Goudstikker: Männl. Bildnis. - Berlin, K.F.M.: Schachpartie, Hl. Hieronymus; Mad. mit Engeln. - Braunschweig: Sog. Selbstbildnis. - Bremen: Susanna vor dem Richter. - Brüssel: Versuchung des Antonius. - Chicago, Slg Ryerson : Anbetung der Könige. - Haarlem, Sig v. Pannwitz : Hl. Lukas malt die Madonna. - Karlsruhe, Kunsthalle: Hl. Andreas in Halbfig. - Köln, Slg Esch : Apostel Paulus (stark restauriert). - Leiden, Städt. Mus.: Flügelaltar mit Jüngstem Gericht. - Leningrad, Ermitage : Flügelaltar mit Heilung des Blinden von Jericho. - London: Männl. Bildnis. - München: Diptychon mit Mad., Stifter u. Magdalena u. Verkündigung. - New York, Histor. Soc.: Jüngstes Gericht (Abb. in Der Kunstwanderer, 1919/20 p. 118). - Nürnberg, German. Mus.: Moses, Wasser aus dem Felsen schlagend. - Oslo, Slg Langaard : Mad. in Halbfig. - Paris, Louvre: Lot u. seine Töchter (Schulwiederholung mit Varianten bei Goudstikker, Amsterdam; Abb. in Maandblad voor beeld. Kunsten, 1927 p. 2); Slg A. Schloss: Mad. in Halbfig. - Philadelphia, Slg M. Barnes: Flügelaltar mit Anbetung der Könige; Slg Johnson: Enthauptung Johannes des T. - Willon House, Slg Earl of Pembroke: Die Kartenspieler (vermutl. aus der Slg Karls I. von England). Zeichnungen: Den größten Bestand an Zeichnungen besitzt das Brit. Mus. aus einem Sammelband, über den S. Colvin ausführlich in Jahrb. der pr. Kunstslgen, XIV (1893) 165/76, 231f., m. Abb., gehandelt hat. Weitere Blätter wurden von Dülberg (Frühholländer, II, Taf. 13/16, u. III, Taf. 32/34, ferner in der Ausgabe von Kleinmann, L. v. L.), von Beets (L. v. L., Taf. 21, 22, 25), von Meder (Handzeichn. alter Meister a. d. Albertina, Nr 356 u. 869) u. Kleinmann (Handzeichn. alter Meister, Ser. 11 25126; IV 55157), durch die Vasary Society (I 19, III 2; 2. ser., V 8) und die Prestel-Gesellsch. (IM : Weimar; VIII : Hamburg) veröffentlicht. Die Kartons aus Gouda (jetzt in Amsterdam) sämtl. in Bouw en Sierkunst (Haarlem), 11 Taf. 91/100, abgebildet. Graphik: Vollständ. krit. Veröffentlichung des Stichwerks, chronologisch geordnet, von Friedlander in Meister der Graphik (s. Lit.). Unerwartet wurde seitdem ein bisher gänzlich unbekanntes, monogr. Blatt, der stehende Weltheiland, aus der ehem. Sig v. Passavant-Gontard dem Verz. der Stiche hinzugefügt, das der Formgebung nach i. d. früheste Zeit (um 1510) zu setzen ist (Verst.-Kat. CL XI, C. G. Boerner, Lpzg, 10./15. 5. 1929, Nr 686). - Ein besond. Verzeichnis (nebst Lit.) widmet Friedländer a. a. O. den Holzschnitten. Abgeschlossen ist, wie schon Friedländer bemerkte, die Katalogisierung der Holzschnitte noch nicht. C. Dodgson veröffentlichte seitdem (Festschrift für M. J. Friedländer, 1927 p. 109f.) 2 unbekannte Blatter m. weibl. Heiligenfig. im Brit. Mus. Eine von Passavant (P.-Gr. III p. 29 Nr 111/17) unter Jac. Cornelisz. aufgeführte Folge von allegor. Halbfig. der 7 christl. Tugenden (u. a. in Berlin) rührt ebenfalls von L. her. Eine andere Folge der Tugenden u. Laster, mit den entsprechenden Sibyllenfig. in ornamentaler Umrahmung vereint, ist in Amsterdam vorhanden. Ziemlich wahllos scheinen in späterer Zeit Holzstöcke von Jac. Cornelisz. u. L. von den Verlegern teils in Büchern, teils in Passepartouts zusammengedruckt worden zu sein. Im Amsterd. Kabinett u. im Brit. Mus. ist auch eine größere unbeschriebene Folge einer Biblia pauperumIllustration des L., die der Zeit seiner 7 Holzschnitte in der sog. stomme passie angehört, zu finden. Mit Sicherheit auszuscheiden aus der Liste der Holzschnitte ist der Heerestroß (B 17, Abb. bei Beets, L. de L., Taf. XIX). Lit.: Monographien, Oeuvreverseichn., Lexika, Reprod.-Werke u. dgl. (in Auswahl) : A. Bartsch, Cat. rais. de toutes les Est. qui forment l'oeuvre de L. de Leyde, Wien 1798; ders., Peintre-grav., 1803/21, VII; Zusatze von J. Heller, 1854. - J. D. Passavant, Peintre-grav., III (1862). - W. Evrard, La vie et l'ceuvre de L. de Leyde, son école, ses grav. etc., Brüssel 1884 (unkritisch). - Th. Volbehr, L. v. L., Verz. s. Kupferstiche, Rad. u. Holzach., Hamburg 1888. - L. de Leyde, oeuvre de reprod., pub]. par Armand-Durand, 174 héliogr., texte par C. Duplessis, Paris 1890. - Quellenstud. z. holl. Kstgesch., hrsg. v. Hofstede de Groot, I (1893): A. Houbraken u. s. Gr. Schouburgh; II (1903) : De Bronnen van C. v. Mander; XV (1928): A. Buchelius. - F. Dülberg, Die Leidener Malerschule, Diss. Berlin 1899. - F. Herbet, Artistes de Fontainebleau, 1901 p. 31/34 (Irrtümer I). - H. Mireur, Dict. d. Ventes d'Art, II (1902) 342/54 (Damesz). - F. Dülberg, Frühholländer, I: Die Altarwerke des C. Engebrechtszon u. des L. v. L., Haarlem 1903/04 (Tafelwerk). - L. v. L., Handzeichn., Stiche u. Gemälde, ibid. 1903/04, H. Kleinmann & Co. (Tafelwerk). - A. v. Wurzbach, N iederl. KstlerLex., II (1910); III (1911). - N. Beets, L. de Leyde (Coll. d. gr. Art. d. Pays-Bas). Paris u. Brüssel 1913 (kompilatorisch). - M. J. Friedländer, Von Eyck bis Bruegel, 1916 p. 152/59; ders., Der Holzschnitt (Handb. d. kgl. Mus. zu Berlin), 1917. - R. Kahn, Die frühen Stiche des L. v. L., Diss. Frankf. a. M. 1918; erweiterte Buchausgabe u. d. Titel: Die Graphik des L. v. L. (Zur Kstgeach. d. Ausl. H. 118), Straßb. 1918. - L. Baldaß, Die Gemälde des L. v. L., Wien 1923.- M.J.Friedländer, L. v.L. (Meister der Graphik XIII), Lpzg 1924 (grundlegend). Zeitschriftenartikel u. Schriften üb. eins. Werke (in Ergänzung zu den bereits zit. Titeln): Z. C. v. Uffenbach, Reisen, 1753, III 400. - Bull. d. Comm. Roy. d'art et d'archéol., XVI (Brüssel 1877) 172/81. - Th. Frimmel, Kl. Galeriestud., I (1892), Reg. p. 340; N. F., Lief. 2 (1895), Reg. p. 97; Galeriestud., I, Lief. 1 (1898) p. 64f.; Blätter f. Gemäldekde, IV (1908) 34/40 (Jan de Cock!), 146; VII (1912) 85; Lex. d. Wiener Gemaldeslgen, I (1913) 22, 347; Stud. u. Skizzen z. Gemäldekde, V (1920121) 149/53. - De Vlaamse School, 1897 p. 259/71; 1898 p. 163/80. - Bull. v. d. nederl. oudheidk. Bond, II (1900/01) 44; VIII 74/77; 2de Ser., IV (1911) 11 f.; V 43/48; IX 248/54. - Nederl. Spectator, 1875 p. 170; 1901 p. 64. - Onze Kunst. X (1906) 38; XV 1/17; XXV 94/96; XXVII 98/104. - Mitteil. d. Germ. Nat. Mus., 1900 p.157/64. - Rep. f. Kstwiss., XXI (1898) 38/46; XXVI 170 f. - Zeitschr. f. bild. Kst, N.F. XXV (1914) 31, 38; Kstchronik, 1925126 p. 23,26. - Amtl. Ber. a. d. kgl. [preuß.] Kstslgen, XXXI (1909/10) 285/90. - L. Cust, Notes on Pictures in the Roy. Coll. 1911 p. 37. - Elsevier's geill. Maandschrift, 11-2 p. 213/16. - Jaarboekje voor Geschied. en Oudheidkde van Leiden, 1914 p. 29 ff. Die Graph. Künste, XLIII (1920) 33/39. - The Burlington Mag., XL (1922) 178180; XLIII 124f., 129; LIII 92f. - The Connoisseur, LXVI (1923) 13/15. - Oud-Holland, XLI (1923/24) 5/7; XLIII 228/34. - Meded. van h. Nederl. Hist. Inst. te Rome, IV (1924) 193/96. - Beaux-Arts, III (1925) 321/23. - L'Art et les Art., N. S. XV (1927) 325/29. - Maandblad voor beeld. Kunsten, IV (1927) 3/5. - H. Göbel, Wandteppiche, II/1 (1928). - Pantheon, 1929 p. 232, 236 f.