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Itô Jakuchû

Born
Kyōto, 2 March 1716
Died
Kyōto, 27 October 1800
Country
Japan
Gender
male
GND-ID
Name Variations
Itô Jakuchû; Jakuchū; Itō; Fuji; Wakasaya Chūbei; Shunkyō; Jokin; Keiwa; Tōbeian; Itō Shunkyō; Itō Jokin; Beitoô
Occupations
Painter; Woodcut Draughtsman; Gemüsegroßhändler
Places of Activity
(Tempel) Sekihōji (Kyōto), Kyōto
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By
Last edited
21.03.2024
Published in
AKL LXXVI, 2013, 482; ThB XVIII, 1925, 353 s

VITA

Itô Jakuchû (Jokin; Keiwa; Gô: Jakuchû; Shunkyô; Tobeian; Beitoô), jap. Maler, Holzschnittzeichner, *1.3.1716 Kyôto, †27.10.1800 ebd.

LIFE AND WORK

Als ältester Sohn des Itô Genzaemon (Sôsei), Besitzer des bek. Gemüsehandels Masugen (Masuya) in 3. Generation geb. 1738 stirbt I.s Vater und er übernimmt im Alter von 23 Jahren den Fam.-Betrieb als Genzaemon IV. Sein eigtl. Interesse gilt der Malerei. I. ist im Wesentlichen Autodidakt. Stud. von Werken der Kano-Schule, wobei er viell. Unterricht vom unabhängigen Maler Ôoka Shunboku (1680–1763) aus Ôsaka erhält (v. I.s frühen Studioname Shunkyô). I. kopiert aus den Beständen der Tempel Kyôtos Werke chin. Malerei, die er für song- und yuanzeitlich hält, die aber eher der Ming-Dynastie zuzurechnen sind. 1751 lässt I. einen Gedenkstein für seine Eltern im Fam.-Tempel Hôzôji (Tendai-Schule) errichten. Um 1752 Bekanntschaft mit Daiten Kenjô (1719-1801), dem späteren, einflussreichen Abt des bed. Rinzai Zen-Tempels Shôkoku (Ketsumei-Gedenkstele, 1766, ebd.), der sein lebenslanger Mentor wird. Von ihm erhält I. wahrsch. sein bek. Gô Jakuchû ("Wie Leere"), in Anlehnung an eine bek. Zeile im chin. Klassiker Daodejing ("Die größte Fülle ist ganz wie Leere"). Durch Daiten kann I. die umfangreiche Slg chin. und jap. Malerei des Tempels studieren. I. benutzt bereits das Namenssuffix Koji, womit sein Status als buddh. Laienmönch gekennzeichnet ist. Die Aufschrift einer Hängerolle (White Fowl, 1752, frühere Asami Slg, Verbleib unbek.) führt neben der Sign. ein ansonsten unerwähntes Studio Grotte der Einsamen Vergnügungen (Dokurakuka) auf, das I. in der Nähe des Fam.-Bes. (Nishiki-Bez.) unterhält, bevor er sein bek. Shin'enkan-Studio (Studio des zurückgezogenen Herzens) (Anspielung an ein Gedicht von Tao Qian) bezieht. I. bleibt Zeit seines Lebens ein gläubiger Buddhist und wird nicht heiraten. 1755 übergibt er die Führung der Fam.-Geschäfte an seinen jüngeren Bruder Sôgan (Hakusai), um sich von nun an ausschl. der Malerei zu widmen. Um 1757 Beginn der Arbeit am mon. Projekt Pictures of the Colorful Realm of Living Beings (zw. 1757-1766, 30 Hängerollen, Shôkokuji). Um 1759 zahlr. weitere Werke (u.a. 50 monochrome Stellschirme und Wandpaneele für die Wohnräume des Abtes (Daishoin) im Rokuonji: z.B. Grape Vines, Cranes and Pines, Begonias, Bamboo, 16 Schiebetüren-Paneele, ebd.). Obgleich zurückgezogen lebend, besitzt I. eine hohe Reputation als Maler und steht in engem Kontakt mit führenden Künstlerpersönlichkeiten und ges. Kr. Kyôtos (u.a. Ikeno Taiga). Neben Daiten wird v.a. Baisao Yûgai (1675-1763), Ôbaku-Priester und Teekenner (sencha) zu seinem Vertrauten (Ill. in Baisaô Gego, Hschn.-Buch, 1763, Tokio, Nat. Arch. Japan). 1764 Reise nach Shikoku, wo er eine Ser. von Gem. für den Kotohira-Schrein anfertigt (Plants and Flowers, 1765, fusumae, ebd.). 1765 stirbt I.s jüngster Bruder Sôjaku; für ihn errichtet I. einen Grabstein im Hôzôji. Er stiftet das Triptychon Shakyamuni and Two Bodhisattvas sowie über 20 voll. Bildrollen der Colorful Realm-Ser. dem Shôkokuji. Vereinbarung mit dem Tempel, dass nach seinem Tode jährliche Gedenkgottesdienste für ihn abgehalten werden sollen (1791 durch den Tempel rückgängig gemacht). Im Frühling 1767 Bootsfahrt mit Daiten den Yodo-Fluss entlang (von Fushimi nach Ôsaka), bei der I. zahlr. Skizzen der Lsch. anfertigt. Im selben Jahr, in Reminiszenz an die Reise, Voll. von Impromptu Pleasures Afloat (Intaglio-Hschn. als Querrolle montiert, 1767, Boston, MFA) (Gedichte von Daiten). 1768 besichtigen Kohen Shônin, Abt des Nishi Honganji, sowie Mitgl. der kaiserlichen Fam. die Colorful Realm-Ser. und erhalten die Erlaubnis, die Bilder auszuleihen. In diesem Jahr rangiert I. an 3. Stelle der Maler im Heian jimbutsushi (vor Ikeno Taiga und Yosa Buson) (1775, 1782 dann an 2. Position). 1770 stiftet I. die letzten sechs Colorful Realm-Bildrollen dem Shôkokuji. I. widmet sein relig. Leben zunehmend der Ôbaku-Schule, mit deren führenden Priestern er in engem Kontakt steht (u.a. Hakujun Shôkô, Abt des Mampukuji). 1776 beginnt I. sein Stein-Skulpt.-Projekt im Sekihôji (500 Arhats, ebd.), das ihn für die nächsten Jahre in Anspruch nimmt (Beschr. als Ausflugsziel im Shûi Miyako Meishozue v. 1786; Abb. in Sekitei Gadan von 1790). 1779 stirbt I.s Mutter. 1783 besichtigt Prinz Nikkô, Sohn des Kaisers Nakamikado, die zu diesem Anlass komplett ausgestellte Ser. der Colorful Realm im Shôkokuji. Im Frühjahr 1787 erteilt Prinz Shijin I. den Auftrag, Malereien auf den Schiebetüren des Kyonoma in seiner Residenz im Myôhôin auszuführen, nachdem Shijin Werke von I. (12 Gem. mit Darst. von Hähnen) gesehen hat. Bereits im Mai werden die Schiebetüren installiert (nicht erh.). 1788 zerst. der sog. Temmei-Brand große Tle Kyôtos, u.a. den Kaiser-Pal., den Shôkokuji (die Colorful Realm-Ser. bleibt erh.) sowie das Shin'enkan-Studio und weiteren Fam.-Besitz. In diesem Jahr zwei Reisen nach Ôsaka, wo er den Sakebrauer und Kunstsammler Kimura Kenkadô (1736-1802) besucht. 1790 Fertigstellung der mon. Gem. für den Saifukuji (Ôsaka Präf.) (Cacti and Fowl, fusumae; Lotus and Pond, urspr. fusumae, heute als Hängerolle montiert, ebd.) sowie für die Abtgemächer im Kaihôji (Fushimi) (Roosters and Hens, v.a. fusumae, Kyôto, NM). Im Sommer des Jahres erkrankt I. 1792 stirbt sein Bruder Sôgan. I. lebt zurückgezogen im Sekihôji, wo er 1799 das Decken-Gem. der Kannon-Halle anfertigt. Im Herbst 1800 stirbt I. im Sekihôji (dort auch sein Grab). 1889 stiftet der Shôkokuji die Ser. Colorful Realm dem kaiserlichen Hofamt (gegen eine Spende); 1926 wird die gesamte Ser. im Kaiserl. Mus. der Öffentlichkeit präsentiert. - I. zählt neben Soga Shôhaku und Nagasawa Rôsetsu zu den herausragenden individualistischen Malerpersönlichkeiten ("Exzentriker") des vormodernen Japan, die in der kult. und wirtschaftlich höchst aktiven Kaisermetropole des 18.Jh. tätig waren. Trotz seines kommerziellen Erfolgs als Quasi-Berufsmaler entsprach I.s Lebensentwurf dem Ideal eines Literaten (bunjin). Sein kult. Netzwerk umschloss Freundschaften mit vielen Bunjin, von denen er künstlerische Anregungen erhielt. I.s außergewöhnliche künstlerische Experimentierfreude (z.B. mit Perspektive) war neben seiner eigenen kreativen Kraft auch den Erfahrungen mit innovativen Werken seiner Künstlerfreunde und -vorbilder (Rôsetsu) geschuldet, so dass sein Malansatz ein Amalgam stilistischer Einflüsse darstellt. Zahlr. priv. Aufträge und Anfertigung von Wand- und Stellschirm-Malereien für buddh. Tempel und Shintô-Schreine in ganz Japan. Die meisten Werke im Hängerollenformat; sie zeigen eine Kombination von trad. chin und jap. Malmethoden und -stilen (u.a. Kano, Rimpa) (Silver Pheasant and Peonies, 1793, Indianapolis, Mus. of Art). Ein häufiges Sujet sind Vögel, v.a. Hühner und Hähne, aber auch Kakadus, Papageien und Phönix-Vögel, u.a. Phoenix and Sun (um 1755-57, Boston, MFA). Sein Frühwerk ist wenig fassbar, in Abb. überliefert ist jedoch White Fowl, dessen akribische Detail-Darst. von Gefieder ein char. Stilmerkmal des Künstlers ist. Die stimmige Kenntnis der Physiognomie von Tieren in I.s Werken belegt seine Methode der sorgfältigen Stud. nach der Natur (shaseiga) (Hen and Rooster with Grapevine, 1792, New York, Metrop. Mus. of Art). Eine von Daiten geschriebene Inschr. auf dem Grabstein des I. erw. dessen genaues Beobachten der Bewegungen von Geflügel, das er vor seinem Atelier hielt. Das Kompendium Kinsei itsujin gashi (publ. 1824 v. Choken Nakao) benennt I.s Ruhm als Geflügelmaler. Weitere Themen und Motive umfassen neben Blumen, Tieren (One Hundred Dogs, späte 1790er Jahre, jap. Priv.-Slg), Exoten (Tiger, Elephanten, Reptilien) und Meerestieren v.a. Darst. von Gemüse. Daneben buddh. Themen (Sixteen Rakan, Boston, MFA), Lschn. sowie Porträits. Seine Werke zeichnen sich durch innovative künstlerische Techniken und konzeptuelle Originalität aus, wie in Vegetable Parinirvana (um 1780, Kyôto, NM), bei dem die orthodoxe buddh. Ikonogr. der Darst. von Buddhas Tod als Gemüse-Stillleben inszeniert wird. Über die humoristisch-groteske visuelle Wirkung des Bildes hinaus ist es wahrsch. als lebensbejahende Hommage an seine verstorbene Mutter zu verstehen. Char. ist weiterhin I.s Vorliebe für die minutiöse Durch-Gest. von Komp. mit häufig sich überlappenden Figuren, die in Synthese mit leuchtend opak-dekorativer Farbigkeit zu einem stilistischen Hypernaturalismus mit graph.-flächigen Qualitäten führt (Rooster, Hen and Hydrangea, o.Dat., LACMA). I.s technische Brillanz und künstlerische Individualität zeigen sich in seinen zahlr. kraftvoll getuschten monochromen Werken (Cocks and Hens, Kyôto, NM; Bodhidharma Crossing the Yangtze on a Reed, ca. 1765, Tokio, Priv.-Slg), bei denen der Einfluss chin. Literatenmalerei (Song-, Yuan- und Ming-Zeit) eine prominente Rolle spielt (White Plum Blossoms in Moonlight, LACMA, Shin'enkan Coll.). I. gehört zu den sehr bed. Pionieren jap. Maler, die das Sujet der Darst. von einfachen naturhaften Objekten (kachôga, Tiere, Früchte und Gemüse) aus der chin. Trad. (v.a. Muqi, 13. Jh.) in eine individuelle jap. Manier transponiert haben. V.a. die Gem. der Schiebetüren des Rokuonji (1759) verdeutlichen I.s kreative Energie und sein Konzept abstrahierter Naturdarst., in dem sich die Expressivität chin. monochromer Trad. mit minutiöser Wiedergabe von Details (dekorative Manier der sog. Rimpa-Trad.) verbindet. Als Hw. gilt das mon. Set Colorful Realm mit dem I. Vielfalt und Wesenhaftigkeit des naturhaften Lebens in luminoser wie meditativ-destillierter Pracht visuell erfassen wollte. Die Auswahl der Darst. erscheint beliebig (buddh.Figuren, Schmetterlinge, Vögel-und-Blumen, Meeresleben etc.), aber acht der Bildrollen stellen Geflügel dar, I.s bevorzugtes Sujet. Obgleich recht früh in seiner langen Schaffensperiode entstanden, subsumiert das Werk I.s Religiosität sowie seine gewaltige künstlerische Imaginationskraft und Brillanz, die eine Abkehr und Neuformulierung etablierter Bildtrad. (v.a. Kano-Schule) erst möglich machten. Bemerkenswert sind I.s virtuose Handhabung chromatischer Effekte, die er durch breite Kenntnis ostasiatischer Kolorierungstechniken zu erreichen vermag. Komplexe Opazität und Schichtung von Farbigkeit in den Motiven tragen wesentlich zur Verankerung der Darst. im Konzept von Bildraum als Abbild der Buddhanatur bei. I.s Œuvre ist von tiefer Religiosität und seiner dem Leben zugewandten Einstellung geprägt. Dazu gehört auch das panoramisch-topogr. Projekt der 500 Arhats (1776), die I. im Garten des Sekihôji nach seinen Vorlagen aufstellen lässt (schwer beschädigt durch das Erdbeben von 1830; heutige Aufstellung Rekonstr.). I. begreift den Skulpt.-Garten als didaktisches Diorama buddh. Legenden und Glaubensvorstellungen, das durch die Auswahl natürlicher Steine und ihrer bewusst groben Bearbeitung zu buddh. Abbildern von naiver Direktheit und exzentrischem Humor gerät. In Spät-Werken wie Vegetables (1796, 6-teiliges Stellschirmpaar, jap. Priv.-Slg.) gelingt I. über die sichere Anwendung einer großen Bandbreite von Pinseltechniken und Tuschetonalitäten (z.B. hihaku/"fliegendes Weiß", nasse Tusche, Grauabstufungen) die Darst. alltäglicher Objekte in ihrer formalen und wesenhaften Essenz, die zugleich pure formale Abstraktion bedeutet. Gekonnt spielt I. mit orthodoxen Darst.-Konventionen, wenn er kleine Alltagsdinge stark vergrößert abbildet und sie zu Einzel-Portr. erhöht. I. experimentiert mit künstlerischen Formaten und Medien über die Grenzen künstlerischer Gattungen und Schul-Trad. hinweg. Hier v.a. Werke, in denen sich Komp. und Abb. aus Tausenden kleinen Quadraten, jedes individuell kol., in pointillistischer Manier zusammenfügen (Birds, Animals and Flowering Plants, 6-teiliges Stellschirmpaar, um 1800, Shin'enkan Coll.). Die mosaikartige Wirkung dieser Aggregat-Bilder erinnert an Vorlage-Zchngn für Textilien (hôganshi); viell. hat sich I. auch von importierten Textilien Süd-Ostasiens (sarasa) inspirieren lassen. Zu den technischen Neuerungen des Künstlers zählen Hschn in der sog. takuhanga-Technik ("Abreibungs-Druck"), bei der I. den visuellen Effekt trad. (chin.) Steinabreibungen in das Druckverfahren übersetzte (Impromptu Pleasures Afloat). I. fertigte auch eine R. von Hschn im Verfahren des sog. "Steindrucks" (ishizuri) an, bei dem der Hintergrund schwarz erscheint (Positivdruck, Kachôzu, 1771, Ser. von 6 Intaglio-Hsch., handkoloriert, Hiraki Ukiyo-e Found., Tokio). Im Ergebnis sind diese Werke höchst malerisch und belegen die Kenntnis des Künstlers von chin. Malhandbüchern wie dem Senfkorngarten von 1679.

WORKS

Denver/Colo., AM. Fort Worth, Kimbell AM. Fukuoka, City Mus. of Art. Köln, Mus. für Ostasiatische Kunst. Kyôto, Daikômyôji. - Hôsômi AM. - Kenninji. - Mampukuji. - Ryôsokuin. Philadelphia, Mus. of Art. San Diego, Univ. of Calif. AM. Sano, Yoshizawa Mem. Mus. of Art. Shigaraki, Miho Mus. Shirayama, Sôdôji. Shizuoka, Pref. Mus. of Art. Tokio, Mus. of the Imperial Coll. - Nat. Univ. of the Arts- NM. Zürich, Mus. Rietberg.

EXHIBITIONS

Solo exhibitions:

Kyôto: NM: 1927 (K), 2000 (K) / Tokio: NM: 1971 (K), 2006 (K) / 1989 Los Angeles, LACMA (K) / 2011 Santa Ana/Calif., Bowers Mus. (K) / 2012 Washington, D.C., Nat. Gal. -

 

Group exhibitions:

2004 New Orleans, Mus. of Art: An Enduring Vision: 17th to 20th C. Jap. Paint. from the Gitter-Yelen Coll. (K) / 2005 San Francisco, Asian AM: Traditions Unbound. Groundbreaking Painters of Eighteenth C. Kyôto (K) / 2006 Kyôto, NM: Jakuchû and the Age of Imagination (K) / 2007 Washington, Sackler Gal.: Patterned feathers, piercing eyes: Edo masters from the Price coll.; Rotterdam, KH: A Brush with Animals (K) / 2008 Los Angeles, LACMA: The age of imagination : Jap. Art, 1615-1868 from the Price coll. (K) / 2011 Köln, MOK: Goldene Impressionen. Jap. Malerei 1400 - 1900 (K).

 

SOURCES

Thieme-Becker, Vollmer, and AKL:

ThB18, 1925.

 

Other encyclopedias:

MüvLex II, 1966; Roberts, DJA, 1976; Bauer, GEM IV, 1977; Tazawa, 1981; DA XVI, 1996 (s.v. Itō J.); Jackson, BA, 1999; Bénézit VII, 2006 (s.v. Ito, Jakuchu); Van Rompaey, 2006.

 

Printed sources:

N.Tsuji, Jakuchû, To. 1974; H.Onishi, On a riverboat journey : a handscroll by Itô Jakuchu with poems by Daiten, New York 1989; J.M. Rosenfield/F.E. Cranston, Extraordinary persons (K Slg Kimiko und John Powers), I/III, C., Mass. 1999; M.Lucken, L'art du Japon au vingtième s., P. 2001; B.G.Jordan/V.Weston (Ed.), Copying the master and stealing his secrets: talent and training in Jap. paint., Honolulu 2003; H.Thomsen, The visual salon. Ito Jakuchu and the Rokuonji temple ensemble of 1759, Diss. Princeton 2005; Y.Lippit, Colorful Realm: Jap. Bird-and-Flower by Itô Jakuchû, Chicago 2012.

 


THIEME-BECKER

Jakuchū, japan. Maler und Gemüsegroßhändler, Familienname Itó, später Fuji, Geschäftsname Wakasaya Chúbei, aus dem durch Zusammenstellung des 1. und des leicht veränderten 4. Zeichens der Name J. gebildet ist; Name anfänglich Shunkyō, dann Jokin, Azana Keikwa, Gō Tóbeian und Shinenkwan, geb. 2. 3. 1716, †27. 10. 1800 in Kyōto. Studiert zuerst die Kano-Schule, bildet sich durch Kopieren von Werken der Sung- und Yüanmeister weiter und endet bei Körin, der besonders seine Farbengebung beeinflußte. Schon als etwa 40jähriger setzt sich J., der unverheiratet geblieben war, in einem Häuschen nahe dem Zentempel Sekihöji (Fukakusa im Süden von Kyöto) zur Ruhe und wird Schüler des Zenpriesters Hakujun, ohne indessen in den Orden einzutreten. Seine Bilder pflegte er hier gegen die notwendigsten Lebensmittel, höchstens 1 Tö (etwa 18 1) Reis (Bei), zum Verkauf zu stellen, daher sein Gó Töbeian. J. gilt in Japan als einer der ersten Meister des Tier- und Pflanzenbildes; seine besondere Vorliebe aber galt den Hühnern, deren er sich immer eine große Zahl als Studienobjekte gehalten haben soll. Seine Bilder sind durchaus im Mingstile gehalten, sehr bunt, von massiger Komposition und gewollter Bizarrerie, zeugen aber doch von feiner Beobachtungsgabe und völliger Beherrschung der malerischen Technik. Sein Hauptwerk, eine 1758/61 gemalte Gruppe von 30 Bildern mit Blumen, Vögeln, Fischen und Insekten, die er dem Tempel Shökokuji in Kyöto schenkte, jetzt in der kaiserl. Sammlung, Tökyö, ist veröffentlicht von Tajima in -Masterpieces by Jakuchi-tì, Ösaka (Tökyö, Shimbi Shoin) 1904, einzelne Bilder daraus s. Töyö Bijutsu Taikwan, Tökyö 1910 ff., VI, Selected Relies of Jap. Art, Tökyö 1900 ff., II, IX, XIII, XIV, Kokka H. 153, 191. Weitere Abb. Kokka 19, 129 (dat. 1752), 313, Sel. Rel. XIX. Als Meister der Tusche zeigt sich J. in dem Kranich Kokka H. 191 (Text). Erwähnt werden ein Wandgemälde mit Blumen im Okushoin des Kotohiratempels, Prov. Sanuki, und ein Nirwana im Seigwanji. Kyöto. Außerdem besitzt der Shökokuji 3 Bilder mit dem Buddha und den Gottheiten Monju und Fugen. Auf seine Zeichnung gehen die 500 Rakan aus Stein zurück, die am Abhange hinter dem Sekihöji stehen. Ein 2bändiges Album mit Tieren und Pflanzen im Yüanstil, weiß auf schwarz, ganz in der Art der chines. Steinabreibungen (Holzschnitt?), erschien 1768 (Hamburg, Mus. f. Kst und Gew.). Lit.: s. im Text, namentlich Töyö Bijutsu Taikwan VI. - Fujioka, Kinsei Kwaigwashi 8. A., Tökyö 1912, 154. - Kyöto Meishöki (Kyöto 1903), 111 154. Otto Kümmel.