Publicly available

Købke, Christen

Born
Kopenhagen, 26 May 1810
Died
Kopenhagen, 7 February 1848
Country
Denmark, Italy
Gender
male
GND-ID
Name Variations
Købke, Christen Schjellerup; Købke, Christian
Occupations
Portrait Painter; Landscape Painter; Etcher; Master Draughtsman
Places of Activity
Kopenhagen, Århus, (Schloß) Frederiksborg, Blegdammen (Sortedamsee), Neapel
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By
Last edited
08.11.2023
Published in
AKL LXXXI, 2014, 111; ThB XXI, 1927, 103 ss

VITA

Købke, Christen (Christen Schjellerup), dän. Maler und Zeichner, *26.5.1810 Kopenhagen, †7.2.1848 ebd.

LIFE AND WORK

K. ist das fünfte von elf Kindern. Zwei Jahre nach dem dän. Staatsbankrott 1813 zieht die Fam. nach Hillerød. 1818 wird K.s Vater als Bäckermeister der Kopenhagener Zitadelle ernannt; die Fam. wohnt jetzt auf dem Militärgebiet kurz außerhalb der Stadtmauer, das als Landschaftsmotiv bei K. immer wiederkehrt. Als 12-jähriger fängt K. im Mai 1822 seine Studienzeit an der Kgl. KA Kopenhagen an. Sein Lehrer ist ab 1826 Christian August Lorentzen, nach dessen Tod 1828 studiert K. bei Christoffer Wilhelm Eckersberg, zu dessen Schülern u.a. Wilhelm Ferdinand Bendz, Martinus Rørbye, Frederik Petzholdt und Jørgen Roed zählen. Gleichzeitig folgt er dem Unterricht des nat.-romantisch orientierten Niels Lauritz Høyens, Prof. für Gesch. und Mythologie. Sein Debüt findet 1831 mit vier Gemälden, darunter Parti i Århus Domkirke (1830, Statens Mus. for Kunst, Kopenhagen), in der Frühlings-Ausst. der Kgl. KA statt. Nachdem er ein Jahr später die große Silbermedaille erhalten hat, verkehrt er nur noch in der Akad., um Aktmodelle zu zeichnen und zu malen. Im gleichen Jahr fertigt er das Porträt seines Kollegen, des Landschaftsmalers Frederik Hansen Sødring, ein Hw. der dän. Porträtmalerei des frühen 19. Jh. (Den Hirschsprungske Slg, Kopenhagen). 1833 erwirbt K.s Vater ein großes Haus an den Seen außerhalb der Stadtmauer von Kopenhagen, wo K. sein Atelier einrichtet. Auf Bestellung des Kopenhagener KV malt er Parti uden for den nordre Kastelsport, (1834, Ny Carlsberg Glyptotek, Kopenhagen), eine subtile Komp., in der Mauerpfeiler eine Szene mit vier fischenden Jungen einrahmen und den Blick weiter über eine Brücke zum spazierenden bürgerlichen Ehepaar leiten. Einige Jahre später wiederholt K. das Motiv, aber diesmal aus einem anderen Blickwinkel (1837, NG, London). Inspiriert von N.L. Høyen und als Beitrag für einen Wettb. malt er Frederiksborg Slot ved aftenbelysning (1835, Den Hirschsprungske Slg, Kopenhagen) sowie andere Ansichten von Schloss Frederiksborg in Hillerød, einem Renaiss.-Bau des 16. Jahrhunderts. M. der 1830 Jahre erreicht K. wahrsch. seine fruchtbarste Schaffensperiode. Zu seinen feinsten Porträts dieser Zeit gehört das Bildnis seiner Schwester Cecilie Margrethe (1835, Statens Mus. for Kunst, Kopenhagen). Das folgende Jahr malt er sein ambitiös angelegtes Parti af Østerbro i morgenbelysning (1836, Statens Mus. for Kunst, Kopenhagen), ein Motiv, das er als Bewohner der Nachbarschaft bes. gut kennt. Die in Morgenlicht gebadete Szene ist in aller ihrer Stille und Klarheit eine meisterliche Darst. eines Augenblicks. Etwas weiter nördlich der Hauptstadt findet K. das Motiv seiner aus heutigem Blick scharfsinnigsten Beschr. der dän. Øresundsküste, Udsigt over København fra Limekilde, (1836, Nivaagaards Malerisamling, Niva). Nach der Hochzeit 1837 mit seiner Kusine Susanne Cecilie, die er ca. 1846 porträtiert, verlässt K. im Sommer 1838 Dänemark. Ein zweieinhalb jähriges Reiselegat erlaubt ihm durch Deutschland und Österreich zu reisen, um in Rom A. Dez. desselben Jahres anzukommen. Zus. mit anderen dän. Malern besucht er Neapel und verbringt mehrere Monate auf Capri. Überall zeichnet und malt er Skizzen, später auch in Pompeï. Im Spätsommer 1840 ist er schon wieder zurück in Kopenhagen. Auf Bestellung des Kopenhagener KV malt er, basierend auf seinen vor Ort entworfenen Skizzen, das Forum von Pompeï (1841, J. Paul Getty Mus., Los Angeles) und überzeugt die Kgl. Dän. Akad., ein ital. Motiv als Mitgliedsstück zu akzeptieren, das er erst verspätet einreichen kann. Gründe für den zeitlichen Verzug sind der Tod des Vaters, der Umzug in eine kleine Wohnung in Kopenhagen und die Mitarb. an der Dekoration des neuen Thorvaldsenmuseums. Marina Piccola på Capri (Priv.-Slg) ist eine Niederlage und wird als Mitgliedsstück von der Akad. verworfen. Tatsächlich gelingt es ihm nicht, die Frische und Natürlichkeit seiner meisterhaften Skizzen in ein Atelierbild zu übersetzen. Zur gleichen Zeit malt er kleinere Landschaftsstudien des naheliegenden Sortedams-Sees oder solche, die den Blick von Familienhaus und Garten am Blegdammen aus wiedergeben. Die neue, durch den Italienaufenthalt erworbene künstlerische Freiheit, mit der er diese geliebten und bek. Motive malt, erlaubt ihm in Dänemark ungekannte Höhen der Landschaftsmalerei zu erreichen. In seinen letzten Jahren, er stirbt frühzeitig an einer Lungenentzündung mit 37 Jahren, setzt er seine Tätigkeit als Porträtmaler fort, seine Modelle sind v.a. Mitgl. seiner Familie. Das Hw. ist das im Todesjahr entstandene Porträt von P.Ryder (1848, NG, London), das den muskulösen, selbstbewussten Bäcker in Arbeitskleidern neben einem Korb mit Zuckergebäck zeigt. Nach K.s Tod wird eine Versteigerung organisiert, seine Künstlerfreunde erwerben die meisten Arbeiten. 1884 veranstaltet der Kopenhagener KV die erste Retrospektive.

WORKS

Ålborg, Nordjyllands KM. Århus, KM ARoS. Göteborg, KM. Kopenhagen-Charlottenlund, Ordrupgaard.

EXHIBITIONS

Solo exhibitions:

1981 Kopenhagen, Statens Mus. for Kunst (K) / 1989 Berlin, NG / 2010 London, NG (K). -

 

Group exhibitions:

2019 Hamburg, KH: Im Licht des Nordens. Dän. Malerei der Slg Ordrupgaard.

 

SOURCES

Thieme-Becker, Vollmer, and AKL:

ThB21, 1927

 

Other encyclopedias:

Madsen I, 1946; Kindler, ML III, 1966; Bauer, GEM V, 1977; S.Monneret, L'impressionnisme et son époque, II, P. 1987; Weilbach IV, 1995; DA XVIII, 1996; Schurr/Cabanne II, 1996

 

Printed sources:

E.Hannover, Maleren C.K., Kph. 1893; M.Krohn, Maleren C.K. Arbejder, Kph. 1915; L.Swane, C.K., Kph. 1948; H.-E. Nørregård-Nielsen, Guldaldermaleren C.K., Kph. 1980; id., K. og Kastellet (K Ny Carlsberg Glyptotek), Kph. 1981; id., Apollo, 113:1981, 372-73; Disegni di maestri danesi nel MN di S.Martino a Napoli (K), Fi. 1990; H.-E. Nørregård-Nielsen/K.Monrad, (Ed.), C.K. 1810-1848 (K Statens Mus. for Kunst), Kph. 1990; H.-E. Nørregård-Nielsen, Undervejs med C.K., Kph. 1991; S.Schwartz, C.K., N.Y. 1992; H.P. Rohde, Kun en maler, Kph. 1993; M.Wivel, C.K., Hellerup 1993; H.-E. Nørregård-Nielsen, C.K., Kph. 1996; S.Kjørup, Statens Mus. for Kunst J., 1997(1)42-59; Paysages d'Italie. Les peintres du plein air 1780-1830 (K Paris/Mantua), P./Mi. 2001; C.Conrad, Renoir, Gauguin, Degas (K Stuttgart), Ostfildern-Ruit 2003; A.Ottani Cavina (Ed.), La pitt. di paesaggio in Italia, Mi. 2003; B.Hedinger u.a. (Ed.), Wolkenbilder. Die Entdeckung des Himmels (K Wander-Ausst.), M. 2004; M.Jensen (Ed.), ARoS Aarhus KM. Older coll. 1770-1900 (K), Århus 2004; D.Luckow/D.Zbikowski (Ed.), Die Kopenhagener Schule (K Kiel), Ostfildern-Ruit 2005; H.-E. Nørregård-Nielsen, C.K., Kph. 2006; H.Ottomeyer u.a. (Ed.), Biedermeier (K Wander-Ausst.), Ostfildern 2006; H.Pietsch, Art 2010(4)101

 


THIEME-BECKER

Article by: I. Buhl

Købke, Christen Schjellerup, Porträt- u. Landschaftßmaler, Radierer u. Lithograph, geb. 26.5.1810 in Kopenhagen, †7.2.1848 daselbst. Kam mit 12 Jahren auf die Akad. u. malte daneben in C. A. Lorentzcns Atelier Kopien nach Bildern im Greuzestil, den er in Studien (Bildnisse seiner Schwestern) nachzuahmen suchte; nach Lorentzens Tode (1828) studierte er bei Eckersberg, befleißigte sich fortan eines ehrlichen Naturstudiums u. entwickelte eine Vorliebe für ganz schlichte Motive. Er kopierte nach Eckersberg, malte die Ansicht von E.s Atelier auf Charlottenborg u. nahm an den Ausflügen teil, die sein Lehrer mit seinen Schülern in die Umgebung Kopenhagens unternahm. Selbständig malte er seit 1827 Porträts von Mitgliedern seiner Familie (Vater, Großmutter, Schwager Chr. Petersen) u. 1829 in Aarhus, wohin er im Sommer seinen Freund E. Høegh-Guldberg begleitete, seine dortigen Freunde u. ein Bildnis (Skizze) des Malers Gebauer, das im Kunstmus. Kopenh. bewahrt wird, wo sich auch sein Interieur des Domes zu Aarhus (1830) befindet, das bereits einen fein entwickelten Sinn für Farben u. Nuancierung des Lichtes verrät. Dieses Bild stellte er 1831 mit drei anderen ("Aus der Antikensammlung" [Hirschsprungsamml.], "Zigarrenverkäufer" u. "Partie in der Zitadelle") aus u. hatte das Glück, daß die beiden ersteren vom Kunstverein angekauft wurden. Im selben Jahre wurde ihm die kleine silb. Medaille zuerkannt, 1832 die große. Hauptsächlich beschäftigte er sich in dieser Zeit als Bildnismaler. Bildnisse von seinen Künstlerfreunden (Bendz, Sødring, 1832; Lyngbye, 1833, sämtl. in der Hirschsprungsamml.; Gemme, 1833; C. Holm, 1834; beide im Kunstmus.; Constantin Hansen, Medailleur Krohn, 1835; Marstrand, 1836, Kunstmus.), von Angehörigen seiner Familie (der Vater, 1834 u. 1835; das köstliche Bild der Mutter v. 1835; die Schwester [verm. Petersen], 1835 (Kunstmus.] u. ca. 1837; die Schwägerin Susanne K. geb. Ryder, ca 1832, Kunstmus.; der Schwager Christian Petersen, 1838, Kunstmus. u. Hirschsprungsamml.; der Vetter M. Petersen u. dessen Frau geb. Philipsen, ca 1832) u. von Bekannten seiner Familie (Frau Høyen senior, 1832, Kunstmus.; Frau Høyen junior, 1833, Hirschsprungsamml.) erweisen ihn als hervorragenden Porträtisten. Seine Farbe ist feiner u. fließender als die Eckersbergs, die Charakterisierung geistreich u. die Pinselführung locker wie bei C. A. Jensen. Am meisten wirken seine Porträts jedoch durch die Wärme, mit der K. seine Modelle schildert, u. die selbst in den wenigen auf Bestellung gemalten Bildern (das kleine Bildnis der Frau PlØyen 1834, Kunstmus.) oder in den nach bezahlten Modellen gemalten Stücken (Alter Seemann, 1832, Kunstmus.; Bauernfrau, 1832, Kunstverein) nicht fehlt. Ein Selbstbildnis (ca 1833) wird im Kunstmus. bewahrt. Seine besten Bildnisse sind die kleinen Formats, doch malte er auch vorzügliche lebensgroße Porträts (Bildnis der Schwester im Kunstmus.). - Neben seinen Bildnisarbeiten nehmen die Landschaftsbilder einen bedeutenden Platz ein. K.s Vater, ein wohlhabender Bäckermeister, hatte die Bäckerei der Zitadelle am Sund gepachtet, in deren nächster Umgebung K. seine liebsten Motive fand. Immer wieder hat er den Blick von den Bastionen u. Kanälen, den Hof der Bäckerei u. die Zugbrücke u. Pforte (1834, Glyptothek) sorgfältig, oft in fast miniaturhafter Weise, wiedergegeben, unter feinster Auffassung von Farbe u. Licht, worin er die spätere Valeurmalerei vorwegnahm. Auch die Anordnung des Bildausschnittes ist meist recht originell. Seit 1831 verbrachte er einige Sommer in Frederiksborg in Nordseeland. Hier malte er Ansichten des Schlosses von den verschiedenen Seiten ("Frederiksborg in Abendbeleuchtung" 1835, Hirschsprungsamml.; Ansicht mit "Møntbroen" 1836, Kunstmus.); auch ein nicht ganz geglückter Versuch, einige große dekorative Bilder für das Eßzimmer in seinem eigenen Heim zu schaffen (1834/5, jetzt im Kunstindustriemus.) fällt in diese Zeit. Seit Mitte der 1830er Jahre beginnt seine früher so liebenswürdige, frische Malerei unter einem gedanklichen Einschlag zu leiden. Nicht ohne Einfluß H. E. Freunds strebte er selbst in den schlichtesten landschaftl. Darstell. aus dem Grenzgebiet zwischen Stadt u. Land, wo er mit Vorliebe seine Motive suchte, nach klassischer Größe u. strenger Einfachheit. Sein Vater hatte 1834 die Bäckerei aufgegeben u. war nach Blegdammen am Sortedamsee, nordöstl. Kopenhagen, gezogen. K. ließ sich wieder in der nächsten Umgebung des neuen Elternhauses nieder. Damals entstanden u. a.: Østerbro in Morgenbeleuchtung, 1836 (Kunstmus.), mit reicher Staffage, die Kalkbrennerei, ca 1836 (Samml. Nivaagaard) u. die Bucht bei der Kalkbrennerei, 1836/37 (Kunstmus.), zahlreiche Ansichten vom Sortedamsee (Aussicht gegen Nørrebro 1836, Kunstmus.). Lyrische, ruhige Sommerstimmungen herrschen in diesen sich durch strenge dekorative Haltung auszeichnenden Bildern vor; nur vereinzelt trifft man auf Herbstdarstell. in seinem Oeuvre; das Winterbild fehlt gänzlich. - Auch in seinen Porträts ist dieses Streben nach großzügiger dekorativer Auffassung zu beobachten, nicht immer zugunsten seiner Malerei, deren einstige geistvolle Lebendigkeit nachläßt, u. die das früher so wahre Kolorit gegen ein trübes Braun vertauscht zeigt. In diese Periode gehören die Porträts des Dekorationsmalers Hilker, ca 1837 (Kunstmus.), H. E. Freunds, ca 1838 (Kunstakad.), des Amtmanns Graah (Rathaus zu Hjørring), des Kaufmanns H. W. Petersen, 1838, u. das seiner Frau Susanne Cecilie, geb. KØbke, die er 1837 geheiratet hatte. Ein Altarbild für die Kirche in Ramløse (Nordseeland) mit lebensgr. Figuren läßt erkennen, daß ihm das monumentale Figurenbild nicht lag. - Eine Italienreise, die er- 1838 mit Unterstützung des Fonds ad usus publicos unternahm, wirkte günstig auf seinen vorübergehend sich trübenden Gemütszustand ein u. gab ihm seine alte Frische wieder. Mit Hilker, der ihn von Kopenhagen aus begleitete, u. mit den Künstlerfreunden, die er in Rom vorfand, nahm er an dem fröhlichen Treiben des deutsch-skandinav. Kreises (so am 1.5.1839 am Cervarofest) teil. In Rom arbeitete er wenig (sein von Marstrand gemaltes Bildnis stammt aus dieser Zeit), um so eifriger in Neapel, wo er mit Hilker die Wandgemälde Pompejis kopierte, u. auf Capri, wo er sich mit Const. Hansen bis Juli 1840 aufhielt. Hier machte er zahlreiche Naturskizzen, die er nach seiner Heimkehr verarbeitete. Leider ließ dieser ital. Aufenthalt die intime Auffassung seiner frühen Malweise verschwinden. Auch die häufigen Wiederholungen nach den Reiseskizzen wirkten ungünstig auf seine Kunst ein, wenn sich auch seine ital. Ansichten neben denen Const. Hansens u. Roeds behaupten können. Genannt seien: Forum in Pompeji (1840 u. 41), Via sepulcralis in Pompeji (1840), Marina grande auf Capri (1839, die beiden letzteren in der Hirschsprungsamml.); Golf von Neapel 1842, Mus. Leipzig (im Kat. v. 1891 nicht mehr vert.); Capri, kurz nach Sonnenaufgang (ca 1843), Kunstmus.; Pergola auf Capri (ca 1844). 1842 zeigte er in der Kopenh. Akad. eine Ansicht von Capri von der Südseite aus u. wurde daraufhin am 19. 9. zum Agréé ernannt. Für die Aufnahme als Mitglied wurde ihm die Darstell. einer "Partie der ital. Küste am Mittelmeer" aufgegeben. Die Ausführung dieses Bildes wurde jedoch mehrere Jahre verschoben, einmal wegen unglücklicher Vorkommnisse in der Familie, wie Krankheit der Frau u. der Tod des Vaters, der den Verkauf des Hauses auf Blegdammen zur Folge hatte u. K. zwang, in die Stadt zu ziehen, zum andern, weil K. nunmehr für seinen Lebensunterhalt zu arbeiten genötigt war. 1844/45 nahm er an der Dekoration des Thorvaldsen-Museums mit pompejan. Motiven teil; auch Privathäuser dekorierte er (Landsitze der Familie Puggaard. in Ordrup). 1846 lieferte er der Akad. seine "Marina piccola auf Capri" ein, die indessen zurückgewiesen wurde, ob aus Schikane gegen die Eckersbergpartei oder aus anderen Gründen muß dahingestellt bleiben. Der Schlag traf K. so hart, daß er vorübergehend ganz den Arbeitsmut verlor; in den letzten Lebensjahren scheint er indes wieder intensiv gearbeitet zu haben. Aus den 1840er Jahren stammen einige gute Porträts: die Schwägerin J. Købke geb. Sundbye (1842, Kunstmus.), Kaufmann W. M. Petersen (ca 1846), die Mutter (1847?), sowie viele Studien aus der Gegend um den Sortedamsee, die er besonders liebte: Garten an der Falkonerallee (Kunstmus.), das Elternhaus, dessen Hof u. Garten usw. - Seit 1831 hat sich K. wiederholt als Radierer versucht. Er radierte (z. T. nach eigenen Gemälden) die Blätter: Dom zu Aarhus (1831), Alter Seemann (1836), Frederiksborg und Møntbroen (1837), Waldbach, Sitzender Hund und einige Porträts. Von Lithographien K.s sind bekannt: 2 Köpfe nach van Dyck u. die 3 trefflichen, auf einen Stein gezeichneten Porträtköpfe des Vaters, der Schwester u. des Schwagers (Unikum; abgeb. in Tidskrift for Kunstind. 1896, p. 145). Obwohl K. keine Schule begründet hat, wurde seine Bedeutung doch schon zu seiner Zeit erkannt; heute rechnet man ihn unter die ersten dänischen Maler und schätzt ihn in seiner Heimat als einen typischen Vertreter der dän. Kunst, deren spezifische Werte er in sich vereinigt. - Der Kunstverein Kopenhagen hat 1837, 1884 u. 1912 Ausstell. von K.s Werken veranstaltet. E. Hannover, Maleren Chr. K., 1893; ders., Dän. Kst d. 19. Jahrh., Lpzg 1907, mit 2 Abb. - Dan. Maler von J. Juel bis zur Gegenwart (Die blauen Bücher), Düsseld. u. Lpzg o. J. [1911]. - F. C. Krohn, C. S. K., in: Selmers Nekrolog. Samlinger 1848/49, p. 341; ders., Fortegnelse over K.s efterladte Malerier etc., 1848. - P. Krohn, Kat. over Malerier af K. udst. i Kunstforeningen, 1884. - M. Krohn, Fort. over K.s Malerier i Kunstforeningen, 1912; ders., C. K.s Arbejder, illustr. Fortegnelse, 1915. - K. Madsen, C. K., in: Ude og Hjemme, 1883/84, p. 298/300; ders., En Kunstner-Monografi, in: Tilskueren, 1894 p. 328134 (Besprech. des Buches von Hannover); der s., Kunstens Hist. i Danmark, 1901/07 p. 210ff., 234 (Abb.); ders. in : Politiken v. 26.5.1910; ders., Fortegnelse over Malerisaml. paa Nivaagaard, 1913 p. 68; ders., C. K. og hans Billeder paa Galleriet, in: Kunstmuseets Aarsskrift, I (1914) 1/51 (zerstreute Erwähnungen, Berichte über Neuerwerbungen für d. Kunstmus. usw. ebenda in sämtl. Jahrgangen, vgl. Reg.); ders., K.s Østerbrobillede, in : Juleroser, 1919. - Weilbach, Nyt dansk Kunstnerlex., I (1896). - Bricka, Dansk biogr. Lex., 1895. - Nord. Fantiljebok, XV (Stockh. 1911). - Dansk biogr. Haandleks., II (1923). - Trap, Danmark, 4. Ausg. 1919. Hannoverr u. Been, Danmarks Malerkunst, 1902. - Sig. Muller, Nordens Billedkunst, p. 32. - P. Johansen, Kunstakad. 's Hist., 1904, p. 262. - Jul. Lange, Udv. Skrifter, 1900 p. 196. - F r. Beckett in: Taarnet 1893 p. 132; der s., Frederiksborg, II (1914) 229, 271. - Lemberger, Die Bildnisminiatur in Skandinavien, 1912. - Muther, Gesch. der Malerei im 19. Jahrh., München 1893/94. - Michel, Hist. de l'Art, Wilh (1925) 253, 263. - Graul u. Dörnhöffer, Die Lithographie (Die vervielfalt. Kunst der Gegenwart, IV), Wien 1903.-C. Glaser, Graphik d. Neuzeit, Berlin 1922 (in. Abb. d. Rad. "Waldbach"). - Strunk, Cat. ov. Portr. af Danske etc., 1865, p. 40, 158,255,333,337,582.-Heller-Andresen, Handbuch f. Kupferstichsammler, I (Lpzg 1870). - Kunst, IV (190213). - Ord och Bild, XXXI (1922), Abb. vor p. 337, 568(69 (Abbn), 565, 578. - Kunstmuseets Aarsskrift, 1924/25, Kopenh. 1926. - Gaz. d. B.-Arts, 1926 I 82f., m. Abb. - W. Spemann's Museum, X, Taf. 85. - Kunst u. Kunstler, XVII (1918/19) 144f. (Abb.). - A. Graves, A Century of Loan Exhib., II (1913). - Museumskatal. - Mitteil. Fr. Noack aus röm. Archiven.