Rivera, Diego, mex. Maler, Zeichner, Illustrator, Bildhauer, Architekt, Publizist, *8. oder 13.12.1886 Guanajuato, †24.11.1957 Mexiko-Stadt. Verh. mit der Malerin Frida Kahlo.
Rivera, Diego (1886)
R. entstammt einer ehemals großbürgerlichen Fam., die sein künstlerisches Talent früh fördert. Der gebildete, kreolische Vater ist Lehrer und ein politisch liberaler Jakobiner, die Mutter, ebenfalls Lehrerin, eine strenggläubige Katholikin span.-indianischer Herkunft. 1892 Umzug der Fam. nach Mexiko-Stadt. 1896 zusätzlich Besuch von Abendkursen an der Acad. de San Carlos. Dort ab 1899-05 Stud. der Malerei u.a. bei Félix Parra, José María Velasco (1840) und Santiago Rebull. Großer Einfluss durch den mex. Kupferstecher und Flugblattzeichner José Guadalupe Posada. 1907 erhält R. ein vierjähriges Spanien-Stipendium. 1907-08 studiert er Malerei an der ABA de San Fernando in Madrid bei Eduardo Chicharro y Agüera. 1908 wird er durch den dadaistischen Schriftsteller und Kritiker Ramón Gómez de la Serna in Madrid in den Kreis span. Avantgardisten eingeführt. 1909 Reisen nach Paris und Belgien. 1910 in Paris Stud. bei Octave Guillonnet. Danach Aufenthalt in Mexiko. 1911 Rückkehr nach Paris. Reisen durch Spanien, Frankreich und Italien. 1912 Reise nach Katalonien. R. lässt sich in Paris nieder. 1913 erste kubistisch beeinflusste Gemälde. 1914 lernt R. Pablo Picasso kennen, der ihn in seinen Kreis aufnimmt. Bekanntschaft u.a. mit Georges Braque, André Derain, Amadeo Modigliani und Juan Gris, mit dem er sich anfreundet und der seine Arbeit beeinflusst. 1917 Zwei-Jahres-Vertrag mit Léonce Rosenberg, dem Dir. der Gal. L’Effort Moderne. Nach einem Streit mit Picasso kommt es zum Bruch, ebenso brechen Rosenberg, Gris, Braque, Léger, Jacques Lipchitz und Gino Severini mit ihm. Freundschaft mit dem frz. Kunsthistoriker Élie Faure, der großen Einfluss auf seine künstlerische Entwicklung hat. R. wendet sich vom Kubismus ab und kehrt zur figurativen Malerei zurück. 1918 Reise nach Südfrankreich auf Einladung von Jean Cocteau und André Lhoote. 1920 mithilfe eines Stip. der Univ. Mexiko-Stadt Reise durch Italien, um dort neben etruskischer und byz. Kunst v.a. die Wandmalereien der Renaiss. zu studieren. 1921 kehrt R. nach Mexiko zurück. 1921 Mitbegr. des Muralismo. 1921/22 reist der neue Bildungsminister José Vasconcelos zus. mit R. u.a. Künstlern zu mehreren archäol. Kulturstätten, mit dem Ziel, aus diesen Erkenntnissen eine neue, eigenständige hispano-amer. Kultur zu entwickeln. R. beginnt mit dem Aufbau einer Slg präkolumbischer Kunst. 1922 malt er sein erstes Mural La Creación (Enkaustik-Technik, Blattgold) im Anfiteatro Bolivar, Esc. Nac. Preparatoria in Mexiko-Stadt. Alle zukünftigen Wandgemälde führt er in Freskotechnik aus. 1923 beginnt R. den großen Freskenzyklus für die Secretaría de Educación Pública in Mexiko-Stadt (sämtl. Wände beider Innenhöfe, 235 Tafeln, ca. 1600 Quadratmeter Fläche; Fertigstellung 1929). Dieses Mammutprojekt markiert R.s künstlerischen Durchbruch, in dessen Folge er mit Aufträgen überhäuft wird. Die realistischen, volkstümlichen Malereien, mit denen R. zu seiner eigenen, kraftvollen Sprache findet, schildern in Einzelszenen den mex. Menschen von der präkolumbischen Zeit bis in die Moderne. Sie zeigen in idealisierten Darst., arbeitende, feiernde und solidarisch kämpfende Indios, Arbeiter und Bauern. Die Fresken verherrlichen die Revolution und verspotten, zynisch karikierend, die Bourgeoisie, das Militär und den Klerus. Häufig tauchen Hammer, Sichel und roter Stern auf. Die stilistischen Einflüsse und Anspielungen sind vielfältig, ob aztekische Mythologie, christliche Ikonogr., Volkskunst oder Anleihen aus dem Symbolismus und dem Verismus. 1924 Gründung des Sindicato Revolucionario de Trabajadores Técnicos, Pintores y Escultores, u.a. mit David Alfaro Siqueiros, José Clemente Orozco, Xavier Guerrero und Amado de la Cueva. 1924 protestieren rechtsgerichtete Studenten gegen R.s Preparatoria-Fresken und beschädigen diese schwer. Parallel zu den Arbeiten im Secretaría de Educación entstehen 1925-27 in der Esc. Nac. de Agricultura Chapingo dekorative Wandgemälde für den Eingangskorridor, das Treppenhaus und das Foyer. Außerdem wird die zum Komplex gehörende säkularisierte Kap. des ehem. Jesuitenklosters mit Fresken ausgestaltet. Sind in der Eingangshalle die vier Jahreszeiten als wiederkehrender Zyklus im Leben des Landes dargestellt, widmen sich die Gem. in der Kap. dem Prozess der natürlichen Evolution. Die Chapingo-Fresken sind laut R. "ein Lied über das Land, seine Tiefe, seine Schönheit, seinen Reichtum, seine Traurigkeit". 1927 Reise in die Sowjetunion zum zehnten Jahrestag der Revolution als Mitgl. der offiziellen Delegation der KP Mexikos. 1928 Rückkehr nach Mexiko. 1929-30 Dir. der Acad. de San Carlos. 1929 beginnt R. mit den Fresken im Treppenhaus des Pal. Nac. in Mexiko-Stadt, in denen er die Gesch. Mexikos von der vorspanischen Zeit bis zu Karl Marx schildert. Im Zentrum des Gem. an der Nordwand steht die mesoamerikanische Gottheit Quetzalcóatl. Das zentrale Bild Mexiko im Laufe der Jahrhunderte an der Westwand, erzählt von der Gründung der Aztekenstadt Tenochtitlán, der span. Eroberung, von Kolonialisierung, Missionierung, Gewalt und Zerstörung bis zur mex. Unabhängigkeit und der Revolution. Diese von der ausländischen Kritik gefeierten Wandbilder sind R.s figurenreichstes Werk (1935 fertiggestellt). Für die Fresken (16 Tafeln) im Pal. de Cortés wählt R. die Gesch. der Region um Cuernavaca seit dem Untergang der Indiokultur (16 Tafeln, 1930 fertiggestellt). R.s Bilder werden epischer, Ereignisse und Episoden aus versch. Zeiten stehen sich gegenüber. 1929 Ausschluss aus der kommunistischen Partei. 1929 Heirat mit Frida Kahlo. 1930 verlässt R. aus politischen Gründen Mexiko und reist mit Kahlo in die USA. Dort entsteht als erste Auftragsarbeit das Fresko Allegory of California im Luncheon Club der San Francisco Pacific Stock Exchange (1931 fertiggestellt, heute City Club of San Francisco, Treppenhaus, zw. 11. und 12. Stock). Das Gem., das über die Decke weitergeführt wird, dominiert die gigantische Figur der Califia, die Kaliforniens Fruchtbarkeit, seine Bodenschätze und seinen technischen Fortschritt verkörpert. Sie hält Früchte und Gemüse in der Hand und ist umgeben von Grubenarbeitern, Goldwäschern, dem Pflanzenzüchter Luther Burbank, einem Holzfäller, einem Ingenieur, einem Maschinist und einem jungen Mann der ein Modell von Charles Lindberghs Langstreckenflugzeug Spirit of St. Louis in den Händen hält. Im Hintergrund drängen sich Erdölbohrtürme und Raffinerien. An der Decke fliegt die nackte Califia über die Szenerie. 1931 malt R. in der California School of FA (heute San Francisco Art Inst.) das Wandbild The Making of a Fresco Showing the Building of a City. Dargestellt sind die am Bau eines mehrstöckigen Gebäudes beteiligten Berufe und Gewerbe. Auf dem illusionistisch gemalten Gerüst im Bildzentrum, arbeitet ein Freskomaler mit Ass. an der wandhohen allegorischen Figur eines Arbeiters. In der Rückenansicht des Malers hat sich R. selbst verewigt. Im gleichen Jahr erhält er die Einladung für eine Einzelausstellung im MoMA in New York (1931-32, Retr., K). 1932 beginnt R. mit dem Fresen Detroit Industry für das Detroit Inst. of Arts. Auf insgesamt 27 unterschiedlich dimensionierten Flächen, verteilt auf drei Ebenen an jeder Wand, stellt R. Arbeitsprozesse sowie technische und wissenschaftliche Errungenschaften dar. Zu sehen sind u.a. chemische Prozesse, Dampfkraft, Elektrizität und Luftfahrt, Pharmazie, Impfung und Chirurgie, aber auch der Bau von Giftgasbomben. Trotz des öff. Vorwurfs, die Gem. zeigten pornographische, gotteslästerliche und kommunistische Inhalte, gelingt es Dank des Einsatzes von Edsel B. Ford, dem Vorsitzenden des städtischen Kunstausschusses, die Freken zu schützen. 1933 schafft R. das Wandgemälde Man at the Crossroads Looking with Hope and High Vision to the Choosing of a New and Better Future für die Lobby des noch im Bau befindlichen Rockefeller Centers in New York. Wegen der im Entwurf nicht vorgesehenen Darstellung Lenins und nachdem R. sich weigert, diesen zu übermalen, lässt Rockefeller das noch unvoll. aber bereits bezahlte Fresko 1934 vollst. entfernen. Eine verkleinerte Replik des Gem. mit dem Titel El hombre controlador del universo (1934) befindet sich im Pal. de Bellas Artes in Mexiko-Stadt. 1933/34 bildet der Zyklus Portrait of America für die New Workers School in New York (21 transportable Fresken in Stahlrahmen) die letzte große Arbeit R.s in den Vereinigten Staaten, bevor er 1934 nach Mexiko zurückkehrt. 1936 malt er das Fresko Carnaval da vida mexicana, für den Speisesaal des Hotels Reforma in Mexiko-Stadt (vierteilig, portabel, jetzt im Mus. des Pal. de Bellas Artes). Auf Drängen R.s erhält Leo Trotzki politisches Asyl in Mexiko. 1937 lebt das Ehepaar Trotzki bei R. und Kahlo. 1938 André und Jacqueline Breton sind ebenfalls Gäste bei R. und Kahlo. Unter Bretons Einfluss entstehen einige wenige surrealistische Bilder. 1939 Bruch mit Trotzki. Im gleichen Jahr Scheidung von Kahlo, erneute Heirat 1940. 1940 realisiert R. in den USA erneut ein Fresko Unión de la Expresión Artistica del Norte y Sur de este Continente, häufig auch Pan-American Unity bezeichnet (zehn transportable Wandtafeln) für die Golden Gate Internat. Expos. in San Francisco. Thematisiert wird die Vereinigung des lateinamerikanischen Kontinents mit Nordamerika (heute City College of San Francisco). Von 1942-51 vollendet R. den 1929 begonnenen Freskenzyklus zur Gesch. Mexikos im ersten Stock des Pal. Nac. in Mexiko-Stadt. Baubeginn von Anahuacalli, dem späteren Mus. D.R., nach eig. Entwürfen. 1947-48 Fresko Sueño de una Tarde Dominical en la Alameda im Hotel del Prado in Mexiko-Stadt (heute Mus. Mural D.R.). 1949 große Retr. mit über 500 Werken im Pal. de Bellas Artes, Mexiko-Stadt. 1951 schafft R. Unterwasser-Wandmalereien und ein großes Mosaik-Relief für die Lerma-Wasserwerke, Mexiko-Stadt. 1953 gestaltet er eine Bilderzählung der mex. Kulturgeschichte, das große Wandmosaik Una hist. popular de México auf der Fassade des Teatro de los Insurgentes in Mexiko-Stadt. 1954 erfolgt seine Wiederaufnahme in die Kommunistische Partei. 1954 stirbt Frida Kahlo. 1955 Reise nach Moskau wegen einer Krebsoperation. – R. ist, neben Frida Kahlo, der bedeutendste mex. Maler in der ersten Hälfte des 20. Jh., er bildet zus. mit Orozco und Alfaro Siqueiros die "Los Tres Grandes" (Die großen Drei) der mex. Nachrevolutionszeit, mit R. als ihrem berühmtesten Vertreter. Sie gelten als die maßgeblichen Begründer des Muralismo und sind zugleich die Wegbereiter der Weiterentwicklung einer eigenständigen mod. mex. Kunst. Ihre Arbeiten stellten sie bereitwillig in den Dienst der Revolution, was insbesondere R. den Vorwurf der opportunistischen, politischen Anbiederung als auch den einer unkritischen Staatskunst und nicht zuletzt den der Verfolgung rein ökonomischer Interessen einbrachte. Vor diesem Hintergrund wird R.s umstrittenes Œuvre v.a. außerhalb Mexikos bis heute kontrovers diskutiert. Gleichwohl zählen seine Wandgemälde zweifellos zu den bedeutendsten Werken der lateinamer. Moderne. Während seines Europa-Aufenthaltes (1907-21) setzte sich R. (vornehmlich in Paris und Spanien) vierzehn Jahre intensiv mit der trad. europ. Kunst wie auch mit den avantgardistischen Strömungen seiner Zeit auseinander. Sein äußerst umfangreiches Werk reicht stilistisch von postimpressionistischen, fauvistischen und kubistischen Anfängen bis zu einem eigenständigen volkstümlichen Realismus der mittleren bis späten Jahre. Es umfasst neben den berühmten Fresken zahlr. Tafelbilder (viele mex. Motive v.a. aber Porträts und Selbstbildnisse), Zchngn, Ill. (zu "Canto General", Pablo Neruda, 1950) und Mosaikarbeiten. Zudem wirkte R. als Bildhauer, entwarf Kostüme und Bühnenbild für eine Theaterproduktion ("El cuadrante de la soledad" v. José Revueltas, 1950) und trat als Architekt in Erscheinung. Den Großteil seines Früh- und Spätwerks nehmen die im Atelier entstandenen Gem. ein. Wichtigster Werkkomplex sind seine zahlr. mon. Murales, die als erster nichteuropäischer Beitr. zur Kunst der mex. Moderne R.s weltweiten Ruhm und Mythos begründen. Zum Persönlichkeitsbild des Künstlers zählt auch sein chaotisches, an Widersprüchen reiches Privatleben. Zeitlebens war er ein schwärmerischer, fast naiver Anhänger und Verfechter der kommunistischen Ideologie. Stur folgte er marxistisch-leninistischem, zeitweise auch stalinistischem Gedankengut und wandte sich in den 1930er Jahren dem Trotzkismus zu, was ihn allerdings keineswegs daran hinderte, auch für Auftraggeber des Großkapitals und des Geldadels wie etwa die Rockefellers tätig zu werden. Aus seiner Fähigkeit, sich unterschiedlichsten politischen Konstellationen anzupassen, stets enge Kontakte zur Regierung bzw. zu den jeweiligen Machthabern und wichtigen Entscheidungsträgern herzustellen und zu pflegen, zog er den für sich größtmöglichen Nutzen, etwa in Form prominenter öff. und priv. (Groß-)Aufträge. Dies führte in den 1930er Jahren zu Anfeindungen, Anschuldigungen und teils heftigen Auseinandersetzungen, u.a. mit dem linksradikalen Siqueiros. Man beschimpfte ihn als "Regierungsagent", "Palastmaler", "Ästhet des Imperialismus" und als "Maler der Millionäre". Gemäßigte und konservative Kräfte der Gegenseite kritisierten, er instrumentalisiere seine Kunst für politische Zwecke. Viele seiner weltweit geknüpften Freundschaften mit berühmten Künstlern schlugen aus unterschiedlichen Gründen in Animosität bis hin zur Gegnerschaft um und zerbrachen. Von bes. Bedeutung ist die durch extreme Höhen und Tiefen geprägte Beziehung und Ehe mit Frida Kahlo. R. bewundert und fördert die große künstlerische Begabung Kahlos zeitlebens. Gleichzeitig ist sie eine Konkurrentin, sowohl in künstlerischer Hinsicht, als auch aufgrund ihrer Ausstrahlung und Präsenz. Um diese Beziehung, wie um R.s Biografie insgesamt, ranken sich unzählige Legenden. Zu deren Bildung trug der Maler, der sich gerne als Künstlerpatriarch wie auch als ideologischer Bürgerschreck und Rhetor gerierte, selbst entscheidend bei. Nicht zuletzt mit seiner bereits 1926 erschienenen Autobiografie (La obra de Diego Rivera, Méx. 1926; dt.: Das Werk des Malers, B. 1928), die eine Fülle völlig abstruser Aussagen enthält. Unstrittig ist indes, dass R. mit seinem Werk zur neuen nat. Identität des mod., mündigen Mexikos mit beigetragen hat. R. sah sich immer als Sprecher des "einfachen" Volkes und verstand seine Murales als Beitr. zur Volksbildung und als wahre Volkskunst. Sie sollten ein möglichst breites Publikum erreichen und jedermann, auch den zahlr. ungebildeten Analphabeten seiner Heimat, verständlich sein, weshalb er einen vereinfachten, volkstümlich expressiven Realismus entwickelte. In prägnanten, ausdrucksstarken und farbkräftigen Bildern erzählt er detailliert, mit oft missionarischem Eifer und mit einer zu Pathos und Polemik neigenden Sprache seine Geschichten. In klassenkämpferisch propagandistischer Manier transportieren sie paradigmatisch politische und revolutionäre Botschaften, die mit folkloristischen mex. Motiven durchmischt sind. Thematisiert wird überwiegend die mex. Gesch. und Gegenwart. In einer wenig reflektierten, oft realitätsfremden Betrachtungsweise schildert R. hist. und aktuelle Geschehnisse und teilt die Welt simplifizierend in Gut und Böse ein. R.s Komp. zeigen meist eine verwirrende Fülle von skulpturhaft wirkenden Figuren, mit oft typisierten indianisch-mex. Gesichtern. Beeinflusst sind die Werke sowohl durch zeitgen. europ. Vorbilder als auch durch die Freskenmalerei der ital. Renaiss. sowie die Wandbilder der Azteken und Maya. R.s aus der Verschmelzung dieser Elemente entwickelter Stil und seine Bildsprache übten auf viele Maler in Europa, bes. aber in den USA eine starke Wirkung aus. Ab M. der 1920er Jahre setzt die Periode mit den kraftvollsten Arbeiten ein. R., auf dem Höhepunkt seiner Karriere angelangt, ist für viele Jahre nicht nur unangefochten Mexikos bevorzugtester und bekanntester Muralist, sondern auch weltweit der bedeutendste Wandmaler und einer der begehrtesten und gefragtesten Künstler seiner Zeit. Mit den Wandbildern in den USA feiert er ebenfalls große Erfolge. Die dort entstehenden Gem. sind trotz seiner unverändert kommunistischen Einstellung insgesamt weniger politisch und greifen andere Themen auf, was mit den völlig anderen Gegebenheiten in Nordamerika zu erklären ist. Zudem ist R. gezwungen, seine Arbeiten inhaltlich weitgehend den Wünschen seiner Auftraggeber und Mäzene aus Wirtschaft und Kultur anzupassen. Ins Zentrum der USA-Gem. rücken überwiegend Szenen aus der amer. Arbeitswelt, die das Zusammenwirken von Mensch und Maschine thematisieren, Produktionsprozesse darstellen, technische und industrielle Errungenschaften und Fortschritte hervorheben. Nach seiner Rückkehr nach Mexiko (1933) wendet sich R. dann wieder früheren Themen zu. Als M. der 1930er Jahre aufgrund einer neuen Kulturpolitik öff. Aufträge durch den Staat ausbleiben, konzentriert er sich, auch aus rein kommerziellen Gründen, verstärkt auf die Tafelmalerei (Porträts, Selbstporträts, mex. Feste, indianische Kinder, Mütter, Marktszenen, Blumen und Tod), die sich aufgrund seines berühmten Namens v.a. an Touristen erfolgreich verkaufen lässt. Neben Porträt-Auftragswerken für das wohlhabende Bürgertum produziert er beliebte Motive auch in Serien. R.s tiefe Verwurzelung mit der Kultur und den Trad. seines Landes und sein ausgeprägter Nationalstolz manifestiert sich bes. deutlich in dem nach seinen Entwürfen errichteten Anahuacalli-Gebäude (1943-63) in Mexiko-Stadt. Dessen Pyramidenform lehnt sich archit. an aztekische Vorbilder an. In dem Bau, der ursprünglich als Atelier, Tempel und Bunker gedacht war, ist heute das Mus. D.R. untergebracht, das u.a. R.s Slg präkolumbischer Kunst beherbergt, die als eine der wertvollsten der Welt gilt und bei seinem Tod 42000 Objekte umfasste. Als sein Vermächtnis an das mex. Volk übertrug R. neben dem Gebäude und der Slg auch ca. 1000 Gem. und Zchngn sowie Frida Kahlos blaues Haus an den mex. Staat.
D.R./J.C.Orozco, Frescoes in Pal. of FA, Méx. 1943; ead., Mi arte, mi vida, Méx. 1960
Solo exhibitions:
1914 Paris, Gal. Berthe Weill (K) / 1930 San Francisco, Legion of Honor / 1951 Houston (Tex.), MFA (Retr.) / 1951 Mexiko-Stadt, Mus. Nac. de Artes Plasticas (K) / 1977 Mexiko-Stadt, Pal. de Bellas Artes (K) / 1984 Phoenix/Ariz., AM (Wander-Ausst., K) / 1986 Detroit (Mich.), Inst. of Arts (Retr., Wander-Ausst., K) / 1998 Martigny, Fond. Gianadda (K) / 1999 Cleveland (Ohio), MoA (Wander-Ausst., K) / 2010-11 Bordeaux, MBA / 2013 Atlanta (Ga.), High Mus. of Art (mit Frida Kahlo) / 2013 Paris, Mus. de l'Orangerie (K) / 2015 Detroit (Mich.), Inst. of Arts (K) / 2016-17 Los Angeles, LACMA (mit Pablo Picasso; Wander-Ausst., K)
Group exhibitions:
1948 Dallas (Tex.), MFA: Three Contemp. Mexican Artists. R., Tamayo, Siqueiros (K) / 1950 Venedig: Bienn., Mex. Pavillon (mit Orozco, Siqueiros und Rufino Tamayo) / 1992 Washington/D.C., Hirshhorn Mus. and Sculpt. Garden: Crosscurrents of modernism. Four Latin Amer. pioneers (K) / 2005 Oklahoma City, City MoA: Mexican masters. Rivera, Orozco, and Siqueiros (K) / 2012 Schwäbisch Hall, KH Würth: Mexicanidad (K) / 2016-17 Paris, Grand Pal.: Mexique 1900-1950 (Wander-Ausst., K)
Thieme-Becker, Vollmer, and AKL:
ThB28, 1934; Vo4, 1958
Other encyclopedias:
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Printed sources:
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Rivera, Diego, mit vollem Namen: Diego Maria Concepción Juan Nepomuceno Estanislao de la Rivera y Barrientos A costa y Rodriguez, mexikan. Fresko- u. Bildnismaler, *8. 12. 1886 Guanajuato, Mexiko, tätig in Mexico City, väterlicherseits von span. Geblüt, mütterlicherseits v. Indianer-Herkunft. Der schwere Beruf des Vaters, der als Chemiker in den Silberminen Guanajuatos arbeitete, brachte schon dem Knaben das Problem des Ausgleichs der sozialen Gegensätze nahe. Später siedelte die Familie nach Mexico City über. Frühreif, besuchte R. bereits 1898 die Escuela praeparatoria, wo er unter Anleitung von Felix Para am Malunterricht teilnahm. Später besuchte er die Akad. d. Schönen Künste (bis 1904). 1907 stellte er seine ersten Arbeiten aus, die die Regierung von Vera Cruz bestimmten, ihn zwecks weiteren Studiums auf Staatskosten nach Europa zu schicken. Er wandte sich zunächst nach Madrid, wo er die span. Meister studierte und 2 Jahre Schüler des Eduardo Chicharro war. Von hier ging er nach Paris, wo er von Picasso, Gauguin u. Matisse angeregt wurde. Schloß sich dann der kubistischen Richtung an. Nach mehreren Jahren Aufenthalts in Paris ging er nach München, von dort nach Italien, 1920 nach Moskau. 1921 Rückkehr nach Mexiko, wo er für das Amphitheater der Escuela praeparatoria eine Wanddekoration malte, durch die er seinen Ruf als Monumentalmaler begründete. Durch die Vermittlung von José Vasconcelos, Minister f. Öffentl. Arbeiten, erhielt R. den ersten größeren Auftrag: einen Zyklus von 59 Wandgemälden im großen Hof des Gebäudes des Unterrichtsministeriums in Mexiko, in dem R. die Mexikan. Revolution verherrlichte. Für die dort. Escueta praeparatoria malte er Szenen aus der Gene-is, für die Nationale Landwirtschafts-Hochschule in Chapingo einen Zyklus von 13 Fresken, darstellend den Indianer in seinen nationalen Gebräuchen, seinen Tänzen, seiner täglichen Arbeit auf dem Felde. seine Ausbeutung durch den Kapitalismus und seinen schließlichen Sieg im sozialisierten Mexiko. Diese Fresken, in welchen R. den Leidensweg des mexikan. Volkes schildert, sind von einer tiefen Wirkung, wenn auch das Manuelle der Ausführung hier wie auch sonst häufig bei R. hinter dem Schwung des Gedanklichen zurückbleibt, so daß viele der Schöpfungen R.s unter einer gewissen Disharmonie zwischen Inhalt u. Form leiden. Für das Treppenhaus des neuen Stock Exchange Club in San Francisco schuf R. ein allegor. Fresko: Der Reichtum Kaliforniens (Allegorie der California), für die School of Fine Arts in San Francisco 2 Wandgemälde: Kunst u. Industrie, für den Corteipalast in Cuernavaca einen Zyklus von Wandgemälden mit mexikan. Volksszenen, für das Detroit Institute of Art ein Kolossalfresko: "The spirit of Detroit", für das Rockefeller Center in New York einen Zyklus, der den Triumph des menschl. Geistes über die Naturkräfte symbolisiert und zugleich eine Verherrlichung des Kommunismus u. seines Apostels Lenin bringen sollte, der als Weltpriester feierlich die Hände eines schwarzen und eines weißen Arbeiters ineinanderlegt. Rockefeller inhibierte die Ausführung des Entwurfes, der in veränderter Form (ohne Lenin) von anderer Hand vollendet wurde. Die Idee der revolutionären Bewegung in Amerika verherrlicht sein 21 Darstell. umfassender Freskenzyklus in der neuen Arbeiterschule in New York. In der Form bewußt archaisierend (Vorliebe für die reine Profilansicht, Betonung der Fläche auch in der perspektiv. Darstellung), sucht R., leidenschaftlich ergriffen von dem großen Kollektivgedanken seiner Zeit, im Inhaltlichen seiner Malerei die Propagierung modernster klassenkämpferischer Ideen, indem er sich zum Anwalt des Kommunismus und zum Pionier einer monumentalen demonstrativen Kunst des Proletariats macht. Seine Malerei soll der Fanfarenruf zur Befreiung der Massen aus kapitalistischer Knechtung sein, das künstlerische Korrelat der proletarischen Revolution. Oft allzusehr beschwert durch Gedankliches, das nicht restlos formal verarbeitet erscheint, sind die Malfelder R.s nicht selten wie riesige Bilderbogen abzulesen und entbehren eines großen führenden Leitmotivs. Lit.: Das Werk des Malers D. R., Berlin 1928, Neuer Dtscher Verlag (Abbildgn u. Selbstbiogr.). - Eugen Neuhaus, The Hist. and Ideals of Amer. Art, 1931. - Em. Edwards, Frescoes by D. R. in Cuernavaca, Mexiko 1933. - Cat. People's Mus. Ass., D. R. Frescoes, Detroit 1933. - A. 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Hess, The Tragedy of R.). - La Renaiss. de l'art fr., 11 (1928) 60 (Abb.), 66. - Bull. of the Worcester Art Mus., 19 (1928) 1 (Abb.), 4 (Abb.), 6 (Abb.), 9 (Abb.), 12, 13 (Abb.); 21 (1930) 87 (Abb.). - Scribner's Mag., Jan. 1929. - The Literary Digest, März 1929; Jan. 1932. - Das Kstblatt, 13 (1929) 127, 376/77. - Dtsche Kst u. Dekor., 64 (1929) 161ff. (A. Goldschmidt, Der mexik. Maler D. R.); 69 (1931/32) 143/46 (E. Joseph, Die Kst D. R.s). - Bull. of the Detroit Inst. of Arts, 11 (1929/30) p. LXXIII; 12 (1930/31) p. 74/76, m. Abb. - Theatre Arts Monthly, Jan. 1930. - Bull. of the Mus. of Fine Arts, Boston, 28 (1930) 114 (Abb.), 115f. - Fortune, Jan. 1931. - Pencil Points, Nov. 1931. - California Arts a. Arch., Dez. 1931. - Nuestre Mexico, März 1932. - Amer. Magaz. of Art, April 1931; Mai 1933. - Fortuno, Febr. 1933. -The Art Digest, 1. 4. 1933; 15. 4. 1933; Juni 1933; Aug. 1933. - Cat. Loan Exh. of Draw. a. Paint. by D. R., Detroit Inst. of Arts, März 1931. - Cat. Exh. of D. 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Rivera, Diego, mexikan. Maler (bes. Wandmaler), Entwurfzeichn. f. Mosaik u. Glasmalerei, Lithogr., Bildhauer, Architekt u. Schriftst. (Prof.), *8.12.1886 Guanajuato, †25.11.1957 Mexico City. Span. Abkunft. Gatte der Frida. Trat 1897 - 11 jährig - in die Esc. Preparatoria der Akad. in Mexico City ein; Schüler von Rebull, José Maria Velasco u. Felipe Parra. Sein einflußreichster Lehrer war der Illustrator José Guadalupe Posada, der ihn lehrte, die Malerei in den Dienst des Klassenkampfes zu stellen. 1906 nach Europa. 1907 Studium bei Ed. Chicharro in Madrid; in dems. Jahr nach Paris (Begegnung mit den Werken Picasso's, Braques, Derain's u. Cezanne's); von dort über Brüssel nach England. In London politische Schulung an den Schriften von Karl Marx. 1910 Rückkehr nach Mexiko. Erlernung der Enkaustiktechnik. 1911 auf 10 Jahre nach Europa; wiederholte Aufenthalte in Pans, dort Heirat mit der russ. Malerin Angeline Beloff. Freundschaft mit Picasso. 1913 in Toledo. 1920 nach Italien, wo ihm Giotto zum tiefsten Erlebnis wurde. 1921 wieder in der Heimat. 1927/28 in Moskau. 1931/33 in den USA. Seit 1944 Prof. am Colegio Nac. in Mexico City. 1956 korrespond. Mitglied d. Dtsch. Akad. d. Kste, Berlin. - Mit dem Bestreben, die Kunst mitten in das Volk zu tragen, ist R. zum Hauptvertreter des sozialist. Realismus in der Malerei geworden. Hat alle Stufen der Entwicklung der Moderne vom Neoimpressionismus bis zum Kubismus durchlaufen. Entwickelt seit der Rückkehr aus Italien eine ganz persönliche Ausdrucksweise in seinen zum Teil riesigen Wandgemälden, die in ihrer Unüberschaubarkeit den Gesetzen der Monumentalität zwar oft widersprechen - Ausnahmen bilden die noch vom Geiste Giotto's berührten großartigen frühen Fresken in Chapingo u. in d. Secretaria de Educación Publica in Mexico City -, in ihrem bilderbogenartigen Stil mit der überfülle von Personen u. Geschehnissen aber echt volkstümliches Gepräge tragen. Der Bildinhalt wurde ihm sehr bald wichtiger als die Bildform. Seine großen Dekorationen wollen gewertet sein als leidenschaftl. Bekenntnisse zur Sache des Sozialismus und sollen nach s. eigenen Worten ein Spiegel des sozialen Lebens Mexikos sein. Sinn u. Ziel aller Kunst ist ihm Werbung (eigener Ausspruch: Art is Propaganda, or it is not Art), Werbung für Verwirklichung der sozialist. Ideale und damit für Aufstieg der Menschheit. - Den 3 bei Th.-B. bereits gewürdigten Monumentalwerken seiner frühen u. mittleren Jahre, d.h. den in der Technik der antiken Wachsmalerei ausgef., 1922 vollend. Fresken in der Aula der Esc. Preparatoria in Mexico City, den 124 in den Jahren 1923/28 entstand. Fresken in den beiden Höfen (Hof der Arbeit u. Hof der Feste) u. im Treppenhaus des Ministeriums für Unterrichtswesen u. den 39 Fresken in d. Landwirtsch. Schule in Chapingo (beg. 1924, voll. 1926/27) schließen sich aus späterer Zeit folg. Dekorationen an: Fresken der Loggia des Pal. Cortéz in Cuernavaca (1929), darstellend Hernán Cortéz, Tribute von der unterworfenen Landbevölkerung entgegennehmend, ders. durch Sklaven seinen Palastbau errichtend,eine I nquisitionsszene u. eine Episode aus dem mexik. Bauernaufstand. Im Treppenhaus dess. Gebäudes 4 nach Entwürfen R.s ausgef., buntfarbige Glasfenster. Wand- u. Dekkenbilder (6 nackte Frauenkörper) im Sitzungssaal des Gesundheits-Ministeriums in Mexico City (1929/30). Treppenhausfresken in d. California School of F. Arts in San Francisco, darstellend Maurer u. Maler bei ihrer Arbeit. Ausmalung der Brunnenhalle des Inst. of F. Arts in Detroit, Mich., gestiftet von E. B. Ford, dem Sohn des Automobilkönigs, mit Darstellgn aus d. Montagehallen der Ford-Werke. Bilderfolge f. d. New Worker's School in New York, die in ihrer Überfülle von Figurengruppen u. Porträtköpfen den Charakter von politischen Plakaten tragen. Eine ursprüngl. f. d. Pal. de B. Artes in Mexico City bestimmt gewesene transportable Wanddekoration: Der Alptraum des Krieges u. Der Traum des Friedens, befinden sich heute in Peking. Fresken im Treppenhaus u. im Seitengang des Hofes des Pal. Nac. de B. Artes in Mexico City mit Szenen aus d. neueren Gesch. Mexikos u. Verherrlichung der 3 Führer der Agrarrevolution (1942/46). Gr. Wandfresko (4,5 x 15 m) im Speisesaal des Prado-Hotels in Mexico City, von R. gen.: Sonntagsträumerei in der Alameda (1947), darstellend das Mexiko von Einst u. Jetzt; beschwor einen gesellsch. Skandal herauf wegen einer auf ihm erscheinenden Inschrift: Dios no existe, die auf kirchl. Einspruch hin entfernt werden mußte. Fresken im Inst. Nac. de Cardiologia u. im Inst. Mexicano del Seguro Social in Mexico City (1953), in d. Städt. Schule in Chillan, Chile, u. in e. Kinotheater in Tacubaya. Zu R.s originellsten Schöpfungen gehört die Dekoration im Sammelbassin des Lermawassers Mexico City: auf dem mit einem bunten Natursteinmosaik belegtem Boden des einem Pavillon vorgelagerten Vorplatzes ein riesenhaftes Relief des Regengottes; im Kuppelraum des Pavillons selbst 24 Bildnisse der Ingenieure der techn. Anlage; über dem Bassin bergen 2 Kolossalhände das kostbare Naß. Ein zweites Kolossalmosaik, die Gesch, des mexik. Sports darstellend, an den Außenwänden des Stadions der Univ.-Stadt Mexiko. Ein Glasmosaik an der Fassade des Teatro de los Insurgentes in Mexico City (1951/53). In d. Gal. de Arte Mexicano 4 Paneele mit mexik. Karnevalszenen, ursprüngl. f. d. Hotel Reforma in Mexico City bestimmt, vom Besteller abgelehnt. Im Mus. of Mod. Art in New York 1 Fresko, 2 ölgem., 1 Skizzenbuch mit 45 Aquar., 7 Zeichngn u. 24 Ballett-Entwürf e. Im Pennsylv. Mus. in Philadelphia, Pa.: Bildnis d. Mrs. Stokes (Leihgabe; Abb. im Bull., 27 [1931/32] Nr 145, p. 68). Im Earlham College in Richmond, Ind.: Lumpensammlerin. Im Mus. in Bergen, Norw., ein Stilleben. Als Bildnismaler größten Formats erweist sich R. in dem Ganzfigurbildnis s. 2. Gattin, der rassigen Mrs. Guadalupe Marin, u. in seinen Selbstbildnissen, dar. das großartige, in amer. Privatbes. befindl. Aquarell von 1949. Ein von s. Gattin Frida gem. Doppelbildn, abgeb. in: Architect a. Engineer, 152 (1943) Jan. p. 5. - Sonderausst.: 1932 im Mus. of Mod. Art in New York u. im Pennsylv. Mus. of F. Arts in Philadelphia (Pennsylv. Mus. Bull., 27 [1931/32] Nr 146, p. 101 f., Abbn p. 97 u. 100), 1947 im Williams College des Lawrence Art Mus. in Williamstown, 1950 im Mus. Nat.:. de Artes Plast. in Mexico City, 1951 in Houston, USA (Art Digest, 25, Nr v. 1. 3. 51, p. 8). - Als Architekt versuchte sich R. mit der in schwarzer Lava erbauten, von ihm auch mit farbigen Natursteinmosaiken ausgeschmückten sog. Pyramide im Tale Pedregal vor den Toren von Mexico City, einer Art Tempel mit 3 Stockwerken, der die von R. zusammengebrachte umfangr. Sammlung von archäol. Funden aufzunehmen bestimmt war. - Lithogr. Hauptblátter (z. T. freie Übersetzungen aus d. Wandbildern): Selbstbildnis (1930), Marktplatz, Schlaf, Früchte derArbeit, Bauernführer Zapota. Illustrat. zu dem Werk von Stuart Chase über Mexiko, New York 1931. Eine fesselnd geschrieb. Autobiographie in dtsch. Übersetzung abgedr. in : Das Werk des Malers D. R., Neuer Dtsch. Verlag, Berlin 1928, Von R. in Zusammenarbeit mit Bertram D. Wolfe herausg.: Portrait of America, N. York (1934) (Besprech. in: The Connoisseur, 96 [1935] 51 f.) u.: Portrait of Mexico, N. York 1937. Lit.: Th.-B,, 28(1934). - F. F. Paine, D. R., 1931. - Bertram D. Wolfe, D.R. His Life a. Times, 1939. - H.F. Secker, DR., Dresd. 1957, m. Lit. P, 315. - Who's Who in Latin Amer., 1935. - Who's Who in Latin Amer., I: Mexico, 1947. - Encycl. of Painting, New York 1955. - Barr, m. Abb. - J. Gómez Sicre, Mod. Art in Latin Amer., 1955 (?). - Kirstein, p.56,57 (Abb.), 62 (Abb.), 79 (Abb.), 100f., 109. - Arta Plasticå (Bukarest), 1955, H. 6, p. 65 (Abb.), 66, 67f. - Artes de México, 1954, Nr 3, farb. Abb. vor d. Titelbi. - Athena (Berlin), 2 (1947/48) H. 2, P. 50 ff., m. 4 farb. Abbn. - Von Atelier zu Atelier, 5 (1957) 166, m. Abb.; 6 (1958) 30f,. m. 2 Abbn (Fresko im Luncheon Club S. Francisco). - Aufbau, 8(1951/52) 173/82.. - D. Blatt d. Verb. bild. Kstler Dtschlds, 8 (1957) Nr 12 (Nachruf). - Boll. d'Arte, anno 35, ser. 4 (1950) 286. - Bull. of the Smith Coll. Mus. of Art Northampton, 1936, Nr 17, p. 6/11, m. 4 Abbn. - college art journal (N. York), 7 (1947) 54; 10 (1950) 10/17. - Jedermann, 1947, H. 4 (C.Neubauer). - bild. kst (Berlin), 1 (1947) H. 6, p. 29, r. unt.; 2 (1948) H. 4, p. 11 (Abb.); 3 (1949) 90f., m. Abb. - Bild. Kst (Dresden), 1956, p. 69 (Abb.), 485/90, m. 3 Abbn, 511 I. Sp., 665f., m. Abb. - Kst ins Volk (Wien), 2 (1950) 293 (Abb.). - D. Kstwerk (Baden-Baden), 11 (1957) H. 5/6 p. 83. - México en el Arte, 1-1. 9 (1950) 81f., 84; 10/11 (1950/51) 75, 93, 96, 104 (Abb.), 105 (farb. Abb.), 106/09 (Abb.), 116, 118, 128f., 135/39 (Abbn), 146, 156 (Abb.). - Velhagen & Klasings Monatsh., 41/11 (1926/27) 384, farb. Abb., 382 f. - D. Münster, 5(1952) 170. - Museo Nac. de Artes Plásticas, México (1949] farb. Taf. geg. p. 20. - Parnassus (New York), 7 (1935) Nr 7, p. 11, m. 2 Abbn. - Sonntag (Berlin), 11, Nr 15v. 8. 4. 1956; Nr 51 v. 16. 12. 56. - The Studio, 130 (1945) 148 (Abb.); 145 (1953) 195 (Abb.). - Tagebuch (Wien), 7(1952) Nr 18, m. 2 Abbn; 8 (1953) Nr 2, m. Fotobildn. - Vogue (New York), 15. 4. 1939, p. 62 (farb. Vollbild). - D. Weltkst, 26 (1956) H. 23, p. 5. - The Art Index (New York), 1929ff. passim. - Dtsche Woche (München), 12. 12. 56, m. Abb. - Berliner Ztg, 24. 4. 56, m. Abb. - Kat. d. Ausst. Mexik. Malerei u. Graphik, Dtsche Akad d. Kste, Berlin 1955, p. 62, 67, 70, m. Abb. - Leipz. Volksztg, 28. 11. 57. - Times, 26.11.57 (Nachruf).