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Rodin, Auguste

Born
Paris, 12 November 1840
Died
Meudon, 17 November 1917
Country
France, Italy, Belgium
Gender
male
GND-ID
Name Variations
Rodin, Auguste; Rodin, Auguste-René-François; Rodin, François-Auguste-René; Rodin, François Auguste René
Occupations
Sculptor; Painter; Etcher
Places of Activity
Sèvres (Seine-et-Oise), Florenz, Brüssel, Rom, Bellevue (Seine-et-Oise), Meudon
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Last edited
03.04.2024
Published in
AKL XCIX, 2018, 171; ThB XXVIII, 1934, 462 ss

VITA

Rodin, Auguste (François-Auguste-René; Auguste-René-François), frz. Bildhauer, Maler, Radierer, *12.11.1840 Paris, †17.11.1917 Meudon.

LIFE AND WORK

Bereits 1882 bezeichnete das Londoner Arts Mag. R. als "den viell. bedeutendsten lebenden Bildhauer". Heute gilt er unumstritten als einer der herausragenden Künstler des 19.Jh. sowie Gründungsvater der mod. Plastik. V.a. in seinem Heimatland Frankreich stieß sein Figurenstil zunächst auf massiven Widerstand von Seiten konservativer Kritiker, die sein Werk als Affront gegen die akad. Trad. verstanden. Dabei gilt zu beachten, dass sich R.s künstlerische Vision stets aus einem Zusammenspiel von Trad. und Erneuerung, stilistischen Rückgriffen auf klassische Vorbilder und einer intuitiven Auflehnung gegen sterile akad. Regeln speiste. Sein mühsamer Weg zu offizieller Anerkennung, sein leidenschaftliches Ringen um subjektive Ausdrucksstärke sowie die ungebrochene psychologische Intensität seiner Skulpturen machten ihn bereits um 1900 zu einem lebenden Inbegriff des mod. Künstlergenies. Bes. die zahlr. von befreundeten Literaten (u.a. Texte von William Ernest Henley, Rainer Maria Rilke oder Octave Mirbeau) verfassten Publ. zu R.s Leben und Werk trugen zu einer frühen Mythologisierung seiner Person bei. Die serielle Reprod. von R.s Arbeiten in Marmorkopien und bronzenen Gussserien, die er selbst stark vorantrieb, trug maßgeblich zur internat. Verbreitung seines Œuvres bei, das heute in zahlr. Slgn weltweit vertreten ist. - R. wird 1840 als zweites Kind von Jean-Baptiste R., einem Beamten im Dienst der Pariser Polizeipräfektur, und der ehemaligen Näherin Marie Cheffer geboren. Die Fam. lebt in bescheidenen Verhältnissen und gehört dem kath.-konservativen Kleinbürgertum an. Bereits im Alter von zehn Jahren beginnt R. mit dem Zeichnen. Angesichts des großen Talents, das er als Autodidakt unter Beweis stellt, befürworten die Eltern seine frühe Hinwendung zu einer Künstlerlaufbahn. Eine offizielle Ausb. erfolgt ab 1854 mit R.s Einschreibung an der sog. Petite Éc. (eig. Éc. Impériale Spéciale de Dessin et des Mathématiques), wo er Zchng und Malerei studiert. 1857 bewirbt sich R. ohne Erfolg an der ÉcBA, wo er auch in den zwei Folgejahren abgelehnt wird. Ab 1858 verdient er seinen Lebensunterhalt als Modelleur für kunsthandwerkliche Ateliers, wobei er sich auf dekorative Plastik spezialisiert. Mit einer Büste seines Vaters entsteht 1860 seine erste dok. Skulptur. Ausgelöst durch den frühen Tod seiner Schwester verfällt er 1862 in eine schwere Depression und tritt dem Orden der Pères du Très-Saint-Sacrement bei, dessen Gründer Pierre-Julien Emard ihn dazu auffordert, sich seiner wahren Berufung zu widmen, einer Karriere als selbstständiger Bildhauer. Trotz anhaltender Finanznot richtet sich R. 1864 ein eigenes Atelier ein, das in einem ehemaligen Pferdestall in der Rue de la Reine Blanche im Faubourg Saint-Marcel gelegen ist. Im gleichen Jahr nimmt er eine Anstellung bei Albert-Ernest Carrier-Belleuse an, für den er bis 1872 als Studioassistent arbeitet. Gleichzeitig erhält er Unterricht im anatomischen Zeichnen bei dem für seine heroischen Tierplastiken berühmten Bildhauer Antoine-Louis Barye. Um diese Zeit macht er die Bekanntschaft von Rose Beuret, die sein Modell und seine langjährige Lebensgefährtin wird, die er jedoch erst wenige Wochen vor seinem Tod 1917 heiratet. 1866 kommt ihr gemeinsamer Sohn, Auguste-Eugène Beuret, zur Welt. In der Folge des Dt.-Frz. Kriegs 1870/71 folgt R. Carrier-Belleuse nach Brüssel, das bis 1877 seine Wahlheimat bleibt. 1873 geht er eine geschäftliche Partnerschaft mit dem belgischen Bildhauer Antoine Joseph van Rasbourgh ein, mit er vorwiegend an Baudekorationen arbeitet. 1875 gelingt R. zum ersten Mal die Aufnahme in den Pariser Salon, mit einer von Léon Charles Fourquet erarbeiteten Marmorbüste seiner gegen 1863 modellierten Arbeit Mann mit gebrochener Nase (Paris, Mus. Rodin). Modell für das Werk war ein einfacher Arbeiter aus Paris, dessen markante Gesichtszüge, darunter die titelgebende "gebrochene" Nase, R. mit einer der klassischen Trad. entnommenen nackten Brust verbindet; bewusst lässt die Büste auch an das Abbild Michelangelos denken, sodass sich das individuelle Porträt eines zeitgen. Arbeiters mit einer Hommage an den Archetyp des bildhauerischen Künstlergenies schlechthin verbindet. 1876 bricht R. auf eine längere Studienreise durch Italien auf, wo er u.a. Rom, Florenz und Neapel besucht. Während dieses Aufenthalts kann er sich nicht nur ausgiebig mit den Arbeiten seines großen Vorbilds Michelangelo, sondern auch mit der Hinterlassenschaft antiker Bildhauerei befassen. Unter dem Eindruck dieser Werke entsteht eine von R.s bekanntesten Arbeiten, ein lebensgroßer männlicher Akt, für den ihm der 22jährige belgische Soldat Auguste Neyt Modell steht. Die in klassischer Pose gefertigte Skulptur besticht durch ihre fein modellierte Oberfläche und den extremen Realismus der detailliert herausgearbeiteten Körperformen. R. stellt das Werk 1877 zunächst unter dem klassizierenden Titel Le Vaineu/ Der Besiegte (u.a. Bremen, KH) im Cercle artistique et littéraire in Brüssel aus, danach als L'Age d'Airain/Das Eherne Zeitalter im Pariser Salon. Der Vorwurf von Seiten einiger Kritiker, dass die Figur ein direkter Gipsabguss eines männlichen Körpers und somit keine frei modellierte Skulptur sei, führt zu einem weitläufig besprochenen Skandal. R. versucht zunächst vergeblich diese Anschuldigungen durch Fotografien und Zeugenaussagen von sich zu weisen. Erst nach Fürsprache etlicher Künstlerfreunde, darunter Carrier-Belleuse, Paul Dubois (1859) und Alexandre Falguière, ringt sich die frz. Reg. 1880 dazu durch, die Gipsversion der Statue zu erwerben. Noch im gleichen Jahr wird das Werk auf dem Salon mit einer Med. dritter Klasse ausgezeichnet. Die allmähliche Anerkennung von offizieller Seite, um die sich R. so lange vergeblich bemüht hatte, kommt im gleichen Jahr in einer Auftragsarbeit für den frz. Staat zum Tragen, die maßgeblich auf das Betreiben des Unterstaatssekretärs für den Bereich der Schönen Künste, Edmond Turquet, in die Wege geleitet wurde: Für das damals ins Auge gefasste, aber letztlich unverwirklichte Mus. des Arts Décoratifs soll R. eine dekoratives Eingangsportal gestalten. Für dieses Projekt, das ihn mit Unterbrechungen bis an sein Lebensende beschäftigen soll, wird ihm ein Atelier im sog. Dépot des Marbres in der Rue de l'Université zur Verfügung gestellt. Gleichzeitig gewährleisten ihm die großzügigen Vorauszahlungen für die Fertigstellung finanzielle Sicherheit. Als zentrale Inspirationsquelle für das sog. Höllentor (1880-1917, Paris, Mus. d'Orsay) dient R. das Hw. des Florentiner Dichters Dante Aleghieri, die "Göttliche Komödie". Das komplex strukturierte Portal wird zu seinem Opus Magnum und ambitioniertesten Projekt, in dem sich zahlr. symbolische, allegorische und philosophische Anklänge verketten, darunter die zentralen Themen von Liebe, Schuld, Tod und Erlösung. Der Titel des Werks ist angelehnt an die Paradiespforte, das Bronzeportal des Baptisteriums des Doms S. Maria del Fiore in Florenz, das Lorenzo Ghiberti mit Darst. des AT in Bronzereliefs ausgestattet hat. Zeitgen. Besucher von R.s Studio vergleichen das Werk hingegen meist mit den dramatisch bewegten Darst. von Michelangelos "Jüngstem Gericht" in der Sixtinischen Kap. im Vatikan (entstanden 1508-12) oder dem sinnlichen Pathos von Eugène Delacroix' mon. Ölgemälde "Der Tod des Sardanapal" (1827, Paris, Louvre). Auch nachdem die Umsetzung des Mus. des Arts Décoratifs 1883 im Sand verläuft, arbeitet R. bis 1890 fieberhaft an dem Projekt weiter. Dennoch bleibt das Werk bis zu seinem Tod 1917 unvollendet. Zu seinen Lebzeiten wird es nur ein einziges Mal während der WA von 1900 öff. gezeigt. Insgesamt umfasst das finale Hochrelief 180 Figurendarstellungen, die sich nahtlos in ihr archit. Umfeld einfügen und zahlr. Querbezüge und symbolische Interpretationen zulassen. Durch das ausgeprägte Licht- und Schattenspiel wohnt der Skulptur eine gewisse malerische Qualität inne, während ihr die feine Modellierung der Oberfläche und die sinnliche Ausgestaltung der einzelnen Figurengruppen zugleich eine vitale, in gewisser Hinsicht erotische Strahlkraft verleihen: Überragt wird das Portal von einer der Welt der Schatten gewidmeten Dreiergruppe, in der R. das für seine künstlerischen Strategien zusehends wegweisende Prinzip der Formwiederholung verwendet. Direkt unter ihnen, in der M. des Tympanons, findet sich die Gestalt des Denkers, vermutlich zunächst eine Darst. Dantes, der sinnend auf die Höllenszene zu seinen Füßen hinabblickt, aber sicherlich auch Ausdruck eines eher archetypischen Symbols der poetischen und göttlichen Schöpfungskraft, in der das Renaiss.-Topos des "divino artista" unmissverständlich mit anklingt. Viele der auf den Portalen darunter prominent platzierten Gruppen beinhalten denkwürdige Gestalten, denen Dante auf seinem Weg durch die einzelnen Kreise der Hölle begegnet: darunter das tragische Liebespaar Paolo und Francesca (linkes Türblatt) sowie der toskanische Adlige Ugolino della Gherardesca (rechtes Türblatt). Zahlr. dieser einzelnen Figuren oder Figurengruppen werden im Laufe des Schaffensprozesses auch zu eigenständigen Skulpturen umgearbeitet, die in etlichen Versionen internat. weite Verbreitung finden. Mit der Plastik Adam (Paris, Mus. Rodin) zeigt R. bereits 1881 eines dieser Werke auf dem Pariser Salon (u.d.T. Die Erschaffung des Menschen), wo sie gemeinsam mit dem Werk Johannes der Täufer (Paris, Mus. Rodin) zu sehen ist; letzteres wird noch im gleichen Jahr vom frz. Staat erworben. 1886 und 1889 folgen zwei bed. Ausst. in der Pariser Gal. Georges Petit (1889 zus. mit Claude Monet), auf denen zahlr. zur Höllentor-Thematik gehörende Skulpturen und Fragm. zu sehen sind und die maßgeblich zu R.s endgültigem Durchbruch auf dem frz. Kunstmarkt beitragen. Begleitet wird dieser kommerzielle Erfolg von sich häufenden öff. Anerkennungen: darunter die Ausz. mit dem Kreuz der Ehrenlegion 1883 (gefolgt von den Rängen des Offiziers 1892, Kommandeurs 1903 und Großoffiziers 1910); die Wahl zum Präs. der Soc. Nat. des BA 1895; die Berufung zum Präs. der Internat. Soc. of Painters, Sculptors and Engravers in London 1904; sowie die Mitgl. im Conseil Supérieur des BA 1905. Trotz seiner wachsenden Anerkennung ist R.s Leben in den letzten Jahrzehnten des 19. Jh. von emotionalen Wirren und persönlichen Konflikten geprägt, wozu die zahlr. Affären neben seiner Beziehung mit Beuret maßgeblich beitragen: 1885 geht er eine Liebesbeziehung mit seiner talentierten Schülerin Camille Claudel ein, einer der bedeutendsten Bildhauerinnen ihrer Generation. Im Zeitraum ihrer stürmischen Liaison bis 1898 entsteht eine Vielzahl erotisch aufgeladener Skulpturen, darunter R.s heute viell. bekannteste Plastik Der Kuss (u.a. Paris, Mus. Rodin), die urspr. aus seinen Höllentor-Entwürfen für Paolo und Francesca hervorgegangen ist und welche die Macht der sexuellen Begierde als eine unbezwingbar magnetische Kraft zu glorifizieren scheint. Auch R.s Auftragsarbeiten für offizielle Gremien und den Staat bleiben von zahlr. Skandalen und Kontroversen geprägt. 1884 erhält er den Auftrag für ein Denkmal, das dem Schicksal der Stadt Calais während des Hundertjährigen Kriegs gewidmet ist und an das heroische Verhalten von sechs ihrer angesehensten Bürger erinnern soll: Nach der langjährigen Belagerung durch den engl. König Edward III. versprach dieser der Bevölkerung seinen Schutz, sollten ihm sechs ihrer angesehensten Bürger mit Schlingen um ihren Hals die Schlüssel zu den Stadttoren überbringen und sich als Geiseln übergeben. Nachdem sich Eustache de Saint-Pierre freiwillig gemeldet hatte, folgten fünf weitere Patrizier, die sich bereit zeigten, ihren Opfertod für das Gemeinwohl der Stadt entgegenzunehmen. Durch die Intervention der engl. Königin begnadigte Edward schließlich die gesamte Delegation. In seiner Bearbeitung des Sujets wandte sich R. von den Wünschen der Stadtverwaltung ab, nur Eustache de Saint-Pierre darzustellen. Stattdessen entschied er sich für eine räumlich komplex verwobenen Figurengruppe, die alle sechs Bürger im Begriff ihres Opfermarsches zeigte. Das Projekt, das 1895 und damit während des Höhepunkts frz. "Statuamanie", installiert wird, stößt auf kontroverse Kritik: anstatt die männlichen Figuren mit Anklängen an klassisch exaltierte Heldenbilder zu belegen, inszeniert R. die Gruppe als von Wehmut und der Demütigung der Niederlage gezeichnete Gestalten. 1896 folgt ein weiterer bed. Staatsauftrag: ein Denkmal Victor Hugos, das im Pariser Panthéon, der Ruhmeshalle des frz. Staats, installiert werden soll, wohin die Gebeine des Dichters bereits 1885 überführt worden sind. In seinem ersten Entwurf zeigt R. den Poeten als sinnende Figur auf einem Felsen in Guernsey sitzend, umringt von den Gestalten antiker Musen als Zeichen der Inspiration. Das für die Arbeit zuständige Komitee lehnt R.s ersten Entwurf ab, der als für den archit. Rahmen des neoklassischen Pantheons unvorteilhaft empfunden wird. Nachdem auch eine zweite, stilistisch eher konventionell ausgestaltete und inhaltlich stärker allegorisch untermauerte Version abgelehnt wird, bleibt die Arbeit für das Panthéon letztlich unausgeführt. Nur auf das Betreiben des Leiters der ÉcBA, Gustave Larroumet, hin, wird der erste Entwurf 1891 stattdessen als freistehende Bronzeskulptur für den Jardin du Luxembourg bestellt, allerdings erst 1909 in der Gal. Royale installiert. 1898 kommt es mit R.s Entwurf für ein Denkmal des frz. Schriftstellers Honoré de Balzac erneut zu einer Kontroverse: Bereits 1891 war das Mon. von der Soc. des Gens de Lettres in Auftrag gegeben worden, deren damaliger Präs. Émile Zola einer der eifrigsten Bewunderer von R.s Schaffen war. Die Gipsversion der Skulptur, die erstmals auf dem Salon der Soc. Nat. des BA gezeigt wird, wird als Affront aufgefasst: Bewusst verzichtete R. auf schmückendes allegorisches Beiwerk oder eine idealisierende Gestaltung der Figur, wie sie der zeitgen. Vorstellung eines würdigenden Denkmals entsprachen. R. selbst verstand das Werk mitsamt seiner reduzierten Ausgestaltung hingegen als eine seiner bedeutendsten Errungenschaften und den "Angelpunkt" seiner gesamten ästhetischen Vision. Die radikale Modernität, die den Entwurf seines Denkmals für Puvis de Chavannes von 1899 auszeichnet, stößt ebenfalls auf vehemente Ablehnung, sodass das Mon. schließlich nie ausgeführt wird. Trotz solcher Rückschläge genießt R. zu dieser Zeit bereits weitgehend unangefochten den Ruf als einer der bedeutendsten Bildhauer seiner Epoche. Parallel zur Pariser WA von 1900 zeigt er 150 seiner Arbeiten in einem eigens seinem Werk gewidmeten Pavillon, darunter die unvoll. Gipsversion des Höllentors sowie zahlr. Zchngn und Skulpturen. Bereits im Folgejahr lässt er die Inhalte des Pavillons in die Villa des Brillants überführen, ein in Meudon außerhalb von Paris gelegenes Haus im Louis-Treize-Stil, das er 1896 erworben und zu seinem Hauptwohnsitz hatte umbauen lassen. 1908 richtet der Bildhauer ein weiteres Atelier in den opulenten Räumlichkeiten des Pariser Hôtel Biron ein, das früh als Standort eines zukünftigen Mus. Rodin festgelegt wird. Mit einer umfangreichen Schenkung seiner Arbeiten wird diese institutionelle Umfunktionierung 1916, ein Jahr vor R.s Tod, fest beschlossen. Gemeinsam mit dem Mus. Rodin in Meudon beinhaltet es heute die umfangreichste Slg seines Werkes weltweit und gibt Einblick in sämtliche bed. Schaffensphasen des Künstlers. Neben seiner enorm umfangreichen Produktion im Bereich der Skulptur umfasst R.s Hinterlassenschaft auch zahlr. Zchngn (zu einem großen Teil erotische Aktdarstellungen) und Grafiken. Seine lit. Ambitionen fanden ihren reinsten Ausdruck in dem 1914 veröff. Band Les Cathédrales de France, der von seiner lebenslangen Faszination für die ma. Trad. der Bildhauerei zeugt. - Ab den 1890er Jahren hatten sich R.s diverse Ateliers zusehends zu großen Produktionsunternehmen entwickelt, in denen er eine Vielzahl von Schülern und Ass. beschäftigte und somit zusehends von einem eigenständigen Bildhauer zu einer Art Unternehmer und Studioleiter wurde. Ein Talent für Marketing und den kommerziellen Vertrieb seiner Arbeiten hatte er spätestens seit den frühen 1880er Jahren bewiesen, als er gezielt damit begann, das Medium der Fotogr. für die Dok. und Vermarktung seines bildhauerischen Œuvres einzusetzen. Auch seine Ateliers selbst inszenierte er durchweg mit einem ausgeprägten Feingefühl für dramatische Präsentationen, sodass ihnen lange vor ihrer offiziellen Umfunktionierung eine Art musealer Char. innewohnte. Im Zuge der späteren modernistischen Betonung von Werten wie Authentizität und der Bearbeitung des Mat. durch die Hand des Künstlers selbst, geriet R. posthum in den Fokus vehementer Kritik: So hatte er seine Skulpturen zwar stets selbst in Lehm modelliert, überließ ihre Umsetzung in Marmorplastiken jedoch bezahlten Atelierassistenten, die unter seiner Anleitung und Regie arbeiteten und teilw. reihenweise "Kopien" nach dem Original ausführten. Ähnlich wie altmeisterliche Künstler glichen seine Studios in den letzten Jahrzehnten seines Lebens somit einem Werkstattunternehmen, das von einem umfangreichen Verwaltungsapparat und stets wechselnden Produktionskräften getragen wurde. Seit seinem spektakulären Auftritt auf der WA von 1900 genoss R. ein für einen Bildhauer bis dato unerreichtes Ausmaß an internat. Popularität, was in einer weltweit hohen Nachfrage seiner Arbeiten sowie zahlr. Aufträgen für Porträtbüsten von Seiten vieler der bekanntesten Persönlichkeiten seiner Zeit Ausdruck fand. Seinen zeitgen. Kritikern galt R. als der erste mod. Bildhauer, dessen Leistungen mit dem Genie Michelangelos gleichzusetzen waren. Auch heute noch wählen Übersichtswerke zur Entwicklung der europ. Skulptur R.s Schaffen für gewöhnlich als Ausgangspunkt der mod. Plastik.

WORKS

Berlin, Alte NG. Budapest, SzM. Cambridge, Fitzwilliam Mus. Cardiff, NM of Wales. Chicago, Art Inst. Dallas, Nasher Sculpt. Center. Dresden, SKS. Edinburgh, NG of Scotland. Genf, MAH. Essen, Folkwang Mus. Glasgow, Hunterian Mus. and AG. Grenoble, Mus. de Grenoble. Frankfurt am Main, Städel. Kopenhagen, Neue Carlsberg Glyptothek. Lille, MBA. Liverpool, NM. - Walker AG. London, BM. - Nat. Portr. Gall. - The Royal Parks. - Tate. - V&A. Maidstone, Centre for Kentish Studies. Manchester, AG. Melbourne, NG of Victoria. Minneapolis/Minn., Inst. of Art. New York, Metrop. Mus. - MoMA. Orleans, MBA. Oxford, Ashmolean Mus. Ottawa, NG of Art. Paris, Petit Pal. - Mus. Rodin. - Mus. Bourdelle. Providence, RISD Mus.Reading, Mus. Reims, MBA. Rom, Mus. Vaticani. Strasbourg, MAMC. Toronto, AG of Ontario. Washington/D.C., Hirshhorn Mus. and Sculpt. Garden. - NG of Art. Winterthur, KM.

SELF-TESTIMONIES

Die Kunst. Gespraeche des Meisters, gesammelt von Paul Gsell (P. 1911), L. 1912; Die Kathedralen Frankreichs (P. 1914), L. 1917; Corr. de R., 1860-1917, Bd 1-4, hrsg. und kommentiert von A.Beausire u.a., P. 1885-1992, L. 1917; O.Mirbeau, Corr. avec A.R., ed. P.Michel/J.-F. Nivet, P. 1988.

EXHIBITIONS

Solo exhibitions:

Paris: 1976, '77, '82, '90, '92, '96, '97, '98 Mus. Rodin (K); 1995 Mus. d'Orsay (K); 2001 Mus. du Luxembourg (K); 2003-04 Maison de Victor Hugo (K) / 1977 Calais, MBA (K) / London: 1929 St. George's Gal. (K); 1970, '86 Hayward Gal. (K); 2004 Tate (K) / 1998 Lyons, MBA (K) / 1999 Lewes, Town Hall (K) / 2001: Buenos Aires, MNBA (K); Rom, Acad. de France (K) / 2002 Besançon, MBA et d' Archéologie (K) / 2005 Jena, SM (K) / 2007 Zürich, KH (Retr.) / 2009-10 Cardiff, NM of Wales: Master and model / 2016-17 Wuppertal, Von der Heydt Mus. (mit Edgar Degas, K) / 2021 London, Tate Modern (K).

 

SOURCES

Thieme-Becker, Vollmer, and AKL:

ThB28, 1934

 

Other encyclopedias:

Lami IV, 1921; Edouard-Joseph III, 1934; ELU IV, 1966; Bauer, GEM VII, 1978; Bradshaw, RBA 1911/1930, 1975; Kjellberg, 1987; DA XXVI, 1996; I.F. Walther, Künstler-Lex., in: Kunst des 20. Jh., II, Köln u.a. 1998; A.Roussard, Dict. des peintres à Montmartre, P. 1999; C.Engelen/M.Marx, Beeldhouwkunst in België, III, Br. 2002

 

Printed sources:

O.Mirbeau, Les Dessins d'A.R., P. 1897; A.Maillard, Etudes sur quelques artistses originaux. A.R., statuaire, P. 1899; O.Mirbeau u.a., A.R. et son œuvre, P. 1900; id., Le Jardin des supplices, P. 1902; R.M. Rilke, A.R., B. 1903; C.Mauclair, A.R. The man - His ideas - His works, Lo. 1905; F.Lawton, The life and work of A.R., Lo. 1906; J.Cladel, A.R., l'œuvre et l'homme, P. 1908; O.Grautoff, A.R., Bielefeld 1908; F.Lawton, F.-A.R., N.Y. 1908; W.Butterworth, A visit to R., Lo. 1912; G.Coquiot, Le vrai R., P. 1913; H.C.E. Dujardin-Beaumetz, Entretien avec R., P. 1913; E.Maclagan, Cat. of sculpt. by A.R., Lo. 1914; J.Cladel, R. The man and his art with leaves from his notebook, N.Y. 1918; A.M. Ludovici, Personal reminiscences of A.R., Lo. 1926; J.Cladel, R., sa vie glorieuse, sa vie inconnue, P. 1936; E.A. Bourdelle, La sculpt. de R., P. 1937; J.E. Blanche, Portr. of a lifetime, Lo. 1937; D.Sutton, Trumphant sartyr. The world of A.R., Lo. 1966; R.Descharnes/J.-F. Chabrun, A.R., P. u.a. 1967; A.E. Elsen, Studio Internat. 174:1967(Juli/Aug.)26-31; id. u.a., The Drawings of R., N.Y. 1971; J.Hawkins, R. Sculpt., Lo. 1975; J.L. Tancock, The sculpt. of A.R., Ph. 1976; J.De Caso/P.Sanders, R.s sculpt., S.F. 1977; S.Beattie, The Burghers of Calais in London, Lo. 1986; R.Butler, R. in perspective, Englewood Cliff 1980; A.E. Elsen, In R.s Studio, Ox. 1980; E.-G. Guese, A.R. Zchngn und Aqu., St. 1984; A.E. Elesen, The Gates of Hell by A.R., Stanford 1985; id., R.s Thinker and the dilemma of mod. public sculpt., New Haven/Lo. 1985; H.Pinet, R. Der Bildhauer im Licht seiner Fotogr., St. 1986; J.Newton, Laurels Herbst 57:1986(2)103-121; N.Barbier, Marbres de R. Coll. du mus., P. 1987; F.V. Grunfeld, R. A biogr., N.Y. 1987; M.J. Hare, BurlMag 1011:1987(Juni)372-381; A.Kirili/P.Sollers, A.R. Die erotischen Zchngn, Aqu. und Collagen, M. 1987; A.Baeausire, Quand R. exposait, P. 1988; M.Laurent, R., Köln 1989; A.M. Wagner, in: L.Hunt (Ed.), Eroticism and the body politics, Baltimore/Lo. 1990; R.Butler, R. The shape of genius, New Haven/Lo. 1993; M.J. Hare, The sculptor and his sitter. R.s bust of Jane Fairfax, Johannesburg 1994; J.Newton, BurlMag 1994(Dez.)821-828; A.Le Normand-Romain/H.Marraus, R. a Meudon, P. 1969; D.Ward, Casting the die. "The Age of Bronze in Leeds", Leeds 1996; P.Curtis, Sculpt. 1900-1945 after R., Ox. 1999; A.Le Normand-Romain/A.Haudiquet, R. The Burghers of Calais, P. 2001; A.E. Elsen u.a., R.s Art, N.Y. u.a. 2003; B.Garnier, R. L'Antique est ma juenesse, P. 2002; C.Judrin, R. L'Enfer et le paradis, P. 2002; A.Le Normand-Romain, R. Das Höllentor, P. 2002; ead., R. and Camille Claudel, P. 2003; H.Höcherl, R.s Gipse. Ursprünge mod. Plastik, Ffm. 2003; C.Mitchell (Ed.), R. The Zola of sculpture, Aldershot 2004; A.Le Normand-Romain/C.Buley-Uribe, A.R. Aqu. und Zchngn, W. 2006

 


THIEME-BECKER

Rodin, Auguste (François A. René), Bildhauer, Maler u. Radierer, *12. (nicht 14.) 11. 1840 Paris, †17. 11. 1917 Meudon. Sohn eines Polizeibeamten aus der Normandie. 14jährig Schüler der späteren Ecole d'art décor. unter Lecoq de Boisbaudran, dann im Atelier von Barye u. Carrier-Belleuse. Beziehung zu Dalou u. Carpeaux. 1864 erstes selbständiges Werk: "L'homme au nez cassé." 1864/71 Arbeit in der Porzellan-Manufaktur Sèvres. Nach dem Krieg 1871/77 in Belgien; Mitarbeit an den dekor. Bildwerken der Börse in Brüssel u. Gehilfe van Rasbourgs. Bekanntschaft mit Meunier. 1875 Reise nach Florenz u. Rom; starker Eindruck durch Michelangelo. 1876/77 entsteht "L 'Age d'airain", auch "L'homme qui s'éveille" gen., dem man vorwirft, ein Abguß des Modells (eines belgischen Soldaten) zu sein. 1877 Reise durch Frankreich zwecks Studiums der got. Kathedralen. "St-Jean-Baptiste prêchant" (1879) bringt ihm eine erste Auszeichnung ein, u. R. erhält den Auftrag für ein Portal im Mus. des Arts décor., die sogen. "Porte de l'Enfer" (unvollendet). 1880 beginnt die Reihe der Büsten berühmter Zeitgenossen. 1889 größere Ausstell., zusammen mit Monet. 1890 Übersiedlung nach Bellevue bei Sèvres, 1894 nach Meudon (Villa des Brillants). Daneben Stadtateliers, das letzte 1907 im Hôtel Biron, rue de Varennes, heute Musée Rodin. Heftige Anfeindungen seines Balzac-Denkmals. Ausgedehnter Verkehr mit Künstlern u. Schriftstellern aller Länder. 1900 Ausstell. von 171 Werken im "Pavillon Rodin" auf der Pariser Weltausstellung. 1902 Kollektivausstell. in Prag, 1904 in Düsseldorf, 1914 in London (Grosvenor House). Aus seinen letzten Jahren stammen die Bücher über Kunst u. die Kathedralen (s. u.). - Sein Bildnis von Sargent, J. Lavery, Legros, Renoir, Zorn. R. ist neben Medardo Rosso der Hauptvertreter des Impressionismus in der Skulptur. Die Arbeiten der Jahre 1860/70 zeigen noch wenig Persönliches (Karyatiden im Théâtre des Gobelins). Er geht, wie "l'Age d'airain" zeigt, von der Naturnachahmung u. von der Tradition aus. "Ich arbeite in der Tradition der Primitiven, der Ägypter, der Griechen, der Römer. Ich habe die Antike, das Mittelalter und die Natur studiert. Ich habe mich bemüht, die Natur wiederzugeben. Ich interpretiere sie, wie ich sie sehe, nach meinem Temperament, meiner Sensibilität, nach den Gefühlen, die sie in mir erweckt. ...Ich habe sie beobachtet und sie erfaßt in ihrem vollen Überfluß, ihrem vollen Leben, ihrer vollen Harmonie." Malerisches Element in seinen Plastiken. "Die Skulptur ist die Kunst der Buckel und Höhlungen, die Kunst, die Formen im Spiel von Licht u. Schatten darzustellen." Modellierung ist für R. "die höchste Spitze einer von innen nach außen drängenden Wellenbewegung". Neben umstürzlerischen Arbeiten hat R. zu allen Zeiten auch Werke geschaffen, die der engeren französ. Tradition folgen, so"Le baiser". Allen größeren Arbeiten gehen Zeichenstudien, zumeist Bewegungsstudien voraus, ein Teil davon laviert. Viele Hunderte von Zeichn. nach den Tänzerinnen des Königs von Kambodscha (1904). Von fast allen Werken in Bronze existieren mehrere Abgüsse, die nicht alle gleichwertig sind. Abgüsse auch nach Originalen in Marmor. Eine Anzahl Radierungen (s. Delteil). Nach seinem Tode tauchten zahlreiche Fälschungen von plastischen Arbeiten u. Zeichnungen auf. R. hat in allen Ländern schulbildend gewirkt. Originale u. Abgüsse seiner Werke befinden sich in den Museen aller Kulturstaaten der Welt. Von den Zeitgenossen am tiefsten bewundert die psychologische Kraft seiner Menschendarstellung. Ernste Bemühungen, die Plastik wieder in Verbindung mit der Architektur zu bringen. Da keine entsprechenden Aufträge, Entwurf eines "Turmes der Arbeit", für den gegen 100 Entwürfe entstehen. In den 90er Jahren Wendung zur Monumentalität. Die wesentlichen Arbeiten R.s befinden sich im Mus. Rodin, Paris, in der Villa des Brillants in Meudon u. im Musée du Luxembourg. Als Sammlungen daneben wichtig Ny Carlsberg Glypt. Kopenhagen, Metrop. Mus. New York, Mus. Dublin u. Victoria u. Albert Mus. London. Bildwerke. I. Marmor. 1. Büsten: 1888 Mme Vicunha; 1892 Puvis de Chavannes; Rochefort; 1901 Victor Hugo; 1902 George Wyndham; 1903 Miss Eve Fairfax; 1906 B. Shaw; 1909 M. Harriman; 1910 Mozart; 1911 Clémenceau; ferner: Lady Sackville-West; Lady Warwick; M. de Kay; Herzogin v. Choiseul. - 2. Allegor. Darstell.: 1882 Femme accroupie; 1884 Le printemps; 1889 Le songe de la vie; 1891 La jeune mère; 1892 Désespoir; La douleur; 1893 La vague; 1896 La voix intérieure; L'illusion; 1897 L'éternelle Idole; L'éternel Printemps; 1899 Les nuages; 1900 L'homme et sa pensée; 1903 Le sculpteur et la Muse; L'illusion aux ailes brisées; 1904 La source; 1905 Création de la femme; 1906 Femme poisson; 1907 Devant la mer; 1910 Le secret; La cathédrale. - 3. Mytholog. Darstell.: 1884 Zéphire et Psyché; 1885 La faunesse; 1890 Danaide; 1892 Faune et Nymphe; Vénus et Adonis; 1893 La mort d'Adonis; Amor et Psyché; Galatée; 1894 Orphée et Eurydice; 1896 Minerva; 1900 Apollo (für das Sarmiento-Denkmal); La Centauresse; 1905 Orphée. - 4. Sonstige Darstell.: 1886 Le baiser (in Gips, 1899 in Marmor). 1889 La pensée (in Gips, 1898 in Marmor); 1895 L'enfant prodigue; 1897 Monument Victor Hugo (in Gips, die Figur des Dichters allein ausgeführt [1900], jardin du Palais Royal); 1899 Eve; 1904 Roméo et Juliette; 1905 Paolo et Francesca. - II. Terrakotta: 1871 La petite Alsacienne; 1874 Dr. Thiriar; 1875 Garnier; 1882 Carrier-Belleuse; 1886 H. Becque. - III. Bronze. 1. Büsten: 1860 JeanBapt. Rodin (Vater des Künstlers); 1863 Père Aymard; 1864 L'homme au nez cassé; 1876 Rose Beuret (später Mme Rodin); 1882 A. Legros; J. P. Laurens; 1883 J. Dalnu; Danielli; Victor Hugo; 1885 A. Proust; 1889 Bastien-Lepage; Roger Marx; Claude Lorrain; 1891 Puvis de Chavannes; 1895 O. Mirbeau; 1899 Falguière; 1900 Sarmiento; 1903 E. Guillaume; 1904 Baron d'Estournelles de Constant; 1905 G. Geffroy; Thomas Ryan; 1909 G. Mahler; 1915 Benedikt XV.; 1916 E. Clémentel. - Allegor. Darstell.: 1876 L'âge d'airain (in Gips, 1880 in Bronze); 1879 La défense (Kern des Denkmals für Verdun, 1920 enthüllt); 1880 La Lorraine; 1881 Bellone; 1889 Le penseur (in Gips, 1904 in Bronze); La Misère; 1893 Résurrection; 1902 La création; 1903 La Tempête; 1911 La France. - Mytholog. Darstell.: 1889 Les Syrènes; 1900 La Centauresse; 1904 Cybèle. - 4. Sonstige Darstell.: 1875 Adam; 1879 St-Jean-Baptiste (in Gips, 1881 in Bronze); 1885/88 Les bourgeois de Calais (Denkmal, 1895 in Calais aufgestellt); 1886 L'homme qui marche; 1889 Eve; La Pleureuse; 1890 La vieille Heaulmière; 1903 Main de Dieu; 1910 Main sortant de la tombe. - IV. Silber: 1890 Mme Russell. - V. Gips: 1880 La porte d'Enfer (1880 in Auftrag gegeben, unvollendet, Musée Rodin; zu diesem Tor gehörig: Adam et Eve, Le Penseur, Le baiser, Paolo et Francesca, Faunesse, Les trois ombres, Ugolin); 1883 Le général Lynch (Denkmalentwurf); 1886 Erster Entwurf für das Denkmal Victor Hugos (3 Entwürfe im Mus. Rodin), ausgeführt nur die Figur Hugos, enthüllt 1909 Palais Royal; 1893/98 Entwürfe für das Denkmal Balzacs (Mus. Rodin); 1899ff. Turm der Arbeit, unvollendet (Musée Rodin). Illustrationen zu: O. Mirbeau, Le jardin des Supplices (für die Luxusausgabe Nachzeichnungen von Clot); Bergerat, Enguerrande; Randzeichnungen in einem Exemplar der "Fleurs du Mal" Baudelaires. Eigene Veröffentlichungen: L'Art, Entretiens réunis par Paul Gsell, Paris 1911; deutsch u. d. T.: Die Kunst, Gespräche des Meisters, gesammelt von P. Gsell, I.pzg o. J. [1912]. - Les Cathédrales de France, Introduction par Ch. Morice, Paris 1914, m. Taf., deutsch u. d. T.: Die Kathedralen Frankreichs, Lpzg 1917. Lit.:I. Monographien u. Abbildungswerke: G. Geffroy, Etudes sur A. R., Paris 1889. - Les Dessins d'A. R., avec Préface d'O. Mirbeau, Paris 1897, mit 200 Taf. - Les Dessins d'A. R., 129 planches, avec préface d' O. Mirbeau, Paris 1897. - A. R. et son oeuvre, Préface d' O. Mirbeau, Texte de G. Geffroy, G. Kahn, R. Marx, etc., avec 65 reprod. et 8 portraits, Paris 1900 (La Plume). - E. Plouchart, Psychologiquement sur le Balzac de R., 1898. - H. Jouin, Balzac et son sculpteur, 1898 (Extr. de La Nouv. Revue). - L. Maillard, A. R., statuaire (Etudes sur quelques arte orig.), 1899. - Ch. Morice, R., Paris 1900. -A. Veidaux, A. R., statuaire (Socio-philosophie d'art), Paris 1900. - L. Riotor, A. R., statuaire, o. J. [1900]; ders., R. (Coll. Art et Esthétique), Paris 1927. - R. Marx, Les Pointes sèches de R., 1900; ders., A. R. céramiste, 1907. - C. Mauclair, A. R., Conférence prononcée, le 31 juillet 1900, au Mus. Rodin, 1900 (I.a Plume); ders., A. R., the man, his ideals, his works (übers. von Clementina Black), London 1905; ders., A. R., Lpzg 1917. - E. Claris, De l'impressionisme en sculpture: A. R. et Med. Rosso, 1902. - SanderPierron, Etudes d'Art: Fr. Rude et A. R., Brüssel 1903. - R. M. Rilke, A. R. (Die Kunst, hrsg. v. R. Muther), Berl. 1903; ders., A. R., Lpzg 1913; ders., Briefe an A. R., Lpzg (Insel-Verl.) 1928; ders., Lettres à R., Paris 1931. - L. BriegerWasser gel, A. R., eine Studie, Straßb. 1903. - R. Dircks, A. R. (Langham Art Monogr.), London 1904. - 10 Dessins choisis de A. R., gravés etc. par Henri Boutet, 1905.- F. Lawton, Life and Work of A. R., I.ond. 1906. - G. Kahn, A. R., l'homme et l'oeuvre (Nur). spécial de L'Art et le Beau), o. J. [1906]. - O. Grautoff, A. R., Bielefeld u. Lpzg 1908 u. 1913. - Judith Cladel, A. R., L'homme et l'oeuvre, avec Préf. par C. Lemonnier, Brüssel 1908 (van Oest); dies., A. R., pris sur la vie, Paris 1913. - H. Duhem, A. R., Paris 1908. - L. Delteil, R. 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