Matisse, Henri (Henri Émile Benoît), frz. Maler, Zeichner, Grafiker, Bildhauer, Buchillustrator, *31.12.1869 Le Cateau-Cambrésis, †3.11.1954 Nizza, lebte in Bohain-en-Vermandois (Aisne), Paris, Issy-les-Moulineaux (Hauts-de-Seine), Nizza und Vence. Vater der Malerin Marguerite Duthuit, des Kunsthändlers Pierre M. und des Bildhauers Jean M.
Matisse, Henri
Schulbesuch in Saint-Quentin 1882-87. Anschl. in Paris Stud. der Rechtswissenschaften. 1889-91 Tätigkeit als Rechtsanwaltsgehilfe in einer Kanzlei in Saint-Quentin. Während einer Rekonvaleszenz erhielt M. Farben zum Geschenk und malte zum Zeitvertreib. Nach autodidaktischen Anfängen und erstem Zeichenunterricht an der Éc. Maurice Quentin de La Tour in Saint-Quentin Aufgabe der juristischen Tätigkeit und Rückkehr nach Paris, Stud. bei Adolphe William Bouguereau und Gabriel Ferrier an der Acad. Julian. 1892 scheiterte M. an der Aufnahmeprüfung der ÉcBA und setzte seine Ausb. u.a. im Atelier von Gustave Moreau fort, mit dessen etwa gleichaltrigen Schülern er sich anfreundete, darunter Henri Evenepoel und Albert Marquet (Lit.). Am Ende seines Lebens pflegte er umfangreiche Korrespondenzen v.a. mit Pierre Bonnard (Lit.), Georges Rouault (Lit.) und André Rouveyre (Lit.). - M.s Werk entstand in den Jahren 1890-1954. Kleinteilige Gliederungen seines Œuvres in Schaffensphasen sind verschiedentlich vorgenommen worden, überzeugend ist aber keine, da die jeweiligen Grenzen fließend sind. Unproblematischer ist lediglich, das Jahr 1905 mit dem Taufakt des Fauvismus als Auftakt einer Revolution der Malerei, an der er maßgeblich beteiligt war, das Jahr 1917 als nachhaltige Verlagerung seines Lebensmittelpunkts von Nord- nach Südfrankreich und das Jahr 1941 als Moment einer lebensbedrohlichen gesundheitlichen Krise und Beginn eines "zweiten Lebens" zu begreifen. - M. zeichnete und malte während seines gesamten Schaffens; Grafik und Plastik beschäfigten ihn eher phasenweise. Dabei praktizierte er die Arbeit mit unterschiedlichen Medien teils simultan. Die ersten Zchngn stellen Akademien dar, die ersten Gem., von dunkeltonigem Naturalismus gekennzeichnet, vor allem Stillleben. Das malerische Frühwerk der 1890er Jahre dominieren auch Landschaften und Interieurs. Das Stud. und Kopieren Alter Meister im Louvre, das u.a. zu Repliken von Kompositionen Raffaels, Jacob Isaacks van Ruisdaels, Jan Davidsz. de Heems, Jean Siméon Chardins und Jean Honoré Fragonards führte, prägte ihn ebenso wie Pleinairmalerei, die er vor 1900 auf Reisen (Bretagne, Südwestfrankreich, Korsika) intensivierte und die ihm erlaubte, Errungenschaften des Impressionismus und frühen Postimpressionismus zu verarbeiten. Prägend ist die Begegnung mit dem austral. Maler John Peter Russell, der ihm die Kunst von Vincent van Gogh näherbrachte. Frühe Impulse dürfte er auch von der seit 1897 im Pariser Mus. du Luxembourg ausgestellten Slg von Gustave Caillebotte und von Ausstellungen empfangen haben, bei denen er sich mit der zeitgen. Produktion messen konnte. Erste Erfahrung mit Präsentationen eigener Werke sammelte M. ebenfalls in den 1890er Jahren, als er wiederholt am Salon der Soc. nat. des beaux-arts beteiligt war. 1898 begünstigten die Heirat mit Amélie Parayre, welche M.s Tochter Marguerite aus seiner früheren Verbindung mit Caroline Joblaud wie ihr eigenes Kind aufziehen wird, und die Gründung einer Fam. die Ausweitung seines Repertoires auf Porträts und Figurenbilder. Frau und Kinder gehörten zu den ersten Modellen des Künstlers, namentlich Marguerite, von der bis zu ihrer Heirat mit Georges Duthuit 1923 zahlr. Porträts entstanden. Bes. die Auseinandersetzung mit der Malerei von Paul Cézanne, von dem er 1899 ein Gem. dreier Badender (Trois Baigneuses) erwarb, und dem Neo-Impressionismus, zu dessen Vertreter und Theoretiker Paul Signac er Kontakt suchte, führte früh zu reifen Werken, die zw. einem Cézannismus avant la lettre und einer Erprobung divisionistischer Prinzipien oszillieren. Sie führte im Sommer 1905 in Collioure zur Begegnung mit André Derain sowie der gemeinsamen Entwicklung eines expressiven Kolorismus, bei dem divisionistische Pointillierung von einer kommaartigen Faktur abgelöst und eine Betonung auf die Fläche festzustellen ist. Die Kunstkritik haftete ihren und vergleichbaren Werken mit ihnen im Salon d'Automne ausstellender Künstler im Herbst 1905 ein Etikett an, von dem der Begriff Fauvismus abgeleitet wurde. Dementsprechend werden zuvor entstandene Werke, die im Keim bereits die Entwicklung anzeigen, als protofauvistisch bezeichnet. Eine erste, durch zahlr. Hauptwerke charakterisierte herausragende Werkphase stellen die Jahre 1905-17 dar. Von großer Bedeutung sind dabei mod. Allegorien wie Die Lebensfreude, Die Musik oder Der Tanz und Werke, die Reiseeindrücke (bes. aus Algerien und Marokko) verarbeiten, weniger im Sinne von topogr. geprägten Motiven als durch Begegnungen mit Personen, die ihm Modell sitzen, und Atmosphären. Dabei gewann mehr und mehr das Licht - vor allem das des Südens - an Gewicht. Schon vor 1910 wurde M. internat. wahrgenommen. Eine große Rolle spielten dabei v.a. amer., dt. und russ. Sammler (Leo, Michael und Sarah Stein, Sergej I. Schtschukin, Iwan A. Morosow, Oskar und Marg Moll, Karl E. Osthaus), die ihm Werke abnahmen oder Aufträge erteilten, und seine theoretische Schrift "Notizen eines Malers", die weite Verbreitung fand, auch durch Übersetzungen in and. Sprachen (Lit.). Obwohl zu dieser Zeit - um 1908 - die Kunst von Pablo Picasso zunehmend die Diskussion bestimmte und der das Pariser Kunstleben schnell dominierende Kubismus auftrat, damit auch die Konzentration auf Form und Linie sowie die Tendenz zur Abstraktion, setzte M. seine auf Fläche und Farbe ausgerichtete Arbeit zunächst fort. 1908-10 betreute er zwar - oftmals amer., dt. und skandinavische - Schüler einer nach ihm benannten priv. KA (die Acad. M., zunächst im Couvent des Oiseaux, dann im Couvent des Dames du Sacré-Coeur-de-Jésus untergebracht, wurde u.a. von Patrick Henry Bruce, Marg Moll, Hans Purrmann, Sarah Stein und Max Weber [1881] besucht), deren Gründung an ihn herangetragen worden war. 1909 ging er aber durch den Umzug nach Issy-les-Moulineaux bei Paris zu ihr und zum Kunstleben der Hauptstadt etwas auf Distanz und nahm mehr und mehr Züge eines künstlerischen Einzelgängers an. Zu dieser Zeit waren Marcel Sembat und dessen Frau Georgette Agutte-Sembat seine bedeutendsten frz. Sammler geworden. Hatten seine ersten Einzel-Ausst. bei Ambroise Vollard (1904) und Eugène Druet (1906) stattgefunden, so unterschrieb er 1909 einen ersten Vertrag mit der Gal. von Gaston und Josse Bernheim-Jeune, deren künstlerischer Leiter Félix Fénéon war. In Issy-les-Moulineaux, wo er sich ein an seine Bedürfnisse angepasstes Atelierhaus errichten ließ, entstanden anspruchsvolle Gem. programmatischen Charakters, darunter seine sogenannten Symphonischen Interieurs: Interieur mit Auberginen, Das rosafarbene Atelier, Die Fam. des Malers und Das rote Atelier, die seine ästhetische Konzeption des Dekorativen, zu der er sich oft äußerte, illustrieren. Daneben setzte er seine Beschäftigung mit Plastik, insbesondere die Arbeit an mon. Rückenakten fort. Um 1913/14 erprobte er bis 1916/17 abstrahierende, geometrisierende Darstellungen, blieb aber gegenständlicher Kunst verbunden. Nachdem er während der ersten Kriegsjahre wieder vermehrt in Paris arbeitete (am Quai Saint-Michel, wo er bereits vor 1908 gelebt und gewirkt hatte), begann M. 1917 seinen Lebensmittelpunkt nach und nach an die Côte d'Azur zu verlagern, wo er sich schließlich niederließ. Er lebte dann, von gelegentlichen Aufenthalten unterschiedlicher Dauer abgesehen, bis zu seinem Tod hauptsächlich in Nizza, während der Kriegsjahre 1943-1948 in Vence. In Nizza und Vence arbeitete M. mit zahlr. weiblichen Modellen, darunter Lydia N. Delectorskaya (1910-98), die seit den späten 1930er Jahren auch sein Atelier, seinen Haushalt und sein Sekretariat führte sowie über ihn publizierte (Lit.). Nach einer ersten Zusammenarbeit mit Diaghilevs Ballets Russes, für die er Bühnendekorationen und Kostüme kreierte, entstand in den 1920er Jahre ein zwar umfangreiches, aber an herausragenden Stücken relativ armes malerisches Werk. Ohne Zweifel hatten zwei Jahrzehnte einer enormen Produktivität, der Ortswechsel sowie teils neue, teils sich wandelnde Konstellationen im Privatleben (Amélie M. trennte sich 1940 definitv von ihm) zu einer Zeit des Übergangs geführt. Eine naturgemäß aufwendige und denkwürdige Reise in die USA und nach Tahiti eröffnete eine Zeit neuen Elans. V.a. der Auftrag für eine Wandmalerei, die ihm 1930 der Sammler Albert Barnes erteilte, und Buch-Ill. standen am A. einer Phase frischer Kreativität, die von Dauer war, obschon sie 1941/42 von einer ernsthaften Erkrankung und der Rekonvaleszenz vorübergehend beeinträchtigt wurde. In den 1930er Jahren entstanden zahlr. bed. Zchngn und Gemälde. Ein neuer Auftrag der Ballets Russes führte M. ab 1937 zur Weiterentwicklung einer eigenen Technik, dem "Zeichnen mit der Schere". Hierfür ließ er kartoniertes Papier mit leuchtenden Deckfarben bestreichen (was zum nicht mehr üblichen Begriff "gouache(s) découpée(s)" führte, der nunmehr durch "papier(s) découpé(s)" abgelöst wurde), aus dem er dann, nachdem sie trocken waren, Formen ausschnitt, die von Assistentinnen nach seinen Vorgaben an die Wand geheftet wurden. In seinem nach überstandener schwerer Operation sog. "zweiten Leben" brachte M. v.a. diese später auf Bildträger fixierten Papierschnitte hervor, die sein Alterswerk bestimmen; letzte Plastiken und Gem. entstanden durch die gesundheitlich wie altersbedingt eingeschränkte Bewegungsfreiheit schon 1950/51. In den 1940er Jahren beschäftigten ihn Buch-Ill. ebenfalls sehr stark, darunter das 1947 veröffentlichte Album Jazz, sowie die Baustelle der ab 1949 errichteten, 1951 geweihten Chap. du Rosaire (Rosenkranzkapelle) in Vence. M. hat als künstlerischer Leiter dieses gesamtkunstwerkartigen Sakralbaus Raumkonzeption und -ausstattung mit Entwürfen für Keramiken, Glasfenster, liturgisches Gerät und Messgewänder geprägt. Für das Zusammenspiel von Licht und Farbe, das den Innenraum charakterisiert, zog er Bilanz aus der in sechs Jahrzehnten künstlerischer Betätigung gewachsenen Erfahrung; er selbst betrachtete die Rosenkranzkapelle als Fazit seines Künstlerlebens. - M. gehörte zu den bedeutendsten und einflussreichsten frz. Künstlern des ihn prägenden späten 19.Jh., welche die Kunst des 20.Jh. maßgeblich mitgestaltet haben. Dieses Prädikat begründet sich durch seine nahezu kompromisslos auf Innovation zielende, oft prozessuale Tätigkeit, die durch fortwährendes Experimentieren, Weiterentwickeln und Verdichten, aber auch ihm dafür nötig erscheinende Rückgriffe oder gar -schritte gekennzeichnet ist. Bed. und einflussreich war M. auch kraft der Nachhaltigkeit, mit der er zahlr. Arbeiten, einzelne Werke oder Ensembles, ins kollektive Gedächtnis eingeschrieben hat. Als vorbildlich gilt des Weiteren seine Haltung, unermüdlich an hohen Maßstäben festzuhalten und Kunst aus ihrem Potential heraus zu entwickeln, nicht durch Aufgabe ihrer Mittel. Während M. an klassischen Bildgattungen wie Porträt, Lsch. und Figurenbild, Stillleben und Interieur festhielt, praktizierte er in technisch-handwerklicher Sicht als Zeichner, Maler, Grafiker und Bildhauer bekannte Verfahren: so zeichnete er v.a. mit Bleistift, Kohle, Feder und Tusche, malte mit Öl auf Lw. und stellte v.a. Lith. und Rad. her; seine Plastik wurde in Bronze gegossen. Diesbezüglich stellen selbst seine späten Papierschnitte, trotz ihrer Besonderheit, streng genommen keine Ausnahme dar. Die Verwendung anderer als üblicher Materialien, wie sie jüngere Zeitgen. eingeführt haben (etwa die Vermischung von Farbe mit Sand, die Arbeit mit Zeitungspapier zur Herstellung von Collagen, das Einarbeiten von Alltagsobjekten oder das Wiederverwenden ausrangierter Gegenstände), wurde von ihm nicht einmal erprobt. Auf Innovation gerichtet ist M. dagegen inhaltlich und formal, v.a. durch seine Darstellungsweise, deren Koordinaten Farbe, Form, Fläche, Figur, Raum und ihre Interaktionen sind. Der europ. und besonders frz. Trad. verpflichtet, aber sehr interessiert an außereuropäischer, vor allem orientalischer und fernöstlicher Kunst, zielt M. durch intensives Stud. und beständiges Experimentieren auf Synthese. Die Ergebnisse sind oft sinnbild- und zeichenhafte Reduktionen, einem Kondensat vergleichbar, das nach Destillation eines sich aus unterschiedlichsten Quellen speisenden Formenschatzes (Naturbeobachtung, alte Kunst, Textilienmuster) und persönlicher Sinneseindrücke durch konkrete Situationen zurückbleibt und durchaus interkulturell, ja universell lesbar ist. Während M. als Bildhauer formal Antoine Bourdelle und Picasso näherstand als Aristide Maillol, ist M.s Malerei undenkbar ohne Errungenschaften Édouard Manets und der Impressionisten (M. sucht 1917 Kontakt zu Renoir), Gauguin, van Gogh und Signac. Die u.a. von diesen Vorläufern geschaffene Ausgangsposition erlaubte ihm in kurzer Zeit eine spätimpressionistische Malerei zu entwickeln, die vorübergehend zu fieberhaft gesteigertem Kolorismus führte. Den temperamentvoll und nervös-expressiv wirkenden Fauvismus legte er schon wenig später wieder ab, zugunsten einer vorwiegend maßvoll und zunehmend beruhigt wirkenden, dabei aber Dynamik und Rhythmus aufweisenden Malerei, die hie und da unterschiedlich ausgeprägte Schnittstellen mit dem Werk anderer Künstler aufweist, aber als recht individueller Beitrag bei der Entstehung der Moderne erscheint. Auffallend ist dabei die Häufigkeit, mit der er seine Ateliers oder zu Ateliers hergerichtete Wohnräume darstellt, Mises en abyme schafft, dabei sein eigenes Werk zitiert, den künstlerischen Schaffensprozess, vor allem aber den Bildraum reflektiert. Hatte M. mit seinen Werken bis zum Jahr seiner Erkrankung und Operation eine internat. Beachtung erzielt, die nicht mehr zu übertreffen zu sein schien, so gelang ihm durch die Weiterentwicklung der punktuell schon zuvor eingesetzten Technik der Papierschnitte und am Beginn seines "zweiten Lebens" der Auftakt zu einem ungeahnt starken, erfolgreichen, bis heute zeitlos wirkenden Spätwerk.
u.a. Notes d'un peintre, 1908 (ins Deutsche übersetzt als "Notizen eines Malers", Kunst und Künstler 7:1909(8).
Solo exhibitions:
Paris: 1904 Gal. Vollard; 1906 Gal. Druet; 1910, '13 Gal. Bernheim-Jeune; 1931 Gal. Petit; 1936 Gal. P. Rosenberg; 1953 Gal. Berggruen; 1949, '56, '93 MNAM; 1970 Grand Pal.; 1999-2000 Inst. du monde arabe; 2005-06 Mus. du Luxembourg; 2012, '20-21 (Retr.) Centre Pompidou / New York: 1908 Photo-Secession Gall. (Little Gall. of "291", kein K); 1931, '51, '92 MoMA; 1943 P. Matisse Gall.; 1953 C. Valentin Gall.; 2011 Jewish Mus. / Berlin: 1909 Gal. Cassirer; 1914 Gal. Gurlitt; 1921 Gal. A. Flechtheim (Falt-Bl.); 1930 Gal. Thannhauser / 1924 Kopenhagen, Neue Carlsberg Glyptotek / Basel: 1931 KH; 2024-25 Fond. Beyeler / 1948 Philadelphia, Mus. of Art / 1949 Luzern, KM / 1951 Tokio, NM of Western Art / 1954 Oslo, Kunstnernes Hus / 1959, '90-'91 Bern, KM / 1959 Zürich, Kunsthaus / 1968 London, Hayward Gall. / 1970 Kopenhagen, Statens Mus. for Kunst / 1981 Bielefeld, KH / 1982-83 Zürich, Kunsthaus / 1986 Toulouse, Mus. Paul Dupuy / 1986-87, '90 Washington, NG / 1989, 2004-05, '10 Le Cateau, Mus. M. / 1991 Saarbrücken, Saarland-Mus. / 1993-94 Stuttgart, SG / 1995-96 Linz, Neue Gal. / 1997 Rom, Musei Capitolini / 2002 Frankfurt am Main, Schirn (anschl. Berlin) / 2002, '14 London, Tate Modern / 2005 Céret, MAM; Düsseldorf, KS NRW / 2007 Nizza, Mus. M. / 2008-09 Stuttgart, SG / 2009 Madrid, Mus. Thyssen-Bornemisza / 2010 Chicago, Art Inst., alle K, wo nicht anders erw. -
Group exhibitions:
Paris: 1896 (K), '97 (K) Salon de la Soc. Nat.; ab 1901 Salon des Indépendants; ab 1902 Gal. B. Weill; ab 1903 Salon d'Automne; 1905 Gal. H. Graves; ab 1924 Salon des Tuileries; 2011-12 Grand Pal.: M., Cézanne, Picasso (K); MNAM: 1951 Le fauvisme (K); 1966 Le Fauvisme franç. (K) / München: 1906 KV: Ausst. frz. Künstler (Wander-Ausst.); 1910 Gal. Thannhauser / Berlin: 1907 Gal. Cassirer; ab 1907 Secession; 1913 Gal. Gurlitt / London: 1908 New Gall.; 1910 Grafton Gall.: Manet and the Post-Impressionists (K) / 1909 Moskau, Toison d'Or / Düsseldorf: 1910 Sonderbund; 1914 Gal. Flechtheim / 1912 Köln, Sonderbund / New York: 1913 Assoc. of Americ. Painters and Sculptors: Armory Show; MoMA: 1952-53 Les fauves (K); 1976 The "Wild Beasts" (K, Wander-Ausst.); 2024 Metrop. Mus.: The Harlem Renaiss. and Transatlantic Modernism (K) / 1916 Oslo Kunstnerforbundet / 1926 Dresden, Internat. Kunst-Ausst. / 1949 Karlsruhe, SKH: Meister frz. Graphik der Gegenwart / 1950 Venedig: Bienn. / 1955, '59, '64 Kassel: documenta / 1962 Marseille, Mus. Cantini: Gustave Moreau et ses élèves (K); Hamburg, KV: M. und seine Freunde (K) / 1988 Kaiserslautern, Mus. Pfalz-Gal.: M. und seine dt. Schüler (K) / 1990 Los Angeles, County Mus. of Art: The fauve landscape (K) / 1993 Essen, Mus. Folkwang: Morosow und Schtschukin (K) / 1996 Nizza, Mus. M.: La céramique fauve (K) / 2002 Elne, Mus. Terrus: M.-Terrus, hist. d'une amitié / 2008 Céret, MAM: Les fauves hongrois (K) / 2009 Le Cateau-Cambrésis, Mus. M.: Ils ont regardé M. (K) / 2012 Neuss, Clemens-Sels-Mus.: Sehnsucht nach Farbe (K) / 2012 Troyes, MAM: Céramique des peintres (K) / 2013 Wien, Albertina: M. und die Fauves (K) / 2014 Zürich, Kunsthaus: Expressionismus in Deutschland und Frankreich (K)
Thieme-Becker, Vollmer, and AKL:
ThB24, 1930; Vo3, 1956
Other encyclopedias:
Th.-B.W. Grohmann, Allgemeines Lex. der Bild. Künstler, XXIV, L. 1930; Edouard-Joseph II, 1931; Pavière, Flower III.2, 1964; Bauer, GEM VI, 1978; ContempArtists, 1983; Alauzen, 1986; Kjellberg, 1987; EAPD, 1989; Karel, 1992; L.Harambourg, L'Ec. de Paris 1945-1965, Neuchâtel 1993; DA XX, 1996; I.F. Walther, Künstler-Lex., in: Kunst des 20. Jh., II, Köln u.a. 1998; A.Roussard, Dict. des peintres à Montmartre, P. 1999; J. Berk Jiminez, Dict. of Artist's Models, N.Y. 2001; Dumas II, 2007;
Printed sources:
WV: M.Duthuit u.a., H.M., cat. raisonné de l'œuvre gravé, P. 1983; C.Duthuit/F.Garnaud, H.M., cat. raisonné des ouvrages illustrés, P. 1988; C.Duthuit/W. de Guébriant, H.M., cat. raisonné de l'œuvre sculptée, P. 1997. - Weitere Lit.: A.H.Barr, Jr., M. His art and his public, N.Y. 1951 (Lit., Ausst.); G.Diehl, H.M., P. 1954; R.Escholier, M., ce vivant, P. 1956; M.Carrà, L'Opera di M., dalla rivolta "fauve" all'intimismo 1904-1928, Mi. 1971 (frz. Ausg.: M.Carrà, Tout l'œuvre peint de M., 1904-1928, P. 1982); D.Fourcade (Ed.), H.M., Écrits et propos sur l'art, P. 1972 (Neu-Aufl. 1992); E.C.Oppler, Fauvism reexamined, N.Y. 1976; L.Gowing, M., Lo. 1979; P.Schneider, M., P. 1984 (Lit., Ausst., Filmografie); L.Delectorskaya, L'Apparente facilité, H.M., peintures de 1935-1939, P. 1986; J.Flam, M., The man and his art, 1869-1918, Lo. 1986; R.Benjamin, M.'s "notes of a painter", criticism, theory, and context, 1891-1908, Ann Arbor/Mich. 1987; J.Flam, M., A retr., N.Y. 1988; A.Terrasse (Ed.), Bonnard/M. Correspondance 1925-1946, P. 1991; G.Duthuit, Écrits sur M., P. 1992; R.T. Clement, H.M., A Bio-Bibliogr., Westport/Conn./London 1993 (Lit., Ausst.); M.-A.Couturier/L.-B.Rayssiguier, La chap. de Vence, Genève 1993; A.Kostenevich/N.Semyonowa, Collecting M., P. 1993; H.Brauner, "Natürlich ist das Dekoration", Perspektiven eines Begriffes in der Kunst des 20.Jh., ausgehend von H.M., Ffm. 1993; S.Ließegang, H.M., Gegenstand und Bildrealität; dargestellt an Beispielen der Malerei zw. 1908 und 1918, Bergisch-Gladbach 1994; G.-P.Dauberville/M.Dauberville, M., M. chez Bernheim-Jeune, P. 1995; E.de Chassey, Décorative violence, la réception et l'influence de l'œuvre d'H.M. aux Etats-Unis à l'époque du triomphe de l'art américain, Diss. P. 1994, Lille 1995; J.Elderfield, Pleasuring painting, M.'s feminine representations, Lo. 1995; C.C.Bock-Weiss, H.M., a guide to research, N.Y. 1996 (Lit., Ausst.); L.Delectorskaya, H.M., contre vents et marées, peinture et livres illustrés de 1939 à 1943, P. 1996; R.Labrusse, Esthétique décorative et expérience critique, M., Byzance et la notion d'Orient, Diss. P. 1996, Lille 1998; C.Grammont (Ed.), Correspondance entre Charles Camoin et H.M., Lausanne 1997; H.Spurling, The unknown M., a life of H.M., the early years, 1869-1908, Lo. 1998 (dt. Ausg.: M., eine Biogr., Köln 2007); R.Labrusse, M., la condition de l'image, P. 1999; J.Russell, M., father & son, N.Y. 1999; P.Kropmanns, M. in Deutschland, Diss. Berlin 2000 (Lit., Ausst.); C.Grammont, La genèse du fauvisme, Diss. Paris 2000, Lille 2001; B.Lavarini, H.M., Jazz, 1943-1947, ein Malerbuch als Selbstbekenntnis, M. 2000; H.Finsen (Ed.), M., Rouveyre, correspondance, P. 2001; J.Klein, M. portraits, New Haven/Conn. 2001; C.Phéline/M.Baréty, M.-Sembat, correspondance, 1904-1922, Lausanne 2004; H.Spurling, M. the master, the conquest of colour, 1909-1954, Lo. 2005 (dt. Ausg.: M., eine Biogr., Köln 2007); R Labrusse/J.Munck, M.-Derain, la vérité du fauvisme, P. 2005; M.-F.Boyer/H.Adant, M. in der Villa Le Rêve, 1943-1948, Bern 2005; G.Duthuit/R. Labrusse (Ed.), Les Fauves, P. 2006; A.Coron, La gouache découpée dans l'œuvre de H.M., Diss. Amiens 2005, Lille 2007; C.Grammont, M.-Marquet, correspondance 1898-1947, Lausanne 2008; P.Kropmanns, Das Atelier im Grünen, H.M., die Jahre in Issy, B. 2010; S.N.Blum, H.M., rooms with a view, Lo. 2010; J.Munck (Ed.), H.M./G.Rouault, correspondance 1906-1953, Lausanne 2013; S.Guilbaut, Chatting with H.M., The Lost 1941 Interview, M. with Pierre Courthion, Lo. 2013; H.M. - Jazz (K LMU, Center for Advanced Studies), M. 2025.
Archives:
Arch. der Pierre M. Gall.: Pierpont Morgan Libr. Arch., New York; Arch. der Erbengemeinschaft Arch. H.M., Issy-les-Moulineaux
Matisse, Henri, Maler, Bildhauer und Graphiker (Rad., Lith., Holzschn.) in Nizza, * Le Cateau (Nord) 31. 12. 1869, Schüler von G. Moreau. 1896 Ausstell. im Marsfeld-Salon, 1901 erstmalig bei den Indépendants, seit 1903 fast regelmäßig im Salon d'Automne. Beziehungen zu Derain, Vlaminck, Friesz, Dufy, den "Fau ves", als deren Haupt er bezeichnet wurde. Längere Aufenthalte in Saint Tropez, Cassis u. Collioure (Marokko). 1908 eröffnet Matisse eine Schule, die er aber bald wieder schließt. Gleichzeitig erscheinen seine für die Erkenntnis seiner Kunst aufschlußreichen Notes d'un Peintre (La Grande Revue, Dez. 1908). Große Ausstell. in Paris 1904, 1912 und 1919. Größte deutsche Sammelausst. 1930 bei Thannhauser, Berlin. - Gehört zu den Erneuerern der europäischen Malerei. Um die Jahrhundertwende schafft er einen neuen Stil, der das Ausdrucksmäßige entschieden betont und es in allerknappster Form, in summarischen Umrissen und symbolisch gemeinten Farben wiedergibt. Gleichgewicht, Ordnung und Ruhe sind nach seinen eigenen Worten die Grundlagen dieses neuen Flachstils. Bemüht sich seit 1924 um eine Eingliederung seiner Kunst in die große französ. Tradition u. berücksichtigt in höherem Maße das Körperliche, Dreidimensionale in seinem Bild. Hauptwerke. I. Gemälde: 1898 Nach dem Essen (Slg Freudenberg, Berlin); 1908 Lebensfreude; 1905 Italienerin (Mus. d. mod. westeurop. Malerei Moskau); 1906 Marguerite; 1907 Bei der Toilette (Sig Sagen, Oslo); Der junge Matrose; Selbstbildnis (Slg Tetzen-Lund, Kopenhagen); 1908 Glück des Lebens (ebda); 1910 Kapuzinerkresse (Slg O. Moll, Breslau); Der Tanz (Mus. Moskau); Frauen am Strand (Folkwang, Essen); Das Atelier; 1911 Musik (Mus. Moskau); Goldfische (ebda); Fenster in Tanger (ebda); 1913 Bildnis seiner Frau (ebda); Rifkabyle (ebda); 1914 Goldfische; 1915 Atelier des Quai St-Michel (Gargoyle Club, London); 1916 Kopf (SIg DuthuitMatisse, Paris); Drei Schwestern (Barnes Foundation, Philadelphia); 1917 Drei Schwestern (frühere Slg Pellerin, Paris); Interieur (Sig Bernheim jeune, Paris); Frauen am Bach (Sig Guillaume, Paris); 1918 La Toque de Gouro (ebda); 1920 Der Kürbis (Slg Flechtheim, Berlin); 1921 Im Garten (SIg Bernheim jeune, Paris); Die Anemonen (Sig Sullivan, New York); 1923 Das offene Fenster (Slg E. Bignon, Paris); Die Lektüre; Konzert; Karneval in Nizza (Slg Flechtheim, Berlin); 1925 Pianistin und Stilleben; Pianistin (SIg Clark, New York); 1926 Akt im grünen Sessel; 1927 Frau mit Schleier; Tänzerin; Akt mit dekor. Hintergrund; 1928 Das Büfett; 1929 Sitzender Akt; Sitzende Odaliske; Dame mit gelbem Hut. Weitere Gemälde sowie Zeichnungen im 1. u. 2. Mus. der mod. westeurop. Malerei zu Moskau (2 dekor. Panneaus und 48 Staffeleibilder aus d. J. 1896/1913), ferner in den Museen zu Brüssel, Chicago, Detroit, Essen (Folkwang), Frankfurt a. M. (Stadel), Göteborg, London (Tate Gall.), Los Angeles, München (N. Staatsgal.), New York (Metr. Mus.), Paris (Luxembourg), Rochester (Mem. Art Gall.), Stockholm, Winterthur u. Zürich (Ksthaus). - Lt. Bildwerke: Sklave, Bronze (SIg O. Moll, Breslau); Sitzendes Mädchen (Slg Flechtheim, Berlin); Mädchen, auf Pferde gestützt; Kauernde Venus; Großer sitzender Akt. Einige Skulpturen im Städel zu Frankfurt a. M. Lit.:I. Monogr. u. Handbücher: Ch. Malpel, L'Art d'aujourd'hui, 1910. - A. Salmon, La jeune Peint. fr., 1912 p. 10, 12, 14, 15f., 17f., 48, 52f., 60, 78, 99. - F. Burger, Cézanne u. Hodler, Münch. 1913 p. 126f., 139 ff. - P. Mahlberg, Beitr. z. Kst d. 19. Jahrh., Düsseld. 1913 p. 28, 35, 38 f., 98f., 130, 139, 160. - S. Makowskij, Kstkrit. Studien (russ.), III (St. Petersb. 1913) 30 ff. - G. Coquiot, Cubistes etc., 1914 p.102/11. - W. Hausenstein, Die bild. Kst d. Gegenw. (Das Weltbild d. Gegenw. 15), Stuttg. u. Berl. 1914. - A. J. Eddy, Cubists and Postimpressionism, Chicago 1914 p. 44 ff. - J. Meier-Graefe, Entwicklungsgesch. d. mod. Kst, ' III, o. J., p. 621/26. - W. B[arth], H. M., Zur Jan.-Ausst. [Basel 1917] (Beitr. z. zeitgenöss. Kst 1), Basel 1917. - E. Faure, J. Romains, Ch. Vildrac, L. Werth, H. M., Paris 1920. - M. Sembat, H. M. (Les Peintres fr. nouv. 1), ebda 1920. - Roger Fry, H. M., London o. J. [1930], mit 40 Taf. - H. M., 50 Dessins, mit Einl. von Ch. Vildrac, ebda 1921. - T. Klingsor, L'Art fr. depuis 20 Ans: Peinture, 1921. - O. Grautoff, Franz. Malerei seit 1914, 1921 p. 20/23, 35 f., 37 f., m. Taf. - C. Glaser, Die Graphik der Neuzeit, 1922. - R. Schacht, H. M. (Kstler der Gegenw.), Dresden 1923. - A. Basler, H. M. (Junge Kst 46), Lpzg 1924. - Scofield Thayer, Living Art, New York 1924. - H. M., Dessins, 64 Taf. mit Einl. von W. George, Paris 1925. - C. Einstein, Die Kat d. 20. Jahrh. (Propyläen-Kstgesch. 16), 1926. - Dix Danseuses, Lithos mit Einl. von W. George, 1927. - K. Scheffler, Gesch. d. europ. lest im 19. Jahrh., 1927. - W. Uhde, Picasso et la Tradition fr., 1928 p. 21 ff. - F I. Fels H. M., Paris 1929 (dasselbe mit deutschem Text von S. Jedlicka, ebda 1930). - Basler u. Kunstler, La Peint. indépend. en France, II (1929). - A. Bertram, M. (The World's Masters), Lond. 1930. II. Zeitschriften: Chron. d. Arts, 1904 p. 19M.; 1910 p. 59; 1913 p. 125. - L'Amour de l'Art, 1920 p. 192/95. - Bull. de la Vie artist., 1920 p. 462/64. - La Renaiss. de l'Art fr., 5 (1922) 398; 7 p. 595, 621; 11 p. 212, 803; 12 p. 78, 105, 173/75, 178; 18 p. 110f., 108 [recte: 154]. - L'Art d'aujourd'hui, I (1924) 33ff. - B.-Arts, 3 (1925) 59; 6 (1928) 208. - L'Art vivant, 1925 Nr 4 p. 113, Nr 18 p. 1/6. - Cahiers d'Art, I (1926) 719, 153155, 239f.; II 273 ff.; IV 285 ff. - Bull. de la Soc. de l'Hist. de l'Art fr., 1928 p. 276/80. L'Art et les Art., 1929/30 p. 235/40. - Kstchronik, N. F. 2C (1909) 238/40; 25 Sp. 164, 220 f.; 27 Sp. 827/30; 32 p. 249; 33 p. 794. - Kst u. Kstler, 7 (1909) 335/47 (deutsche übers. der Notes d'un Peintre); 12 p. 260f.; 17 p. 94/96, 230/35; 19 p. 45/54; 20 p. 109, 167/76; 27 p. 152/54, 167, 418, 420, 442f., 449, 451; 28 p. 96, 102f., 287/90. Die Kst, 27 (Kst f. Alle 28), 1912/13; 53 (1925/26); 57 (1927/28); 81 (1929/30). - Dtsche Kst u. Dekor., 32 (1919) 235, 240, 251; 51 p. 71/74; 61 p. 175, 177f.; 63 p. 972/80. - Die weißen Blätter, 3 (1916), 3. Quartal p. 191/98. - Das Kstblatt, 1 (1917) 145/54, 245; 8 p. 218, 220, 238, 295; 5 p. 214/19; 6 p. 490/36; 9 p. 33/36; 10 p.3, 299, 302; 11 p. 409f.; 14 p. 50. - Der Cicerone, 12 (1920) 100, 102f., 748f., 814, 875/77, 881; 13 p. 16/20; 16 p. 602, 804, 751f., 787, 901, 1000/09; 18 p. 112, 120; 19 p. 767, 769; 21 p. 395, 566; 22 p. 110, 129/32, 150. - Ganymed, 2 (1920) 178f. - Genius, 2 (1920) 187/89, 190/96, 197f. - Jahrbuch der Jungen Kst, 2 (1921) 16/20; 5 (1924) p. 341/49. - Die graphischen Künste, 49 (1926) 40f. - The Burlington Mag., 35 (1919) 121, 125, 281; 37 (1920) 105, 304f.; 40 (1922) 237, m. Taf.; 45 (1924) 51. - The Art News (New York), 23 (1924/25) Nr 6 p. 2, Nr 30 p. 9; 25 (1926/27) Nr 13 p. 1f., 9, Nr 16 p. 1, 5. - Apollo, 4 (1928) 65f.; 6 (1927) 43/45, 262; 7 (1928) 96; 8 (1928) 280f., m. Taf.; 10 (1929) 44f.; 11 (1930) 274, 314, mit Taf. vor p. 273. - Mu^B6vészet (Budapest), 9 (1910) 128/31. - Apollon (St. Petersburg), 1912 III 22, mit Taf.; 1913 II 42/45. - Kunst og Kultur (Bergen), 8 (1912/13) 41/46. - Vita d'Arte, 12 (1918) 47/52; 13 p. 112/14. Klingen (Kopenh.), 1 (1918) Nr 7, 11/12; 3 Nr 8. - Vell i Nou (Barcelona), 5 (1919) 364/72, 399/404. - 11 Resto del Carlino, 5. 7. 1920. - Tilskueren, 1922 II 206/16. - Maandbl. v. beeld. Kunsten (Amsterd.), 8 (1929) 277. W. Grohmann.
Matisse, Henri, franz. Maler, Bildhauer. Graph., Illustr. u. Bühnenbildner, *31. 12. 1869 Le Cateau (Nord), †3. 11. 1954 Nizza, Mit Braque. Derain, Rouaultu. a.1907 Begründer der Gruppe der "Fauves", deren Ziele M. in einer polemischen Artikelreihe in der Grande Revue vom 25. 12. 1908, betitelt: Notes d'un Peintre, klarlegte. Hat auch noch später gelegentlich die Ziele seiner Kunst theoretisch verfochten, zuletzt in einem Aufsatz in The Art News (New York) V. 3. 6. 1933, betitelt: Matisse speaks, und in den in Le Point, '21 (1939) 122/33, veröff. "Souvenirs". Ging von Gauguin, Cézanne u. Manet aus. Seine Palette hat sich aus einer ein schummeriges Braun u. Grim abwandelnden Skala zu ganz reinen u. strahlend heiteren Farben von intensiver Leuchtkraft entwickelt. Das Kompositionsgesetz s. Bilder gründet sich auf primäre Betonung der idealen Bildfläche, die den Eindruck des Dreidimensionalen weitgehend negiert und den Bildraum durch bildflächenparallele Schichtung der Farbflachen erstehen läßt. Dieser dekorative Flachstil bleibt mit nur ganz geringen zeitweiligen Abwandlungen bestimmendesKompositionsprinzip. Zahlreiche Koll.-Ausstellgn im In- u. Ausland, erstere beginnend mit der umfassenden Schau bei G. Petit, Paris 1931, letztere mit der Schau bei Thannhauser, Berlin 1930, beide fortgefuhrt durchAusstelIgnider Pierre-Matisse-Gal. Paris 1943, Kleemann Gall. New York 1044, Viet. a. Albert Mus. London 1946, Musée d'Art Mod. Paris 1949, Mus. of Mod. Art New York 1951, Kstballe Hamburg 1951, gaben einen erschöpfenden Überblick über die organische Entwicklung dieses zu den maßgebenden Erneuerern der europ. Malerei zahlenden Kunstlers. Dem entspricht die Zerstreuung seines Werkes auf fast alle größeren öff. SmIgn der europ. Länder u. der USA. Zu den bei Th.-B. gen. Museen kommen hinzu: Algier (Garten Ren, ir's); Basel; Bern (Die Anemonen [Abb. Taf. 232 in: Berner Kstmus. Aus der Smlig. Wiedergaben von Gemälden usw., Bern 1946]); Boston; Bremen; Buffalo; Cleveland, Ohio (Blumenfest in Nizza); Grenoble; Kopenhagen; Merion, Pa.; Moskau (6 Bilder, dar. Bildn. d. Gattin d. Kstlers); Nantes; Oslo (Bildn. des Malers Alb. Marquet); Philadelphia, Pa., 13arnes-Foi ndation (Kolossalkomposition mit Tänzerinnen); Washingti in, D. C.; Worcester. Dekor. Malereien in d. Kapelle in Vence (Alpes Maritimes), jetzt M.-Museum. Altarbild in d. Kirche in Assy (Mont-Blanc-Gebiet). Seit ca. 1000 begann M. sich auch mit plast. Versuchen zu beschäftigen. Stud. einige Monate bei Bourdelle an d. Grande Chaumière. Sein 1. plast. Werk: Der Sklave, 1003 im Bronzeguß vollendet; gleichzeitig entstand als 1. weibl. Akt. die Magdalena. Zwischen 1005 u. 1907 schuf M. ca. 20 Skulpturen, meist kleine Köpfe, zw. 1908 u. 1911 weitere Kleinplastiken (Bronze od Terrakotta), dar. die Gruppe der beiden Negerinnen u. 5 Köpfe der Jeannette. Nahm dann erst 1925 die plast. Tätigkeit wieder auf: Nackte Sitzende (1925) u. einige weitere, z. T. durch s. Eindrucke auf Tahiti bestimmte weibl. Akte (1930). Insgesamt hat M. 54 Bronzen hinterlassen, die, bis auf 3, sämtl. in d. Gal. C. Valentin, New York, Febr. 1953 ausgestellt waren. Die graph. Tätigkeit, um 1903 einsetzend, beginnt mit Trockennadelstichen, an deren Stelle später Radierung u. Lithogr. treten. Als Vorlagen dienen nicht eigene Bilder, sondern M.s Graphiken sind meist vor der Natur entstanden. Den Holzschnitt hat M. nur ganz selten gepflegt. Einen Katalog seiner Graphiken hat seine Tochter, Mm Duthuit, zusammengestellt, der ca. 400 Nummern umfaßt, zu denen noch ca. 20, zwischen 1915 u. 1917 entstand. Monotypien hinzukommen. Während die Radierungen sich meist auf sparsame Umrißzeichnung beschranken, weisen die Lithogr., wie die Platter des Albums: Dix Danseuses, 7.T. reiche Innenmodellierung auf. Hauptblätter: Der Traum (Lith. [Plakat f. d. Ausst. der Independants im Petit-Palais Juni/Ok t. 1937]); Nackte Frau mit Goldfischglas (Rad.); Junges Mädchen mit Hut (Rad.); Nackte Liegende mit langen Haaren (Rad.); Nackte Schlafende im Lehnstuhl (Rad.); Ruhende (Lith.); Odaliske im Lehnstuhl (Lith.); Odaliske mit Früchten (Lith.); Nackte Liegende mit Fruchtschale (Lith.); Folge: Tänzerinnen (10 Lith.), 1927. Illustr, u. a. zu den Gedichten Steh. Mallarmes, zu Baudelaire's Gedicht "Harmonie du Soir" u. zu seinem eigenen Buch: Jazz 11948). Lit.: Th.-B., 24 (1930). - Joseph, 2, m. 13 Abbn u. Fotobildn. - Bénézit 5, m. Taf - Bief. biogr. franç. conternp, 1954, m. Fotobildn. - Pour ou contre H. M., Paris 1931, m. 20 Taf. - L. Aragon, H. M., Paris 1947. - A. C. Barnies n. V. De Mazia, The Art of H. M., London 1933. - A. H. Barr, M., his Art a. his Public, New York 1951. - Henry Mac Bride, H. M., New York 1930. - P. Courthion, H. M. (Maltres de l'Art mod.), Paris 1934; ders., Le Visage de M., Lausanne 1942. Bespr. in: D Werk (Zürich), 30 (1943) H. 1, Beil. p. XXVI f. - R. Eschollier, H. M., Paris 1037. - Roger Frey. H. M., New York 1930. - G. Jedlick *, H. M., Paris 1930. - Etching by M. Ein tuhrg v. W.S. L je be tm * nn, N. York 1055. - H. Read. M. Raynal, J. Lema rie, Hist. of Modern Painting, vol. 2: M. ...,Munch, Rouault, Genf 1949/50. - G. Scheiwiller, H. M. (Arte Mod. straniera, vol. 3), Mailand 1933; 1939. - J. B. Svrcer, H. M., Prag 1937. - Leo Swane, H. M., Stockh. 1944. - Doret te Berthoud, la Peint. franç d'aujourd'hui. Paris 1937. - G. Duthuit, Les Fauves, Genf 1940. - Einstein. - Giedion-Welcker. - M. Jardot u. K. Martin, Meister franz. Malerei d. Gegenw., Baden-Baden 1948. - Schmidt. - L'Amour de l'Art, 1927 p. 17/23, 209ff., passim, 229ff. passim; 1933 p. 107/12. - Apollo (London), 49 (1949) 29. - Art in America, 22 (1934) 134 44. - Art a. Archaeology. 1928/11 p. 227ff. passim. - L'Art vivant, 1029 p. 792/95; 1930 p. 24/28; 1931 p. 313f.; 1933 p. 108f.; 1935 p. 281. - L'Arte, N. S. 1 (1930) 477/88. - The Arts (New York), 1927/1 p. 29 40. - Arts et Métiers graph., 1933 Nr 34 p. 35/38. - Athena, 2 (1948) H. 4, p. 56 (Abb.). - Beaux-Arts, Dez. 1931, p. 4; 1933, Nr 21 p. 1 u. 6, Nr 26 p. 8. - Bull. of the Cleveland Mus. of Art, Cleveland, Ohio, 34 (1947) 62 (Abb.), 68/70. - Bull. of the School of Design of Rhode-Island, 1932 p. 3/5. - Bull. of the Worcester Art Mus., 1030/31, p. 50. - The Burlington Magaz., 93 (1951) 10 (Abb.); 95 (1953) 399f.; 96 (1954) 320 (Abb.). - Cahiers d'Art, 3 (1928) 159/63, 277ff. passim; 5 (1930) 275; 12 (1937) 207/10; 14 (1939) 5/24, 165/78; 25 (1950) 343, 387f.; 26 (1951) 209 (Abb.). - Caliers de Belg., 1930 p. 99/102. - D. Cicerone (Leipzig), 22 (1930) 129/32, m. 4 Abbn. - D. Cicerone (Köln), 1949 p. 186 (2 Abbn). - Emporium, 97 (1943) 66/69; 101 (1945) 51; 103 (1946) 159 (Abb.); 104 (1946) 186 (Abb.); 106