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Shūbun (1418)

First mentioned
1418
Last mentioned
1463
Country
Japan
Last place mentioned
Kyōto
Gender
male
Name Variations
Tenshō Shūbun; Shūbun (1418); Ekkei (Alias); Tenshō (Alias); Tōkei (Alias); Shubun
Occupations
Painter; Sculptor; Zen-Priester
Places of Activity
Kyōto, Kitakatsuragi (Präf. Nara), Ōsaka
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By
Last edited
20.06.2023
Published in
AKL CIII, 2019, 385

VITA

Shūbun (Tōkei; Ekkei; Tenshō; Tenshō Shūbun), jap. Maler, Bildhauer, Zen-Priester, tätig ca. 1418-1463.

LIFE AND WORK

Zeitgen. Ber. zu S. sind sparsam. Sie beschränken sich auf wenige Referenzen sowie die ihm zugeschr. Werke. S. ist tätig unter den Ashikaga-Shōgunen Yoshimochi, Yoshinori und dem Begründer der Higashiyama-Kult. Yoshimasa, die alle als Patrone der Künste, Amateurmaler und -kalligrafen sowie Bauherrn von Tempeln, Pal. und Gärten hervortreten. Als praktizierende Zen-Mönche fördern sie den Zen-Buddhismus und die mit ihm verbundene chin. Malerei. In ihren Interessensbereich fallen auch koreanische, von chin. Vorbildern angeregte Werke. S. steht als offizieller Hofmaler (goyōeshi) bis 1463 im Dienst der Ashikaga-Herrscher am Tempel Shōkokuji, einem der gozan (Fünf Berge)-Tempel Kyōtos und kult. Zentrum unter Kontrolle des Shōgunats. Er wird von Sōtan und Sesshū abgelöst, die bei ihm studieren. S. ist zunächst Zen-Priester, später Abt im Shōkokuji und gilt trad. als bedeutendster Schüler Josetsus. Erstmals wird er in einer koreanischen Quelle als Mitgl. der diplomatischen Gesandtschaft Ashikaga Yoshimochis zur Akquirierung buddh. Sutren (1423-24) erwähnt. Sehr wahrsch. erhält er während seines Korea-Aufenthalts Anregungen von dortigen Künstlern. Nach Rückkehr aus Korea übt er wahrsch. das Amt des Hofmalers und Akad.-Lehrers aus. Er ist zugleich als Bildhauer und Baumeister für das Shōgunat tätig, an der Renovierung des Shōkokuji beteiligt und wird als Tempel-Schatzmeisters (Tsūkan) erwähnt. S. soll auch außerhalb Kyōtos am Darumadera (Kitakatsuragi/Präf. Nara) und am Tempel Shitennōji in Ōsaka Aufträge ausgef. haben. Urkunden des 2.V. des 15.Jh. legen seine Tätigkeit vorwiegend auf dem Gebiet der Holzplastik nahe. - S. gilt als einer der wichtigsten Vertreter der Zen-buddh. jap. Tuschemalerei (suibokuga) in Japan, der in Nachf. Josetsu die monochrome, lavierende Technik weiterentwickelt und verfeinert. Er spielt als Lehrer von Sōtan und Sesshū eine zentrale Rolle bei der Vermittlung der chin. Malerei in Japan. S. werden zahlr. unsign. groß- und kleinformatige Lsch.-Rollen und -Stellschirme zugeschr. (viele heute zu Nationalschätzen oder Wichtigen Kulturgütern erklärt), deren Echtheit schwer nachw. ist. Aufgrund auffälliger stilistischer Unterschiede wurden in der Lit. Periodisierungs- und Datierungsversuche, Gruppierung in Orig. und Kopie vorgenommen, die jedoch wenig überzeugen. Einigen S. zugeschr. Bildern ist die abbrevierte Tuschetechnik (genpitsu) in Verbindung mit einer neuen aus China transponierten Ikonogr. im Format der shigajiku (Gedicht-Bild-Rolle) eigen, die mit Josetsus Hängerolle "Hyōnen zu" (Mit einem Flaschenkürbis den Wels fangen, um 1413-15; Kyōto, Myōshinji, Taizōin) prototypisch wird. Bei den betreffenden Bildern, u.a. Sanekizai zu (Studio der Drei-Nützlichen-Freunde, Aufschrift 1418), Shokuzan zu (Die Berge von Shu, Aufschrift nach 1446; beide Tokio, Seikadō Bunko AM), Suishoku rankō zu (Farben des Wassers, Glanz der Berge, Aufschrift 1445; Nara, NM) und Chikusai dokusho (Im Bambus-Studio Bücher lesen, Aufschrift nach 1446; Tokio-Taitō, NM) - handelt es sich wie bei Josetsu sämtlich um Hängerollen mit dat. Aufschriften, die alle aus der Hand von Zen-Mönchen des 15.Jh. stammen und die neue Ästhetik der chin. beeinflussten jap. zen-buddh. Tuschemalerei überzeugend affirmieren. Stilistisch rekurriert S. auf Vorbilder der Südlichen Song, bes. Li Tang (ca. 1070-ca. 1150), Ma Yuan (1160-nach 1225) und Xia Gui (tätig ca. 1180-1224), bek. aus der Ashikaga-Slg, viell. auch deren Verarbeitung in der ming-zeitlichen Zhe-Schule, und verleiht den eckigen, kristallinen Strukturen dramatische Akzente durch Axthiebstriche und Chiaroscuro. Die Rezeption Li Gonglins (ca. 1049-ca. 1106) baimiao-Stil unter Mönchsmalern der Südlichen Song und der sparsame Gebrauch von Tusche in der Gelehrtenmalerei des 11.Jh. sind ebenfalls bek. durch Beispiele in der Ashikaga-Sammlung. S. bedient sich auch hier der chin. Vorbilder mit der Fähigkeit, komplexe Komp. bei feinen schwarzen Linien und sehr dünner Lavierung zu vereinfachen. In den Bildern bricht immer wieder der Drang nach Genauigkeit durch, eindrucksvoll erkennbar v.a. bei den exakten Archit.-Darst. seiner Studio (shosaizu)-Bilder (z.B. Shiki sansui zu byōbu/Lsch. in den vier Jahreszeiten, sechsteiliges Stellschirmpaar), in denen sich das Verlangen der gozan-Mönchs-Literati nach Flucht aus der Welt in die kontemplative Stille der Natur erfüllt. Unter den S. trad. zugeschr. relig. Bildern ist Kanzan Jittoku zu (Hanshan und Shide, Aufschrift von Shunnoku Sōen, 1529–1611; beide Tokio-Taitō, NM) sicher das interessanteste für die jap. Zen-Malerei. In kühnem expressiven Stil mit lebhaften Tuschekontrasten, großen Köpfen, wirrem Haar und weit geöffneten, lachenden Mündern erscheinen diese Figuren verglichen etwa mit Kaos (1.H. 14.Jh.) "Kanzan" (Washington/D.C., Freer Gall. of Art) ungebundener und exzentrischer. Sōtan und Sesshū stellen sich bewusst in die Nachf. Shūbuns. Als Künstler in seiner Trad. dürfen Shōkei Tenyū, Kenkō Shōkei, Gakuō Zōkyū (um 1500), Bunsei, Kantei und Shūsei (spätes 15.Jh.) und die Künstler der Soga-Schule gelten.

EXHIBITIONS

Group exhibitions:

1974 Berlin, Staatl. Mus. (Ost): Jap. Kunst aus drei Jahrtausenden (K Wander-Ausst.) / New York, Metrop. Mus.: 1975-76 Jap. art. Selections from the Mary and Jackson Burke Coll. (K Wander-Ausst.); 1989 Jap. ink paint. from the Coll. of Mary and Jackson Burke (K); 2000 Masterpieces of Jap. Art from the Mary Griggs Burke Coll.; 2003 Great waves; 2015-17 Celebrating the arts of Japan. The Mary Griggs Burke Coll. / Tokio, NM: 2007 Kyōto Gozan Zen no bunka ten (Zen treasures from the Kyoto Gozan Temples) (K Wander-Ausst.); 2018 Zen to suibokuga. Kamakura kara Muromachi.

 

SOURCES

Other encyclopedias:

Enc. universalis XIV, P. 1972; Roberts, DJA 1976; Bauer, GEM VII, 1978; Tazawa, 1981; Dict. hist. du Japon, XVIII, P. 1992; DA XXVIII, 1996 (s.v. Tenshō Shūbun); Bénézit XII, 2006 (s.v. Shubun); K.Rawlings (Ed.

 

Printed sources:

Zuikei Shūhō (1391-1473; Ed.), Zenrin kokuhō ki, I-III, To. 1932 (Zoku Gunsho ruijū, 30, 1); Chosŏn wangjo sillok, II-VI, Sejong sillok, Seoul 1984 (Repr.); S.Taki, Taki Setsuan bijutsu ronshū, To. 1943; I.Tanaka, S. kara Sesshū e, To. 1969 (Nihon no bijutsu, 12); I.Tanaka/B.Darling, Jap. ink paint. S. to Sesshu, N.Y./To. 1972; T.Matsushita/T.Tamamura, Josetsu, S., San'ami, To. 1974 (Suiboku bijutsu taikei, 6); T.Matsushita, Josetsu, S., To. 1979 (Nihon bijutsu kaiga zenshū, 2); N.Nakamura, Die Tuschmalerei des S. und das Problem der unbemalten weißen Flächen, Konstanz 1981 (Persönlichkeit und Werk, 6); M.Ishizawa u.a., The heritage of Jap. art, To. u.a. 1986; Of water and ink. Muromachi-period paint. from Japan, 1392-1568 (K Detroit/Honolulu), Seattle/Lo. 1986; S.Shimada/I.Yoshitaka (Ed.), Zenrin gasan, To. 1987; R.Stanley-Baker, in: R.Barnhart (Ed.), Painters of the great Ming (K), Dallas,Tex. 1993; A.Shimao, Museum 463:1989, 22-34; H.Kanazawa, Suibokuga. J., S., Sōtan, Nihon no bijutsu 334:1994 (Spezial-Nr); H.Tanaka, Nihon bijutsu zenshi. Sekai kara mita meisaku no keifu (Art hist. of Japan in the world), To. 1995; J.D. Parker, Zen Buddh. landscape arts of early Muromachi Japan (1336-1573), N.Y. 1999; J.M. Rosenfield/F.E. Cranston, Extraordinary persons (K Slg Kimiko und John Powers), III, C., Mass. 1999; M.R. Cunningham, Ink paint. and ash-glazed ceramics (K), Cleveland, Ohio 2000; M.Murase, Bridge of dreams. The Mary Griggs Burke Coll. of Jap. art (K), N.Y. 2000; R.Chō/E.Ri (L.Zhao/Y.Li), Suibokuga kyoshō no waza o manabu, To. 2003; D.Keene, Yoshimasa and the Silver Pavilion, N.Y. 2003; Sesshū to Muromachi suibokuga. Sesshū no chūka bunka eno dōkei to juyō, Shūbi 2:2012 (Sonder-Nr); M.Murase u.a., Art through a lifetime. The Mary Giggs Burke Coll., Wa. 2013.