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Luo, Ping

Born
Yangzhou (Jiangsu) / Xiexian (Anhui), 20 February 1733
Died
1799
Country
China
Gender
male
Name Variations
Luo Ping; Dunfu (Alias); Liangfeng (Alias); Yiyun heshang (Alias); Huazhisi seng (Alias); Lo, P'ing (Transcription); Shilian laoren (Alias); Jinniu shanren (Alias); Tun-fu (Transcription); Liang-fu (Transcription); Hua-chih-ssu seng (Transcription)
Occupations
Painter; Calligrapher; Dichter
By
Last edited
10.03.2015
Published in
AKL LXXXVI, 2015, 3

VITA

Luo Ping (Dunfu; Liangfeng; Huazhisi seng; Yiyun heshang; Shilian laoren; Jinniu shanren), chin. Maler, Kalligraf, Dichter, *20.2.1733 Yangzhou/Prov. Jiangsu oder Xiexian/Prov. Anhui, †1799. Verh. mit Fang Wanyi. Vater von Luo Yunshao, Luo Yunzuan und Luo Fangshu.

LIFE AND WORK

Gebürtig aus Literatenbeamten-Fam. von Ming-Loyalisten. Nach frühem Tod des Vaters Luo Zhi wuchs L. viell. bei dem Onkel Luo Su auf. Die bed. Yangzhouer Salzhändler und bibliophilen Kunstsammler Ma Yueguan und Ma Yuelu entdeckten L.s lit. Talent und führten ihn in ihren Kr. von Literaten, Künstlern und Mönchen ein. Enge Kontakte zu Mitgl. des Hanjiang-Dichterklubs (Hanjiang shishe). 1752 Heirat mit der Dichterin und Malerin Fang Wanyi (†1779). Ab 1756/57 offiziell Student des betagten Jin Nong, zunächst in der Dichtkunst, dann zus. mit Xiang Jun dessen bedeutendster Malschüler und "Ghostpainter". 1762 und '63 Stud. alter Meisterwerke in der Slg des Hangzhouer Dichters und Kunstkenners Ding Jing (1695-1765). Nach dem Tod Jin Nongs (1763) ausgedehnte Reisen (1764-65) in den Prov. Jiangsu, Anhui und Jiangxi. 1771, '79 und '91 in Beijing. Hinterließ mit Wo xin lu (Aufzeichnungen meines Glaubens, 1791) ein Manifest buddh. Frömmigkeit und Lyrik in Xiangye caotang shicun (Gedichte aus der Strohhütte der duftenden Bll.). Nachrufe verfassten der enge Freund Wu Xiqi und Fa Shishan, welcher zus. mit Weng Fanggang zu L.s wichtigsten Gönnern gehörte. L.s Bilder versch. Genre, die neben Jin Nong von Hua Yan und der Fingermalerei Gao Qipeis beeinflusst sind, gehören lt. Kümmel zu den "exzentrischsten Leistungen" der chin. Literatenmalerei überhaupt. Die Alben mit kleinformatigen Bll. oszillieren zw. Anknüpfung an und Abgrenzung vom übermächtigen Lehrer, z.B. Shanshui tuce (Lsch. [mit Figuren, nach Dichtungen von Jin Nong], zwölf Album-Bll.; Beijing, Imperial Pal. Mus.), und setzen die Alten (z.B. Gao Kegong [1248-1310], Hongren [1610-1664]) in ein neues Licht, z.B. Shanshui tuce (Lsch. [nach alten Meistern], zehn Album-Bll., beide Tusche, Farben/Papier; Princeton, Univ. AM). Ein bed. Denkmal L.s Bambus-Stud., das zugleich ästhetische Ideale der seit M. der 1750er Jahre künstlerisch kooperierenden Ehegatten realisiert, stellt die Querrolle Zhushi tu (Bambus und Felsen, Tusche/Seide, 1778; Hongkong, Mus. of Art, Xubaizhai Coll.) dar, mit Malerei von Fang Wanyi und einem von L. in Normalschrift (kaishu) kalligrafierten Kolophon, das Su Shis (1037-1101) Abh. Wen Yuke hua Yundanggu yanzhu ji (Ber. über Wen Yuke beim Malen eines gebogenen Bambus aus dem Yundang-Tal) zitiert. L.s Interesse an Pflaumen-Darst. mit den vielfältigen Assoz. des Blütenbaumes (v. Bickford) erreicht mit Arbeiten großer graf. Qualität zw. Innovation und Trad. - in Nachf. Ma Yuans (tätig 1190-1225) und Wang Mians (1287-1359) - seit E. der 1750er Jahre Höhepunkte (z.B. Bll. zwei und drei des Meihua tuce/Pflaumenblüten, zwölf Album-Bll., Tusche/Papier, 1757; New York, Metrop. Mus., Edward Elliott Fam. Coll.). L.s Auseinandersetzung mit der Vergangenheit dokumentiert auch die 1762 angefertigte Kopie Lin Zhaoshi Sanma tu (Nach Drei Pferdebildern der Fam. Zhao, Querrolle; Beijing, Imperial Pal. Mus.), die sich dem symbolträchtigen Thema "Pferd und Reitknecht" nach den Vorbildern Zhao Mengfus (1254-1322), dessen Sohnes Zhao Yong (1289-nach 1360) und Neffens Zhao Lin († nach 1367) annimmt, sowie Darst. buddh. Heiliger und Mönche, z.B. Foxiang tu (Buddh. Figur [in Meditation], Tusche, Farben/Papier; Tianjin, Mus.), Hanshan Shide tu (Hanshan und Shide, Tusche, leichte Farben/Papier; Kansas City, Nelson-Atkins Mus. of Art). Das dem legendären Dämonenbezwinger gewidmete Zui Zhong Kui tu (Betrunkener Zhong Kui, alle Hängerolle, 1762; Beijing, Imperial Pal. Mus.), mit den für L. typisch gewordenen stark an- und abschwellenden Tuschelinien bes. bei Figuren, nimmt L.s größten Erfolg Guiqu tu (Geisterlust, Querrolle, zahlr. Kolophone, vor 1772, beide Tusche, Farben/Papier, alle sign., Aufschrift und Siegel von L.; Beijing, Imperial Pal. Mus.) voraus. In acht Szenen von Geistern und Dämonen variiert Guiqu tu unter Verwendung breiter Tuschelavuren, verwischter Konturen und unnatürlicher Farben Terror und Bedrückung der Menschenwelt und bekundet zugleich das zeitgen. Interesse am Okkulten, an Geister-Gesch. und Reinkarnation. Die auf Wandmalereien in Klöstern, pornografische Darst., Maskeraden und Abb. in Hb. zur Forensik in Adaption von Stichen in Andreas Vasalius' (1514-1564) De humani corporis fabrica (Über die Beschaffenheit des menschlichen Körpers, 1543) zurückführbare Bildwelt verweist auf Phänomene mit konzeptuellem Fokus auf dem, was nicht gesagt werden kann oder darf. L.s Bilder genuiner Fremdheit und Begegnung mit dem anderen in sich selbst - viell. motiviert durch Reflexion über den Verlust der eig. Identität im symbiotischen Verhältnis zum Meister - machen den exzentrisch-klarsichtigen Maler zu einem der wichtigsten chin. Künstler, die der unbewussten Wahrnehmung ebenso große Bedeutung beimaßen wie der bewussten.

WORKS

Berlin, Mus. für Asiatische Kunst: Lanhua tu (Orchideen[büschel]), Hängerollenpaar, Tusche/Papier. New York, Metrop. Mus.: Xiaoyuan yinjiu tu (Im Xiao-Garten Wein trinken), 1773. Nishinomiya, Kurokawa Inst. of Ancient Cult.: Qiujing shanshui tu (Lsch. im Herbst). Shanghai, Mus.: Suzhai tu (Das Su-Studio [von Weng Fanggang]), alle Tusche, Farben/Papier, 1780. Stockholm, Östasiatiska Mus.: Mozhu tu (Tuschebambus), 1775; Tokio, NM: Momei tu (Tuschepflaume). Tianjin, Mus.: Lan Zhushi tu (Orchideen und Bambus an Fels), 1789, alle Hängerolle, Tusche/Papier, sign., Aufschrift und Siegel von L.

SOURCES

Other encyclopedias:

Yu Jianhua, 1981, 1508; Seymour, 1988 (s.v. Lo P'ing); DA XIX, 1996; Bénézit VII, 2006

 

Printed sources:

Feng Jinbo (E. 18.Jh.), Moxiangju huashi, Shanghai 2000 (ZGSHQS, 10); Jiang Baoling (1781-1840), Molin jinhua, Bj. 1996 (Faks.), 4/6b; 11.6a; Qin Zuyong (1825-1884), Tongyin lunhua, Taipei 1968 (Shumu leibian, 84), 3/17a-b; O.Kümmel, Ostasiatische Zs., N.F., 5:1929, 208 ("Lo P'ing", für ThB23, 1929); J.Cahill, Asia Major, n.s., 7: 1959(1–2)32-39; Gu Linwen (Ed.), Yangzhou bajia shiliao, Shanghai 1962; Zhuang Shen, Zhongyang yanjiuyuan lishi yuyan yanjiusuo yikan, 44:1972(3)403–434; O.Sirén, Chin. paint., V, VII, Lo./N.Y. 1973; Chen Jinling, L. Liangfeng, Shanghai 1981; Suzuki I, II, 1982; III, IV, 1983; M.Kao (Ed.), Paint. by Yangzhou artists of the Qing Dynasty from the Pal. Mus., Hong Kong 1984; M.Bickford, Bones of jade, soul of ice, New Haven 1985; Xue Yongnian, Yangzhou baguai kaobian ji, Nanjing 1992; Hang Wenqing, L. Taipei 1994; T.Toda/H.Ogawa I, II, 1998; III, 1999; J.Hay, Res 35:1999, 201–223; Zhang Yuming, in: Shan Guolin (Ed.), Yangzhou huapai shuhua quanji. Xunlun huibian, Tianjin 1999; id. (Ed.), Yangzhou huapai shuhua quanji. L., Tianjin 1999; Cai Pengyang/Li Xiaoting, Huazhisi seng. L. zhuan, Shanghai 2001; Yang Huidong, L., Shijiazhuang 2004; K.Karlsson, L. The life, career, and art of an eighteenth-c. Chin. painter, Bern 2004; id./A.Murck/M.Matteini (Ed.), L. Visionen eines Exzentrikers (1733-1799) (K), Z. 2009.