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Koons, Jeff

Born
York (Pennsylvania), 21 January 1955
Country
United States of America
Gender
male
GND-ID
Name Variations
Koons, Jeff
Occupations
Sculptor; Object Artist; Conceptual Artist
Places of Activity
New York
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By
Last edited
19.11.2024
Published in
AKL LXXXI, 2014, 288

VITA

Koons, Jeff, US-amer. Maler, Bildhauer. *21.1.1955 York/Penn., lebt und arbeitet in New York.

LIFE AND WORK

Nach frühem Zeichen- und Malunterricht kopiert K. bereits mit zehn Jahren anhand von Reprod. alte Meister, die er im elterlichen Geschäft ausstellt und verkauft. Manche Gem. entstehen als Auftragsarbeiten. Nach eig. Bekunden hat der Vater, ein Raumausstatter und Besitzer eines Einrichtungs- und Dekorationsgeschäfts, maßgeblichen Einfluss auf K.s ästhetisches Empfinden. So wird der vom bürgerlichen Geschmack des kleinstädtischen Mittelstandsmilieus geprägte K. schon in jungen Jahren an dekorative Arrangements und an Rauminszenierung herangeführt, erfährt Grundlegendes über die Wirkungsweise von Farben, und lernt früh, wie Gefühle von Kunden beeinflusst werden können. 1972-75 Kunst- und Design-Stud. am Maryland Inst. College of Art, Baltimore, 1976 Bachelor of FA ebd. Es entstehen Lsch. und vom Surrealismus inspirierte Bilder. Sein großes Vorbild ist Salvador Dalí. 1975-76 Stud. an der School of the Art Inst. of Chicago. 1977 Umzug nach New York und 3-jährige Mitarb. im MoMA, wo er ungewöhnliche Methoden entwickelt, neue Mitgl. und Sponsoren anzuwerben. Es gelingt ihm, innerhalb von zwei Jahren die Einnahmen zu verdoppeln. Neben seiner künstlerischen Arbeit ist K. von 1979-85 an der Wall St. als Warenbörsen-Broker tätig. Die durch den Wertpapierhandel geschaffene finanzielle Basis ermöglicht es ihm, erste künstlerische Projekte zu finanzieren. 1976-79 entstehen von Marcel Duchamp inspirierte Readymades. Einen aufblasbaren Plastikhasen und aufblasbare Plastikblumen arrangiert K., oft paarweise, vor rechtwinkligen Spiegelflächen. Die bunten, kitschig-banalen, als Inflatables-Ser. bez. Objekte bilden seine erste Werkgruppe. In dem Werkkomplex Pre-New (1979/80) verfremdet K. Haushaltsgegenstände und -geräte wie Töpfe, Toaster, Teekessel, Kaffeekocher, Lautsprecher, Heizstrahler oder einen Kühlschrank, indem er sie vor leuchtende, teilw. von farbigen Kunststoffrohren ummantelte Neonröhren montiert und an der Wand hängend präsentiert. 1979 entsteht die erste Arbeit mit einem Staubsauger. 1980 erste Einzel-Ausst. im New MCA, New York, mit Arbeiten der Werkgruppe The New. Er präsentiert handelsübliche, fabrikneue Hoover-Staubsauger in stapelbaren Plexiglas-Vitrinen, die von Leuchtstofflampen illuminiert sind. Geräte gleicher oder unterschiedlicher Bauart werden einzeln, paarweise oder später auch als Gruppen, neben- oder übereinander angeordnet. Hinweise auf Konsum, Werbung und die Betonung des Waren-Char. spielen jedoch nur vordergründig eine Rolle. Vielmehr steht die unberührte Neuheit, die Jungfräulichkeit der Objekte und die "Reinheit der Idee" (K Bielefeld 2002, 18) im Vordergrund der überhöhten Inszenierungen. In ihrer metaphorischen Aufladung erinnern die Objekte an Reliquienschreine oder an gläserne Sarkophage. Mit der Sauberkeit und der Ordnung verbindet K. den Gedanken an die Unsterblichkeit der leblosen Artefakte. Denn Objekte, die "niemals benutzt werden", bleiben für "ewig neu" (K Bielefeld 2002, 9). Gleichzeitig will K. verdeutlichen, dass es sich um 'atmende' Maschinen handelt, will das Anthropomorphe herausstellen und die durch diverse Schläuche und Öffnungen an Genitalien erinnernde Körperlichkeit der Geräte sichtbar machen. Bis 1982 erweitert K. diese zentrale und kostspielige Werk-R. (laut WV 38 Arbeiten) mit insgesamt 95 fabrikneuen Staubsaugern und Teppichshampoonierern. 1983 folgt mit Equilibrium der nächste, bed. Werkzyklus. Diese R., in der K. Kunst und Sport miteinander verknüpft, besteht zum einen aus Bronzeabgüssen von Sportartikeln wie einem Schlauchboot, einem Sauerstoffgerät, einem Schnorchel, einer Rettungsweste, Basket- und Fußbällen, zum and. aus gerahmten Werbeplakaten des Sportartikelherstellers Nike, die K. eins zu eins übernimmt. Die auf den Basketballpostern abgebildeten Sportgrößen überwiegend afroamerikanischer Herkunft sind für K. signifikante Stellvertreter für Erfolg, für soziale und ges. Akzeptanz. Den dritten Komplex in dieser Werkgruppe stellen die berühmten, seinerzeit Aufsehen erregenden "Tanks" dar: aufgesockelte, rechteckige, an Aquarien erinnernde Behälter mit im Wasser schwebenden Basketbällen (1981-85). Zur Realisierung dieser, auf den ersten Blick lapidar und unwirklich erscheinenden, gleichzeitig aber technisch anspruchsvollen Arbeiten zieht K. über 50 Physiker zu Rate. Neben den Bezügen zu M.Duchamps Readymades sind in diesen frühen Arbeiten durch den Einsatz von Alltagsgegenständen und Konsumobjekten Anspielungen auf die Pop-Art unübersehbar. Darüber hinaus zeigen die Nüchternheit, die Ordnungsprinzipien und serielle Reihungen sowie die Zeitlosigkeit der Objekte Anklänge an die Minimal Art. Trotz dieser Bezüge stellen insbesondere die beiden Werkkomplexe The New und Equilibrium, denen auch aufgrund der Präsentation ein sakraler, auratischer Char. anhaftet, etwas radikal anderes dar. Sie machen K. in der Kunstwelt schlagartig bek. und werden zu Ikonen der Kunst des 20. Jahrhunderts. 1986 folgt die Werkgruppe Luxury and Degradation. Hier überträgt K. großformatige Werbung für alkoholische Getränke unverändert als fotomechanische Öldrucke auf Leinwand. Daneben lässt er Bar-Utensilien wie Messbecher, Kristallkaraffen, Eiskübel oder einen Reise-Barkoffer in rostfreiem Edelstahl nachgießen und hochglanzpolieren. Die Luxury and Degradation-Werk-R. thematisiert Luxus, Verführung und Konsum, legt Versprechungen, Mechanismen und die Macht von Werbebotschaften offen. 1986 entsteht die zehnteilige Werkgruppe Statuary: Klassische Skulpturen, aber auch kommerzielle Massenware und banaler Nippes dienen als Motive der polierten Edelstahl-Abgüsse. Sie reichen von der Büste des Sonnenkönigs Ludwig XIV., einem frz. Rokoko-Paar, bis zu der karikaturhaften Figur von Bob Hope. Rabbit, die berühmteste Figur der Werkgruppe, ein in seiner Urform billiger, aufblasbarer Plastik-Hase, der bereits in der frühen Inflatables-Ser. Verwendung fand, wird zur spiegelglatten, hochglänzenden Edelstahlskulptur nobilitiert und zu einer weiteren, bizarren Kunst-Ikone des ausgehenden 20. Jahrhunderts. 1988 entsteht die Werkgruppe Banality, in der sich K. erstmals vom reinen Readymade abwendet. Die R. umfasst farbig glasierte Porzellan- und farbige Holzskulpturen, banale, süßliche bis grelle, maßstabsvergrößerte Kitschfiguren, daneben ziselierte Spiegelobjekte und Spiegel in üppigen, prächtigen Goldrahmen. Es handelt sich um Werke wie: Bear and Policeman, Buster Keaton, Michael Jackson and Bubbles, Naked, Pink Panther, Stacked, Ushering in Banality, Winter Bears, Woman in Tub. Banality wird nach drei gleichzeitigen Ausst. in New York, Chicago und Köln zu einem überwältigenden Erfolg und bedeutet K.s internat. Durchbruch und seine endgültige Etablierung auf dem Kunstmarkt. 1989 lernt K. die Pornodarstellerin und italienische Parlaments-Abgeordnete Ilona Staller, alias "La Cicciolina" kennen, die er zwei Jahre später heiratet. Es entsteht die radikale Werkgruppe Made in Heaven, die massive öff. Empörung auslöst. Die z.T. lebensgroßen Skulpturen in Marmor, Porzellan, Holz, Kunststoff und getöntem Glas sowie riesige, nach Fotos als maschinelle Öldrucke auf Lw. übertragene Gem. zeigen das Paar beim tabulosen Liebesspiel. Die zusehends pornografischer werdenden Motive reichen bis zu Großaufnahmen der Penetration. Neben den umstrittenen Darst. des Liebesakts gehören zwei Marmorbüsten, aufwendig gestaltete, üppige Blumenbuketts aus farbig gefasstem Holz und belanglose Plastiken von Cherubinen, Hunden und einer Katze zur Werkgruppe. Vorübergehend lässt sich das Ehepaar K. in München nieder. 1992 wird Puppy, eine gigantische, zwölf Meter hohe, aus 60000 Blumen bestehende Plastik in Form eines sitzenden Hundes im Innenhof von Schloss Arolsen errichtet. Im gleichen Jahr Rückkehr nach New York, Atelier in SoHo. Geburt des Sohnes Ludwig Maximilian. Die Ehe zerbricht. Ab 1993 beginnt K. die Werkgruppe Celebration. Feste, Feiern und Partys sind die Bildthemen. Starkfarbige, hyperrealistische, von Hand gemalte Bilder nach Fotos, in perfekter Technik, unter Vermeidung einer persönlichen Handschrift. Daneben meist mon., farbige Polyäthylen-Skulpturen und hochglänzende, farbig glasierte Edelstahlplastiken, wie Hanging Heart (1994-2006) oder Balloon Dog (1994-2000), einer weiteren Kunst-Ikone. Der Rechtsstreit um das Sorgerecht für den Sohn, mit dem sich K.s Frau nach Rom abgesetzt hat, sowie die Scheidung, kosten K. sein gesamtes Vermögen. Aufgrund technischer und finanzieller Probleme kommt auch die Produktion der Celebration-Ser. fast zum Erliegen. 1999 wird Pink Panther aus der Banality-Ser. für 1,8 Mio. Dollar verkauft. Im Dez. des gleichen Jahres Comeback mit der R. Easyfun, einer Kombination aus Malerei und Skulptur. In den Gem. wendet er erstmals eine collageartige Malerei an. In illusionistischer Manier überlagern sich auf mehreren Ebenen verschiedenste Bildelemente und erzeugen einen räumlichen Eindruck. Die Bildmotive stammen überwiegend aus der Werbung, sind Zss. und eig. Fotovorlagen entnommen. Ebenfalls 1999 realisiert er die Skulptur Split-Rocker (polychromiertes Aluminium). Diese setzt sich aus unterschiedlich geformten, mit Haltegriffen versehenen Kopfhälften von zwei Plastik-Schaukeltieren seines Sohnes zus., einem orangen Dinosaurier und einem gelben Pferd. Auf diese Weise entsteht ein zweifarbiger, asymmetrischer Kopf aus zwei nicht passgenauen Hälften. 2000 überträgt K. diese Kippfigur auf die mon. Split-Rocker-Blumenskulptur (installiert in Avignon). Von 2000-02 entsteht die 24 Gem. umfassende Easyfun-Ethereal-Ser. aus äußerst vielschichtigen Ölbildern, wobei K. die Bildschöpfungen mithilfe von Photoshop am Computer kreiert und anschl. präzise in trad., von Hand ausgef. Malerei überführt. Zahlr. Bildfragmente fügen sich in verführerischer Farbigkeit zu dynamischen, erotisch aufgeladenen Kompositionen. Lebensmittel, Frauenhaare, Bikiniteile, Hände, Füße, Münder, Augen, aufblasbare Figuren, Lsch.-Ausschnitte usw. lassen eine deutliche Nähe zu Roy Lichtenstein und insbesondere zu James Rosenquist erkennen. 2001 Umzug des Ateliers nach Chelsea. Die Skulptur Michael Jackson and Bubbles (1988) aus der Banality-Ser. erzielt bei Sotheby's in New York den Sensationspreis von 5,6 Mio. Dollar. Ab 2002(-09) Beginn der Popeye-Werkgruppe. Aufblasbare Plastikfiguren, Schwimmreifen und Plantschbecken in Tierform bilden das Bildvokabular. Die bunten, in Aluminium gegossenen Plastiktiere sind spielerisch mit Leitern, Abfallkörben und Stühlen kombiniert. In der skurrilen prallbunten, vielgestaltigen Bildwelt der Popeye-Gem. sind Elemente der Popkultur, kunsthist. und wiss. Referenzen sowie Zitate eig. früherer Werke in verwirrender Komplexität miteinander verflochten. 2002 erhält K. den frz. Verdienstorden Chevalier de la Légion d'Honneur. 2005 wird er in die Amer. Acad. of Arts and Sciences aufgenommen. Beginn des Werkkomplexes Hulk Elvis. Die Malerei gewinnt deutlich an Gewicht. Wieder sind Trad. und Moderne vielfältig miteinander verwoben. Die Bilder werden abstrakter, die Komp. freier. Hyperrealistische Darst. vereinen sich mit malerischen Partien und mit linearen, affektiv-dynamischen Grafismen. Wiederholt werden zwei Skandalwerke der Kunstgesch. zitiert: "Étant donnés" von M.Duchamp und "L'origine du monde" von Gustave Courbet. 2008 werden K.s Skulpturen in den kgl. Räumen des Schlosses von Versailles ausgestellt, was einen Sturm der Entrüstung auslöst. 2009 Beginn der Werk-R. Antiquity, die sich der Antike zuwendet. Schönheit, Eros, Sexualität, Begierde und Triebhaftigkeit sind die vorherrschenden Themen. Der collageartige Char. vorangegangener Bilder wird zwar beibehalten, doch unterscheidet sich die Ser. deutlich von den bisherigen. So ist der Bildaufbau der Gem. klarer, die Komp. ist insgesamt ruhiger geworden. Die einzelnen der meist drei oder vier Ebenen der Bilder sind klar gestaffelt und leicht voneinander zu unterscheiden. Als Bildhintergrund dienen Gem. alter Meister, z.B. von Peter Paul Rubens, oder Bilder wenig oder unbek. Maler aus K.s Priv.-Slg. Auf der mittleren Ebene, die das Bildgeschehen der Gem. dominiert, versammeln sich berühmte antike Skulpturen und Statuen, in manchen Bildern zusätzlich ein Pin-up-Modell, das auf einem aufblasbaren Delphin reitet. Auf der vordersten Bildebene ist auf allen Gem. eine identische, halbtransparente, wohl mit einem braunen Filzstift rasch hingeworfene Kritzelei zu sehen. Die Zchng ist doppeldeutig. Sie kann sowohl als naive Darst. eines Segelbootes, das durch eine enge Felsschlucht manövriert, gelesen werden als auch als Vagina zw. gespreizten Schenkeln, wodurch erneut der Bezug zu G.Courbets "L'origine du monde" hergestellt wird. So werden in dieser Ser. einerseits versch. Kunstepochen miteinander verknüpft, andererseits amateurhafte Bilderzeugnisse mit Meisterwerken der Plastik bzw. der Malerei in Beziehung gesetzt und gleichzeitig die Disziplinen Zchng, Malerei und Skulptur auf einer Fläche malerisch miteinander vereint. Die Technik der Antiquity-Gem. ist frappierend und lässt nicht vermuten, dass diese Trompe-l'oeil-Bilder von Hand gemalt sind. Die beiden Skulpturen Balloon Venus (2008-12) und Metallic Venus (2010-12) komplettieren die Reihe. Die türkisfarbene Metallic Venus (hochlegierter rostfreier Chromstahl mit transparenter Farbglasur) ist eine Referenz an die röm. Statue der erotischen Kallipygos Venus. Die mon., voluminöse, hochglänzende, magentafarbene Balloon Venus (Edelstahl mit transparenter Farbglasur) ist von der kleinfigurigen Venus von Willendorf inspiriert. 2010 wird eine Tulip-Edelstahl-Skulptur K.s für 33,7 Mio. Dollar verkauft. 2013 Beginn der Skulpturen-Werkgruppe Gazing Ball, in der sich K.s Interesse für die Antike auch plastisch manifestiert. Gipsabgüsse berühmter antiker Skulpturen, typisch amer. Briefkästen und trivialer Figuren kombiniert K. spielerisch jeweils mit einer spiegelnd blauen Glaskugel, womit er hier erneut den Bogen von der europ. Hochkultur zur amer. Alltagskultur schlägt. Auffällig an der aktuellen R. ist die ungewohnt reduzierte, zurückhaltende Bildsprache. Der wenig robuste Gips und das fragile Glas sind auch als Hinweis auf Vergänglichkeit zu verstehen. 2014 findet K.s erste große Retr. im Whitney-Mus., New York, statt, weitere Stationen: MCA, Los Angeles, und das Centre Georges Pompidou in Paris. - K. zählt seit den 1980er Jahren weltweit zu den bekanntesten, erfolgreichsten und höchstbezahlten zeitgen. Künstlern. Seine Karriere entwickelt sich seit 1979 mit großer Rasanz. Kontinuierlich erweitert er sein Werk, realisiert hartnäckig und kompromisslos seine künstlerischen Ziele, ist produktiv und vermarktet seine Werke strategisch sehr geschickt. K. versteht sich in erster Linie als Konzeptkünstler. Seine spezifisch amer., mit europ. Elementen durchsetzte, häufig sexualisierte Bildsprache ist universell verständlich, spielerisch, bunt und laut. Geprägt ist sie in weiten Teilen durch die beabsichtigte Banalität der Kunstwerke, in denen triviale Motive zeitgen. Alltags- und Konsumkultur mit kunsthist. Referenzen verknüpft sind. In drei Jahrzehnten ist ein Werk herangewachsen, das zw. Gegenständlichkeit und Abstraktion oszilliert, in dem sich Trad. und Moderne verknüpfen, und sich die Grenzen zw. "High" und "Low" (Holzwarth 2009, 54) aufheben. K., der die Kommunikation mit dem breiten Publikum sucht, versteht es, sich und sein Werk so effektvoll wie möglich in Szene zu setzen. Bereits um 1989 nimmt K. eine Führungsrolle in der internat. Kunstszene ein. Seine Kunst wird in der Öffentlichkeit als gleichermaßen unterhaltsam, amüsant, respektlos und provokant wahrgenommen. Während K.s großer Erfolg unbestritten ist, ist sich der Kunstbetrieb über die Bedeutung des außergewöhnlichen Œuvres, das vielen als richtungsweisend gilt, uneinig. So wurde K. noch zu keiner documenta eingeladen, gleichzeitig wird er aber von internat. führenden Galeristen vertreten, seine Arbeiten zählen zum Bestand internat. bed. öff. Slgn als auch renommierter Priv.-Sammlungen. Sein Schaffen ist umstritten, wird vom Publikum wie in der Fachwelt kontrovers diskutiert und unterschiedlich bewertet. Kitsch und Kommerz, Dekoration und Kunsthandwerk, Sexualität, Pornografie und Relig. sind die Stichworte, die im Zusammenhang mit seinem Werk fallen, wobei sich K. über eine wie auch immer geartete political correctness oder über ges. Normen und Tabus hinwegsetzt. Der teilw. harschen Kritik an seiner Arbeit und dem Vorwurf, populistisch, vulgär, geschmacklos und obszön zu sein, begegnet er gelassen. K.s Œuvre umfasst die gleichberechtigt nebeneinander stehenden Bereiche Skulptur, Objektkunst, Installation, Malerei und Grafik. Sowohl die teils mon. Plastiken als auch die großformatigen Öl-Gem. bestechen durch Perfektion und Makellosigkeit, was ihnen einen auratischen Char. und den Nimbus der Unantastbarkeit verleiht. Mit der Ausf. seiner Werke, bei deren Umsetzung K. höchsten Qualitätsanspruch geltend macht, sind, unter seiner Aufsicht und Kontrolle, außer einem großen Stab von zeitweise bis zu 70 Mitarb. auch trad. Kunsthandwerker überwiegend aus Europa sowie Fachfirmen und Spezialisten beschäftigt. Neben der künstlerischen Tätigkeit ist K. als Sammler hochkarätiger, museumswürdiger Kunstwerke alter und neuer Meister bekannt.

WORKS

Berlin, Potsdamer Platz: Balloon Flower (Blue). - Daimler Contemp. - Hamburger Bahnhof. Los Angeles, MCA. München, Mus. Brandhorst. New York, World Trade Center: Balloon Flower/Red. - Guggenheim Mus.

SELF-TESTIMONIES

Das J.K. Hb., M. 1992; J.K., Köln 2012.

EXHIBITIONS

Solo exhibitions:

New York: 1980 The New MCA; 1985, '86 Internat. With Mon. Gall.; 1988, '99, '03 Sonnabend Gall.; 2000 Rockefeller Center; 2002 Guggenheim Mus.; 2004 C&M Arts; 2008 Metrop. Mus.; 2013 Gagosian Gall.; David Zwirner Gall. / Los Angeles: 1986, '87 Daniel Weinberg Gall.; 2001, '06, '09, '10, '12 Gagosian Gall. / 1988, '91 Köln, Gal. Max Hetzler / Chicago: 1988 Donald Young Gall.; 2008 MCA / 1989 Rotterdam, Gal. 'T Venster / 1992 San Francisco, MMA (K); Amsterdam, Sted. Mus. (K Wander-Ausst.) / 1993 Minneapolis, Walker AC; Aarhus, KM (Retr. K) / London: 1994, '98 Anthony d'Offay Gall.; 2006 V&A; 2009 Serpentine Gall.; 2022 Hayward Gall. / 1995 Sydney, MCA / 1997 Bilbao, Mus. Guggenheim / Paris: 1997 (K), 2010 Gal. Jérôme de Noirmont / 1999 Athen, Deste Found. / Berlin: 2000 Dt. Guggenheim (K); 2004, '08 Gal. Max Hetzler; 2008 Neue NG (K) / 2000 Avignon, Pal. des Papes / 2001 Bregenz, Kunsthaus (K) / 2002 Bielefeld, Kunsthaus (K) / 2003 Neapel, Mus. Archeol. Naz. / 2004 Oslo, Astrup Fearnley MMK / 2005 Helsinki, City AM / 2006 Venedig, Pal. Grassi; 2006, '07 Gagosian Gall. / 2012 Frankfurt am Main: Schirn (K); Basel, Fond. Beyeler (K); Brüssel, Almine Rech Gall.

 

Group exhibitions:

2021-22 Wien, Albertina: The 80s. Die Kunst der 80er Jahre (K).

 

SOURCES

Other encyclopedias:

I.F. Walther, Künstler-Lex., in: Kunst des 20. Jh., II, Köln u.a. 1998; Dict. mondial de la photogr., P. 2001

 

Printed sources:

A.Muthesius, J.K., Köln 1992; J.K. Künstler-Monogr., M. 2001; H.W.Holzwarth (Ed.), J.K., Köln 2009; J.K. Versailles, P. 2009; J.K., B. 2012; U.M. Reindl, Kunstforum internat. 279:2022(Jan.-Febr.)299-301; H.-N. Jocks, ibid. 284:2022(Okt.)283-285

 

Online sources:

Website K. (Ausst.; Lit.)