Dossi, Dosso (Giovanni [Francesco] di Niccolò di Luteri; Giovanni [de] Luteri; Giovanni [de] Lutero), ital. Maler, *ca. 1486 Tramuschio/Mirandola, †1541/42 Ferrara. Älterer Bruder des Battista D.
Dossi, Dosso
Die Brüder verbrachten den größten Teil ihres Lebens als Maler im Dienst der Herzöge Alfonso I. d'Este (1505-1534) und Ercole II. (1534-1559) am Hof in Ferrara. Lt. Vasari war D. ein Altersgenosse des Dichters Ariost (1475-1533), der die Brüder im XXXIII. Canto des "Orlando Furioso" lobend erwähnt. Doch wird heute - ausgehend von Longhi (1934) und der Rekonstr. der frühen Karriere des Malers - angenommen, daß D. 10 bis 15 Jahre jünger gewesen sein muß. Da er in einem erst kürzlich entdeckten jurist. Dok. (Giovannini, 1992) im Juni 1512 als mündig geführt wird, ließe sich vermuten, daß er nur kurze Zeit vor dem Juni 1487 geb. wurde. Einem anderen, ebenfalls erst kürzlich wiederentdeckten Dok. zufolge (Franceschini, 1995) lebte D.s Vater zum Zeitpunkt der Geburt seines Sohnes in dem kleinen Fürstentum Mirandola an der Grenze von Mantua und Ferrara. Der Spitzname "Dosso", unter dem er zu Lebzeiten bek. war, leitet sich ab von dem Namen eines kleinen Familienbesitztums in der Nähe; Battista war gemeinhin bek. als Battista del Dosso oder Battista Dossi. Aufgrund dieses Sprachgebrauchs bürgerte sich in Kreisen ferraresischer Historiker die falsche Annahme ein, daß "Dossi" der Familienname des Bruders war. - Der früheste Hinweis auf D.s Aktivitäten als Maler dat. vom April 1512, als er für ein großes Gem. mit 11 Figuren für den Pal. di S.Sebastiano in Mantua bezahlt wurde. Man hat versucht, diese Arbeit mit den Badenden (Rom, Castel Sant'Angelo) zu identifizieren, doch sprechen viele Gründe gegen eine Zuschr. an D., weshalb das für 1512 dok. Bild als verloren gelten muß. Vasaris Bericht, demzufolge D. ein Schüler des seit 1506/07 in Mantua tätigen Hofmalers Lorenzo Costa war, gewinnt vor dem Hintergrund der ersten dok. Aktivitäten in Mantua an Glaubwürdigkeit; andererseits hat der Frühstil von D. nichts gemein mit dem Stil des Costa und mögl. Beziehungen scheinen nur von sehr kurzer Dauer gewesen zu sein. Weitaus wichtiger für seine künstler. Entwicklung war dagegen das Werk des Giorgione, so daß anzunehmen ist, daß D. in den unmittelbar vorangegangenen Jahren bereits einige Zeit in Venedig verbracht haben könnte, viell. sogar als Protegé der Gonzaga. Weitere, von Franceschini (1995) publ. Dok. zeigen, daß D. sich im Sommer 1513 in Ferrara niedergelassen hat, und belegen Zahlungen, die er und sein Mitarb. Garofalo für das große Costabili-Polyptychon (Ferrara, PN) erhielten. Der starke Einfluß sowohl von Raffael als auch von Giorgione in diesem Werk läßt eine Rom-Reise D.s vermuten, möglicherweise im Gefolge des Herzogs Alfonso, der im Frühling 1513 den Krönungsfeierlichkeiten von Papst Leo X. beiwohnte. Mit einiger Sicherheit ist D. um 1514 in herzogl. Dienste eingetreten. Von da an bis zu seinem Tod belegen regelmäßige Zahlungen aus der herzogl. Staatskasse die Einbindung in zahlr. Aktivitäten seines Dienstherren, sei es, daß D. Entwürfe für Theaterausstattungen und Wandteppiche, Banner für Trompeten und Flaggen für Schiffe lieferte, Gem. anfertigte, das Holzwerk in den priv. Gemächern des Herzogs verzierte oder die Dekoration versch. herzogl. Pal. und Villen mit Fresken übernahm. Ein großer Teil dieser Arbeiten war von vornherein dazu bestimmt, vergängl. zu sein; vieles ging 1598 im Zuge der Angliederung des Herzogtums Ferrara an den Kirchenstaat und der Plünderung der d'Este-Residenzen verloren. Dok. überliefern ferner mehrere Reisen, die D. in herzogl. Angelegenheiten unternommen hat: zw. 1516 und 1519 mehrfach nach Venedig, 1517 nach Florenz, 1519 nach Mantua. D. stand indes nicht ausschl. in Diensten von Alfonso; mindestens drei seiner wichtigsten Altar-Gem. führte er in Modena aus. Zwei davon sind dok., sie wurden für fromme Bruderschaften mit Kap. im Dom geschaffen: die 1518 in Auftrag gegebenen und 1521 fertiggestellten Hll.Sebastian, Joh. Bapt. und Hieronymus (in situ; Giovannini, 1988, '92) sowie die 1527 bestellten und vermutl. ein oder zwei Jahre später gelieferten Vier Kirchenväter mit dem hl.Bernardino (ehem. Dresden, Kriegsverlust; Cremonini, 1997). Bei zwei Gelegenheiten stattete D. zus. mit seinem Bruder Battista auswärtigen Höfen im Zusammenhang mit Freskoaufträgen einen Besuch ab. Vermutl. 1530 suchten die Brüder die außerhalb von Pesaro gelegene Villa Imperiale auf, um sich dort einer Gruppe nord- und mittel-ital. Maler anzuschließen, die für die Herzogin Eleonora von Urbino arbeiteten. Erh. hat sich nur ein von den Brüdern ausgemalter Raum, andere mögen existiert haben (Smyth, 1998). 1531/32 waren die Brüder für den Kardinal-Bischof Bernardo Cles im Castello del Buonconsiglio in Trient tätig, wo ihre erh. Fresken noch heute die beste Vorstellung von den künstler. Aktivitäten ihrer mittleren Schaffensperiode vermitteln. Nach dem Tod von Alfonso d'Este (1534) arbeitete D. für Herzog Ercole und lieferte 1536/37 die heute verlorenen Fresken in den Villen von Belriguardo und Belvedere, 1540 folgte der Hl.Michael (Dresden) für den Pal. del Corte. Mit seinem Bruder stattete D. im Juni 1541 Venedig einen letzten Besuch ab, im Juni 1542 wird er bereits als verstorben geführt. - Die Karriere von Battista stand lange Zeit im Schatten derjenigen des D. und ist weniger gut dokumentiert. 1517, als er Masken für ein höfisches Fest bemalte, tritt er erstmals in Erscheinung. A. 1520 ist er in Rom in der Raffael-Wkst. nachw., um vermutl. noch im Sommer, nach dem Tod des Lehrers, nach Ferrara zurückzukehren. Die Annahme, daß er zu diesem Zeitpunkt gerade erst den Meistertitel erworben hatte, bekräftigt ein 1521 dat. Dok., das sich auf das (eingangs erw.) Altarstück mit den Hll.Sebastian, Joh. Bapt. und Hieronymus bezieht und ihn - ausgehend davon, daß Battista um einiges jünger als sein Bruder war - fälschlich als Sohn D.s ausweist. In den folgenden zwei Dekaden war Battista v.a. als Ass. von D. tätig; als Mitarb. war er offensichtl. an vielen seiner Bilderfindungen beteiligt, hat vermutl. aber auch eigene Werke geschaffen. Seine einzige dok. Arbeit, die dem Tod D.s vorangeht, ist die ihm im Jahr ihrer Aufstellung (1536) von dem lokalen Chronisten Lancelotti zugeschr. Geburt Christi für den Dom von Modena (jetzt Gall. Estense), wobei D. möglicherweise an der Ausf. der Lsch. beteiligt gewesen ist. Versch. Gem. von Battista, die aus der Zeit nach 1541/42 datieren, sind durch Zahlungen aus der herzogl. Staatskasse belegt, darunter die Nacht, die Morgendämmerung und die Gerechtigkeit von 1544 (alle Dresden) sowie die Kleopatra (Priv.-Slg). Sie kennzeichnet ein genereller Verlust an Inspiration, und im Falle der zuletzt gen. Arbeit ist die Beteiligung eines Gehilfen (Lucco, 1998) nicht auszuschließen. - Dosso war ein Maler mit sehr stark ausgeprägtem persönl. Stil, bestimmt durch die Vorliebe für warme, glühende Farben, magische Lichteffekte und sinnl. Texturen. Auch war ihm ein besonderes Gespür für die Poesie der Lsch. eigen, und in seiner Frühzeit hat er eine Folge von Werken geschaffen, in denen die Figuren von der üppigen Vegetation förml. erdrückt werden. Er hatte ferner einen ausgeprägten Sinn für Humor und entfaltete nicht selten eine komisch-heroische Ironie, die derjenigen des Ariost verwandt ist. Die Diskussion der Werke von D. bestimmen im wesentlichen drei kontrovers erörterte Aspekte. Eine vergleichsweise große Zahl von Werken weltl. Thematik, darunter einige von höchster Qualität, vergegenwärtigt Themen, die schwer zu interpretieren sind. Mitunter leiten sich die Darst. aus der klass. Lit. ab, wie im Falle der 10 Szenen aus Vergils Aeneis für das "camerino" von Herzog Alfonso (erh. Exemplare in Washington, Ottawa, Birmingham, New York), manchmal sind es reine Allegorien, wie im Falle der vermutl. für Isabella d'Este am Hof von Mantua geschaffenen Allegorie des Schicksals (Los Angeles). Weitaus häufiger scheinen sie jedoch allegor. mit mytholog. Figuren zu mischen, so daß heute für Werke wie Jupiter, Merkur und Virtus (Wien) oder die Mytholog. Allegorie (Los Angeles) höchst unterschiedl. Interpretationen vorgeschlagen werden. In diesen Fällen scheint die Ikonogr. ihre Komplexität der Beteiligung eines Hof-Humanisten zu verdanken und mag Bestandteil eines Programms sein, das sich oftmals ein eigensinniges Vergnügen daraus macht, alte Themen und Geschichten neu zu deuten oder gar trad. Figuren neue Attribute zu verleihen, so daß sie als solche nicht mehr ohne weiteres erkennbar sind. Diese freie, erfinderische Vorgehensweise betrifft auch Figuren, die von der zeitgen. Lit. angeregt wurden: Die vormals als Kirke bek. Darst. einer Zauberin in der Gall. Borghese in Rom gilt heute gemeinhin als Melissa, die gütige Magierin aus dem "Orlando Furioso", auch wenn genaue Anhaltspunkte, die ihre Identität zweifelsfrei belegen, gänzl. fehlen. Manchmal scheinen die Werke des D. - viell. unter dem Einfluß dt. Kpst. - weder ein lit. noch ein allegor. Thema zu haben und grenzen wie im Falle des Standartenträgers (Allentown) und der Drei Lebensalter (New York) an Genre-Darst., für die sich eher noch die Bezeichnung "Ländliche Idylle" anbieten würde. - Ein anderes Hauptproblem ist die Chronologie der Werke D.s. Vergleichsweise wenige Arbeiten sind dok., keine weisen Dat. auf, und noch vor kurzem galt die 1522 im Dom von Modena installierte Tafel mit den Hll. Sebastian, Joh. Bapt. und Hieronymus als frühestes Werk, geschaffen zu einem Zeitpunkt, als der Maler bereits Mitte 30 war. Um die Lücke im Frühwerk zu schließen und dieses in Einklang zu bringen mit der Nachr. des Dolce (1557), daß D. ein Schüler von Tizian gewesen sei, hat Longhi (1927, '34) D. eine Gruppe tizianesker Bilder provinziellen Char. zugeschr., darunter die Hl.Fam. mit dem Johannesknaben und Stiftern (Philadelphia) und die Badenden, und diese in die Zeit um 1510-15 datiert. Die von einigen Kritikern geltend gemachten Zweifel (cf. bes. Dreyer, 1964-65) haben sich in letzter Zeit durch die Publ. bestimmter Dok. durch Franceschini (1995) als begründet erwiesen. Sie zeigen, daß das vormals als Werk der 1520er Jahre angesprochene Costabili-Polyptychon (Ferrara, PN) tatsächl. aus dem Jahr 1513 stammt und somit als ein neues stilist. Zeugnis für eine stark ausgeprägte giorgioneske Phase im Frühwerk des Malers zu gelten hat. D.s weitere Entwicklung ab ca. 1516 und die erfolgreiche Ausbildung seines Stils als Folge der Kontakte mit Tizian, Raffael, Michelangelo und Giulio Romano ist im allg. überzeugend von Ballarin (1994-95) aufgezeigt worden. - Ein dritter kontroverser Aspekt der D.-Forschung ist die Frage der Zuschr. und betrifft nicht nur die von Longhi gebildete Gruppe vermeintl. Frühwerke, sondern den gesamten Bereich der gemeinsamen Tätigkeit von D. und Battista seit den späten 1520er Jahren. Schließl. birgt die Problematik der Portr.-Malerei D.s weitere Schwierigkeiten der Zuschr., wird doch sein Name gelegentl. mit einer Gruppe vorzüglicher nord-ital. Männer-Portr. im Louvre, in Stockholm, im Fogg AM und in Wichita in Verbindung gebracht, die jedoch in wichtigen Punkten von dem Stil seiner and. Arbeiten abweichen. Dies gilt insbesondere für die beiden letzten Arbeiten, die eher von Girolamo da Carpi bzw. Camillo Boccaccino stammen mögen. - Was seine in ihrer Suche nach flüchtigen Licht- und Schatteneffekten und unter Ausnutzung einer expressiven Pinselschrift bemerkenswert lockere und experimentelle Maltechnik anbelangt, war D. ein treuer Schüler des Giorgione. Röntgenuntersuchungen der Werke D.s zeigen ausgiebige und radikale "pentimenti"; selbst in seiner raffaelesken bzw. giuliesken Phase machte er offensichtlich kaum Gebrauch von Vor-Zchngn. Die wenigen bek. Zchngn in der Art D.s stehen mit Gem. des Meisters kaum in Beziehung und mögen allesamt eher von Battista als von D. selbst stammen.
WV, Lit. und weitere Inf. bei F.Gibbons, 1968; A.Ballarin, 1994-95; Kat. Ferrara etc. 1998. - Weder Werke von Dosso noch von Battista D. sind sign.; ledigl. der Hl. Hieronymus (Wien) ist rechts unten mit D.s Namen in Form eines Rebus mit einem Knochen ('osso') und dem Großbuchstaben D bezeichnet. Alle Gem. auf Lw., sofern nicht anders vermerkt. - 1. Weitgehend oder vollst. von Dosso stammende Gem.:
Solo exhibitions:
1998/99 Ferrara, New York, Los Angeles (K: P. Humfrey/M. Lucco). -
Group exhibitions:
1894 London, Burlington FA Club: Pictures, drawings and photographs of the School of Ferrara-Bologna 1440-1540 (K: R.Benson) / 1933 Ferrara: La pitt. ferrarese del Rinascimento (K: N.Barbantini) / 1984 London, Matthiesen FA: From Borso to Cesare d'Este (K) / 1986-87 Bologna, Washington, New York: L'età del Correggio e dei Carracci/The age of Correggio and the Carracci (K) / 1993 Paris, Grand Pal.: Le s. de Titien.
Thieme-Becker, Vollmer, and AKL:
ThB9, 1913.
Other encyclopedias:
Campori, 1855; PittItalCinquec II, 1988; DA IX, 1996 (Lit.).
Printed sources:
Ausführl. Bibliogr.: Gibbons, 1968; Ballarin, 1994/95; P.Humfrey, in: DA IX, 1996. - Dok. und Quellen: Vasari, ed. Milanesi, V, 1880, 96-101; L.Dolce, L'Aretino ovvero Dialogo della pitt., Ve. 1557, 9v-10; M.A. Guarini, Compendio hist. dell'origine ... delle chiese ... di Ferrara, Ferrara 1621; C.Brisighella, Descr. delle pitt. e scult. della città di Ferrara (ca. 1704-10), ed. M.A. Novelli, Ferrara 1991; G.Baruffaldi, Vite de' pittori e scultori ferraresi (1697-1722), ed. G.Boschini, I, Ferrara 1844, 239-293; C.Barotti, Pitt. e scolt. ... di Ferrara, Ferrara 1770; G.A. Scalabrini, Mem. istoriche delle chiese di Ferrara, Ferrara 1773; C.Cittadella, Cat. istor. di pittori e scultori ferraresi, Ferrara 1782; A.Frizzi, Mem. per la storia di Ferrara, Ferrara 1796; L.N. Cittadella, Doc. ed ill. risguardanti la storia artist. ferrarese, Ferrara 1868; id., I due Dossi, pittori ferraresi del sec. XVI, Ferrara 1870; A.Venturi, Arch. stor. dell'arte 5:1892, 440-443; 6:1893, 48-62, 130-135, 219-224; C.Ausserer/G.Gerola, I doc. clesiani del Buonconsiglio, Misc. di storia veneto-tridentina 1925, 1-258. - Weitere Lit. (Auswahl): H.Mendelsohn, Das Werk der D., M. 1914; R.Longhi, Un problema di Cinquecento ferrarese (Dosso giovane) und Una favola di Dosso (beide 1927), Repr.in: Opere complete, II, Fi. 1967, 157-161, 306-311; id., Officina ferrarese (1934), Repr. in: Opere complete, V, Fi. 1968; E.H. Gombrich, Renaiss. artistic theory and the development of landscape paint. (1953), Repr. in: Norm and form, Lo. 1966; M.G. Antonelli Trenti, Arte antica e mod. 28:1964, 404-415; P.Dreyer, Pantheon 22:1964, 220-232, 363-375; 23:1965, 22-30; A.Mezzetti, Il Dosso e Battista Ferraresi, Ferrara 1965; F.Gibbons, Dosso and Battista Dossi. Court painters at Ferrara, Pr. 1968; S.J. Freedberg, Paint. in Italy 1500-1600, Harmondsworth 1971; C.Volpe, Paragone 25:1974(293)20-28; S.Schaefer, Bull. Philadelphia Mus. of Art 1978(320)13-24; A.Braham/J.Dunkerton, NG technical bull. 5:1981, 26-37; M.Calvesi, Storia dell'arte 46:1982, 209-213; C.Volpe, Paragone 1982(283-285)3-14; F.Trinchieri Camiz, in: Frescobaldi e il suo tempo (K Ferrara), Ve. 1983, 85-91; A.De Marchi, Arte veneta 40:1986, 20-28; O.Baracchi/C.Giovannini, Il Duomo e la Torre di Modena, Md. 1988, 207-226; id., Prospettiva 68:1992, 57-60; T.Frangenberg, ZKg 56:1993, 18-37; id., Renaiss. studies 7:1993, 352-378; A.Ballarin, D.D. La pitt. a Ferrara negli anni del ducato di Alfonso I (mit Reg. der Dok. von A.Pattanaro, WV von V.Romani), I-II, Cittadella 1994-95; C. Del Bravo, Artibus et historiae 30:1994, 71-82; A.Franceschini, Paragone 1995(543-545)110-115; S.Tumidei, in: Il Castello del Buonconsiglio, II, Trento 1996, 131-157; C.Cremonini, Dialoghi di storia dell'arte 4/5:1997, 250-257; P.Humfrey/M.Lucco, Apollo 147:1998(432)22-30; P.Humfrey, Rev. de l'art 119:1998(1)9-20; L.Ciamitti/S.F. Ostrow/S.Settis (Ed.), Dosso's fate. Paint. and court culture in Renaiss. Italy, L.A. 1998 (mit Beitr. von F.Bachelli, A.Bayer, J.Bentini, A.Biondi, J.Bridgeman, L.Ciammitti, L.D'Ascia, A.De Marchi, A.Franceschini, B.Fredericksen V.Gheroldi, M.Hochmann, P.Humfrey, M.Lucco, A.Nova, W.Prizer, G.Romano, C.H. Smyth ).; P.Humfrey, Paragone 50:1999(595)46-62; K.Christiansen, Apollo 151:2000(455)36-45; J.Bridgeman/K.Watts, ibid. (456)20-27; G.Fiorenza, ArtB 82:2000, 252-279.
Dossi, Dosso, eigentlich Giovanni de Lutero (de Luteri) oder de Costantino, Maler, das Haupt der ferrares. Schule des 16. Jahrh., † kurz vor d. 27. 8. 1542. Der Vater Niccolö de L. oder de C. stammte aus Trient und siedelte nach Ferrara über, wo er als Gutsverwalter im Dienste Ercole's I. gestanden haben soll; 1536 ist er noch am Leben, doch 1539 bereits verstorben. Die Überlieferung nennt Jacobina da Porto als seine Ehefrau und Mutter des Dosso und Battista D.; sie war 1539 noch am Leben. Über den Geburtsort der Brüder sind wir urkundlich nicht unterrichtet. Man nahm früher an, daß Dosso noch in der tridentinischen Heimat der Eltern geboren sei, da er in einem zeitgenöss. Gedicht "il Tridentino" angeredet wird. Mehr Wahrscheinlichkeit hat aber die Hypothese, daß der Geburtsort beider Brüder im Mantuanischen lag, da der Vater nachweislich Besitztümer in einem Dorfe Dosso im Mantuanischen hatte. Vermutlich verdanken die Brüder Dossi diesem Orte auch ihren Beinamen. Der Name Dosso schlechthin ohne weitere Bezeichnung wird nur für den berühmteren der Brüder, Giovanni, angewendet, während der zweite Bruder als Battista oder als Battista di Dosso oder auch nur als fratello del Dosso erwähnt wird. Die notariellen Urkunden führen meist den obengenannten vollständigen Namen der Brüder auf, mit dem Zusatz "genannt Dosso". Erst im 18. Jahrh. taucht als Verdoppelung des ursprünglichen Beinamens die Bezeichnung Dosso Dossi für Giovanni auf. D.s Geburtsjahr ist unbekannt. Nach Vasari soll er ungefähr gleichaltrig mit Ariost (geb. 1474) gewesen sein. Eine unverbürgte Überlieferung des 19. Jahrh. nennt d. J. 1479. Gesichert sind uns die Daten seines Testaments 1541 und seines Todes: kurz vor dem 27. 8. 1542. D. war mit Giacoma Ceccati di Castello, aus dem Distrikt von Rovigo, vielleicht seit 1537, vermählt, von der er schon vorher zwei uneheliche Töchter, Lucrezia und Lelia, hatte, die er zugleich mit einer ältesten, dritten unehelichen Tochter Marzia, die aus seinen Beziehungen zu einer Ehefrau stammte, am 2. 7. 1535 legitimieren ließ: die Töchter waren damals 11, 6, und 3 Jahre alt. Giacoma hat ihren Gatten um viele Jahre überlebt und ist vielleicht 1557 gestorben. Mit seinem Bruder Battista hat D., wie urkundlich erwiesen, nicht immer in gutem Einvernehmen gestanden, obgleich beide gemeinschaftlich ein Haus besaßen und von ihren Auftraggebern, besonders von Alfonso I., zu gemeinsamen Arbeiten hinzugezogen wurden. Nach Vasari, dem sich viele Forscher anschließen, hätte D. seinen ersten Unterricht bei Lorenzo Costa empfangen, während Morelli, Phillips u. Zwanziger in Panetti seinen ersten Lehrer sehen wollen. Stilistisch weisen die Erstlingswerke D.s keinen unmittelbaren Zusammenhang mit den genannten Künstlern auf, wohl aber mit Mazzolino. Wenn der Dichter u. Zeitgenosse Ludovico Dolce in seinem Dialog über die Malerei (1557) von den beiden Dossi berichtet, daß der ältere längere Zeit in Venedig, der jüngere in Rom unter Raffael studiert habe, so darf man das mit Venturi getrost dahin erweitern, daß D. in seinen Werken mehr venezianisches, Battista mehr römisches Wesen in sich aufgenommen hat. Die Vermutung liegt demnach nahe, daß beide Brüder die beiden großen Mittelpunkte italienischer Kunst gekannt haben. Die Urkunden freilich enthalten hierüber nur spärliche Nachrichten. 1517 war D. im Dienste Herzog Alfonso's I. in Florenz, 1518 in Venedig. Zu Tizian scheint er in freundschaftlichen Beziehungen gestanden zu haben, denn im November 1519 unternehmen Tizian u. D. eine Reise nach Mantua, um die dortigen Kunstschätze zu sehen. Battista ist 1520 in Rom nachweisbar, für beide Brüder sind enge Beziehungen zu Raffael beglaubigt. Die erste Urkunde über D. rührt von 1512 her, als er in Mantua für Federigo Gonzaga ein großes Bild mit elf Figuren im neuen Palaste bei San Sebastiano ausführte. Seit 1514 ist D. im Kastell in Ferrara nachweisbar (Campori, Not. d. Maiol.), seit 1517 finden wir beide Brüder mit Aufträgen für Herzog Alfonso I. beschäftigt. Die erste urkundl. näher bezeichn. Arbeit für die Este sind D.s Malereien von 1518 für die "Via Coperta", einen Gang, welcher den alten estensischen Palast mit dem Kastell verband. Vermutlich ist aber D. schon früher für das Kastell beschäftigt gewesen, vielleicht schon um 1514, als Bellinis Bacchanal für das neu ausgeschmückte Studio des Herzogs entstand. Battistas Name verschwindet vom 13. 11. 1517 bis 1. 10. 1524 aus den herzogl. Zahlungsvermerken; die Vermutung liegt nahe, daß er sich während dieser Zeit in Rom aufhielt. Im Dienste des ferraresischen Hofes haben die beiden D. eine vielseitige Tätigkeit entfaltet. Ihre Kunst diente nicht nur dazu, die Paläste und Kirchen mit Bildern zu schmücken, sondern sie mußten auch, nach der Sitte der Zeit, bei untergeordneten Arbeiten mit Hand anlegen: Triumphwagen, Fahnen, Dekorationen wurden von ihnen gemalt. Battista hat Modelle für Münzen entworfen; beide Brüder werden als Bildhauer erwähnt. Besonders wichtig ist ihre Tätigkeit für die ferraresische Majolikamalerei (1524) und Teppichwirkerei. D. kommt 1526 als Zeichner für Tapeten vor, auch Battista ist vielfach mit Entwürfen für Teppiche beschäftigt, so noch 1545 mit solchen aus der Geschichte des Herkules. Von den Malereien, welche die Brüder für die Lustschlösser der Herzöge von Ferrara und für Laura Dianti ausgeführt haben (Zahlungsvermerke von 1536 und 1537 für Belriguardo u. Belvedere), hat sich nichts erhalten. Battista war für Laura Dianti seit 1538 bis zu seinem Tode mit der Ausmalung des Palazzo degli Angeli beschäftigt. Wenn auch die Fresken für die Villa di Copparo in der Hauptsache nach Battistas Tode ausgeführt wurden, so sind doch für drei derselben noch kurz vor seinem Tode Zahlungen erfolgt: am 20. 10. 1548 für "Frühling", "Sommer" und "Winter". Von den Dekorationsarbeiten der D. im Kastell zu Ferrara scheint einiges auf uns gekommen zu sein: wenigstens ist die Herkunft von dort für die 5 Halbfigurenbilder der Gall. Estense in Modena (s. u.) durch alte Inventare beglaubigt. Ein jedes derselben zeigt in stets wechselnder Anordnung drei Halbfiguren, die in der Form von Allegorien (Musik, Liebe, Wein, Mäßigung) ausdrucksvolle Sittenbilder darstellen. Auch außerhalb Ferraras haben sich einige Reste dekorativer Arbeiten der Brüder erhalten, so die Gestalten der Gerechtigkeit und des Friedens, sowie die Heiligen Georg und Michael (Gal. in Dresden, sämtlich aus der herzogl. Galerie zu Modena stammend). Dekorativem Zwecke diente auch das Bild der Nat. Gall. in London No 1234, "Muse und Dichter" (s. u.). Außer diesen Teilen von dekorativen Bildern in Oltempera haben sich auch Fragmente von Freskenzyklen der beiden D. erhalten. Die Freskenreste in der Villa Imperiale bei Pesaro (nach 1530, wahrscheinlich 1533) sind so stark übermalt, daß man nur noch die bedeutende dekorative Idee erkennt. Die Erzählung Vasaris, daß der Herzog Francesco Maria von Urbino mit diesen Fresken so unzufrieden gewesen sei, daß er sie herunterschlagen und nach den Zeichnungen Genga's neu malen ließ, ist wohl übertrieben, da der Stil der Fresken im Karyatidenzimmer nichts mit der Art Genga's, wohl aber mit der der D. Verwandtes hat. - 1531 finden wir die Brüder wieder in ihrem Stammlande in Trient mit Malereien für das Schloß des Bischofs Bernhard von Cles beschäftigt, das Castello del Buon Consiglio. Die dortigen Fresken, teilweise nur flüchtig aufgeführt und von der Zeit auch stark mitgenommen (Kinderfries), geben doch noch eine gute Vorstellung von dem Dekorationstalent der beiden D. Einiges geht direkt auf ihre Hand zurück, wie die Madonna mit dem Porträt des Bernh. v. Cles auf der Treppe, die Malereien in der kleinen Loggia u. in der ehemaligen "chamara di stuchi", während die Fresken, die sich in der ehemaligen Bibliothek (jetzt Gymnasium) befinden, nur rohes Schulgut sind. Besser als aus den schlecht erhaltenen Fresken läßt sich D.s Bedeutung nach seinen Tafelbildern ermessen: er ist einer der wichtigsten Vermittler venezianischer Kunst gewesen, nicht als geistloser Nachahmer, sondern indem er die fremden Anregungen mit eignem Leben und Gedanken erfüllte. Durch und durch Ferrarese, nicht so zart wie Giorgione, nicht so großartig wie Tizian, ist D. stets ein hervorragender Farbenkünstler, voll Phantasie und Humor; nicht immer ein korrekter Zeichner, aber stets ein glänzender Techniker. Schon Ariost hat die Bedeutung der beiden D. empfunden, als er sie in seinem "Orlando" (Neuaufl. von 1532) den bahnbrechenden Meistern der Zeit einreiht. Aber auch bei den beiden D. läßt sich die Bewunderung für den großen Dichter feststellen, dessen Gestalten sie in ihren Gemälden verherrlichten (Circebilder, Rolands Kampf mit Rodomonte). Nächst Ariost haben antike Schriftsteller (Ovid) beiden Brüdern Vorwürfe geboten (s. u. die mythologischen Bilder). Schon Jak. Burckhardt hat die eigentliche Begabung D.s erkannt, das Fabelhafte zu höchstem sinnlichen Ausdruck zu bringen; Battista hat in dieser Beziehung dem Bruder manches abgelernt. Neben dem Fabelhaften bildet die Kunst der D. schon das reine Genrebild aus, allerdings noch in den Halbfigur-Allegorien verborgen (Rhombenbilder u. sog. Narr in Modena, Bambocciata im Pitti, Bilder in Alnwick Castle, s. u.). Nicht nur in der Auffassung zeigt sich eine Verwandtschaft mit der niederländischen Kunst, sie offenbart sich auch in der vortrefflichen Ausführung des Stofflichen, der Nebendinge, kurzum in dem Sinn für das Stilleben. Allerdings handelte es sich bei den Zahlungen, welche die beiden D. für gemalte Früchte und Blumen erhielten, wohl nicht um selbständige Bilder, sondern um Dekorationsteile. In der Wiedergabe des physiognomischen Ausdrucks ist D. ein Bahnbrecher; von höchster Bedeutung ist auch seine Einwirkung auf die Weiterbildung der Landschaftsmalerei. Schon in den Hintergründen der frühen Bilder ist das Sonnenlicht mit einer Kunst gemalt, die alles übertrifft, was man in Ferrara lernen konnte (hl. Hieronymus der Wiener Galerie). Schattige Waldstellen, wo das Sonnenlicht die Spitzen der Bäume streift (Ruhe auf d. Flucht im Pal. Pitti; Madonna der Gal. Borghese), wechseln mit reichen, abenteuerlichen Gründen und phantastisch gehäuften und phantastisch beleuchteten Felspartien (Circe der Gal. Borghese; hl. Familie in Hampton Court); schäumende Meereswogen erhöhen den Stimmungsreiz (Anbetung der Könige der SIg Mond). In ihrer späteren Entwicklung sind die D. dann zum eigentlichen, selbständigen Landschaftsbild fortgeschritten. Die Ausschmückung der Villa Imperiale mit landschaftl. Fresken ist wiederholt durch Vasari beglaubigt. Seine Heimat Ferrara hat D. zweimal gemalt: 1524 (laut Briefwechsel) für eine Loggia der Herzogin Isabella von Mantua, 1524-26 (nach Zahlungen) für Herzog Alfonso, wobei es sich um einen großen Landschaftszyklus gehandelt zu haben scheint. Auch die Tätigkeit der Brüder als Bildnismaler ist urkundlich bezeugt. 1524 wird Dosso beauftragt, den verstorbenen Herzog Ercole I. zu malen; verschiedentlich ist er auch mit Porträts für Ercole II. und Laura Dianti beschäftigt worden. 1542 malt er die beiden Söhne des, Herzogs - 1546 wahrscheinlich ihn selbst - und 1544 den berühmten ferraresischen Rechtslehrer Andrea Alciati. Wie das Leben der beiden D. bisher im Dunkel liegt, so ist auch die Scheidung ihres Werkes noch nicht einwandfrei durchgeführt worden. Eine Bezeichnung weist nur ein einziges Bild auf, nämlich der hl. Hieronymus in Wien, u. zwar in der Rebusform des Namens Dosso, ein durch einen Knochen (osso) gestecktes D. Es gibt nur wenige sichere Daten, die sich auf erhaltene Gemälde der D. beziehen lassen. Drei große Altarbilder sind für die D. gut beglaubigt: 1522 wurde das Altarbild im Dom von Modena aufgestellt (oben Madonna in Wolken, unten Johannes d. T., Sebastian u. Hieronymus). Das einstige Dombild in Ferrara - jetzt Samml. Chigi in Rom - soll das Vollendungsdatum 1. 3. 1527 - getragen haben; am 20. 11. 1532 kam das Bild mit den vier Kirchenvätern im Dome in Modena - jetzt Dresdner Gal. No 128 - zur Aufstellung. Am 29. 11. 1536 wird die Geburt Christi im Dome von Modena - jetzt in der dortigen Gal. No 176 - aufgestellt. Das Bild, das D. für die Confraternita della morte gemalt hat, u. dessen Bezahlung erst 1542 an die Erben erfolgte, läßt sich nicht sicher nachweisen, dagegen sind Zahlungsvermerke von 1540 an beide Brüder für die Heil. Georg u. Michael der Dresdner Gal. erhalten, während Battista D. allein für das Dresdner Gerechtigkeitsbild 1544 eine Zahlung empfing. Die ältere Literatur hat sich verhältnismäßig wenig mit den Dossi beschäftigt. Vasari behandelt sie knapp und parteiisch. Erst im 19. Jahrh. hat Baruffaldi noch ziemlich unkritisch die erste Biographie der D. geschrieben. Cittadella (1870) ist der erste, der sichtet. Jakob Burckhardt erkannte die geistige Bedeutung Dosso's; Morelli's Verdienst war es, dessen Werk um zahlreiche, noch heute unbestrittene Stücke vermehrt zu haben. Von den neueren Forschern hat vor allem Ad. Venturi die Urkundenforschung gefördert und zugleich die erste Grundlage für eine stilkritische Sichtung des Werkes der beiden Brüder geschaffen; ihm sowohl wie Berenson ist eine über Morelli hinausgehende Erweiterung der Werke zu verdanken. Im folgenden geben wir ein nach dem Aufbewahrungsort aufgestelltes Verzeichnis der wichtigeren erhaltenen Werke der beiden Dossi, die Zuschreibungen erfolgten nach der gangbarsten Meinung der heutigen Forschung: Allnwick Castle, Duke of Northumberland: Riso, Pianto, Ira. - Bergamo, Gal. Lochis No 918: Madonna mit hl. Georg u. einem Bischof (Berenson, Frizzoni: Dosso; Venturi: Battista). - Berlin, Kais. Friedr.Mus. No 161: ("Tizian"), Bildnis des Giovanni Moro (Venturi: Dosso). - Braunschweig, hzl. Mus.: Kopf eines Kriegers (Dosso). - Codigoro, Municipio: Mad. mit den beiden Johannes (Dosso). - Dresden, Gem.- Gal. No 124, 125: der hl. Georg (freie Kopie nach Raffael); hl. Michael (Dosso u. Battista); 126, 127: Gerechtigkeit; Friede (Battista); 128: die vier Kirchenväter (Dosso); 129: die vier Kirchenväter (Dosso; Venturi: Battista). - Ferrara, Pinacot.: Polyptychon (Dosso; mit starker Beteiligung Garofalo's; durch Restauration verdorben). - Florens, Galerie Pitti: Nymphe und Satyr (Dosso; von einigen Forschern noch immer als Giorgione angesprochen); No 148: Bambocciata (Dosso); 380: Joh. d. Täufer (Dosso); 487: Ruhe auf der Flucht (Dosso). - Gras, Landesmus.: Herkules u. die Pygmäen (Battista). - Hamptoncourt No 97: hl. Familie (Dosso u. Battista); 80: Männl. Bildnis (Dosso; Ventura: Battista); 128: hl. Wilhelm (Dosso). - London, Nat. Gall. No 1234: Dichter u. Muse (Dosso); Slg Benson: Circe (Dosso); Sig Brownlow: Szene aus Ariost (Battista); Sig Mond: Anbetung der Könige (Dosso); Marquess of Northampton: Mythol. Bild (Dosso u. Battista); Sig Phillips: Pietà (Dosso). - Mailand, Brera No 431: hl. Georg (Battista); 432: Joh. d. T. (Battista); 43.2: hl. Sebastian (Dosso).- Modena, Dom: Madonna m. Heil. (Dosso); Gall. Est. No 474: Narr (Dosso); 471: Ercole I (Dosso); 440: Geburt Christi (Battista); 450: Alfonso I. (Dosso?; Venturi: Battista); 437: Madonna mit den Heil. Georg u. Michael (Dosso); No 190, 197, 198, 367, 368: Halbfigurenbilder (Dosso u. Battista; s. o.). - Oldenburg, Mus.: No 5: hl. Familie (Battista; Berenson: Dosso). - Parma, Pinacot. No 398: hl. Michael (Battista; Venturi: Dosso). - Pesaro, Villa Imperiale: Fresken im Karyatidenzimmer (stark übermalt; s. o.). - Portontaggiore, Municipio: Madonna mit Heil. (Dosso u. Battista). - Rom, Gal. Borghese No 1: Apollo (Dosso); 217: Circe (Dosso); 304: Diana u. Callisto (?; Battista); Mus. Capitol. No 80: hi. Familie (Dosso); Gal. Doria No 411: Dido (Dosso); Pal. Chigi: Johannes Ev. u. hl. Bartholomäus (Dosso). - Rovigo, Pin. No 135, 102. 110: Altarbild mit Flügeln (Dosso u. Battista). - Stuttgart, Mus. No 454: Ritter u. Knappe, im Kat. Saul u. David (Dosso). - Trient, Castello: Freskenreste (s. o.). - Wien, Gem.- Gal. No 68: hl. Hieronymus (Dosso; s. o.); Graf Lanckorotiski: Jupiter u. die Tugend (Dosso). - (Vimborne (Dorset), Lord IVimborne, Canford Manor: Joh. d. Täufer in der Wüste (von Unterzeichneter nicht gesehen; Dosso). Urkunden: L. Pungileoni, Mem. ist. di Ant. Allegri, l'arma 1818 II 45. - G. Campori, Notiz. ined. di Raffaello d'Urb., Modena 1s!i i p. 29 ff. - L. N. Cittadella, Doc. ed ill. etc. ferrar. 1868 p. 65-7, 164-5. - A. Venturi in Arch. stor. dell' arte II (1889) 253; V (1892) 440; VI (1893) 48, 130, 219; in Atti e Mern. della R. R. Dcp. di stor. patr. p. le prov. Moden., Ser. 3 vol. 3' (1885) 1 ff. (Confraternita della Morte). - G. Campori, La Capp. Est. net duomo di Modena; in Atti e Mern. delle RR Dep. di stor. pudr. p. le prov. dell' Emilia N. S. V 1 p. 83 ff.; Notiz. della Maiolica etc. di Ferrara, 1871 p. 21. - A. Dondi. Notiz. stor. ed art. del duomo di Modena, 1896 p. 104-5, 167. - Luzio, La Gall. dei Gonzaga, 1913 p. 217 ff.; in Emporium XI (1900) 431 (Aufträge für Isabella d'Este). - O. H. Giglioli, in Rivista d'arte VII (1910) 166-7. Allgemeine Darstellungen: Vasari-Milanesi V96; dtsche Ausg. Gronau-Gottschewsky V (1908) 317. - Scannelli, Il Microcosmo della pittura, Cesena 1657 p. 318. - Lanzi, Stor. pitt. 1795 f. II 229 ff. - Frizzi, Mern. p. la stor. di Ferrara, 1796 IV 357. - Ughi, Diz. stor. degli uomini ill. ferrar. 1804 I 152. - Zanotti, Lettera a premettersi alle vite ined.. . di Gir. Baruffaldi sen., Bologna 1834 p. 8, 24. -Nagler, Kstlerlcx. 1836 III. - F. Fabi-Monrani, Cenni sulla vita e le opere di D. D.; in Giorn. Arcadico, Rom, XCII (1842) 208. - Baruffaldi, Vite de' pitt. etc. ferr. 1844 I 239. - G. Campori, Artisti etc. negli stati Estensi, 1855 p. 189. - J. Burckhardt, Der Cicerone, 1855; 10. Aufl. 1910 II 893-5. - Laderelti, La pitt. ferr. 1856 p. 65-72. - L. N. Cittadelta, I due Dossi, 1870. - Voltmann-Woermann, Gesch. der Mal. 1879 ff. II 694. - J. Lermolieff (More Ili), Kstkritische Studien etc. Die Galerien Borghese u. Doria Patnfili in Rom, 1891 p. 276 ff.; Die Galerie zu Dresden, 1893 p. 60-1. A. Venturi, La Gall. Estense, Modena 1883 p. 19 ff.; La Gall. Crespi, Alaild 1900 p. 31 ff. G. Gruyer, L'Art ferrarais, 1897 II 256 ff. Bryan, Dict. of Painters, 1903 II. - B. Berenson, North Ital. Painters of the Renaiss. 1907 p. 130-1, 208-11 (Verzeichn. d. Werke); Stud. a. Crit. of Ital. Art, 1. Ser. p. 30 f. B. Patzak, Die Villa Imperiale in Pesaro (Stud. zur Kstgesch. der italien. Ren. u. Bar. Villa III) 1908 p. 243 ff., 282 ff. - C. Ricc Gesch. der Kst in Nordital., dtsche Ausg. Stuttgart 1911 p. 380 ff. - Gardner, The painters of the School of Ferrara, 1911 p. 143 ff. - W. C. Zwanziger, Dosso Dossi, 1911 (mit Verzeichn. d. Werke u. Lit.); cf. Rez. G. Gronauin Monatsh. f. Kstwiss. 1911 p. 191 ff.; H. Mendelsohnin Repert. f. Kstwiss. XXX (1911) 172; M. Dvorak in Kstgesch. Anz. 1910 p. 80. L. Venturi, Giorgione e il Giorgionismo, 1913 p. 190-7, 377-8. - H. Mendelsohn, Das Werk der Dossi, München 1913. Einzelheiten: F. Harck in Arch. stor. dell' arte I (1888) 102 (Flucht nach Ägypten, Sig v. Harck, Scusslitz). - H. Thodein Jahrb. d. preuß. Kstsammt. X (1888) 161 (f. (Villa Imp. bei Pesaro). - A. Venturi, Tesori d'arte Med. di Roma, 1896 (Bild der Slg Chigi). - J. v. Schlosser in Jahrb. d. k. preuß. Kstslgn XXI (1900) 266 ff. (Slg Lanckoronski, Wien; Graz, Landesmus.). - H. Schmölzer, Die Fresken des Castello di Buon Consiglio in Trient u. ihre Meister, Innsbruck 1901 p. 6 ff. (cf. Arch. Trentino XVII 1 119031 104 f.). - C. Ricci in Rass. d'arte 1904 p. 54 f. (Brera-Bilder). - A. Colasanti in L'Arte VII(1904) 482 (Slg Colonna, Rom: Bildn. ein. Kriegers). - C. Phillips in Art Journ., 1906 p. 353 f. (Pietà, Slg Phillips). - L. Venturi in L'Arte XII (1909) 31 ff. (Callisto, Gal. Borghese). - L. Test i in Bollett. d'arte 1907 fase. 4 p. 19; 6 p. 29 (hl. Michael der Pin. in Parma); cf. A. Venturiin L'Arte X(1907) 235. - F. Wickhoffin Münchn. Jahrb. d. bild. Kst III (1908) 21 ff. (Frauenbild der Sig Tucher, Wien). - H. Mende Isohnin Burlingt. Magaz. XIX (1911) 79 f. ("Did the D. brothers sign their pictures?"); im Jahrb. d. k. preuß. Kstslgn XXXIII (1912) 22151 (Zur Chronol. D. D.s). - L. Venturiin L'Arte XV(1912) 215 (Sibylle der Ermitage). Guiden von Bologna, Ferrara, Forli, Mantua, Padua etc. - Inventare etc. - Kataloge der genannten Sammlungen; ferner G. Campori, Race. di Cataloghi etc., 1870. - Vitt. Matteucci, Le Chiese artistiche del Mantovano, 1902 p. 361 f. (Mantua, Sa Apollonia, Madonna mit d. hl. Joh. Ev. u. hl. Martha; Zuschreibg). - Parthey, Dtscher Bildersaal, 1861 I. - Illustr. Catalogue of the Works of the Schools of Ferrara & Bologna (1440-1540); Burlingt. Fine Arts Club, 1894. - Mireur, Dict. des Ventes d'art, 1901 ff. II. - Jahrb. der Bilderetc. Preise, Wien 1911 ff. II.