Aktualisiert
Frei zugänglich

Twombly, Cy

Geboren
Lexington (Virginia), 25. April 1928
Gestorben
Rom, 5. Juli 2011
Land
Vereinigte Staaten, Italien
Geschlecht
männlich
GND-ID
Weitere Namen
Twombly, Cy; Twombly, Edwin Parker (Eigentlicher Name)
Berufe
Maler*in; Grafiker*in; Bildhauer*in; Fotograf*in; Collagekünstler*in; Objektkünstler*in; Zeichner*in; Druckgrafiker*in
Wirkungsorte
Rom, New York
Zur Karte
Von
Graser, Jenny
Zuletzt geändert
11.11.2025
Veröffentlicht in
AKL CXI, 2021, 80; Vollmer VI, 1962, 455

VITAZEILE

Twombly, Cy (eigtl. Edwin Parker), US-amer. Maler, Zeichner, Bildhauer, Fotograf, Druckgrafiker, *25.4.1928 Lexington/Va., †5.7.2011 Rom.

LEBEN UND WIRKEN

Stud.: 1947-49 Malerei an der School of the MFA, Boston/Mass.; 1949 Washington and Lee Univ., Lexington/Va.; 1950 Art Students League, New York; 1951/52 Black Mountain College/N.C. Stip.: 1952 Travelling Scholarship, Virginia MFA. Prof.: 1955/56 Art Dept. of Southern Seminary and Jun. College in Buena Vista/Va. Ausz. u.a.: 1978 Skowhegan Med. for Drawing; 1984 Internat. Preis für bild. Kunst des Landes BW; 1987 Rubenspreis, Siegen; 1988 Chevalier dans l'Ordre des Arts et des Lettres; 1993 Ehrendoktorwürde der Washington and Lee Univ., Lexington/Va.; 1995 Kaiserring, Goslar; 1996 Praemium Imperiale für Malerei, Japan Art Assoc., Tokio; 2001 Goldener Löwe, Bienn. Venedig; 2006 McKim Prize, Amer. Acad., Rom; 2008 Altenbourg-Preis, Lindenau-Mus., Altenburg; 1987 Ernennung zum Mitgl. der Amer. Acad. und des Inst. of Arts and Letters, New York. - Bereits als 12-Jähriger nimmt T. priv. Malstunden bei dem katalan. Künstler Pierre (Pere) Daura (1896-1976), der ihm die mod. europ. Malerei nahebringt. Während des Stud. in Boston vertiefte Beschäftigung mit dem europ. Expressionismus, Dada und Surrealismus, bes. mit Max Beckmann und Oskar Kokoschka, die in Boston ausstellen, sowie Chaim Soutine, Kurt Schwitters und Alberto Giacometti. Prägend wird in New York die Begegnung mit Werken von Jackson Pollock, Barnett Newman, Mark Rothko, Robert Motherwell und Clyfford Still in den Gal. von Betty Parsons und Samuel Kootz bzw. mit Arbeiten von Franz Kline und Willem de Kooning in der Egan Gallery. Aber auch die Schule von Fontainebleau und Joseph Mallord William Turner zählen zu seinen Vorbildern. Am Black Mountain College studiert T. zus. mit Robert Rauschenberg und Dorothea Rockburne Fotogr. bei Hazel Larsen Archer (1921-2001) und beginnt mit einer Lochkamera zu fotografieren. Im Nov. 1951 erste Einzelausstellung seiner Gem. in der Seven Stairs Gall. in Chicago. Wichtige Anregungen findet T. in prähistorischer, Amer. Indian, mex. und afrikanischer Kunst. Char. für die Gem. aus dieser Zeit sind pastose, durchfurchte Oberflächen und eine abstrakte Bildsprache, die deutliche Referenzen zu den Arbeiten von Jean Dubuffet aufweist (Ohne Titel, Wandfarbe/Lw., 1951, Berlin, Slg Marx). Abstrahierte Figurationen lassen überdies an Paul Klee denken. Im Sommer 1952 lernt er am Black Mountain College Rauschenberg, John Cage, Motherwell und Kline kennen. Im Herbst 1952 Aufbruch zu einer Europa- und Nordafrikareise mit Rauschenberg, die u.a. nach Italien (Palermo, Neapel, Rom, Florenz, Assisi, Venedig) und Marokko führt. Sein Leben lang unternimmt T. immer wieder monatelange Reisen. Während der Militärausbildung 1953 in Camp Gordon bei Augusta/Ga. mietet er an den Wochenenden ein Hotelzimmer und zeichnet nachts im Dunkeln. Indem er den Grafitstift gewissermaßen blind führt, vermeidet er, sich graf. Könnerschaft oder Routine anzueignen; Kontrollverlust und eine naive, kindliche Zeichensprache zwingt sich der Künstler selbst auf. Diese abstrakten Zchngn bilden den Ausgangspunkt für seine spätere Symbolsprache: dicht gebündelte Bleistiftstriche, Knoten und Büschel, Kritzeleien und Schleifen kombiniert mit geschwungenen Vertikalen. Daraus spinnt sich Fragiles, das mal zu stehen, mal zu kippen scheint, mal statisch, mal in Bewegung begriffen ist. 1953 verwendet T. neben Bleistift und Farbstift auch Bleiweiß, verdeckt damit Gezeichnetes, das jedoch durch die Farbschicht hindurchscheint. Seine Gem. gleichen insofern den Zchngn, als sich schwarzes Liniengewirr in mal dünnen, mal breiteren Bahnen über einen hellen Grund erstreckt. Allerdings ist die Oberfläche bei den Gem. sehr rau, stellenweise verkrustet und von Ritzungen durchbrochen (Tiznit, ölbasierte Wandfarbe, Wachskreide, Stift/ Lw., 1953, Priv.-Slg). Im Aug. 1954 bezieht er ein Atelier in Manhattan, New York, und beginnt an einer Gruppe von grau grundierten Gem. sowie an dem Gem. Panorama (Ölfarbe, Wachskreide, Kreide/Lw., 1955) zu arbeiten. Anleihen bei surrealen Figurationen, die seine Arbeiten bis 1953 kennzeichnen, werden von linearen, an fortlaufende Handschrift erinnernden Schlaufenformen abgelöst. Hinzu kommen Bleistiftzeichnungen, in denen sich Bildgrund und -motiv verbinden und Schleier zuvor Gezeichnetes verdecken, sowie Gipsskulpturen im Sand von Staten Island (zerst.). Im Feb. 1957 Übersiedlung nach Italien. Weiterhin benutzt er Wandfarbe, z.T. mit den Fingern aufgetragen, um Bleistiftschichten auszulöschen oder zu überdecken. Doch ist die Wandfarbe nun dünner aufgetragen, die Oberfläche ist cremiger, glatter, bildet keine Krusten und Furchen mehr. Luftigkeit und Licht durchströmen die Bilder. Auch Farbe tritt hinzu: Ocker, Gelb, Orange und Rot. Die Komp. von 1957-58 weisen nun häufiger eine diagonale Neigung von links unten nach rechts oben auf. Dieses dynamische Element bleibt char. auch für T.s späteres Werk. 1959 Heirat mit Baronin Tatiana Franchetti. In Auseinandersetzung mit der Dichtung Stéphane Mallarmés entsteht im selben Jahr die 24-teilige Ser. von Papierarbeiten Poems to the Sea (New York, Dia Art Found.). Statt wie bisher Wandfarbe verwendet er dabei Ölfarbe, die er nicht mehr dünn und gleichmäßig fließend aufträgt, sondern in einzelnen Mengen aus der Farbtube herausdrückt und so über den Grund verteilt, dass sie sich plastisch-körperhaft auf den Malgrund legt. Alle nahezu quadratischen Bll. der Ser. weisen im oberen Tl eine mit Lineal gez. schwarze oder blaue Linie auf, die an eine Horizontlinie denken lässt. Unterhalb dieser Linie trägt T. mit Kreide, Farbstiften und einem in weiße Ölfarbe getauchten Pinsel dichte Schraffuren, offene Wellenlinien, abstrakte Farbklekse, aber auch geometrische Formen auf. Teilw. überlagern sie sich und löschen dabei bereits aufgetragene Spuren aus. Die einzelnen Markierungen folgen keiner einheitlichen Bewegung, sondern sind jeweils durch eine eig. Dynamik gekennzeichnet. Während die Wellenlinien mit der gleichmäßigen Bewegung von Meereswellen vergleichbar sind, lassen sich die Farbspritzer und vereinzelten markanten Setzungen als plötzliches, kurzzeitig eintretendes Ereignis deuten. Dieses Element der Zeitlichkeit ist eines der zentralen Themen in T.s Œuvre. Ebenfalls 1959 fertigt er drei Skulpturen; danach widmet er sich erst wieder 1976 der Plastik. 1960-65 entstehen Bilder, in denen Schichtungen und bildfüllende, sich aus Einzelformen formierende Bewegungsflüsse kombiniert sind und zunehmend Farbe verwendet wird (Triumph of Galatea, Ölfarbe, ölbasierte Wandfarbe, Wachskreide, Stift/ Lw., 1961, Houston [Tex.], Menil Coll., Leihgabe aus Privatbesitz). 1961 mietet sich T. ein Atelier in Rom, das er fünf Jahre behält. Seine Aufenthalte in Italien spiegeln sich auch in seinen Werktiteln (z.B. Bay of Naples, Öl, Kreide, Bleistift/Lw., 1961, Houston [Tex.], Menil Coll.; The Italians, Öl, Bleistift, Kreide/Lw., 1961, New York, MoMA). 1966 beginnt T. die Ser. der Grey Paint. (Night Watch, Fassadenfarbe, Kreide/Lw., 1966), deren Ikonogr. auch sein Werk der kommenden Jahre prägt: Schlaufenförmige, sich überschneidende Linien, die untereinander aufgereiht werden, nehmen den Bildraum ein. Die Linien weisen einen schriftartigen Char. auf, nehmen jedoch nicht die Form von Zeichen oder Buchstaben an und verweigern sich dadurch jeglicher sinnkonstituierenden Funktion. Die Schlaufenbilder von 1966-68 sind durch gleichmäßige Schlaufenformen gekennzeichnet. Sie sind in weißer Kreide auf grauen Grund gesetzt und erstrecken sich horizontal über die gesamte Bildbreite. Die Linie ist das bestimmende Bildelement, durch das Zeitlichkeit, Raum und Bewegung zum Ausdruck gelangen. Auch mit den Chronofotografien Étienne-Jules Mareys und futuristischen Zeitdarstellungen - der Darst. eines Bewegungsablaufs, der in mehrere, hintereinander aufgereihte Momentaufnahmen aufgesplittet ist - befasst sich T., v.a. in der dreiteiligen Bildfolge Orion III (Dispersionsfarbe, Kreide, Bleistift/Lw., 1968, München, Mus. Brandhorst). In einer R. von Collagen verarbeitet er zudem Motive aus Leonardo da Vincis Studien zu menschlicher Anatomie und zu Wirbelstürmen, Luft- und Wasserbewegungen. 1970-71 setzt T. die R. der Schlaufenbilder fort, von denen nun aber eine dynamischere, fast chaotische Wirkung ausgeht. Die Schlaufenformen lösen sich auf und weisen z.T. spitze Formen auf. Häufig überlagern sich die Linien, deren Dichte zunehmend variiert und die nun durch den Bildrand beschnitten werden. Oft weisen die Bilder kein Zentrum, sondern eine sich gleichmäßig durchziehende, schräge oder horizontale Bewegung auf. In den Arbeiten von 1971 ändert sich das Verhältnis von gez. und malerischen Elementen. Waren Linien und die von herunterlaufender Farbe eingenommenen Flächen bislang nebeneinander gesetzt, so überlagern sie sich nun. Neben Malerei, Zchng und Collage widmet sich T. der Druckgrafik und fertigt u.a. 1971 eine Ser. von Lith. für Untitled Press. Dichte parallele oder sich überlagernde monochrome Linien nehmen in gestischen Schwüngen den Bildraum ein, wahren jedoch Abstand zum Bildrand. 1974 entsteht eine Ser. von Lith., die neben gestischen Grafismen und geschriebenen Worten nun auch abbildhafte Motive, u.a. abstrahierte Pilzformen aufweisen (Natural Hist. P. I, Mushrooms, 1974, Aufl.: 98 Exemplare). Das daran anschl. Portfolio Natural Hist. P. II - Some Trees of Italy vollendet er zwei Jahre später. Zu der Zeit erwirbt er ein Haus in Bassano, nördlich von Rom, wo er in den kommenden Jahren die Sommermonate verbringt. In den Arbeiten von 1973-78 vergegenwärtigt T. hist. und mythologische Figuren, indem er ihre Namen in flüchtiger Handschrift, als Widmung oder in Form emblemartiger Zeichen in die Bilder integriert (Apollo and the Artist, Öl, Wachskreide, Bleistift, Collage, 1975, New York, C.T. Found.). 1977-78 setzt sich T. in mehrteiligen Arbeiten mit mythologischen Erzählungen auseinander, u.a., in Anlehnung an Nicolas Poussin, mit den Bacchanalien. Auch entsteht der bed. Zyklus zu Homers Ilias, zu dem ihn die Lektüre von Alexander Popes Übersetzung (1715-20) anregt (Fifty Days at Iliam, Öl, Ölkreide, Grafit/Lw., zehnteilig, 1977-78, Philadelphia [Penn.], MoA). Wie Ruth Langenberg in ihrer Diss. hervorhebt (Langenberg, 1998), folgt T. zwar nicht der Chronologie der Textvorlage, doch werden handelnde Personen in einen zeitlichen Verlauf eingebettet. Nach E. des Ilias-Zyklus widmet sich T. verstärkt dem Thema Natur, das er auch in plast. Arbeiten integriert, z.B. seine abstrakten Komp. aus Papier, Nägeln, Holz und and. Naturmaterialien oder Fundstücken (Cycnus, Holz, Palmblatt, weiße Farbe, 1978, New York, C.T. Found.). Die Objekte sind dick mit weißer Farbe bestrichen, sodass die Diversität der Mat. verschleiert und zugleich die Materialität der Farbe betont wird. Neben diesen assemblageartigen Skupturen arbeitet T. auch mit Bronze. Die Gem. aus dem Zeitraum 1979-88 weisen mehrheitlich ein Hochformat und eine überwiegend grüne Farbgebung auf. Dabei durchzieht die Farbe in einem dichten Fluss das Bild und verleiht ihm einen bewegten Charakter. Die Materialität herunterlaufender Farbe wird zunehmend betont, auch in den Gem. mit Blumenmotiven (Analysis of the Rose as Sentimental Despair III, Öl, Acryl, Kreide/Lw., 1985, Houston [Tex.], Menil Coll.). Teilw. mit den Händen trägt der Künstler die Farbe in dichten, kreisrunden Formen auf die Lw. auf und lässt dann die Farbe in dicken Rinnsalen die Lw. hinunterlaufen. Dabei entstehen regelrechte Farbexplosionen. Formale Gemeinsamkeiten bestehen mit den Werken von Joan Mitchell und Sam Francis, die ebenfalls aus Strichen und Flecken austretende Farbsträhnen einsetzen. Um 1990 werden T.s Pinselstriche gröber. Das Verrinnen von Lebenszeit bleibt weiterhin sein Thema. Das Bildvokabular wird durch Fluss- und Schiffsmotive ergänzt, wie im mon., hochformatigen Bildwerk Quattro Stagioni/The Four Seasons (synthetische Polymerfarbe, Öl, Wandfarbe, Bleistift, Kreide auf vier Lw., Maße variabel, jeweils ca. 312 x 200 cm, 1993-94, New York, MoMA). An Blumen, Herbststürme oder an Schiffe erinnernde Farbformen sind dort neben handschriftliche Widmungen wie "to Flora" platziert. Farbsetzungen, die an Lichtflecken erinnern, Gedichtzitate zum Thema Sonne sowie dichte Rinnsale in versch. Farben verweisen auf die wechselnden Jahreszeiten und den Wandel in der Natur. 1994 vollendet der Künstler sein monumentalstes Werk, das bereits 1972 in Rom beg. Gem. Untitled (Say Goodbay, Catullus, to the Shores of Asia Minor) (Öl, Acryl, Ölkreide, Kreide, Grafit auf drei Lw., 1994, Houston [Tex.], Menil Coll.). Das Gem. spielt auf das Buch "Anatomie der Melancholie" (1621) von Robert Burton an. Das extrem horizontal angelegte Bild (400,1 x 1585 cm) auf drei zusammengesetzten Lw. ist von links nach rechts zu lesen. Schiffe auf der linken H. leiten in das Bild ein. Der Fluss der Schiffsmotive ist unterbrochen von Gedichtzeilen Mallarmés, die sich der horizontalen Bewegung vertikal entgegenstellen. Während links Grau- und Weißtöne dominieren, weisen die beiden rechten Bildtafeln farbige Flecken auf. Zu T.s mon. späten Bildwerken gehört auch das 2007 beg. Deckengemälde in der Salle des Bronzes im Pariser Louvre (eingeweiht 2010). Bis zu seinem Tod ist T. künstlerisch tätig. Dabei arbeitet er auch mit dem Architekten Renzo Piano zus., der ein T. gewidmetes Mus., die C.T. Gall., entwirft, die 1995 auf dem Areal der Menil Coll. in Houston (Tex.) eröffnet wird. - T.s umfangreiches Œuvre ist äußerst vielfältig. Wie kaum ein and. Künstler des 20. Jh. befasst er sich eingehend mit unterschiedlichen Medien: Malerei, Zchng, Skulptur, Druckgrafik und Fotogr., wobei Malerei und Zchng dominieren. Dabei bevorzugt er einfache Arbeitsmaterialien: Kugelschreiber, Bleistifte, Ölkreiden, gewöhnliche Wandfarbe. Die meist großformatigen Gem. sind zunächst ausschl. in S/W gehalten, im Spätwerk treten leuchtende Farben hinzu. Die großen Formate zwingen T., beim Malen bzw. Zeichnen selbst in das Bild einzutreten, wovon seine Fußspuren zeugen. Das Malerische bestimmt auch T.s fotogr. Werk, dessen Motive wie von einem weichen Sfumato überzogen sind. Teilw. ist eine thematische Engführung von Fotogr. und Malerei zu beobachten, z.B. tritt das Blumenmotiv etwa zeitgleich in Atelierfotos wie auch Gem. auf. T.s Skulpturen und Fotogr. werden bis in die 1970er bzw. 80er Jahre nur selten gezeigt. Verschiedenste Inspirationsquellen aus Mythologie, Kunstgesch. und Natur liegen T.s Werk zugrunde. Insbes. ist seine vorwiegend abstrakte, gestische Bildsprache dem Abstrakten Expressionismus verbunden, v.a. dem Werk Pollocks. Doch im Gegensatz zu den All-over-Gemälden Pollocks vermeidet es T., die gesamte Bildfläche zu bedecken. Vielmehr arbeitet er mit Leerstellen und bindet damit den Bildträger in die Komp. ein. Er entwickelt ein eig. Repert. an Zeichen, gegenständlichen Andeutungen und Chiffren. Diese zuweilen in Auflösung begriffenen Spuren setzt er lose, scheinbar ungeordnet nebeneinander auf den Bildgrund. Dabei entstehen eine völlig eigenständige, unverkennbare Bildsprache und Ästhetik, die T. zu einem der bemerkenswertesten Künstler des 20. Jh. machen.

WERKE

Amsterdam, Sted. Mus. Basel, KM. Berlin, Hamburger Bahnhof. Bilbao, Mus. Guggenheim. Boston/Mass., MFA. Hurden, Daros Coll. Köln, Mus. Ludwig. London, Tate. Los Angeles/Cal., Getty Mus. Madrid, CARS. München, BSGS. New York, Guggenheim. - Metrop. Mus. - Morgan Libr. and Mus. - Whitney. Paris, Centre Pompidou. Rom, GNAM. Venedig, Pal. Grassi - Pinault Coll. Washington/D.C., NG of Art. Wien, Albertina.

SELBSTZEUGNISSE

Malerei bestimmt das Gebilde, in: blätter+bilder 1961(12)62-63.

AUSSTELLUNGEN

Einzelausstellungen:

New York: 1955 Stable Gall.; 1960 Leo Castelli Gall.; 1979 Whitney (K); 1985 Dia Art Found.; 1986, 2018 Gagosian; 1994-95 MoMA (K Retr., Wander-Ausst.) / 1958 Rom, Gall. della Tartaruga / 1965-66 Krefeld, Mus. Haus Lange (Wander-Ausst.) / 1968 Milwaukee (Wis.), AC / 1973 Bern, KH (Wander-Ausst.) / 1975 Philadelphia (Pa.), Inst. of Contemp. Art, Univ. of Pennsylvania (K Wander-Ausst.) / 1987 Zürich, Kunsthaus (K Wander-Ausst.) / 1989 Houston (Tex.), Menil Coll. (K) / 2000-01 Basel, KM (K Wander-Ausst.) / 2003-05 St. Petersburg, Ermitage (K) / London: 2008-09 Tate Modern (Wander-Ausst.); 2019 Basian / 2011 Stockholm, Mod. Mus. (mit William Turner und Claude Monet; K Wander-Ausst.) / 2011-12 München, Mus. Brandhorst (K Wander-Ausst.) / 2014-15 Mexiko-Stadt, Mus. Jumex (K Wander-Ausst.) / 2016-17 Paris, Centre Pompidou (K) / 2016 Düsseldorf, Mus. Kunst-Pal. (K Wander-Ausst.). -

 

Gruppenausstellungen:

New York: 1954 Stable Gall.: Third Annual Exhib. of Paint. and Sculpture; 1969 Whitney: Contemp. Amer. Paint. (K Wander-Ausst.); MoMA: 1976-77 Drawing Now; 1990 High and Low (beide K Wander-Ausst.); 1982 Guggenheim: The New York School; Metrop. Mus.: 1986 Paint. from 1945-85; 2016 Unfinished (K) / 1963 Amsterdam, Sted. Mus.: Schrift und Bild (K Wander-Ausst.) / 1964, '80, '88, '93, 2001 Venedig: Bienn. (alle K) / 1968 München, Haus der Kunst: Slg 1968 - Karl Ströher (K Wander-Ausst.) / 1974 Washington (D.C.), Hirshhorn Mus. and Sculpture Garden: Inaugural Exhib. / Berlin, Kpst.-Kab.: 1975 Druckgraphik der Gegenwart 1960-75 (K); 1981 Druckgraphik - Wandlungen eines Mediums seit 1945 (K); 1976 NG: New York in Europe (K); 1982 Martin-Gropius-Bau: Zeitgeist (K); Hamburger Bahnhof: 2012 C.T. & The School of Fontainebleau; 2019-21 Fragm. / 1977, '81 Kassel: documenta (K) / Köln: 1981 Mus. der Stadt Köln: Westkunst (K); 1989 Mus. Ludwig: Bilderstreit (K) / 1997-2001 Cambridge (Mass.), Harvard Univ. AM: Drawing is Another Kind of Language (K Wander-Ausst.) / 2017 Oslo, NM: The Great Graphic Boom (K Wander-Ausst.) / 2019 Bonn, Bundes-KH: Goethe (K) / 2019 London, BM: Troy / 2020 Paris, Gagosian: Blanc sur Blanc / 2025-26 München, Mus. Brandhorst und Köln, Mus. Ludwig: Fünf Freunde (K).

 

QUELLEN

Thieme-Becker, Vollmer und AKL:

Vo6, 1962

 

Weitere Lexika:

DEB XI, 1976; Bauer, GEM VIII, 1978; ContempArtists, 1983; PittItalNovec/2 II, 1993; DA XXXI, 1996; I.F. Walther, Künstler-Lex., in: Kunst des 20. Jh., II, Köln u.a. 1998; Delarge, 2001

 

Gedruckte Nachweise:

C.T. (K Gal. J), P. 1961; M.de la Motte, blätter+bilder 1961(12)64-71; id., Quadrum 1964(16)35-46; R.Hoppe-Sailer, in: M.Imdahl (Ed.), Wie eindeutig ist ein Kunstwerk?, Köln 1986; H.Bastian (Ed.), C.T. Cat. raisonné of the paint., Vol. 1-7, M. 1992-2018; J.Bovelet, C.T. Naturerfahrung in der Moderne, Essen 1993; N.Del Roscio (Ed.), C.T. Cat. raisonné of sculpture, Vol. 1-2, M. 1997/2019; R.Langenberg, C.T. Eine Chronologie gestalteter Zeit (Diss. Univ. München 1997), Hildesheim/Z./N.Y. 1998; R.Leeman, C.T. A monogr., Lo./P. 2004; L.Glozer (Ed.), C.T. Photogr. 1951-2007, M. 2008; M.-L. Bernadac (Ed.), C.T. The ceiling, P. 2010; N.Del Roscio, C.T. drawings. Cat. raisonné, Vol. 1-8, M. 2011-17; id. (Ed.), C.T, Die Werkübersicht, M. 2014; T.Greub, C.T - Bild, Text, Paratext, M. 2014; K.Nesin, C.T.'s things, New Haven, Conn./Lo. 2014; R.Barthes, C.T, P. 2016; Divine dialogues (K Mus. Kykladikēs Technēs), At. 2017; H.Bastian (Ed.), C.T. The printed graph. work. Cat. raisonné, M. 2017; T.Greub, Das ungezähmte Bild, Paderborn 2017; J.Davis u.a., Kunst der Vereinigten Staaten 1750-2000, B. 2024; M.Blättner, Kunstforum Internat. 304:2025(Juli/Aug.)227-228.

 

Onlinequellen:

Website C.T. Found.

 


VOLLMER

Twombly, Cy, amer. Maler u. Graphiker, *1929 Virginia, ansässig in Rom. Abstrakter Kstler. Sonderausst.: 1951 in d. Kootz Gall. in New York, 1953, 55 u. 57 in d. Stable Gall. ebda, 1960 in d. Gal. 22 J. P. Wilhelm in Düsseldorf u. in d. Castelli Gall. in New York. Lit.: Art (Arts) Digest (Arts), 26 (1951) Dez. p. 20; 27 (1953) Sept. p. 20, 21 (Abb.); 29 (1955) Jan. p. 1; 31 (1957) Febr. p. 57; 35 (1960) Nov. p. 59. - The Art News, 50 (1951) Dez. p. 48; 52 (1953) Sept. p. 50; 55 (1957) Jan. p. 31; 57 (1959) Jan. p. 52; 59 (1960) Dez. p. 15. - Art Internat., 4 (1960/61) H. 9 p. 26, m. Abb.; 5 (1961) H. 3 p. 56, H. 5/6 p. 77 m. Abb. - Arts a. Architect., 70 (1953) Okt. p. 33f. - D. Kst u. d. schöne Heim, 50 (1951/52) Beil. p. 128. - D. Kstwerk (Baden-Baden), 14 (1960) Juli p. 78.