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Modersohn-Becker, Paula

Geboren
Dresden-Friedrichstadt, 8. Februar 1876
Gestorben
Worpswede, 20. November 1907
Land
Deutschland, Frankreich
Geschlecht
weiblich
GND-ID
Weitere Namen
Modersohn-Becker, Paula; Becker, Minna Hermine Paula (Geburtsname); Becker-Modersohn, Paula (Ehename); Becker-Modersohn, Paula Minna Hermine (Ehename)
Berufe
Maler*in; Zeichner*in; Grafiker*in
Wirkungsorte
Worpswede, Paris, Bremen
Zur Karte
Von
Zuletzt geändert
17.09.2025
Veröffentlicht in
AKL XC, 2016, 115; ThB XXIV, 1930, 606

VITAZEILE

Modersohn-Becker, Paula (Paula Minna Hermine; geb. Becker), dt. Malerin, Zeichnerin, Grafikerin, *8.2.1876 Dresden-Friedrichstadt, †20.11.1907 Worpswede.

LEBEN UND WIRKEN

1888 Umzug der Fam. nach Bremen. Stud.: 1892 St. John's Wood Art School, London; 1893-95 Mal- und Zeichenunterricht bei Bernhard Wiegandt in Bremen; 1896 Kurse an der Zeichen- und Malschule des Ver. Berliner Künstlerinnen bei Jacob Alberts und Curt Stoeving, Beitritt zum Ver. und anderthalbjährige Ausb. ebd.: Porträt bei Martin Körte, Akt bei Ernst Friedrich Hausmann, Lsch. bei Max Uth, ab Febr. 1897 Mal-Kl. von Jeanna Bauck (Schwerpunkt Porträt). Im Juni 1897 kommt M. anlässlich eines Tagesausflugs mit der Fam. erstmals nach Worpswede und verbringt die folgenden Monate in der 1889 entstandenen Künstlerkolonie im Teufelsmoor am Weyerberg. Bereits im Frühjahr 1895 hat M. die Malereien und Rad. der "Worpsweder" auf deren erster Ausst. in der Bremer KH kennen- und - im Gegensatz zur breiten Öffentlichkeit - schätzen gelernt. 1898 nimmt M. ein weiteres Jahr Zeichenunterricht in Berlin, im Sept. ist sie erneut in Worpswede, wo sie von Fritz Mackensen in Malerei unterrichtet wird. In dessen Atelier lernt sie Clara Westhoff kennen. Im März 1899 erwähnt M. das erste Treffen mit ihrem späteren Ehemann Otto Modersohn, dessen erster Frau Helene sowie deren Tochter Elsbeth, die sie als Stiefmutter später sehr häufig malen wird. Unmittelbar nach der vernichtenden Kritik ihrer ersten Ausst. (als Worpsweder-Frauengruppe mit Westhoff und Marie Bock in der Bremer KH) reist sie nach Paris. Dort setzt M. die eig. Ausb. konsequent fort mit Kursen an der Acad. Colarossi bei Gustave Courtois, Raphaël Collin und Louis Auguste Girardot sowie einem Anatomiekurs an der ÉcBA. Häufig ist sie im Louvre oder im Pal. du Luxembourg. In einem Brief an die Eltern zeigt sie sich von Fra Angelico, Donatello, Sandra Botticelli, Luca della Robbia und Tizian, in Briefen an Modersohn von Rembrandt, Diego Velázquez, Pierre Puvis da Chavannes oder Pierre Bonnard bes. beeindruckt. In der Kunsthandlung von Vollard stößt sie auf Bilder von Paul Cézanne, die bleibende Eindrücke hinterlassen. Im Juni 1900 kommt Modersohn mit dem Künstlerpaar Fritz und Hermine Overbeck zur WA nach Paris. Auf die Nachr. vom Tod der Ehefrau Modersohns erfolgt die Rückkehr. M. richtet sich beim Bauern Brünjes in Ostendorf ein eig. Atelier ein. In der Abgeschiedenheit dieses "Stübchens" beginnt sie, die ersten Stillleben zu malen. Dieser in der Kolonie ganz neuen Passion folgt sie ab 1902 sehr intensiv und kontinuierlich bis zum Tod. Am 25.5.1901 heiratet M. den längst etablierten Modersohn, der ihr weiteres Künstlertum kollegial begleitet und finanziert. Mit Beginn der Ehe intensiviert sie die Landschaftsmalerei, das beinahe einzige Thema ihres Ehemanns. Im Febr. 1903, nach künstlerischer Entfremdung von Modersohn und damit einhergehender Ehekrise sowie radikaler Überwindung der trad. Worpsweder Bildgattungen und Motivkreise, reist M. zum zweiten Mal an die Seine. An der Acad. Colarossi nimmt sie Unterricht im Aktzeichnen. Sie besucht die Ausst. der Soc. nouvelle de Peintres et de Sculpteurs bei P.Durand-Ruel, entdeckt die Antiken-Slg des Louvre für sich, zeigt sich fasziniert von den Strömungen der frz. Moderne und macht Bekanntschaft mit Auguste Rodin. Auf ständige Fortbildung bedacht, belegt M. bei ihrem dritten Parisaufenthalt 1905 einen weiteren Aktkurs an der Acad. Julian. Im März besichtigt sie den Salon des Indépendants mit Arbeiten der Fauves, die Retr. von Georges Seurat und Vincent van Gogh. E. des Monats treffen Modersohn, das Ehepaar Heinrich und Martha Vogeler sowie Milly Becker ein. Gemeinsam sehen sie Arbeiten von Paul Gauguin in der Slg Fayet. Im April kehrt das Ehepaar heim, im Febr. 1906 verlässt M. ihren Mann. Zum letzten Mal bricht sie nach Paris auf, belegt Anatomiekurse an der ÉcBA und hört Vorlesungen zur Kunstgeschichte. Modersohn reist zweimal nach Paris, um seine Frau zur Rückkehr und Fortführung der Ehe zu bewegen. E. März/A. April 1907 trifft das Ehepaar wieder in Worpswede ein. Nach der Geburt der Tochter Mathilde ("Tille") am 2.11.1907 stirbt M. im Wochenbett. - Neben zahlr. persönlichen Schriftzeugnissen, vorrangig Tagebüchern und Briefen, hinterlässt M. ein umfangreiches zeichnerisches und malerisches Werk. Im kurzen Schaffenszeitraum von nur zehn Jahren sind weit über 750 Gem. entstanden. Im ersten WV von Pauli 1919 werden 260, im aktuellen WV von 1998 bereits 734 gelistet. Darüber hinaus sind mehr als 1000 Zchngn bekannt. Dieser Nachlass bewegt sich zw. großformatigen akad. Figurenstudien und realistischen Figurenbildern aus der Frühzeit bis hin zu unzähligen flüchtigen Notizen aus den Skizzenbüchern. Das von A.Röver-Kann und W.Werner vorbereitete WV ist für das graf. Gesamtwerk lediglich um elf bek. Rad. zu erweitern und wird erstmals einen direkten Überblick ermöglichen. M.s Rezeption der "gesamten" Kulturgeschichte spiegelt sich im künstlerischen Werk sehr deutlich. Die Anklänge reichen von der archaischen Plastik bis zum jap. Farbholzschnitt, von der koptischen Malerei über Lucas Cranach bis zu Gauguin und weit darüber hinaus (Busch, 1981; Ausst. P.M.-B. Mus. und KH Bremen 2007). Das erh. malerische Werk wird mit einzelnen Bildnissen eröffnet. Diese bescheinigen eine hervorragende realistische Zeichenkunst und weisen ikonogr. auf die alle stilistischen Wandlungen überdauernde Beschäftigung mit der menschlichen Figur hin, spezifischer der Frau mit den Themengruppen Alte Frau, Mutter mit Kind, Mädchen am Baum oder Mädchenakt. Kulminationspunkt sind die innovativen "Selbstakte" der Spätphase, die kunsthist. letztlich ohne Vorbild sind. Im WV 2 ist für 1897/98 das erste Selbstbildnis gelistet. Mit der Kontinuität dieser Sonderform des Porträts im Gesamtwerk rangiert M. auf Augenhöhe mit Rembrandt, in der motivischen Spannbreite steht sie neben Albrecht Dürer. And. Porträts zeigen weitgehend Personen aus dem Fam.- und Bekanntenkreis, denn die Künstlerin hat bis zum tragischen Ende keine Aufträge erhalten. Mit ihrer Stilllebenmalerei, die gleichermaßen abseits der Öffentlichkeit in der Abgeschiedenheit des Ateliers entstanden ist, positioniert sich M. zuweilen in der Trad. des Goldenen Zeitalters der niederl. Malerei im 17.Jh., mitunter aber auch in der Nachf. der frz. Avantgarde. Motivisch wahrt sie meist den persönlichen Bezug, einerseits ersichtlich am Fundus ihrer Accessoires (z.B. dem markanten, blau-weiß getüpfelten Henkelkrug), andererseits durch die Gest. der Hintergründe ihrer Arrangements, insbesondere durch den Wandbehang, nach dessen Muster Rilke noch im Jahr der Bekanntschaft 1900 die Bezeichnung "Lilienatelier" kreierte. In der Frühphase muten M.s Gem. mit der Wiedergabe natürlicher Lichtwirkungen und echter Volumina meist noch realistisch an. In der Spontaneität der Malweise in Verbindung mit einer hellen Palette wirken manche Werke atmosphärisch gestimmt, aber impressionistisch orientiert. In der Raumbehandlung und im Dekor machen sich von Anfang an auch Einflüsse des Jugendstils bemerkbar. M. hat diese Malweise, die ältere Naturlyrik Worpswedes, in allen Bildgattungen schnell und vollst. überwunden. Spätestens ab 1900 werden Räume, Körper und Naturphänomene flächig, Zchng, Form, Farbe und Duktus zunehmend expressiv. Die Gesichter und Körper der Modelle erscheinen deformiert und konfrontieren den Betrachter dabei sehr häufig mit einer mon. wie intimen Nahansicht - entsprechend des theoretischen Leitgedankens von der großen "Einfachheit der Form" (Tagebuch, 25.2.1903, Paris). Die Stimmungen in M.s Illusionswelten und Projektionen sind kühl und ernst - es gibt kein Lächeln, nicht in den unzähligen stumpfen und stummen Kindergesichtern, deren aufgeblähte Bäuche zuweilen von der Mangelernährung der Moorbauern zeugen, deren Mädchen und Frauen ungeachtet aller Stilbrüche immer die Leitmotive geblieben sind. Einzelne Themengruppen, etwa Mutter mit Kind, Kind am Baum oder Birken am Moorkanal, hat M. von Mackensen, Overbeck, Vogeler oder Modersohn adaptiert und, in Abkehr vom Naturvorbild, neu interpretiert. Das Werk M.s wird, im Umfang wie im Rang, erst nach ihrem Tod entdeckt. Allein Modersohn hat dessen kunsthist. Bedeutung schon 1902 deutlich erkannt. M. gehört weltweit zu den ersten Frauen, denen ein eig. KM errichtet worden ist. Im Auftrag des Kaufmanns, Mäzens und Sammlers Ludwig Roselius wird das Gebäude von M.s Bewunderer Bernhard Hoetger entworfen und am 2.6.1927 in der Bremer Böttcherstraße eröffnet. Seit 2007, dem 100. Todestag, hat sich die Popularität und Wertschätzung der Künstlerin weiter gesteigert. Die Anzahl internat. Ausst. nimmt beständig zu und wird 2016 im Pariser MAMVP einen weiteren Höhepunkt erfahren. Zunehmend muss M. als Wegbereiterin in der dt. Kunst verstanden werden, denn sie hat beinahe sämtliche postimpressionistischen frz. Strömungen noch vor der Gründung der Dresdner Künstlergruppe Brücke rezipiert.

WERKE

Bremen, P.M.-B. Mus. - KH (große Bestände). dresden, GG NM. Düsseldorf, Mus. Kunst-Pal. Essen, Mus. Folkwang. Hamburg, KH. Hannover, Niedersächsisches LM (großer Bestand). Kassel, MHK, Neue Gal. Mailand, Casa-Mus. Boschi Di Stefano. München, PM. Wuppertal, Von der Heydt-Mus. (großer Bestand).

SELBSTZEUGNISSE

Briefe und Tagebuch-Bll., Hn. 1926; G.Busch/L. v. Reinken (Ed.), P.M.-B. in Briefen und Tagebüchern, Ffm. 21979; The letters and j. of P.M.-B., Metuchen, N.J. u.a. 1980; B.Jahn (Ed.), P.M.-B. Briefe und Aufzeichnungen, L./Weimar 1983; L. v. Reinken, P.M.-B. in Selbstzeugnissen und Bilddokumenten, Reinbek 1983; R.Stamm (Ed.), Briefwechsel mit Rainer Maria Rilke, Ffm./L. 2003; M.Bohlmann-Modersohn, P.M.-B. Eine Biogr. mit Briefen, M. 2007; G.Busch (Ed.), P.M.-B. in Briefen und Tagebüchern, Ffm. 2007; C.Unger (Ed.), "Kunst ist doch das Allerschönste", Ffm./L. 2007 (Briefe); G.Werner, Paula und Milly, D. 2007 (Briefe).

AUSSTELLUNGEN

Einzelausstellungen:

Hagen: 1913 Folkwang Mus. (K); 1951, 2013 (K) Osthaus-Mus. / 1917, '34 Hannover, Kestner Ges. (K) / 1936 Basel, KH (mit August Macke, K) / 1948 Celle, Schloss (mit Modersohn, K) / 1952 Den Haag, Gemeente-Mus. / 1954 Wuppertal, StM (K) / Gedächtnis-Ausst. zum 50. Todestag: 1957 Bremen, P.M.-B. Mus.; München, Lenbachhaus; Mannheim, KH; Düsseldorf, KV (K) / 1959 Lübeck, Mus. Behnhaus / Bremen: 1976, '82, 2007 KH (K mit Lit.); 2013, '14 P.M.-B. Mus. (K) / 1976 Hamburg, KV (K) / 1976, 2025 Worpswede, KH / 1993 Wuppertal, Von der Heydt-Mus. (mit Modersohn) / 1997 München, Lenbachhaus; Wiesloch, Kulturhaus (mit Modersohn; beide K mit Lit.) / 2005-06 Hayama, MMA (Wander-Ausst. mit drei Stationen in Japan sowie Bremen, P.M.-B. Mus., K) / 2007 Rotterdam, Chabot Mus. (K) / 2008 Bonn, Frauen-Mus. (K) / 2012 Karlsruhe, StG (mit Modersohn, K) / 2013 Heerenveen-Oranjewoud, Mus. Belvédère (K) / 2014 Alkersum (Föhr), Mus. Kunst der Westküste (mit Modersohn, K mit Lit.) / 2014/15 Humlebæk, Louisiana (K) / 2016 Paris, MAMVP / 2021 Bremen, Mus. Böttcherstraße (mit Bernhard Hoetger, K) / 2024-25 Chicago, Art. Inst. -

 

Gruppenausstellungen:

1986 Wien, Künstlerhaus, Hannover, Niedersächsisches LM: Worpswede. Eine dt. Künstlerkolonie um 1900 (K) / 1996 Wuppertal, Von der Heydt-Mus.: P.M.-B., Gabriele Münter, Clara Rilke-Westhoff, Marianne von Werefkin (K mit Lit) / 2021-22 Kassel, MHK, Schloss Wilhelmshöhe: ein atelier für sich allein - Künstlerinnen von Rachel Ruysch bis Emy Roeder (Begleitheft).

 

QUELLEN

Thieme-Becker, Vollmer und AKL:

ThB24, 1930

 

Weitere Lexika:

DA XXI, 1996

 

Gedruckte Nachweise:

C.Stoermer, P.M.-B., Worpswede 1913; G.Pauli, P.M.-B., M. 1919 (mit WV); 21922; B. 3[1934]; C.E. Uphoff, P.M.-B., L. 21920; G.Biermann, P.M., L. 1927 (mit Beitr. von Hoetger); W.Müller-Wulkow (Ed.), Die P.B.-M.-Slg des L.Roselius in der Böttcherstraße in Bremen, Bremen [1927]; R.Hetsch (Ed.), P.M.-B., B. 1932; G.Busch, P.M.-B. Hand-Zchngn, Bremen 1949; H.Wohltmann, Worpswede, Stade 31955; O.Stelzer, P.M.-B., B. 1958; H.Seiler, P.M.-B., M. 1959; W.Augustiny, P.M.-B., Gütersloh 1960 und Hildesheim 1970; G.Busch, P.M.-B. Aus dem Skizzenbuch, M. 1960; C.G. Heise, P.M.-B. Mutter und Kind, St. 1961; W.Werner, P.M.-B., Bremen 1972 (Œuvre-Verz. der Grafik); P.M.-B. zum 100. Geburtstag (K), Bremen 21976; C.Murken-Altrogge, P.M.-B. Kinderbildnisse, M./Z. 21978; G.Perry, P.M.-B., Lo. 1979; C.Murken-Altrogge, P.M.-B., Köln 1980; 2007; G.Busch, P.M.-B., Ffm. 1981; P.Becker-Vohl, Figur und Lsch. in der "Worpsweder Malerschule", Diss. Aachen 1985; P.M.-B. Das Frühwerk (K), Bremen 1985; S.Büttner, Woman's art j. 1986/87(Herbst/Winter)14-21; G.Heller, Women artists, N.Y. 1987; K.Brahms, in: Worpswede 1889-1989 (K), Worpswede 1989, 58-73; C.Garver, P.M.-B. Der frz. Einfluss in ihrem Werk, Diss. Bochum 1989; B.Uhde-Stahl, P.M.-B., St./Z. 1989; D.J. Radycki, P.M.-B. The gendered discourse in modernism, Diss. Harvard Univ. Cambridge, Mass. 1993, Ann Arbor, Mich. 1996; Garten der Frauen. Wegbereiterinnen der Moderne in Deutschland 1900-1914 (K Hannover/Wuppertal), B./Hn. 1996; P.M.-B. in Bremen (K), Bremen 31997; Rainer Maria Rilke und die bild. Kunst seiner Zeit (K Neuss/München), M./N.Y. 21997; G.Busch/W.Werner (Ed.), P.M.-B., 2 Bde, M. 1998 (WV der Gem.); D.Hansmann, Akt und Nackt, Weimar 2000; G.Wendt, Clara und Paula, Ha./W. 2002; "Rücksichtslos geradeaus malend" ... (K P.M.-B. Mus.), Bremen 2003; M.Bohlmann-Modersohn, P. und O.Modersohn, Reinbek 22004; F.Berchtig, Künstlerkolonie Worpswede, M./B. 2006; R.Berger, P.M.-B., Bergisch-Gladbach 2007; R.Stamm, "Ein kurzes intensives Fest" ..., St. 2007; P.M.-B. und die Kunst in Paris um 1900 (K KH Bremen), M. 2007; P.M.-B. und die ägyptischen Mumienporträts (K P.M.-B. Mus. Bremen), M. 2007; P.M.-B. und Otto Modersohn (K Niedersächsisches LM Hannover), Hn./M. 2007; G.Busch, P.M.-B. in Bremen (K), Bremen 2008; A.King, P.M.-B., Woodbridge 2009; P.M.-B. (K KH Krems), M. 2010; M.Horncastle u.a. (Ed.), Paula, M. 2012; D.J. Radycki, P.M.-B., New Haven/Lo. 2013

 

Onlinequellen:

Dict. universel des Créatrices, 2023

 


THIEME-BECKER

Modersohn-Becker, Paula, Malerin und Radiererin, * Dresden 8. 2. 1876, † Worpswede 21. 11. 1907. Studierte 1896/98 in Berlin, 1898/99 bei Fr. Mackensen in Worpswede, 1900 in Paris (Akad. Colarossi u. Ec. d. B.-Arts). 1901 Heirat mit dem Maler Otto M. in Worpswede. 1903, 05 u. 06 wieder in Paris (angeregt von B. Hoetger, beeinflußt voh Gauguin). Vorläuferin des Expressionismus. Figurenbilder, Bildnisse, Stilleben und Landschaften. Am besten vertreten in d. M.-B.-SIg des Konsuls L. Roselius in B. Hoetgers M.-B.-Haus in Bremen (Kat. 1927 von W. Muller -Wulckow). Mehrere Bilder in d. Ksthallen zu Bremen (6) u. Hamburg (4), im Kestner-Mus. zu Hannover (7), bei Otto Modersohn in Fischerhude, H. Bahlsens Erben u. H. v. Garvens in Hannover u. Frhrn v. d. Heydt in Elberfeld (Kat. 1918 von C. G. Heise). Einzelne Bilder in d. Museen zu Barmen, Dresden (Stadtmus.), Düsseldorf, Elberfeld, Erfurt, Frankf. a. M., Haag, Halle a. S., Hagen (Folkwang), Köln, Königsberg i. Pr., Lübeck, Oldenburg u. Stettin. Lit.: R. M. Rilke, Worpswede (Knackfuß' Kstler-Monogr. 64), 1903, 1910; ders., Requiem, Für e. Freundin, Lpzg 1909, 2. A. 1912. - C. Stoermer, P. Becker-M., Kat. ihrer Werke, 1. (einzige) Lief., Worpswede 1913; der s. in Die Güldenkammer, 3 (1912113) 378; 4 p. 65167; der s. in Der Cicerone, 6 (1914) 7/15. - P. E. Küppers, P. M., 1917 (Kestner-Ges. e. V., 10. Sonder-Ausst.), mit Werkverz.; ders. in Das Kstblatt, 2 (1918) 65168. - Eine Künstlerin, P. Becker-Modersohn, Briefe u. Tagebuchblätter, hrsg. von S. D. Gallwitz, Hannov. 1917, 8. Aufl. 1925 (i. d. spat. Auflagen: Modersohn-Becker); Neuausg. mit Einf. v. G. Pauli, Hannov. 1926. - R. Schapirein Kstchronik, 30 (1918119) 865167. - G. Pauli, P. M.-B., Lpzg 1919 (Das Neue Bild 1); 2. Aufl. Münch. 1922 (ill. Monogr., mit Lit. p. 7 u. Verz. der Arbeiten p. 45/83). - C. E. Uphoff, P. M., Lpzg 1919 (Junge Kst 2; dasselbe in Der Cicerone, 11 [1919] 535/44, u. Jahrh. d. Jungen Kst, 1 [1920] 128/40), mit e. Beitrag "Erinnerungen an P. M." von B. Hoetger; Neuausg. mit Text von G. Biermann, 1927. - K. Scheffler in Kst u. Kstler, 19 (1921) 331f. - S. D. Gallwitz, 50 Jahre Worpswede, 1922 p. 12, 20/26, 42, 51, 72/75, 115/21. - G. Biermann in Der Cicerone, 14 (1922) 336 (dass. in Jahrb. d. J. Kst, 3 [1922]61). - O.Schürer ann,ebda, 15 (1923) 813/26. - R. Hamann, Dtsche Malerei v. Rokoko bis z. Expressionismus, Lpzg u. Berl. 1925. - Hans Franck, Meta Koggenpoord [Schlüsselroman], Lpzg 1925. - H. Eulenberg, Sterblich Unsterbliche, 1926. - C. Einstein, Die Kst d. 20. Jh., Berl. 1926 (Propylaen-Kstgesch.). - K. Tegtmeier, P. M.-B., e. kl. Lebensgesch. mit unveröff. Briefen an Martha u. Heinr. Vogeler, Bremen 1927. - W. Müller -Wulckow, B. Hoetgers P. B.-M.Haus in d. Böttcherstr. in Bremen, 1927; ders., Die P. B.-M.-Slg des L. Roselius, 1927. - W. Hegemann in Wasmuths Monatsh. f. Baukst, 12 (1928) 419/28. - K. K. Eberleinin Das Kstblatt, 14 (1930) 110 f. L. S.