Houdon, Jean-Antoine, frz. Bildhauer, *20.3.1741 Versailles (get. 23.3. ebd., Kirche St-Louis; Taufpaten: Jean-Antoine Lemire, Offizier der Königin, und Madeleine Léger), †15.7.1828 Paris (Pal. de l'Institut). Der Vater Jacques H., Bauernsohn, ist Bediensteter bei M.de La Motte, "intendant et ordonnateur des Bâtiments du Roi", die Mutter Anne Rabache, ist die Tochter und Schwester von Gärtnern in Versailles; von den zehn nach ihrer Heirat 1735 geb. Kindern überleben fünf. 1742 Umzug der Fam. H. nach Paris. 1748 wird H. zum Concierge der Ec. royale des Elèves protégés im Pariser Haus von M.de La Motte ernannt. Als Schüler der Acad. royale de Peint. et de Sculpt. erhält er am 26.9.1756 eine 3.Silber-Med.; 1758 ebd. als Schüler von Michel Ange Slodtz registriert; am 29.8.1761 erreicht er den 1.Preis für Bildhauerei mit dem Basrelief Die Königin Saba überreicht König Salomo ein Geschenk (viell. auf dem Gem. L’Atelier de Houdon von Louis Léopold Boilly dargestellt; Cherbourg, Mus. Thomas Henry). Drei Jahre Schüler der Ec. royale des Elèves protégés. Am 19.8.1764 erhält H. seine Bestellungsurkunde als Bildhauerstudent, um Stipendiat der Acad. de France in Rom zu werden. 3.10.1764 Abreise nach Italien, am 11.11. Ankunft in Rom. 1766 Ausf. der Modelle zu zwei Statuen für die Kirche S.Maria degli Angeli im Auftrag des frz. Generalprokurators des Kartäuserordens: Hl. Bruno (Marmor in situ) und Joh. Bapt. (Marmor verschollen; Gips in Rom, Gall. Borghese). 1767 dat. ist ein lebensgroßer Muskelmann mit ausgestrecktem rechten Arm (Gips in Rom, Villa Medici, und Gotha, Schloß-Mus.). 2.11.1768 Abreise aus Rom, am 22.11. Ankunft in Paris. 23.8.1769 "agréé" der Acad. royale de Peint. et de Sculpt. nach Vorlage von aus Italien mitgebrachten Arbeiten. Die von H. (seit seiner Zulassung zur Akad. "sculpteur du roi") in dem am 25.8.1769 eröffneten Salon der Acad. royale im Louvre gezeigten Gipsplastiken sind im Salon-Kat. nicht verzeichnet, aber durch die gedruckten Salonkritiken und Skizzen von Gabriel de Saint-Aubin überliefert: Hl. Bruno; Joh. Bapt. (Statue, verschollen, und Kopf); Luperkalienpriester; Bäuerin aus Frascati (alles in Gotha, Schloß-Mus.); Kinderkopf (Marmor, verschollen). Am 30.9.1769 schenkt H. der Akad. ein Exemplar des Muskelmanns mit ausgestrecktem rechten Arm (Gips; Paris, ENSBA). 25.8.1771 Saloneröffnung: lebensgroßes Gipsmodell von Morpheus (Gotha, Schloß-Mus.); Büsten von Diderot (wahrsch. Terrakotta in Paris, Louvre), Bignon und Mme Bignon (die Marmorbüsten von Jérôme Bignon et de Jean-Paul Bignon sollen identifiziert worden sein in Paris, BN); wie verschollene bzw. nicht identifizierte Werke (Mme de Mailly; Kopf von Alexander d.Gr., Medaillon; zwei Köpfe junger Männer, einer myrtenbekrönt, der and. mit einem umgeschlungenen Band). 25.10.-3.12.1771 Aufenthalt in Gotha, von wo H. ein dank der Vermittlung durch Friedrich Melchior Grimm gefertigtes Terrakottamodell vom Grabmal der Herzogin Luise-Dorothea von Sachsen-Gotha mitbringt (verschollen, bek. durch eine Zchng; Gotha, Kpst.-Kab.). Am 8.3.1772 läßt er sich in den Ateliers der städtischen Gießerei von Paris im Faubourg du Roule nieder. Im Juli 1772 kündigt er Ernst II., Herzog von Sachsen-Gotha, in einem Brief die bevorstehende Ankunft von aus Paris abgeschickten Kisten mit Kunstwerken an; dieses bed. Dok. (Gotha, Forsch.- und Landes-Bibl.; veröff. in Poulet u.a., 2003) liefert die Liste der versandten Gipsplastiken: Muskelmann (1767); Kopf des Joh. Bapt; Hl. Bruno; Luperkalienpriester; Bäuerin aus Frascati (alle Salon 1769); Kopf einer Vestalin; Morpheus (Salon 1771; alle in Gotha, Schloß-Mus.); Standbild einer Vestalin und Kopf der Minerva als Medaillon (durch Fotos bek.); kleiner Kopf des hl. Bruno; Kopf von Alexander d.Gr. als Medaillon; Der Kuß; Myrtenbekrönter Amorkopf; Medusenkopf (wahrsch. Kopie einer Antike); Diana-Priesterin als Basrelief ; Zwei kleine Vögel, Terrakotta (alles verschollen). 23.4.-1.7.1773 zweiter Aufenthalt am Hof von Sachsen-Gotha. 25.8.1773 Saloneröffnung: Modelle für das Grabmal des Fürsten Michail Michajlovič Galicyn und das Grabmal des Fürsten Aleksej Dimitrievič Galicyn (beide Marmorfassungen in Moskau, Ščusev-Archit.-Mus.); Marmorbüsten von Zarin Katharina II. (St. Petersburg, Ermitage) und Diderot (New York, Metrop. Mus. of Art, ehem. Slg Strogonov); Gipsmedaillons der Herzöge Friedrich III. und Ernst II. von Sachsen-Gotha (Gotha, Schloß-Mus.); Gipsbüste der Charlotte Amalie von Sachsen-Meiningen (Gattin von Ernst. II; Gotha, Schloß-Mus.); Medaillon mit einer Darst. der Friederike Louise von Sachsen-Gotha (Schwester von Ernst II.; verschollen); Büsten von Belisar (Gips; Toulouse, Mus. des Augustins), Lalande, Dauvergne und Capperonnier (verschollen bzw. nicht identifiziert). 1774 dat. ist eine Marmorbüste von Mme His (New York, Frick Coll.). 25.8.1775 Saloneröffnung: Gipsmodelle einer Frau, aus dem Bade steigend und des Grabmals für Herzogin Luise-Dorothea von Sachsen-Gotha (beide verschollen); Marmorbüsten des Marquis de Miromesnil (London, V&A), der Baronin de la Houze (verschollen oder nicht identifiziert), der Sophie Arnould als Iphigenie (Paris, Louvre); Gipsmodelle der Comtesse du Cayla (verschollen), von Turgot (frz. Priv.-Slg) und Gluck (Gipsversion in Weimar, Herzogin Anna Amalia Bibl.; im März 1775 von H. erworben, im Sept. nach Weimar gebracht). 1775 dat. sind ein Myrtenbekrönter Kopf eines jungen Mannes (zwei zur gleichen Zeit dat. Marmorexemplare in unterschiedlichen Varianten in Los Angeles/Calif., Lynda et Stewart Resnick Coll., und New York, Peter Guggenheim Coll.) und eine Marmorbüste der Kleinen Lise (New York, Wildenstein & Co.). 1776 Wahl als "associé honoraire étranger" in die Acad. de Toulouse (mit Belisar als Aufnahmestück). Am 8.4.1776 Kostenvoranschlag für die Ausf. eines steinernen Basreliefs zur Schlüsselübergabe an den hl. Petrus für das Perystil der Pariser Kirche Ste-Geneviève (1778 angebracht; während der Frz. Revolution zerst.). Vier Steinstatuen von Hll. für die Fassade der Kathedrale Ste-Croix in Orléans sind wahrsch. auch aus dieser Zeit. (im zusammenfassenden Verz. von 1784 erw., s.u.: die Hll. Katharina, Stephanus, Bartholomäus, alle in situ, und Petrus, verschollen). Im Dok. von 1784 erwähnt H. (unmittelbar vor dem Relief der hl. Genoveva) steinerne Basreliefs der Religion und der Hoffnung für eine Kap. in Saint-Cloud (beide verschollen bzw. nicht identifiziert). Am 30.9.1776 Auftrag zu einer Büste von Molière (Marmor, 1778 voll.) für die Comédie-Française in Paris (in situ). Im selben Jahr Voll. einer 1775 durch den Herzog von Sachsen-Gotha beauftragten überlebensgroßen Diana als Jägerin (Gips, 1776 dat.; Gotha, Schloß-Mus.). 1776 datiert H. eine zudem vom Gießer Pierre Philippe von Thomire sign. Bronzeverkleinerung seines Muskelmanns, den Arm nach oben streckend (frz. Priv.-Slg; seit 1964 nicht mehr lokalisiert). 1777 hat er ein Atelier in der Bibl. royale, Rue de Richelieu. Am 26.7.1777 Aufnahme als Mitgl. in die Akad. mit einer Marmorverkleinerung der großen Gipsplastik des Morpheus (im Aug. im Salon ausgestellt; Paris, Louvre). 25.8.1777 Salonbeginn mit einer von H.s umfangreichsten Einsendungen: vier Marmorbüsten von Mitgl. der Königs-Fam.: Comte de Provence (Gips in Stockholm, NM) und Ehefrau, die Comtesse de Provence (nicht identifiziert), Madame Adélaïde (Paris, Louvre) und Madame Victoire (London, Wallace Coll.); zwei Studienköpfe, Terrakotta (nicht identifiziert); Gipsbüste von Baron von Vietinghoff (Marmor in Berlin, Bode-Mus.); Marmorbüsten der Comtesse du Cayla (New York, Frick Coll.) und ihrer Mutter, der Comtesse de Jaucourt (viell. Paris, Louvre), vom ehem. Minister Turgot (frz. Priv.-Slg), von Mme Girardot de Vermenoux (San Marino, Huntington Libr. Art Coll.), Mme Servat (New York, Wildenstein & Co.), Mlle Servat (nicht identifiziert) und Gluck (beim Brand der Pariser Oper 1873 zerst.); Terrakottabüsten von Louise und Alexandre Brongniart (Paris, Louvre) sowie Mlle Boquet (nicht identifiziert); Büsten aus Marmor von Diana (viell. Washington/D.C., NG of Art) und aus Gips von Karl IX. (für das Collège de France in Paris; lt. Anm. von Gabriel de Saint-Aubin nicht im Salon ausgestellt; verschollen); Marmormedaillon der Minerva (nicht lokalisiert); mehrere "Marmortiere", u.a. Basrelief einer Toten Drossel, mit einem Nagel im Bein befestigt (frz. Priv.-Slg; ein 1782 dat. Exemplar in New York, Frick Coll., Depositum der Slg Horvitz); mehrere Wachsporträts (u.a. Mr Bourand und Nichte von M.Buchot lt. Anm. von G.de Saint-Aubin); zwei Grabmalentwürfe für die Fürsten Galitzin, u.a. von A.M. Galicyn (Terrakotta; Paris, Louvre); Standbild einer Vestalin (Gips; viell. eine Statuette in Pittsburgh/Pa., Frick AM). Zur Saloneröffnung zeigt H. in seinem Atelier zwei weibliche Aktstatuen, seine Diana als Jägerin und das als Brunnenfigur vorgesehene Standbild einer Najade (verschollen; bek. durch eine Zchng von G.de Saint-Aubin in Paris, Louvre). 1778 Auftrag der Ges. der Börsenmakler zu einer Marmorbüste von Ludwig XVI. für deren Börse (erst für den Salon 1787 voll.). Im März 1778 akzeptiert Voltaire die Aufstellung seiner Büste in H.s Atelier, wo sie neben der von Molière im Verlauf des Frühjahrs einhellig bewundert wird (Marmorexemplar in Angers, MBA, mit der Inschr. "Le premier fait par Houdon. 1778") Am 3.7.1778 fertigt der durch den Marquis René de Girardin wenige Stunden nach dem Tod von Jean-Jacques Rousseau nach Ermenonville gerufene H. einen Gipsabdruck der Totenmaske (Genf, Bibl. de Genève). 1778 dat. ist die kleine Marmorgruppe Der Kuß (Los Angeles/Calif,, Lynda and Stewart Resnick Coll.). 18.2.1779 Marmorbüste von Voltaire mit Perücke und in zeitgen. frz. Mode im Foyer der Comédie-Française in Paris (in situ). Am 20.2. Aufnahme in die Loge des Neuf- Sœurs (dort auch Benjamin Franklin und Voltaire Am 25.8.1779 zeigt H. im Salon Marmorbüsten von Nicolaÿ (Fort Worth/Tex., Kimbell AM), Caumartin (Paris, Mus. Jacquemart-André) und Voltaire, "nach antiker Art gekleidet" (Auftrag von Katharina II.; St. Petersburg, Ermitage), Terrakottabüsten von Franklin (Paris, Louvre) und Molière (nicht eindeutig identifiziert), eine Büste von Rousseau (wahrsch. die aus patiniertem Gips wie Terrakotta; Fontaine-Chaalis, Mus. Jacquemart-André), eine vergoldete bronzene Sitzstatuette von Voltaire (Slg von Katharina II., später Amsterdam, RM, 2000 gestohlen). Entwurf zu einem Denkmal von Kaiserin Maria-Theresia für Brüssel (nicht realisiert). Im Dez. 1779 mit mehreren Werken im Salon de la Soc. des BA in Montpellier (u.a. Gipsplastiken von Molière und Franklin; ebd., Mus. Fabre). Febr. 1780 Voll. des großen Modells einer Sitzstatue von Voltaire (Gips, dat. 1781; Paris, BN; weiterer Gips Paris, Priv.-Slg), ein Auftrag der Nichte von letzterem, Mme Denis, für die Acad. franç.; die Marmorfassung erhält die Comédie-Française. Eine 1780 ausgef. Marmorstatue der Diana als Jägerin erwirbt Katharina II. (Lissabon, Mus. C.Gulbenkian). 1781 dat. ist das Grabmal für das Herz des Comte d’Ennery (Basrelief, Marmor; Paris, Louvre). Ab 25.8.1781 Teiln. am Salon: Marmorstatue von Marschall de Tourville, einer der wenigen Aufträge der Verwaltung der Bâtiments du Roi (Versailles, Château);, und Sitzstatue von Voltaire (Comédie-Française); Marmorbüsten des Duc de Choiseul-Praslin (Paris, Louvre), von Théodore Tronchin (Genf, MAH) und Mlle Audéoud (Zürich, Dr.-Rau'sche Kunststiftung); Gipsbüsten der Fürstin Dachkov, von Mme de Sérilly, Quesnay (alle verschollen oder nicht identifiziert), vom Comte de Valbelle (postum ausgef. Portr.; viell. ein 1779 dat. Gipsexemplar in Versailles, Château), des Advokaten Gerbier (Paris, Mus. de l’Ordre des Avocats), von Paul Jones (1781 dat. Marmorfassung in Annapolis/Md., United States Naval Acad. Mus.) und Palissot (Terrakotta in Paris, Bibl. Mazarine); medaillonförmiges Basrelief aus Gips mit einer Darst. des Kopfs der Sonne (1782 dat. Marmorexemplar in Paris, Louvre); "die eine antike Bronze imitierende Gipsbüste einer Negerin" (Modell für die Figur eines Brunnens im Garten des Anwesens des Duc de Chartres in Monceau heute in Soissons, Mus. der Abtei St-Léger). Das Herzogspaar von Schwerin erwirbt 1782 in Paris eine bed. Gruppe von Gipsplastiken H.s (s.u.). Im selben Jahr Auftrag zu einer Statue der Hl. Monika für die Kirche des Invalidendoms in Paris (Marmorfassung in situ viell. identifiziert) und Aufstellung einer Gipsstatue von Ceres (Allegorie auf den Winter) in einer Nische des Speisezimmers des Comte d'Artois im Schloß von Maisons (in situ, Schloß Maisons-Laffitte). 1783 Ausf. des Modells für eine Statue von Heinrich IV. (für den Garten am Pal.-Royal in Paris; verschollen) und eindrucksvolle Einsendung zum Salon: Marmorbüsten von General Ivan Petrovič Saltykov (St.Petersburg, Ermitage)und dessen Sohn Nikolaj Saltykov (verschollen), von Mme de Sérilly (viell. London, Wallace Coll.), Mlle Robert, Tochter des Malers Hubert Robert (nicht identifiziert), Antoine Louis (Paris, Mus. de l’Ec. de Médecine), Alexander d.Gr. (Warschau, Depositum der NG im Schloß), La Fontaine (Philadelphia/Pa., Mus. of Art; Terrakotta, 1782 dat., im Schloß von Vaux-le-Vicomte), Buffon (unbekleidet; Paris, Louvre); Büsten des Tragöden Larive als Brutus (Gips), der Fürstin Dachkov (Bronze; verschollen), des Herzogs und der Herzogin von Mecklenburg-Schwerin (zwei 1782 dat. Terrakottabüsten in Schwerin, Staatliches Mus.). Der Salon-Kat. 1783 erwähnt Statuen an Orten außerhalb vom Louvre: in H.s Atelier (Die Fröstelnde, dat. 1783, ihr Pendant Der Sommer, dat. 1785, beide Marmor; Montpellier, Mus. Fabre), beim Kunstsammler Girardot de Marigny (Diana als Jägerin, Bronze; San Marino, Huntington Libr. Art Coll.), im Garten des Duc de Chartres in Monceau (die beiden Brunnenfiguren Badende, Sitzfigur, Marmor; New York, Metrop. Mus. of Art; und Standbild einer Negerin, Blei; verschollen). Im Auftrag der Bâtiments du Roi fertigt H. in Konkurrenz zu and. Bildhauern einen Terrakottaentwurf zu einem Denkmal für die Erfindung der Luftfahrt für den Tuilerien-Garten (nach 1792 verschollen). 1783 dat. ist ein vergoldetes Bronzemedaillon der Brüder Joseph und Etienne Montgolfier (Le Bourget, Mus. de l’Air et de l’Espace). 1784 schenkt H. der Acad. des Sc. eine Büste von D’Alembert (1778 dat. Gipsfassung in Schwerin, Staatliches Mus.). Von 1784 stammt eine Marmorbüste der Comtesse de Moustier (Priv.-Slg). Thomas Jefferson überträgt H. in Washington die Ausf. seiner Statue (der Auftrag zu einem Reiterstandbild des Generals wird am 7.8.1783 vom US-amer. Kongreß bewilligt). Im Vorfeld seiner Reise in die USA stellt H. ein genaues Verz. seiner ab 1769 entstandenen Werke auf (1907 von P.Vitry veröff.).
Houdon, Jean-Antoine
1785 Entwurf eines Denkmals zu Ehren von Ludwig XVI. für die Stadt Brest (nicht ausgef.). Auftrag zu einer Porträtbüste des Duc de Brissac (1788 geliefert; verschollen) und Erw. eines Gipsexemplars einer Büste des Duc de Nivernais in der Slg Brissac. Im Juli 1785 nimmt H. die Maske des lebenden La Fayette ab (Ithaca/N.Y., Cornell Univ.), um im Auftrag der Ständeversammlung von Virginia eine Büste zu fertigen. Am 28.7.1785 schifft er sich mit Franklin zwecks Ausf. einer Statue von Washington für denselben Auftraggeber in die USA ein, wo er dann nach der Natur eine Porträtbüste von Washington fertigt (Terrakotta; Mount Vernon/Ill., George Washington's Estate). Ab 15.8.1785 Teiln. am Pariser Salon (in H.s Abwesenheit): Büsten aus Marmor von Lenoir (Paris, Louvre; variierter, undrapierter, 1786 dat. Bronzeabguß; Priv.-Slg), Biré (viell. das Exemplar in Los Angeles/Calif., J. Paul Getty Mus.) und vom Tragöden Larive in der Rolle des Brutus (Paris, Comédie-Française), aus Gips von Gustav III. von Schweden (verschollen), vom Prinzen Heinrich von Preußen (die Gipsfassung aus der Bibl. der Herzogin Anna Amalia in Weimar, wo sie sich bereits im März 1785 befindet, ist nicht das Exemplar im Salon) und von Le Peletier de Mortefontaine (nicht identifiziert); "mehrere Portr. unter derselben Nr". Die Marmorverkleinerungen der Fröstelnden und des Sommers lehnt die Salonjury ab; aus politischen Gründen in Verbindung mit der Halsbandaffäre von Königin Marie-Antoinette werden die Büsten von Cardinal de Rohan (verschollen) und Cagliostro (Gips; je eine 1786 dat. Marmorfassung in Washington/D.C., NG of Art, und Aix-en-Provence, Mus. Granet) aus der öff. Ausst. zurückgezogen. Am 25.12.1785. zurück in Paris. Am 1.7.1786 Heirat mit Marie-Ange-Cécile Langlois, Tochter eines Bediensteten des Königs (employé dans les affaires du roi). Am 28.9.1786 Aufstellung der Marmorbüste von General La Fayette, einem Geschenk der Ständevertretung von Virginia an die Stadt Paris, im Sitzungssaal des dortigen Rathauses (während der Frz. Revolution gerettet und von H. rest.; nicht lokalisiert). Am 25.2.1787 Geburt der ersten Tochter Sabine. Lt. Anweisung vom 22.3. muß H. die ab 1772 genutzten Ateliers in der Gießerei Le Roule verlassen; baut sich neue Brennöfen in einem am 21.3.1787 gegenüber erworbenen Haus. Die dort gegossene Bronzestatue der Fröstelnden verkauft er dem Duc d’Orléans (dat. 1787; New York, Metrop. Mus. of Art). Ein Schriftstück v. 19.5.1787 nennt von den Bâtiments du Roi für das Haus des Finanzministers (in der Nähe von H.s Atelier bei der Bibl. royale) bestellte Gipsarbeiten: zwei Vestalinnen, eine Büste von Colbert (alles verschollen). Am 25.8.1787 Salonbeginn: Marmorbüsten von Ludwig XVI. (Auftrag der Börsenmakler; verschollen), Prinz Heinrich von Preußen (seit 1937 nicht mehr lokalisiert), Suffren (Den Haag, Mauritshuis, Depositum der Stiftung HannemaDe Stuers in Heino), vom Marquis de Bouillé (frz. Priv.-Slg), von La Fayette (in der Uniform eines Generalmajors der US-Army, drapiert; Richmond/Va., Capitol); Standbild einer Vestalin (Marmor; Paris, Louvre); Mädchenkopf ("Gipskopf eines jungen Mädchens"; wahrsch. Mme Houdon, Originalgips; Paris, Louvre); Büste von Washington (wahrsch. Gips; nicht identifiziert). 1787 datiert H. die Marmorbüste eines Unbek. Stadtrates (Verkauf der Slg J.Doucet, Paris, 6.6.1912, Nr 112; Kunstmarkt). 19.9.1788 Bronzeguß einer Statue von Apollo (Lissabon, Mus. C.Gulbenkian). 15.12.1788 Geburt der zweiten Tochter Anne-Ange. Ausf. des Terrakottamodells zu einem Denkmal für den Dichter Salomon Gessner für Zürich (1790 in H.s Atelier beschrieben; verschollen; Denkmal nicht ausgef.). 1788 datiert H. die Marmorbüste eines Unbek. Stadtrats (Montpellier, Mus. Fabre). Salon ab 25.8.1789: Bronzebüste des Prinzen Heinrich von Preußen, gegossen von Thomire (Potsdam, SPSG, Neues Pal.), Gipsbüsten von Jefferson (Marmor, dat. 1789, in Boston/Mass., MFA) vom Chevalier de Boufflers (nicht identifiziert), von Präs. Du Paty (postum ausgef. Portr.; Marmor 1928 bei H.s Nachkommen), von der Komödiantin Mlle Olivier, von Pilâtre de Rosier (beide nicht identifiziert); "kleine Marmorköpfe" (Rousseau; Buffon, beide nicht lokalisiert, Diderot; Langres, MAH); "Kopf eines sechs Monate alten Kindes", identifiziert als H.s Tochter Sabine H. (dat. 1788; New York, Metrop. Mus. of Art; Originalgips in Paris, Louvre). Im Okt. 1789 kehrt Jefferson mit einer bemerkenswerten Slg von Gipsbüsten H.s in die USA zurück: Jones (Boston/Mass., MFA), La Fayette; Franklin; Washington (alle drei ebd., Athenäum), Turgot und Voltaire mit Perrücke und in zeitgen. frz. Mode (beide verschollen), und sein Portr. (Jefferson; Philadelphia/Pa., Amer. Phil. Soc.). Im Okt. 1789 Voll. der postum ausgef. Marmorbüste von Steven Hoogendijk, Gründer der Batavischen Ges. (versandfertig für die Niederlande; verschollen). Um 1789 efolgt das Gipsmodell eines Gekreuzigten (für den Bronzeguß vorgesehen) für die Schloß-Kap. des Kurfürsten von Trier, Clemens Wenzeslaus von Sachsen, in Koblenz (verschollen). Am 21.1.1790 Aufstellung einer Büste von Necker im Sitzungssaal des Pariser Rathauses (während der Frz. Revolution zerst. oder identisch mit dem 1790 dat. Exemplar in Genf, MAH). Am 11.2.1790 Auftrag zu einer Marmorreplik seiner Büste von Ludwig XVI. für das gen. Rathaus (wahrsch. am 23.3.1791 aufgestellt; viell. das 1790 dat. Exemplar im Schloß von Versailles, das während der Frz. Revolution gerettet worden sein soll; Marmorreplik für Strasbourg; 1870 zerst.). Okt. 1790 Bronzeguß des Muskelmanns mit nach oben gestrecktem Arm (1792 Geschenk an die Acad. royale de Peint. et de Sculpt. in Paris; ebd., ENSBA). 29.10 Geburt der dritten (und letzten) Tochter Antoinette-Claude (gen. Claudine). Ein Gesetz der Nationalversammlung v. 29.12.1790 sieht die Errichtung einer Statue von Rousseau vor, wofür H., noch im Bes. der Totenmaske, v.a. auf Initiative von Bertrand Barère, einen Entwurf modellieren soll.. Im März 1791 soll er seinen Entwurf jedoch einer Wettb.-Jury vorlegen. H. veröffentlicht die Broschüre Réflexions sur les concours en gén., et sur celui de la statue de J.-J. Rousseau en particulier und übermittelt sie E. Juni dem Vors. des Organisationskomitees für den Wettb., der immer noch nicht ausgeschrieben ist. Im Jan. 1791 schickt er dem Herzog von Sachsen-Gotha Gipsbüsten von La Fayette, Washington, D’Alembert, Sabine H. (alle verschollen) und Franklin (Gotha, Schloß-Mus.). Bei der Überführung der Asche von Voltaire zum Pariser Pantheon am 11.7.1791 wird ein Papiermachéexemplar der Sitzstatue von Voltaire (Rouen, Bibl. mun.) im Trauerzug mitgeführt. 1791 Saloneröffnung statt am 25.8.1791 (der gedruckte Kat. wird eingestampft) erst am 8.9.1791 (ein zweiter Kat. wird gedruckt). Der erste Kat. (Exemplar in Paris, BN, Dép. des Estampes, Coll. Deloynes; veröff. von G.Scherf, 1997) schildert H.s Einsendung mit einer überaus bed. Werkgruppe viel detaillierter: Bronzestatuen von Apollo (Lissabon, Mus. C.Gulbenkian) und der Fröstelnden (New York, Metrop. Mus. of Art); Bronzebüste Voltaire in antiker Toga (früher im Bes. der SMPK, Berlin; im 2.WK verschollen); Marmorverkleinerung der Diana als Jägerin (dat. 1786; New York, Dalva Brothers); Marmorbüsten von La Fayette (wahrsch. die in der Uniform der Nationalgarde, dat. 1790, in Versailles, Château), Mirabeau (nach der Totenmaske; nicht lokalisiert, 1928 in einer frz. Priv.-Slg erw.) und der Sabine H. im Alter von vier Jahren (drapiert; Priv.-Slg; Originalgips undrapiert; Paris, Louvre); Gipsbüsten von Franklin, "in großer Ausf.", drapiert (ein Exemplar aus patiniertem Gips und Terrakotta in Angers, MBA); Bailly (Terrakotta in Altenburg, Lindenau-Mus.), Necker, Mme de …, postum gefertigte Portr. von Mlle de Coigny und Mlle de Tarente (viell. ist eine dieser beiden Büsten identifizierbar mit der Gipsbüste eines Jungen Mädchens in Lyon, MBA, deren 1791 dat. Marmorfassung in Canberra, NM of Australia, ist) und Anne-Ange H. im Alter von 15 Monaten (Originalgips in Paris, Louvre; Marmor in einer Priv.-Slg); "Gruppe von zwei Köpfen". Lt. zweitem Kat. stellt H. schließlich nur wenige Werke aus (u.a. die Fröstelnde; Büsten von La Fayette, Voltaire, Franklin, Bailly, Necker, Mirabeau; Kopf eines jungen Mädchens, drei Kinderköpfe, Frauenbüsten). 1791 datiert er eine Marmorbüste des Comte de Guibert (postum ausgef. Portr.; Priv.-Slg). Im Jan. 1792 wird H. von dem für die Umgestaltung der ehem. Pariser Kirche Ste-Geneviève zum Pantheon zuständigen Antoine-Chrysosthome Quatremère de Quincy um ein Angebot für eine Statue von Rousseau für diesen Ort gebeten (nicht ausgef.). Am 7.7.1792 zum "adjoint à prof." an die Acad. royale. berufen; am 22.11.1792 Bewilligung einer Wohnung im Louvre (Cour du Louvre). 1792 datiert H. eine Marmorbüste von L.-A. de Franquières (Grenoble, MBA). Im Jan. 1793 nimmt er nach dem lebenden Modell die Maske von General Dumouriez für eine Büste ab (Terrakotta, dat. 1793; Angers, MBA; Marmor verschollen). Salon 1793: "lebensgroße bronzene" Frauenbüste (nicht mit Sicherheit identifiziert); Statuetten von Vestalinnen und der Fröstelnden (Mat. nicht bek.), von General Washington (Gips); eine Kinderbüste (Gips, viell. Claudine H.; Marmor, undat., in Worcester/Mass., AM). Am 24.4.1794 eröffnet das Comité de Salut public einen Bildhauer-Wettb. für ein Denkmal von Rousseau für die Champs-Elysées (am 15.2.1795 Bekanntgabe des Siegers Jean Guillaume Moitte), für den H. zwei Terrakottaentwürfe einreicht (beide verschollen); am 1.5.1795 beschließt das Komitee den Ankauf der Statue der Phil., die 1795 im Gebäude des Nationalkonvents aufgestellt wird (verschollen). Nach Angaben von Barère und Quatremère de Quincy hatte H. hierzu eine für den Invalidendom vorgesehene Statue der Hl. Eustachia umgestaltet (Nov. 1792-Juli 1793 in H.s Atelier erw.). Im Salon 1795 nur mit einer Büste von Barthélemy vertreten. Am 8.10.1795 verkauft H. der Bibl. royale einen Teil der Werke aus seinem Atelier (gedruckter Kat.). Am 27.11.1795 zum Mitgl. des neuen Institut ernannt. Jan. 1796 Versand des Standbildes von Washington in die USA (Marmor; Richmond/Va., Capitol). Salon 1796: Marmorverkleinerung der Fröstelnden (54 cm hoch) und Terrakottabüste von Pastoret (verschollen). Im März 1800 Auftrag zu Marmorbüsten von Mirabeau und Washington für die Gal. des Consuls in den Tuileries (beide dat. Jahr IX; Versailles, Château). Das Atelier in der Bibl. muß H. aufgeben. Zu den Salons 1800 und 1801 sendet er jeweils mehrere Marmor- und Gipsbüsten unter derselben Nr ein. Um 1802 modelliert er die Büste Bonaparte als Erster Konsul (verschollen; bek. durch ein Gem. von Boilly; Paris, Louvre). Salon 1802: Marmorbüsten von D’Alembert (wahrsch. die 1779 dat. Marmorfassung in New Haven/Conn., Yale Univ. AG), Barthélemy (Paris, BN) und "Frauenstudie" (nicht identifiziert); Gipsbüsten von Dorothea Rodde-Schlözer, der Markgräfin von Ansbach (nicht identiziert) und Mentelle (Terrakottafassung in Hamburg, KGM); außerhalb des Kat. stellt H. eine Büste von Lalande und zwei Bronzestatuetten aus (Fröstelnde und Diana). Nach seiner Ausweisung aus dem Louvre bezieht er am and. Seine-Ufer eine Wohnung und ein Atelier im Collège des Quatre-Nations (Institut). Am 15.12.1802 Auftrag der Administration zu einer Büste von Rembrandt für die Gal. im Louvre (unvoll. und verschollen). 1803 Auftrag zu einer Statue von Cicero für den Sitzungssaal im Pariser Senat. Am 18.12.1803 Ritter der Ehrenlegion. A.1804 Briefwechsel bezüglich eines Auftrags aus den USA zu einem bronzenen Reiterstandbild von Washington (nicht realisiert). Salon 1804: Gipsfassungen von Cicero (Paris, Louvre; nicht in Marmor ausgef.), der Markgräfin von Ansbach,von Barlow (viell. die Gipsfassung in New York, Nat. Acad. of Design; Marmor in Washington/D.C., Weißes Haus) und Fulton (viell. die Gipsfassung in New York, Nat. Acad. of Design; Marmor in Detroit/Mich., Inst. of Arts); Gipsfassung von Marschall Ney (ein im Jahr XII dat. Bronzeabguß in einer Priv.-Slg ), dessen Marmorversion zus. mit der von Marschall Soult (ein 1806 dat. Bronzeabguß und eine 1813 dat. Marmorreplik in Priv.-Slgn) für den Salon des Maréchaux im Tuilerien-Pal. bestimmt ist (beide verschollen). Boilly zeigt im Salon 1804 das Gem. L’atelier d’un sculpteur. Tableau de fam. mit einer Ansicht von H.s Atelier, auf der dieser eine Porträtbüste von Laplace modelliert, umgeben von seiner Fam. und zahlr. seiner Werke (Paris, MAD; and., abweichende Version in Cherbourg, Mus. Thomas Henry). Am 5.1.1805 als Prof. an die Ec. spéciale de Peint. et de Sculpt. berufen. Im Aug. 1806 sitzt Napoleon I. Modell im Schloß von Saint-Cloud (Terrakottabüste mit der Inschr. "fait d’après nature" in Dijon, MBA). Voll. des Modells einer Kolossalstatue von Napoleon I., dessen Bronzeabguß eine Säule in Boulogne-sur-Mer (gegenüber von England) bekrönen soll (Bronzeabguß von 1812 nach dem Fall des 1.Kaiserreichs zerst.). Salon 1806: bemerkenswerte Gruppe von Büsten: Napoleon I.und Kaiserin Josephine (beides Gipsmodelle; verschollen); Markgräfin von Ansbach (nicht identifiziert) und Dorothea Rodde-Schlözer (Berlin, Bode Mus.; beide Marmor); Collin d’Harleville (Gips; nach der von H. abgenommenen Totenmaske; ein Exemplar früher in Chartres, MBA); Mme F… und Mlle H… (viell. Sabine H. als Erwachsene, Terrakotta, seit 1928 nicht mehr lokalisiert). Dez. 1806 Auftrag zu einer kolossalen Steinstatue von Themis, der Göttin der Gerechtigkeit, für den Pal. der Nationalversammlung in Paris (Original nach Cherbourg überführt; vor dem gen. Pal. durch einen Abguß ersetzt). Salon 1808: Marmorbüsten von Napoleon I. in der Uniform eines Obersten der Gardejäger und Kaiserin Josephine (beide in Versailles, Château). Am 28.1.1809 Chevalier de l’Empire. 1809 datiert H. die Marmorbüste von Bigot de Préameneu (Versailles, Château). Juni 1811 Anfrage der Stadt Auch für eine Statue zu Ehren von Marschall Lannes (nicht ausgef.). Salon 1812: Marmorstatuetten von General Joubert (Versailles, Château) und Voltaire (Standbild; Paris, Pantheon); Gipsbüste von Boissy d’Anglas (nach einer Maske vom lebenden Modell; nicht identifiziert). Im Salon 1814 mit seinem letzten Werk, einer Büste von Zar Alexander I. (nicht identifiziert). Von dem ihm am 10.2.1816 erteilten Auftrag zur einer Statue von Bayard für den Pariser Pont Louis XVI wird H. aus Altersgründen entbunden. Am 22.2. zum "prof.-recteur" der Ec. spéciale de Peint. et de Sculpt. berufen. Am 22.2.1823 Tod der Ehefrau. Nach H.s Tod 15.-17.12.1828 Verkauf des Ateliernachlasses (gedruckter Kat., bes. Nr 39: Terrakottabüste von M.-J. Chénier, Verkauf der ehem. Slg Edmond Courty, Paris, Hôtel Drouot, 9.12.2002, Nr 76; Priv.-Slg Nr 67: "zwei kleine Köpfe von Kindern, eines weinend, das and. lachend", Marmor, beide verschollen, die an die "drei Charakterköpfe aus Terrakotta erinnern, die das Lachen, den Schmerz und die Verachtung darstellen" und am Anfang des zusammenfassenden Verz. von 1784 stehen).
Weitere Werke zur Ergänzung des aktualisierten, in dieser Form bislang unveröff. WV (Büsten, wenn nicht anders angegeben): Deutschland:
Thieme-Becker, Vollmer und AKL:
ThB17, 1924 (Lit.)
Gedruckte Nachweise:
P.-E. Martin-Choisy, Rapport à la Soc. des sc. et belles-lettres de Montpellier sur l’inauguration de la statue de Voltaire au mus. de la même ville le 15 nivôse an XI [6 janvier 1803], s.l. an XII [1803]; A.-C. Quatremère de Quincy, Not. hist. sur la vie et les ouvrages de M. H. sculpteur. Lue à la séance publique de l’Acad. royale des BA, le samedi 3 octobre 1829, Recueil de Not. hist. lues dans les séances publiques de l’Acad. royale des BA à l’Institut, P. 1834, 388-402; E.Gandouin/G.Giacometti, Quelques notes sur J.-A. H. statuaire 1741-1828, P. [zw. 1893 und 1907]; H.Léonardon, Mém. de la Soc. des sc. morales, des lettres et des arts de Seine-et-Oise (Versailles) 18:1894, 152-155; P.Vitry, AAF, Neue Pér., 1:1907, 193-209; H.Stein, Annales de Bretagne 1908(Jan.)3-32; P.Vitry, GBA 2:1912, 97-117; L.Roger-Milès, Les Dianes de H., et les caprices de la pudeur esthétique à la fin du XVIIIe s., P. 1913; L.Réau, BSHAF 1922, 267-394; 1928, 322-329; 1950, 177-186; S.Rocheblave, ibid. 1923, 14 ss.; L. Réau, GBA 1924, 1-27; L.Réau, L’art franç. aux Etats-Unis, P. 1926; P.Vitry (Vorw.)/C.Hirschauer, Centenaire de J.-A. H. (K Bibl. mun.), Versailles 1928; P.Vitry, Beaux-Arts 1928(9)135 ss.; id., Rev. de l’art ancien et mod. 1928(Juni)9-20, 57-70; A.Camoin (Vorw.), Expos. du Centenaire de H. (K Gal. Buvelot), P. 1928; L.Réau, GBA 1928, 339-356; G.Giacometti, La vie et l’œuvre de H., I-II, P. 1929; L.Réau, Bull. de la Soc. des Amis de la Bibl. d’art et d’archéologie 1929(1)21-27; G.Chinard, in: Hist. documents. Inst. França. de Washington, H. IV, Einf. F.H. Taylor, Ox. 1930; L.Réau, H., P. 1930; E.Maillard, H., P. 1931; T.de Bogyay, GBA 1935(Juni)364-369; id., BSHAF 1935, 126-144; H., 1741-1828 (K Gal. Arts d’Aujourd’hui Jean de Ruaz), P. 1942; M.Aubert, in: Mon. et mém. publiés par l’Acad. des inscr. et belles-lettres (Fond. Eugène Piot), XL, P. 1944, 161-168; C.Seymour, GBA 1948(973)137-158; H.Mansfeld, J.-A. H. Sein Werk in Deutschland, B. 1955; G.Hubert, GBA 1956(Dez.)157-162; Belle de Zuylen et son époque (K), P./Am. 1961; J.Goldsmith Phillips, Bull. of the Metrop. Mus. of Art 22:1963(Sommer)29-36; W.Sauerländer, J.-A. H. Voltaire, St. 1963; T.v. Bogyay, ZKg 27:1964(1)105-132; 31:1968(1)70-77; H.H. Arnason, Sculpt. by H. (K AM), Worcester 1964; L.Réau, H., sa vie et son œuvre, I-II, P. 1964; G.Hubert, Œil 1966(Dez.)47; J.Montagu, I Maestri della scult. (Mi.) 1966(53); H.Rostrup, Grandeurs et misères de J.-A. H. (Sitzung Institut de France. ABA, 28.3.1973), P. 1973; J.-R. Gaborit, Rev. du Louvre 25:1975(4)242-247; H.H. Arnason, The sculpt. of H., Lo. 1975; id., J.-A. H. Le plus grand sculpteur franç. du XVIIIe s., Lausanne 1976; E.Munhall, J.-A. H. Eight portr. busts (K Frick Coll.), N.Y. 1981; S.Balayé, La BN des origines à 1800, Genève 1988; L.Seelig, Rev. de l’art 1990(7)58, Anm. 7; J.Claparède, Et. sur l’Hérault, N.S., 9:1993, 39-48; S.R. Stein, The worlds of Thomas Jefferson at Monticello, N.Y. 1993; J.Hecht, Apollo 140:1994(389)28-35; G.Bresc-Bautier, in: Rue du Faubourg Saint-Honoré, P. 1994, 372-377; A.Schuttwolf, Slg der Plastik Schloß-Mus. Gotha (K), Gotha 1995; J.Hecht, in: Franklin et Condorcet. Two portr. from the Amer. Phil. Soc., Philadelphia 1997, 5-21; G.Dulac, in: Rech. sur Diderot et sur l’Encyclopédie v. 22.4.1997, 25-34; G.Scherf, Bull. archéol. du Comité des Travaux hist. et sc. Moyen Age, Renaiss., Temps mod. (P.) 1997(25)47-60; id., H. Diane chasseresse, P. 2000; K.Hegner u.a., Jean-Baptiste Oudry. J.-A. H. 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Houdon, Jean Antoine, Bildhauer, geb. in Versailles 20. 3. 1741, † in Paris 15. 7. 1828. Sohn eines Bedienten, der später einen kleinen Weinhandel aufmachte und schließlich eine Stelle als Concierge an der École roy. des Élèves protégés bekleidete, in die H., dessen künstler. Begabung frühzeitig hervortrat, 1761 Aufnahme fand, nachdem er bei Michel Ange Slodtz, auch bei Pigalle und Lemoyne an der Acad. roy. den ersten Unterricht genossen hatte. 1756 bereits errang er einen 3. Akad.Preis, 1761 den 1. Preis für ein Relief: Salomo und die Königin von Saba. 1764 (19. 8.) erhielt H. das Brevet als Pensionär der Acad. de France in Rom, wo er am 11. 11. 1764 eintraf. In Rom entstanden einige Arbeiten, mit denen H. nach seiner Rückkehr nach Paris (Ende 1768) im Salon 1769 (23. 7. 1769 Ernennung zum Agréé der Akad.) debütierte: Statuette eines Lupercus-Priesters (nackter laufender Jüngling mit zum Schlage ausholender, erhobener Rechten [Abb. in Gaz. d. B.-Arts, 1923 I 47], Originalmodell im Mus. zu Gotha), stark berninesk empfunden; Statue eines predigenden Johannes Bapt. (Gips), Reduktion einer für Sta Maria degli Angeli in Rom bestimmt gewesenen Kolossalstatue (1894 durch Sturz zertrümmert); eine andere Replik erhalten in einer kleinen Gipsstatue der Galerie Borghese in Rom (Abb. in Gaz. d. B.-Arts, 1923 I 48 f.); Replik (Gips) des Kopfes, im Typus stark an Michelangelos Christus in Sta Mana sopra Minerva anklingend, im Mus. zu Gotha (Abb. ebenda p. 41); Statue eines meditierenden h1. Bruno, Gipsreduktion eines an Ort und Stelle erhaltenen Kolossalmarmors für Sta Maria degli Angeli, Gegenstück zu dem Johannes; Originalmodell ebenfalls in Gotha. Eine Vorbereitung zu diesen beiden Monumentalstatuen seiner Frühzeit bildete eine 1766 oder Anfang 1767 entstandene Muskelfigur, von der ein Gipsexemplar sich in der Pariser École d. B.- Arts befindet. Auch die Statuette einer Vestalin (Exemplare in d. Samml. Pierpont Morgan in New York und in d. Pariser Sammlg Martin Leroy, Abb. in Revue de l'art anc. et mod., XXI [1907] 155), vielleicht Gegenstück zu dem Lupercus-Priester, freie Kopie nach der Pandora des Kapitolin. Mus., entstammt der röm. Zeit. 1771 stellte H. das Modell eines schlummernden Morpheus aus (Mus. Gotha, Abb. ebenda p. 153), mit dessen verkleinerter Marmorausführung (Louvre, Abb. ebda) er 1777 (26. 7.) die Aufnahme in die Akad. erlangte. Von Diderot, dessen Büste H. 1771 gefertigt hatte (Gips im Louvre, Marmorausf. von 1775 in Versailles, Originalmodell in Gotha), empfohlen, ging H. im Herbst dieses Jahres nach Deutschland (12. 10. 1771-20. 12. 71), wo er Verbindungen mit dem Herzog von SachsenCoburg-Gotha anknüpfte, die er bei einem 2. Aufenthalt in Deutschland (24. 4. 1773 bis 1. 7. 73) wieder aufnahm. Er porträtierte sämtliche Mitglieder der herz. Familie und stellte die Büsten, die eine großartige Porträtreihe eröffnen, im Salon 1773 aus. Für den Herzog schuf H. auch ursprünglich seine berühmte Diana (Modell, 1776 voll., im Mus. zu Gotha), deren Marmorausführung von 1780 in den Besitz Katharinas II. gelangte (Ermitage, St. Petersburg; Bronzereplik von 1790 im Louvre). Demselben Jahre 1790 entstammt die Bronzestatue des Apollo in der Pariser Sammlung André Pastré, das Gegenstück zu der Diana. Wohl ebenfalls durch Diderot's Vermittelung knüpfte H. 1773 Beziehungen zum Petersburger Hof an. Eine Reise nach Rußland unterblieb zwar, aber zahlreiche Aufträge der Kaiserin (Kolossalbüste Katharinas selbst [Marmor, 1773, Sammlung Stroganoff, St. Petersburg, Bronzereplik i. d. Ermitage], Buffon's [Marmor, 1783, Ermitage], 3 Büsten Voltaire's [ebenda]) und des russ. Adels (Büsten der Fürstin Daschoff, des Grafen Soltikoff, Grabdenkmäler des Feldmarschalls Fürst Michail Michailowitsch Gallitzin und des Alexis Dimitriewitsch Gallitzin in der Kirche des Bogojawlenskij Klosters in Moskau) haben H. besonders in dem Jahrzehnt 1773-83 beschäftigt. (Vgl. den unten zitierten Katalog der in Rußland bewahrten Werke H.s von Réau.) Noch 1814 bestellte Alexander I. bei H. seine Büste. Im Louvre das Terrakottamodell (dramatisch komponiertes Hochrelief) zu einem nicht ausgeführten Grabmal für einen Fürsten Gallitzin (Abb. Gaz. d. B.-Arts, 1917 p. 139). Auch von H.s berühmtestem Werk, der Sitzstatue Voltaire's (Marmor, 1781, Foyer des Théâtre Français, Orig.-Modell in der Bibl. Nat.), gibt es eine im Auftrag Katharinas gefertigte Marmorreplik in der Petersburger Ermitage (aus Zarskoje Sselo). Von der schönen, im Auftrag des Herzogs v. Chartres für den Parc Monceaux geschaffenen Brunnengruppe (1781), eine sitzende Badende (Marmor) darstellend, der eine Negerin (Blei) aus einer Schale Wasser über die Schultern gießt, ist nur die Badende erhalten (Metrop. Mus. New York, Sammlg B. Altman, Abb. in L'Art et les Artistes, X 64; ebenda auch ein Terrakotta-Entwurf der Gruppe); eine Vorstudie zu der Negerin bildet wohl die im Mus. zu Soissons befindl. Büste (getönter Gips) einer Negerin (Abb. in Revue de l'art anc. et mod., I 351). - Der gefeiertste Bildhauer seiner Zeit - Canovas Stern war erst im Aufgehen -, erhielt H. 1784 durch Vermittelung Benj. Franklins, dessen Büste (Orig.-Modell im Louvre, Marmor im Metrop. Mus. New York, Tafelabb. in Revue de l'art anc. et mod., XXXV gegen p. 280) er bereits 1778 modelliert hatte, den Auftrag auf ein Washington-Denkmal für Richmond, U. S. A. Am 22. 7. 1785 schiffte sich H. in der Erwartung, auch das große, für den Kongreß der Vereinigten Staaten geplante Reiterdenkmal Washingtons in Auftrag zu bekommen, in Le Havre ein; am 14. 9. kam er in Philadelphia an. Nach Anfertigung einer Terrakottabüste des Generals (Louvre) kehrte er noch im Herbst dess. Jahres nach Frankreich zurück, führte die Büste in Marmor aus (Metrop. Mus. in New York; 2. Exemplar im Mus. in Boston) und machte sich an die Ausführung des Standbildes, das 1792 vollendet, erst 1796 auf dem Kapitol in Richmond Aufstellung fand. Das Projekt der Reiterstatue, deren Gipsmodell H. im Salon 1793 ausstellte, zerschlug sich aus Mangel an Mitteln. Dieses Modell ist verschollen, ebenso wie eine in den Revolutionsjahren für den Konvent geschaffene Marmorstatue der Philosophie. Auch das Empire fand H. noch an der Arbeit. Marmorbüsten des Kaisers, der Kaiserin (Mus. Versailles, 1806), der Mme Lucien Bonaparte (Sammlg Primoli), eine Marmorstatue des 1799 bei Novi gefallenen Generals Joubert, die Büste des Marschalls Ney (Mus. Versailles), ein nicht zur Ausführung gelangter Auftrag auf ein Kolossalstandbild Napoleons u. zahlreiche Bildnisbüsten beweisen, daß wenigstens der Porträtist an Beliebtheit nichts eingebüßt hatte; doch bedeutet die Produktion dieser letzten Zeit entschieden einen Abstieg von der Höhe der 1770er, 80er u. 90er Jahre. 1814 beschickte er zum letztenmal den Salon, u. a. mit einer Büste Kaiser Alexanders v. Rußland. Seitdem 'schuf er nichts mehr, sondern beschränkte sich auf seine Lehrtätigkeit an der École d. B.-Arts, von der er 1823 zurücktrat. Am Abschluß dieser glänzenden Künstlerlaufbahn stand ein schließlich kindisch gewordener Greis. - H. war kein Stürmer, der der Kunst neue Wege wies; seine Kunst entwickelt sich aus dem soliden Handwerk heraus - bezeichnend für seine Anfänge ist die wissenschaftlich trockene Anatomie seines "Écorché"; er selbst bezeichnet in dem unten zit. Abriß seiner Selbstbiographie "l'anatomie et la fonte des statues" als den Kern aller seiner künstler. Bemühungen und stellt seine Tätigkeit als "fondeur" auf eine Stufe mit der des "statuaire"., Aber ein gesunder und ganz sicherer formaler Instinkt und eine vitale Kraft der physiognomischen Belebung zeichnen seine Kunst aus, die ihn zu einem der bedeutendsten Porträtisten der 2. Hälfte des 18. Jahrh. machen. Von einer ganz erstaunlichen künstler. Fruchtbarkeit, hat H. fast das gesamte geistige Paris der 3 letzten Jahrzehnte des 18. Jahrh. in Büste, Statue oder Medaillon auf die Nachwelt gebracht; im Salon 1777 erschien er mit nicht weniger als 20 Büsten. Das Bedeutendste in seinem Werk sind seine Frauen- und Kinderbüsten (die lachende Gattin [Originalmodell im Louvre], die 3 Töchterchen [Louvre, Petit Palais, ehem. Sammlg Jacques Doucet u. Smlg Pierre Decourcelle] usw.), aber auch in seinen Männerbüsten wird er so konträren psycholog. Aufgaben, wie sie etwa Mirabeau (Abb. Les Arts, 1908 No 82 p. 11), Cagliostro (Abb. ebenda p. 1), und Rousseau (Abb. ebenda 1911 No 111 p. 6) ihm stellten, mit genialer Erfassung des Wesentlichen in dem Charakter seines Modells gerecht. Die Gewohnheit H.s, auch die Terrakotta- und Gipsabgüsse seiner Originale eigenhändig zu überarbeiten und seine Erzgüsse selbst zu gießen, macht aus den zahlreichen, häufig von ihm signierten u. dat. Repliken selbständige Wiederholungen von originalem Wert; so existieren z. B. von der Franklin-Büste nicht weniger als 10 Terrakotta-Repliken, zahlreiche Repliken in Bronze, Gips und Terrakotta auch von der Diana und dem Voltaire. - Nächst Frankreich bietet Amerika die beste Gelegenheit, H. kennen zu lernen: das Metrop. Mus. und die Sammlung J. Pierpont Morgan in New York sind besonders reich an Arbeiten H.s; letztere besitzt u. a. die Marmorausführung der beiden Doppelbüsten: Le Baiser donné, und Le Baiser rendu, sowie die Marmorstatue einer Vestalin von 1787. Weitere Arbeiten H.s in den New Yorker Sammlungen Henry C. Frick, Astor, Judge Gary, T. R. Ryan u. Mrs. Philip Lydig, bei Widener u. in der Pennsylvania Acad. of Fine Arts in Philadelphia, in der Sammlg Walters in Baltimore, im Mus. zu Boston usw. (vgl. den u. zit. Katalog der Mrs. Ingersoll Smouse). Im Nat.-Mus. in Stockholm Gipsbüsten Glucks, Rousseau's und Diderot's, im dort. Rathaus eine Marmorbüste Gustafs Hl. In Deutschland kann man H. im Mus. zu Gotha und im Mus. zu Schwerin gut studieren; in letzterem 14 getönte Terrakotta-Bildnisbüsten von H.s Hand. Im Neuen Palais bei Potsdam die von Thomire ziselierte Bronzebüste des Prinzen Heinrich v. Preußen (Tafelabb. im Hohenzollern-Jahrb. 1902 gegen p. 28) und die Terrakottabüsten des Herzogs v. Nivernais u. der Gräfin Sabran (Abb. ebenda p. 29 f.); in der Berliner Akad. d. Wissensch. eine Marmorbüste Voltaires. Quellen: P. Vitry, Un liste d'oeuvres de J. A. H., rédigée par l'artiste lui-même vers 1784, in Archives de l'art franç., Nouv.,pér., I (1907) 193/220. - Courrier de l'art, VI (1886) 274 f. (Brief H.s [Selbstbiographie] vom 11. 10. 1794 an Bachelier). - Bull. de la Soc. de l'hist. de l'art franç., III (1877) 169; 1914p.11138 (F. Ingersoll Smouse, Quelques doc. et lettres rel. au voyage et aux oeuvres de J. A. 1J. aux États-Unis, mit Katalog der in Amerika bewahrten Werke, p. 31ff.). - Nouv. arch. de l'art franç., VI (1878) 59; 2me série, I (1879) 289171, 370; 3me sér. XX (1904) Reg. (Corresp. de M. de Marigny); XXII (1906) Reg. (Corresp. de M. d'Angiviller). - A. de Montaiglon u. J. Guiffrey, Corresp. d. direct. de l'Acad. de France à Rome, XII (1902) passim. - Montaiglon, Procès-Verb. de l'Acad. Roy., 1875/92, vgl. Table (1909). - Mercure de France, 1789-1814, passim; vgl. Index par E. Deville, 1910. Monographien : A. de Montaiglon et Duplessis, Houdon,savieet s. ouvrages, in Revue univ. d. arts, I (1855) 157/85, 237/67, 317/50, 397/420; II (1855) 441/54 (Katalog); auch als Buch ersch. 1855/56. - Délerot et Legrelle, Mém. sur la vie et l'oeuvre de J. A. H., in Mém. de la Soc. d. sciences morales, des lettres et des arts de Seine-et-Oise, 1855; auch als S.-A. ersch. - Herm. Dierks, H.s Leben u. Werke, Gotha 1887. - St. Lami, Dict. d. sculpt. de l'éc. franç. au 18me siècle, I (1910), mit Katal. d. Werke u. Bibliogr. - Hart and Biddle, Memoirs of the life and works of J. A. H., Philadelphia 1911.-G. Giacometti, Le statuaire J. A. H. et son époque, Paris 1918/9, 3 Bde (nicht benutzt). Über einzelne Werke: P. E. Mangeant, Sur une statuette de Voltaire, in Réun. d. Soc. d. B.-Arts, XX (1896) 461168. - Ch. Joret, et le duc de Weimar Charles Auguste, in Bull. de la Soc. de l'hist. de Paris, XXIII (1896) 61ff. - P. Vitry in Revue de l'art anc. et mod., I (1897) 351/54 (Un buste de négresse du musée de Soissons); d ers., ebenda XIX (1906) 337/51 (H. portraitiste de sa femme et de ses enfants); XXI (1907) 149156 (Le"Morphée" deH.); XXIV (1908) 25ff. (m. Tafel: Büste der Mme Adelaide, Sammlg Hoentschel, Paris); ders. in Les Arts, 1902 No 7 p. 22, Abb. p. 20 u. 21 (Busten in d. Wallace Coll.); 1903 No 21 p. 4, 14 (2 Arbeiten der Smig J. Doucet); 1905 No 42 p. 40 (H. animalier, Marmorrelief einer toten Drossel); 1907 No 61 p. 9/16 (La "Diane" et l'"Apollon" de H.); 1908 No 82 p. 1ff.; 1911 No 111 p. 8, 24, 26 (Abb.); ders. in Bull. de la Soc. de l'hist. de l'art franç., 1908 p. 166/75; ders. in L'Art et les Artistes, X (1910) 60/68; ders. in Art in America, II (New York 1914) 217/26 u. 388/79 (Works of H. in America). - Gaston Brière, Notes sur quelques bustes de H., in Archives de l'art franç., 1913 ("Mélanges Lemonnier"), p. 844/64. - G. Giacometti, Un lévrier, terre cuite orig. par J. A. 1-1., Paris 1904. - Florence Ingersoll Smouse, H. en Amérique, in Revue de l'art anc. et mod., XXXV (1914) 278/98. - Ebenda, XXIII (1908) 209ff. (2 Kinderbüsten, Neuerwerb. des Louvre); XXXI (1912) 328 f., 335 (Abb.); XLI (1922) 211ff. (A. Joubinüberdas Exemplardes Voltaireim Mus. zu Montpellier). - Chron. d. Arts, 1921 p. 162; 1922 p. 144. - Mercure de France, 1912 p. 14/44 (J. J. Rousseau et H.). - Beaux-Arts, I (1923) 32. - Renaiss. de l'art franç., IV (1921) 92 (Medaillon im Petit Palais). Gaz. d. B.-Arts, 1906 I 409ff. (A. Michel über Neuerwerb. d. Louvre; 1912 II 98ff. (Rousseau-Busten), 310ff. (Malesherbes-Büste); 1914 165 (Büste Lefèvre de Caumartin im Musée Jacquemart - André, Paris). Picard,, Un Buffon de H., in Mém. de l'Acad. d. sciences, arts et belles-lettres de Dijon, 4me série, XI (1911) p. LX f. - Les Arts, 1917 No 180 p. 8ff. (H.s Büsten d. Marie Antoinette); 1918 No 164 p. 5 (Abb.: Büste d. Herzogin von Luynes), No 165 p. 6f., No 172 p. 7ff. (A. Michel, La statue de Washington par J.-A. H.), No 173 p. 35 (Abb. der Büsten Voltaire's [Berlin, Schloß] u. der Comtesse de Sabran [Neues Palais bei Potsdam]); 1920 No 190 p. 12 (mit Abb.: Büste Caumartin's im Musée Jacquemart-André). - Maur. Tourneux, Hommages rendus à Diderot par s. compatr., in Bull. de la Soc. de l'hist. de l'art franç., 1913 p. 184/91. - Maur. Lotte, Mausolée de Victor Charpentier, ebenda 1920 p. 236/40. - L. Réau, Les oeuvres de H. en Russie, in Bull. de la Soc. de l'hist. de l'art franç., 1914 p. 37/53; ders., L'oeuvre de H. en Russie, in Gaz. d. B.-Arts, 1917 p. 129/54; ders., Le premier Salon de H., in Gaz. d. B.-Arts, 1923 I 41/52. - Art in America, V (1917) 65/72 (Allan Marquand, Two busts by H. in the Coll. of Mr. Henry C. Frick). - Claude Phillips, The Voltaire of H., in The Art Journal, 1906 p. 225/28. - Bull. of the Metrop. Mus. of art, New York, VII (1912) 224ff.-E. Steinmann,J.A. H. im Großherz. Mus. in Schwerin, in Monatsh. f. Kstwiss., IV (1911) 207/223 u. Taf. 42-49. - G. Göthe, Finnes det nâgra byster av J. A. H. i Stockholm?, in Ord och Bild, XXVI (Stock). 1917) 471ff. - Jahrh. d. Vereins f. christl. Kst in München, V (1921) 88 (Kruzifix f. d. Schloßkap. in Koblenz). - Hohenzollernjahrb., V (1901) 212 f. (Voltaire-Büste); VI (1902) 28ff. (Büste d. Prinzen Heinr. v. Preußen). - P. Seidel, Französ. 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