Schinkel, Karl Friedrich, dt. Architekt, Maler, Stadtplaner, Grafiker, Bühnenbildner, *13.3.1781 Neuruppin, †9.10.1841 Berlin.
Schinkel, Karl Friedrich
S. war der einflussreichste Architekt im beginnenden 19. Jh. in Deutschland. Mit seinen Bauten, aber auch durch seine Bebauungspläne prägte S. das Erscheinungsbild von Berlin. Daneben war er während seiner gesamten Schaffenszeit als Maler tätig und leistete auch auf dem Gebiet des Bühnenbilds wie des frühen Produktdesigns Herausragendes. - S.s Großvater war Prediger in Dörfern b. Fehrbellin, der Vater war Archidiakon und Inspektor der Kirchen und Schulen in Neuruppin; die Mutter, Dorothea Rose, stammte aus einer Neuruppiner Kaufmannsfamilie. Sechsjährig verlor S. in der Folge des großen Brandes von Neuruppin am 27. Aug. 1787 seinen Vater. Der Verlust des Familienoberhauptes und die Zerstörung seiner archit. Umgebung prägten S. nachhaltig. Einer Anekdote nach starb der Vater nicht in den Flammen, sondern überforderte sich im Zuge der Hilfsmaßnahmen derart, dass er erkrankte und wenige Tage später starb. Durch den Wiederaufbau Neuruppins durch den preußischen Baumeister Bernhard Matthias Brasch erfuhr der junge S. die vollst. Umgestaltung der ma. geprägten Stadt seiner frühen Kindheit zu einer frühklassizistischen, regelmäßig geplanten. Damit treten mit der Gesch. des Brandes von Neuruppin zwei Motive auf, die für S.s Leben immer wieder eine Rolle spielen sollten und in vielen biogr. Erzählungen bekräftigt wird: die Aufopferung für die Gemeinschaft einerseits, der radikale Reformwille andererseits. 1794 übersiedelte die Mutter mit ihren Kindern nach Berlin, wo sie im Predigerwitwenhaus der Marienkirche wohnten; S. besuchte bis 1798 das Gymnasium zum Grauen Kloster. 1797 kam er 16-jährig auf einer Ausst. der AK mit dem Entwurf Friedrich Gillys für das Denkmal Friedrichs des Großen erstmals mit Architekturbildern in Berührung. Das Ereignis wurde von der Biografik als der Moment stilisiert, in dem er den Wunsch Architekt zu werden fasste, und zugleich als Übergang von einer normativen zu einer wirkungsästhetischen Kunstauffassung aufgefasst (Waagen, 1844): Betrachter und Besucher sollten das Kunstwerk nicht alleine verstehen, sondern affiziert werden. Diese Grundregel der romantischen Kunst beherzigte S. zeit seines Lebens. Nach einer Baumeisterlehre bei den Architekten David und Friedrich Gilly (ab 1798) beschloss S. seine Ausb. mit einer Italienreise (1803-05; Stationen u.a. Prag, Wien, Triest, Venedig, Bologna, Rom, Neapel, Sizilien) zus. mit Johann Gottfried Steinmeyer. Für seine spätere Karriere als Beamter war die Begegnung mit Wilhelm von Humboldt, der zu dieser Zeit Abgesandter am Hl. Stuhl war, sehr hilfreich. Für seine Entwicklung als Maler war Gottlieb Schick, der zuvor im Atelier von Jacques-Louis David in Paris gelernt hatte, wichtig. Sowohl in der Zchng als auch in der Malerei entwickelte S. seine Fähigkeiten in Italien ungemein. Zahlr. Zchngn und Skizzen dokumentieren das für die Zeit ungewöhnliche Interesse für ma. Archit.; eig. Versuche die ma. Stile zu klassifizieren ("sarazenisch" und "gotisch") münden später in der Idee eines kommentierten Stichwerks zur Archit. des MA (nicht ausgeführt). Zurück in Berlin trat er zunächst mit Entwürfen für Innendekorationen (Schlafzimmer der Königin Luise, 1809-10, Berlin, Schloss Charlottenburg) und großen Panoramagemälden (urspr. Öl/Lw., alle nicht erh.) hervor. Am 17. Aug. 1809 heiratete er die Stettiner Kaufmannstochter Susanne Berger, das Paar bekommt vier Kinder: Marie (*1810), Susanne (*1811), Karl Raphael (*1813), Elisabeth (*1822). Bekanntheit erlangte S. bes. durch die mon., ab 1807 gefertigten sog. perspektivisch-optischen Schaubilder, die in Rundbauten installiert dem Berliner Publikum gegen ein kleines Eintrittsgeld offenstanden (Panorama von Palermo, 1808, nicht erh., Rad.). Auch wenn diese Panoramamalereien sehr populär waren, galten sie doch intellektuellen Zeitgen. als künstlerisch minderwertig; im März 1814 etwa bezeichnete Achim von Arnim in einem Brief an Clemens Brentano S. zwar als fleißig, die Schaubilder aber als "Dreck". Während einige Publ. mit dem Fokus auf S.s Archit. seine Arbeit als Panoramamaler v.a. als "Broterwerb" in schweren Zeiten ohne Bauaufträge deuteten, wurden mit der Würdigung der Dioramen und Panoramen als Vorgeschichte der heutigen techn. Bildproduktion in der jüngeren Forsch. S.s Schaubilder als impulsgebend für seine spätere Bau- und Entwurfspraxis bewertet. 1804-13 war S. v.a. als Maler tätig. In seinen Werken verarbeitet er die Kunst der Dt. Romanik, bes. Caspar David Friedrichs "Mönch am Meer" und Philipp Otto Runges Grafikzyklus "Die Zeiten" (u.a. Der Morgen, Der Abend, beide 1811, Feder-Zchngn, bis 1945: Berlin, NG, heute: St. Petersburg, Ermitage). 1810 war ein Schlüsseljahr in S.s Karriere. Er wurde in den Preußischen Staatsdienst erhoben. Außerdem eröffnete mit der Berliner Univ. die wichtigste Einrichtung des reformierten Bildungsstaates. Diese war mit den sog. Reformen von oben eng verbunden. S. selbst konzentrierte sich nach der etwas unentschlossenen Zeit seit seiner Rückkehr aus Italien immer stärker auf die kulturelle Nationenbildung. Am 15.5.1810 wurde er zum Geheimen Oberbau-Assessor ernannt; am 12.3.1815 wurde er zum Geheimen Oberbaurat bei der Techn. Oberbau-Deputation befördert, der neu geschaffenen obersten preußischen Baubehörde. Unter dem Einfluss von Wilhelm von Humboldt entwickelte S. in seinen Werken eine bürgerlich geprägte Ästhetik, die auf der Grundlage des Dt. Idealismus vom Gedanken geprägt war, dass jeder Mensch durch die ästhetische Erziehung eine allg. und moralische Bildung erreicht. Die Kunst wurde S. in diesem Sinne zur Lehrerin. Seine berühmtesten Bauten in Berlin waren mit dem Alten Mus. (zeitgen.: Neues Mus., Entwurf ab 1823, erb. 1825-30, im 2 WK ausgebrannt, bis 1966 wiederaufgebaut), dem Schauspielhaus (heute sog. Konzerthaus Berlin, 1818/21, im 2. WK stark beschädigt, bis 1984 Rekonstr. und Umbau) und der Bauakademie somit ästhetische Lehrgebäude. Sein Wunsch, die ästhetische Bildung seiner Generation zu heben, vermittelt sich aber auch in populären Schaubildern oder der Publ. Vorbilder für Fabrikanten und Handwerker (1821-37), die in den Folgejahren stilbildend wirkte. In der Akademieausstellung von 1810 stellte S. sowohl seine Entwürfe für das Mausoleum der Königin Luise (drei aqu. Zchngn, Berlin, Kpst.-Kab.) als auch die Lith. Dom hinter Bäumen (Lith., Berlin, Kpst.-Kab.) vor. Beide Werke dürfen den Anspruch von Hw. der europ. Kunstgesch. erheben. Bes. die unkonventionellen Entwürfe für das Mausoleum der Königin Luise mit den ausführlichen Kommentaren zu Konzept und Gestaltung, aber auch zu architekturtheoretischen Fragen haben eine Schlüsselstellung in S.s Œuvre: In der auf dem Grundriss eines lat. Kreuzes entworfenen, gotischen Hallenarchitektur wird der Sarkophag der Verstorbenen im Zentrum eines Dreikonchenchors durch eine geschickte Lichtführung auratisiert. Durch die spirituelle wie ästhetische Erfahrung des Mon. bildet sich der Besucher moralisch. Diese Art der theatralen Inszenierung von Archit. entwickelte S. auf dem Gebiet der Malerei und ist von Ideen der Romantik geprägt, nachdem er erste Entwürfe für das Mausoleum der Königin Luise auf derselben Ausst. wie Friedrichs "Mönch am Meer" zeigte. In der Memorialpraxis wird nicht nur die Königin unsterblich, auch der Besucher soll durch ein Leben nach ihrem Vorbild zur Unsterblichkeit gelangen können. Die Befreiungskriege gegen Napoleon (1813-15) und die Preußischen Reformen werden zum Lebensthema des Künstlers. Sein erstes Hw. in diesem Zusammenhang war der sog. Dom als Denkmal der Befreiungskriege (Zchngn, 1813-15, Berlin, Kpst.-Kab.). In den Ausmaßen des Kölner Doms sollte in Berlin vor dem Potsdamer Tor ein neugotisches Bauwerk entstehen, das der gesamten Preußischen Nation als Bildungsstätte dienen sollte. Dieses mon. Bauwerk wurde nicht errichtet, darf aber trotzdem in seiner Planung als frühes Hw. des Architekten angesehen werden. Zur Ausf. gelangte stattdessen das Nationaldenkmal für die Befreiungskriege (Eisen, 1818-21, Berlin-Kreuzberg), eine mon. Tabernakelarchitektur mit Skulpturen von Christian Daniel Rauch, Christian Friedrich Tieck und Ludwig Wilhelm Wichmann. Das erste realisierte archit. Hw. ist die Neue Wache (1816-18, nach dem 2. WK ab 1951 wiederhergestellt). Der Neubau der alten Kanonierwache gegenüber dem Kronprinzenpalais war der Teil von S.s städtebaulicher Umgestaltung in dem Entwurf gebliebenen Ausbau von Unter den Linden zu einer Via Triumphalis, die vom Brandenburger Tor bis zum Lustgarten führen sollte. Die antikisierende Tempelfront mit den sechs dorischen Säulen der Neuen Wache gilt als erster strenger Bau des Dt. Klassizismus. Gleichwohl stand für S. hier nicht die Stilfrage im Vordergrund, sondern es ging darum hist. Stile innerhalb ihres baulichen Kontexts auf die Gegenwart zu beziehen. So setzte S. für die Neue Wache an den Seitenwänden auch das erste Mal Backstein als Mat. ein, das auf das heimische MA Bezug nahm. Umstritten bleibt der konkrete Antikenbezug: Dass der gesamte Plan "einem röm. Kastrum ungefähr nachgeformt sei", wie S. in seiner Slg archit. Entwürfe (ab 1819 publ.) bemerkt, soll wohl nur den allg. Char. des Baus umschreiben; ein antikes Vorbild ließ sich bisher nicht nachweisen. Herausragende Qualität des Baus ist damit die Spannung zw. antikem Vorbild und der Innovationskraft S.s. Deutlicher wurde die Modifizierung antiker Motive am Schauspielhaus am Gendarmenmarkt in Berlin, ein weiteres archit. Hauptwerk. Für die Gestaltung der Fassade bediente sich S. des antiken Thrasyllos-Mon. (Athen) als Vorbild und wandte dieses in einem seriellen Schematismus an. Diese Vorgehensweise sowie die char. Durchfensterung machten das Schauspielhaus später zu einem Vorbild mod. Architektur. Der antikisierende Portikus des 1817 durch einen Brand zerst. Vorgängerbaus von Carl Gotthard Langhans, den S. übernehmen musste, diente dem Gebäude nur noch als applizierter Schmuck. Ebenfalls vorbildhaft wirkte sein Altes Mus., eines der ersten öff. KM in Europa überhaupt. Herausragend ist auch die von S. neu geschaffene Platzanlage des Lustgartens, die Mus., Schloss, Dom und Zeughaus zu einem städtebaulichen Ensemble vereint. Mit dieser baulichen Manifestation der Kunst neben repräsentativen sakralen wie profanen Archit. im Berliner Stadtzentrum verhalf S. der Kunst archit. zu einer buchstäblich zentralen Position in Staat, wie sie auf lit. und philosophischer Ebene um 1800 oft beschworen wurde. Hervorzuheben sind die mon. Vorhalle, das offene Treppenhaus und die gewaltige Rotunde des Altes Mus., die den Besucher auf eine fast transzendentale Kunsterfahrung einstimmen sollte und die S. selbst "das Heiligtum" nannte. In einem komplexen Ausstattungsprogramm brachte er nochmals die Ideen des Dt. Idealismus zum Ausdruck, knüpfte damit an seinen eig. Entwurf eines Domes für die Befreiungskriege an und schuf einen Tempel der Kunst oder eine ästhetische Kirche (Schrade, 1936). Damit gab S. der von Friedrich Schleiermacher erstmals 1799 formulierten "Kunstreligion" einen Ort. Sein Hw. als Maler stellen die Entwürfe zur Ausmalung der Vorhalle dar. Das Wandbildprogramm zog sich über die gesamte Frontseite und stellte in über 300 Einzelfiguren arabeskenhaft eine gemalte Kunst- und Kulturgeschichte dar. Dass S. auch später noch ähnliche Bildthemen umzusetzen beabsichtigte, belegen seine Notizen zum Wandbildprogramm für das Alte Museum. Diese Aufzeichnungen erlauben einen seltenen Einblick in den Entstehungsprozess eines hochrangigen Werkes und erklären S.s bisweilen komplexe Bildsprache im Allgemeinen. Dennoch ist es weniger als ikonogr. Lehrbuch, sondern eher als dynamisches System zu verstehen. Noch vor der Eröffnung des Neuen Mus., reiste S. 1826 nach England. Ein funktionalistisches Bauprinzip, wie er es in den riesigen, schnell errichteten Industriebauten in Manchester kennenlernte, lehnte er ab und versuchte, zurück in Berlin, eine angemessene archit. Lösung für Bauaufgaben ähnlicher Dimensionen zu finden. Ergebnis dieser Reflexionen ist die Bauakademie (1832-36, 1945 schwer beschädigt, 1962 abgetragen), das aus heutiger Sicht einflussreichste Gebäude S.s. Der aus rotem Backstein gestaltete ebenmäßige Baukörper auf quadratischem Grundriss bildet keine Hauptfassade aus, sondern ist auf allen Seiten gleich gestaltet. In der Konstruktion ist die Bauakademie ein Vorläufer der Skelettbauweise und wurde somit sowohl in Form wie Funktion vielfach zitiert. Proportion und bildliche Ausstattung vermittelten S.s künstlerischen Anspruch und setzten sich aus seiner Sicht gegen die reine Funktionsbauweise ab. S.s späte Entwürfe entwickeln utopische oder visionäre Fantasie für ihm teilw. unbek. Umgebungen. Zu nennen sind der Plan für ein kgl. Schloss auf der Akropolis in Athen (1834, aqu. Zchngn, nicht ausgef., München, GrS) und das als Sommerresidenz für Zarin Alexandra vorgesehene Schloss Orianda auf der Krim (1838, zwei Entwürfe: "moskowitisch" und "antikisch", aqu. Feder-Zchngn, nicht ausgef., Berlin, Kpst.-Kab.). Der uns erh. Plan der Akropolis umfasst einen Grund- und Aufriss sowie den Entwurf für den großen Saal des Palastes. Deutlich markiert S. die antiken und die mod. Gebäude. Der Residenz im Osten der Akropolis näherte man sich dem Plan nach von Westen her durch die alten Propyläen und erreichte dann, noch bevor man auf den Parthenon traf, das neu errichtete Hippodrom auf der rechten Seite, mit Parkanlagen auf der linken. Diese Grünanlage nahm auch eine von S. entworfene kolossale Athena-Statue auf, die in ihrer Wehrhaftigkeit der Befreiungskriege Griechenlands gedachte und die, anders als seine archit. Neuentwürfe, die antiken Bauten überragte. Hatte der Besucher die mon. Athena passiert, so traf er auf der linken Seite auf den Erechtheion-Tempel. Ihm gegenüber fand er den Eingang in die neuen Propyläen. Dahinter sollte der neue Pal. angelegt werden. Der Besucher sollte also buchstäblich durch die Antike bis zur Gegenwart wandern. Mit dem Entwurf der Akropolis zeigt sich S. auch als bed. Denkmalpfleger. Ferdinand von Quast, ab 1843 der erste preußische Konservator, publizierte im selben Jahr des Akropolisentwurfes seine "Mittheilungen über Alt und Neu Athen", eine Abh. über den Erhalt von Denkmälern. Von Quast kannte S.s Entwurf und es ist sehr wahrsch., dass einige Passagen seines Buches direkt auf S. zurückgehen. Als Bekrönung des zweiten antikischen Entwurfs für das Schloss Orianda plante S. seine kühnste archit. Konstruktion: Dem Mittelrisalit der Hauptfassade setzte er einen kleinen, funktionslosen Tempel auf, der zu allen Seiten durchfenstert werden sollte. Gebaut wurde diese Version nicht, doch wurden die Entwürfe in seinen Publ. als Lith. vervielfältigt und dienten auch mod. Architekten zum Vorbild (z.B. Mies van der Rohe, NG Berlin; Philip Johnson, Glashaus). Auch durch die Publ. seiner gebauten wie entworfenen Arbeiten (Slg archit. Entwürfe; Werke höherer Baukunst, ab 1840) wirkte S. schon zu Lebzeiten vorbildhaft. Sein Wirken in Malerei und Archit. kombinierte S. in seiner langen Tätigkeit für das Theater: Zeit seines Lebens fertigte er Bühnenentwürfe; 1812-13 erarbeitete er eine Reform des Bühnenraums vom alten Rokokotheater hin zur mod. Bühne. Anregung verschaffte er sich hierfür von den sog. techn. Theatern und Schaubildpräsentationen. Panorama, Bühnenbild, Inneneinrichtung, archit. Ansicht und Gem. verschmolzen in den Werken S.s zu einer Einheit. Einzelne Motive tauchen in den Arbeiten der versch. Gattungen in ähnlicher und abgewandelter Form immer wieder auf. Seine berühmteste Schöpfung auf diesem Gebiet ist die unter versch. Titel bek. Darst. der Königin der Nacht (Gouache, um 1816, Berlin, Kpst.-Kab.) für die sechste Szene des ersten Akts aus Wolfgang Amadeus Mozarts Zauberflöte. Der Entwurf für einen Innenraum imaginiert allein durch die Anordnung der Sterne in einem monochromen blauen Hintergrund eine Kuppelarchitektur. In ihrer reduzierten Form gilt dieser Entwurf als Vorläufer des abstrakten Bühnenbildes. Neben den archit. Hw. in Berlin sind auch eine Vielzahl von kleineren Bauten erhalten. Einen großen Bereich nimmt dabei der Kirchenbau ein. Ein frühes Beispiel ist die Friedrichwerdersche Kirche (1824-31). Nach einem ersten Entwurf (1821) durch einen Kollegen S.s, Hofrat Schloetzer, für den Neubau der Kirche, kam die Oberbaudeputation nach einem ausführlichen Gutachten, das S. unterschrieb, zu keiner Empfehlung. Noch im selben Jahr legte S. seinen eig. Entwurf für die Kirche in Gestalt eines röm. Tempels vor. Die endgültige Ausf. der Kirche als Backsteinbau im ma. Stil erwuchs nach einer komplexen Entwurfsgeschichte aus S.s Gutachten über die Arbeiten von Kollegen. Die Friedrichwerdersche Kirche wird oft als Beispiel für S.s Stilpluralismus angeführt, da er denselben Bau in klassizistischen und gotischen Formen entwarf und auch beide Entwürfe in seiner Slg archit. Entwürfe (H. 8, 1826; H. 13, 1829) veröffentlichte. Tatsächlich handelt es sich um eine Stilsynthese gotischer wie klassischer Bauformen, da S. in beiden Entwürfen auch Details des jeweils and. Stils verwendete. So schließt der heutige gotische Backsteinbau mit einem antikisierenden Akanthusfries ab, der aus Terrakotta gebrannt wurde. Anhand der sog. Berliner Vorstadtkirchen (Elisabethkirche, Johanneskirche, Alte Nazarethkirche, St.-Pauls-Kirche, alle 1832-35) entwickelte S. einen einfachen und sparsamen Bautypus, der in der Folgezeit "Normalkirche" genannt wurde und in Preußen weite Verbreitung fand. Ebenso verbreitet sind seine Möbelentwürfe, u.a. entwarf er zahlr. Stühle vom Prunksessel bis hin zum Gartenstuhl. Seit S.s Ernennung zum Geheimen Oberbaurat (1815) stieg seine Arbeitsbelastung beständig an. Ein Hauptteil der Arbeit belief sich auf die Erstellung von Gutachten zu bestehenden Gebäuden oder Bewertungen von Entwürfen and. Architekten. S. verfasste zu vielen der ihm vorgelegten Entwürfe ausführliche Stellungnahmen oder Kommentare. In seiner eig. Entwurfspraxis fertigte S. bei repräsentativen Bauten schon für die erste Präsentation große, aufwendig gefertigte, bildmäßige Bll. an, die den Eindruck von bereits gebauter Archit. vermittelten. Nach der Erfahrung massiver Änderungen durch den Bauherrn in der Entwurfsphase der Neuen Wache, gelang es ihm so erfolgreich Planänderungen seitens der Auftraggeber einzuschränken. E. der 1830er Jahre erkrankte S. schwer und starb 1841. S.s Tod fiel in das Jahr des Amtsantritts Friedrich Wilhelm IV., der ein großer Verehrer des Künstlers war. Der Monarch ordnete die Voll. zahlr. bed. Ausschmückungen an, darunter der Fries im Giebelfeld der Neuen Wache, die Skulpturen auf der Schlossbrücke und das Wandbildprogramm in der Vorhalle des Alten Museums. Nach S.s Tod wurde von Friedrich Wilhelm IV. die Slg aller "Schinkeliana" befohlen, die ab Nov. 1844 im Schinkelmuseum, früher ein Personalmuseum, in den ehemaligen Wohnräumen in der Bauakademie eingerichtet wurde. Die Slg ging später im Bestand der Berliner NG auf. Sein unermüdliches Wirken in den verschiedensten Gattungen verfolgte S., den Bettina von Arnim treffend "euphorischen Weltverschönerer" nannte, mit dem Ziel ein bürgerliches, ästhetisches Erziehungsideal in die Ges. hineinzutragen und somit seine Ideen nicht nur in Berlin, sondern in ganz Preußen und darüber hinaus zu verbreiten. Die Lebenszeit S.s fällt mit der Historisierung der Kunst und der beginnenden Kunstgesch. als Universitätsstudium zus., so dass er früh Gegenstand der zeitgen. Forsch. wurde: Sowohl der erste akad. Kunsthistoriker an der späteren Humboldt-Univ. zu Berlin, Franz Kugler, als auch der erste Berliner Museumsdirektor, Gustav Waagen, verfassten beide kurz nach S. Tod frühe Würdigungen. Damit wird S. seit Beginn der Kunstgesch. in Deutschland zum Kanon gezählt; Paul Ortwin Rave trug für den ersten Bd des Schrifttums der Dt. Kunst 1935 eine Bibliogr. zus., die 400 Einträge zählte. S.s Gesamtwerk in Archit., Malerei, Kunstgew., Bühnenbild, Denkmalpflege und Architekturgeschichte umfasst über 200 Entwürfe für Bauten mit Vorzeichnungen und Plänen, etwa 3000 erh. Skizzen und Aqu., 30 Gem. und zahlr. Veröffentlichungen. Das Œuvre wird seit 1939 in der Publikationsreihe "Lebenswerk", die bislang 22 Bde zählt, aufgearbeitet. S. galt in der Rezeption des 19. und 20. Jh. als klassizistischer Architekt, doch hat sich in den letzten Jahren immer stärker die Auffassung durchgesetzt, dass der Künstler eine Stilsynthese verfolgte. Der früher postulierte Bruch zw. romantischer (gotischer) und klassizistischer Phase konnte widerlegt werden. Klassische und ma. Elemente wurden gleichberechtigt behandelt und schließlich in mod. Formen (Schauspielhaus, Bauakademie) aufgelöst. Während and. Künstler der Romantik im Verlauf des 19. Jh. in Vergessenheit gerieten, blieb das Werk S.s durch die Jahre hoch geschätzt; Archit. wurden immer wieder im Sinne S.s umgebaut (1931 Umbau der Fassade der Neuen Wache von Heinrich Tessenow). Nach dem 2. WK waren viele Bauten S.s wenn nicht ganz, so zumindest stark zerstört. Einige, so auch die Neue Wache, wurden äußerlich wiederaufgebaut. Die relativ gut erh. Bauakademie sollte nach Plänen von Richard Paulik restauriert werden. Das Vorhaben geriet aber ins Stocken, so dass der Bau 1962 abgetragen wurde, um für den Neubau des DDR-Ministeriums für Auswärtige Angelegenheiten Platz zu schaffen. Ähnlich der Debatte um den Wiederaufbau des Berliner Stadtschlosses von Andreas Schlüter wurde immer wieder auch eine Rekonstr. von S.s Bauakademie diskutiert. 2017 schließlich wurde die staatl. Finanzierung des Vorhabens bewilligt, die konkrete Ausf. und Nutzung des Baus sind allerdings noch nicht entschieden.
Archit.:
Slg archit. Entwürfe: enthaltend theils Werke welche ausgef. sind theils Gegenstände deren Ausf. beabsichtigt wurde, 28 H. mit 174 Taf., B. 1819-40 (Repr. Nördlingen 2005); A.von Wolzogen, Aus S.s Nachlaß. Reisetagebücher, Briefe und Aphorismen, 4 Bde, B. 1862-64; H.Mackowsky, K.F.S. Briefe, Tagebücher, Gedanken, B. 1922.
Einzelausstellungen:
(alle K): 1980 Potsdam, SPSG, Schloss Sanssouci / 1981 Berlin, Schloss Charlottenburg, Orangerie / 2012-13 München, KH Hypo-Kulturstiftung. -
Gruppenausstellungen:
2010 Berlin, Schloss Charlottenburg: Luise - Leben und Mythos der Königin.
Thieme-Becker, Vollmer und AKL:
ThB30, 1936
Weitere Lexika:
ELU IV, 1966; Oudin, 1970; Bauer, GEM VII, 1978; DA XXVIII, 1996
Gedruckte Nachweise:
F.Kugler, K.F.S. Eine Charakteristik seiner künstlerischen Wirksamkeit, B. 1842; G.F.Waagen, Berliner Kalender 1844, 305-428 (Biogr.); H.Schrade, Schicksal und Notwendigkeit der Kunst, L. 1936; P.O. Rave u.a. (Ed.), K.F.S. Lebenswerk, 22 Bde, B. 1939ff. (nicht abgeschlossenes WV); G.Riemann, K.F.S. 1781-1841 (K), B. 1980; H.Börsch-Supan/L.Grisebach (Ed.), K.F.S. Archit., Malerei, Kunstgew. (K), B. 1981; A.Haus, K.F.S. als Künstler. Annäherung und Kommentar, B. 2001; J.Trempler, S.s Motive, B. 2007; id., K.F.S. Baumeister Preußens. Eine Biogr., M. 2012; H.-T.Schulze Altcappenberg (Ed.), K.F.S. Gesch. und Poesie (K Berlin/München), M. 2012; id. (Ed.), K.F.S. Gesch. und Poesie: Das Studienbuch, B. 2012; C.von Wolzogen, K.F.S., unter dem bestirnten Himmel, Ffm. 2016; W.Nerdinger, Archit. in Deutschland im 20.Jh., M. 2023
Onlinequellen:
Das Erbe Schinkels (K Zchngn, Pläne, Entwürfe in Berlin, Kpst.-Kab.); TU München, Archit.-Mus., mediaTUM (Skizzen, Zchngn, Pläne)
Schinkel, Karl Friedrich, Architekt u. Maler, *13. 3. 1781 Neuruppin, †9. 10. 1841 Berlin. Abstammung. Die Familie scheint aus Vorpommern zu stammen (Grabinschrift in Eldena 14. Jh., Universitätsprofessor in Greifswald 16. Jh.). Urgroßvater (Sohn eines Tuchmachers in Wittstock) u. Großvater waren Prediger in Dörfern hei Fehrbellin, der Vater (o 30. 1. 1736, †25. 10. 1787, infolge einer "Erhitzung" bei Rettungsarbeiten während einer die Stadt Neuruppin in Asche legenden Feuersbrunst) Archidiakon u. Inspektor der Kirchen u. Schulen zu Neuruppin, verheiratet mit Dorothea Rose (o 28. 11. 1749, †8. 3. 1800), die aus einer alten Neuruppiner Kaufmannsfamilie stammte. Karl Friedr. war von 5 Kindern das zweite; am Leben blieben 2 Schwestern: Sophie (1771-1853) und Charlotte (1785-1843). Nach dem Tode des Vaters zog die Mutter in das vom Feuer verschont gebliebene Predigerwitwenhaus, worin S. seine Kindheit vom 6.-13. Jahr verlebte, z. T. als Schüler des Ruppiner Gymnasiums. 1794r übersiedelte sie nach Berlin in das Predigerwitwen; haus der Marienkirche, und S. wurde am 3. 4. 1794 in Klein-Tertia des Berlinischen Gymnasiums zum Grauen Kloster aufgenommen. Ostern 1798 verließ er es mit Obersekundareife, um "sich der Baukunst zu widmen". Lehrzeit. Der von Friedr. Gilly in der akad. Kunstausstell. 1796 gezeigte Entwurf fur ein Denkmal Friedr. des Gr. führte als stärkster künstlerischer Eindruck S. seinem Beruf zu. Er lernte in der Werkstatt Gillys und zog nach dessen Rückkehr aus Paris Ende 1798 ganz in das Haus David Gillys. Er kopierte viele Zeichnungen Fr. Gillys und wuchs hinein in dessen Stil. Das erste Winterhalbjahr der 1799 begründeten Bauakademie zählte unter den 95 Eleven auch S. als Schüler; in einem Vorschlag zur Preisverteilung vom 17. 11. 1800 steht S. an der Spitze der besten 18 Eleven. Er scheint aber die Bauakademie nicht länger beSucht, sondern, nach Gillys Tod (3. 8. 1800), einige von dessen Aufträgen übernommen zu haben. Früheste Tätigkeit. Als erster selbständiger Bau gilt ein "Tempel der Pomona" genanntes Lusthäuschen für Herrn v. Oesfeld auf dem Pfingstberg bei Potsdam. Es folgen seit 1801 einige bauliche Anlagen auf märkischen Herrensitzen, für General v. Prittwitz auf Quilitz (später Neuhardenberg) und für H. v. Flemming in Buckow, in Berlin das Haus für den Zimmermeister Steinmeyer, Friedrichstr. 103 (1892 abgebrochen). Der umfangreichste Entwurf ist der Plan eines Schlosses für den Grafen (seit 1806 Fürsten) Heinrich XLIII. Reuß zu Köstritz, wovon über 30 z. T. bildmäßig ausgeführte Bauzeichnungen erhalten (S.-Mus.), in strengem, großartigem Stil eines schlichten Hellenismus. Erste ital. Reise. Am 1. 5. 1803 brach S. mit seinem Studiengenossen, dem Sohn des Zimmermeisters Steinmeyer, auf, um über Prag u. Wien nach Triest zu wandern. Hier beginnt das Reisetagebuch, das nebst den Briefen die Reiseerlebnisse schildert. August in Venedig. Seit Anf. Oktober in Rom. April bis Juli 1804 Reise nach Neapel u. Sizilien. September Abreise von Rom. Oktober in Genua. Seit Ende November in Paris. Antritt der Rückreise am 11. 1. 1805. Als Wirkung der Berliner Frühromantik: Plan S.s eines Tafelwerkes der mittelalterl. Bauten Italiens. Wundervoll der Schatz mitgebrachter Reisezeichnungen, bildmäßig gesehene Ansichten südlicher Landschaften u. Bauten, die seinen Hang zur Malerei verstärkten. Rückkehr nach Beolin. Bald nach seiner Ankunft, Ende Februar 1805, scheint S. bei dem Bau des Schlosses Owinsk a. d. Warthe in der damal. Provinz Südpreußen, deren Baudirektor David Gilly war, beschäftigt worden zu sein. 1806 baute er das Landhaus Tilebein bei Stettin. Jedoch blieben weitere Versuche, in Berlin als Baumeister festen Fuß zu fassen, angesichts der politischen Unruhen zunächst erfolglos. Seit der Niederlage Preußens im Oktober 1806 fand S. vollends "wenig Gelegenheit fürs praktische Baugeschäft". Um so eifriger widmete er sich der Malerei: Auswertung der Reiseskizzen zu Riesenschaubildern, Panoramen u. Dioramen. Als erstes zeigte S. zu Weihnachten 1808 das Panorama von Palermo, in einer Holzbude neben der Hedwigskirche. Die Weihnachtsausstellung 1809 entzückte den aus Königsberg zurückgekehrten Hof. Auf träge der Königin Luise für Einrichtung von Zimmern im Kgl. Palais (ehem. Kronprinzen-Palais). VVet tbewerbsentwürfe für die Vergrößerung des Kgl. Palais (ehem. Prinzessinnen-Palais), erbaut 1810 von Gentz. Das Grabhaus der Königin Luise (†19. 7. 1810) wurde nach Skizze Friedr. Wilh. III. im Park von Charlottenburg als antikischer Säulenbau errichtet. Familie. S. heiratete 17. 8. 1809 Susanne Berger (*5. 10. 1782 Stettin, †27. 5. 1861 Berlin), Tochter des Kaufmanns George Friedr. Berger (*13.9. 1745 Neustadt-Eberswalde, †1813 Stettin) und der Susanne Uranie Jacquelim: Jeanson (9 21. 5. 1750 Stettin, †1829). Kinder: Marie (9 2. 9. 1810), Susanne (9 23. 11. 1811), Karl Raphael (9 6. 12. 1813), Elisabeth (9 17. 8. 1822, verheiratet 10. 10. 1847 m. Alfred Frh. v. Wolzogen). Karl Raphael (Forstfach') hatte außer 2 Töchtern 4 Söhne und aus 2. Ehe noch 2 Söhne. deren Nachkommen z. T. heute noch den Stamm S. fortführen. Malerei. Bevor den Baumeister die großen Staatsbauten beschäftigten, betrieb S. die Malerei, in der er Autodidakt war. Das meiste entstand in den Jahren um 1810, vereinzeltes in späterer Zeit. Auftraggeber waren z. B. Gneisenau, Konsul Wagener (dessen Sammlung der Kern der Nat.-Gal, wurde), der Kaufmann Humbert. Für diesen malte S. 1813 eine Folge von 6 großen Landschaften (Tageszeiten) als Wandschmuck eines Saales in dessen Haus, Brüderstr. 29 (heute im S.-Mus.). Berühmt ist das Bild "Blick in Griechenlands Blüte", 1825, Geschenk der Stadt Berlin zur Hochzeit der Prinzessin Luise mit Prinz Friedrich d. Niederlande (seit 1932 im S.-Mus.). Wie meist ist auch hier ideales Menschenwerk und -wesen in eine ideale Landschaft versetzt, im Gegensatz etwa zu C. D. Friedrich, die typische Form romantischer Landschaftskunst des Baumeisters. Wandbilder: siehe Museum. (Ausführ'. Verz. der Gemälde: Wolzogen, 2. Bd, P-337/46.) Graphik. Derselben Haltung und ebenfalls meist der Frühzeit angehörig sind die wenigen graph. Blätter S.s. Prachtvolle Steinzeichnungen gehören zu den Inkunabeln der Berliner Lithographie (Dom hinter Bäumen, 1810). Berührungspunkte mit Ph. O. Runge (Der Morgen, Der Abend, 1811, nicht lithogr.). Freundschaf † mit Dichtern der Romantik wie A. v. Arnim, d. Brentano. Bühnenbilder. S.s malerischer Sinn lenkte sich später auf das Entwerfen von Bühnenbildern. Inland, der S.s Mitarbeit verschmäht hatte, starb 1814. Sein Nachfolger als Intendant der kgl. Theater, Graf Brühl, konnte seine Neigung für eine Gesamtbildmäßigkeit der Buhne durch S.s kunstler. Phantasie erfüllen lassen. Der erste Auftrag war zur Zauberflöte, die am 18. 1. 1816 in Szene ging. Im ganzen hat S. bis 1832 die Entwürfe für 42 Stücke geliefert. Allein für die 11 Bühnenbilder der Zauberflöte werden 26 Entwürfe gezählt; die farbig ausgeführten erheben sich zu einer selten wieder erreichten Höhe. Keiner dieser von Theatermalern ausgeführten Hintergrundsprospekte blieb erhalten; bei den Aufführungen späterer Zeit sind die Dekorationen gelegentlich nach S.s Entwürfen neu gemalt worden. Auch gab S. Entwürfe zu Lebenden Bildern (z. B. Zauber der Weißen Rose, Sommer 1829) und zu besonderen Veranstaltungen (z. B. Dürerfest i. d. Singakademie 1828 u. a.). Architektur der Romantik. Wie in Paris eine Revolutionsarchitektur, hätte in Berlin zur Zeit der Freiheitskriege aus der Geisteswelt der Romantik eine Baukunst entstehen können, deren Träger, bei reicheren Mitteln des Staates, S. geworden wäre. Den gotisierenden Entwurf für eine Gedächtnishalle der Königin Luise zeigte er Herbst 1810 auf der Akademie-Ausstell.; den Entwurf für einen mächtigen Kuppel-Neubau der abgebrannten Petrikirche veröffentlichte er selber 1811 als Tafelwerk; er plante eine riesige Kathedrale zur Erinnerung an die Freiheitskriege, zu errichten auf dem Leipziger Platz oder auf dem Spittelmarkt; einen Michaelsbrunnen auf d. Schloßplatz; ein Hermannsdenkmal im Gebirge. Das Luisendenkmal in Gransee (1811) und das Denkmal auf dem Kreuzberg, dieses in größerer Art, wenn auch sehr reduzierter Gestalt (1818), sind allein zur Ausfuhrung gekommen. Staatsanstellung. Durch Vermittlung Wilh. v. Humboldts, dessen Freundschaft S. in Rom erworben, gelangte er beim Wiederaufbau Preußens in den Beamtenkörper. Der König unterzeichnete am 15. 5. 1810 seine Bestallung zum Geheimen Oberbau-Assessor und am 12. 3. 1815 zum Geheimen Oberbaurat bei der Technischen Oberbau-Deputation, der neu geschaffenen obersten preuß. Baubehörde. Sie hatte als ein lediglich aus Fachleuten bestehender (im Lauf der Jahre verschiedenen Ministerien angegliederter) Arbeitsausschuß "kollegial" Gutachten zu erteilen und die Entwürfe u. Anschläge sämtlicher Bauvorhaben des Staates zu überprüfen. S. hatte (von 1810 an) als besonderes Fachgebiet den ästhetischen Teil, d. h. Gutachten über "öffentliche Prachtgebäude" abzugeben (z. B. den gesamten Kirchenbau in Preußen), sich um die Erhaltung geschichtlicher oder Denkmäler der Kunst zu kümmern und die Hofbau-Angelegenheiten zu überwachen. So mußte er vielfach die eigenen Entwürfe begutachten. Rheinreise 1816. Zwecks Verhandlungen Preußens mit den Brüdern Boisserhe wegen des Ankaufs ihrer Sammlung wurde S. als Beauftragter des Staates zu ihnen gesandt. Er reiste über Weimar (Besprechung mit Goethe 11. 7. 1816) nach Heidelberg (Studium der Sammlung), rheinabwärts, von Köln nach Brabant und zum Niederrhein, durch Mitteldeutschland zurück, Oktober in Berlin. Die Erwerbung der Baisseréeschen Sammlung gelang nicht; dafür wurde S. in den für Preußen neuen westlichen Provinzen für die Aufgaben der Kunstpflege begeistert. Denkmalpflege. In den ersten Jahren nach den Freiheitskriegen legte S., angeregt durch Einzelfälle, die Grundsätze einer staatlichen Denkmalpflege in Preußen fest. Erster Bericht über die Schloßkirche Wittenberg 14. 8. 1815, zweiter: Pontonhof in Berlin (vermeintl. v. Schlüter) 12. 9. 1815, dritter: Lettner in Xanten 25. 10. 1815 u.s.f. Seit 1816 standen die rheinischen Denkmäler im Vordergrund, mehrere Gutachten über den Ausbau des Kölner Domes, dessen Wiederherstellung er leitete. Gutachten über Wiederherstellung des Domes zu Magdeburg. Fälschlich ihm zugeschrieben der Turmausbau am Dom zu Brandenburg a. d. H. Pläne für d. Ausbau der Klosterkirche in Berlin und der Moritzburg in Halle zur Universität. Ausführung mehrerer kleiner Instandsetzungen in Berlin. 1819 Reise zur Marienburg im Auftrag Hardenbergs und Bericht. Forderung nach Einsetzung von Provinzialkonservatoren. Erst nach S.s Tode wurde durch Friedr. Willi. IV, der erste Konservator in Preußen angestellt (F. v. Quast). Große Staatsbauten. Nach Beendigung der Freiheitskriege setzte in Preußen die Bautätigkeit wieder ein. Mehrere für Rechnung des Staates in Berlin errichtete Bauwerke begründeten S.s Weltruhm. a) Wache: Als erstes ließ der König durch Erlaß vons 2. 4. 1816 gegenuber dem Palais, in dem er auch als König wohnen geblieben (ehem. Kronpr.-Palais), die Neue oder Königswache erbauen (seit 1931 Gefallenen-Ehrenmal). S. hatte den Entwurf im Winter 1815/16 zur Klärung gebracht, Baubeginn Fruhjahr 1817, Fertigstellung 18. 8. 1818. - b) Schauspielhaus: Das von Langhans d. Ä. auf d. Gendarmenmarkt erbaute Theater war am 29. 7. 1817 ausgebrannt. Erlaß des Königs an Graf Brühl zum Neubau 19. 11. 1817. S.s Entwurf April 1818. Genehmigung u. Einsetzung der Theaterbaukommission 14, 5. 1818. Aufräumung der Brandstelle seit März 1819. Rohbau Winter 1819/20 unter Dach. Innerer Ausbau u. Ausstattung (z. gr. Teil 1904 beseitigt, z. kl. Teil 1935 wiederhergestellt) bis Anfang 1821 vollendet. Eröffnung mit Goethes Prolog 26. 5. 1821. - c) Museum: Zur Aufstellung der Kunstschätze (Anregung Wilh. v. Humboldts?) hatte der König zunächst das alte Akademie-Gebäude Unter den Linden bestimmt, das mit der Universität durch Schwibbogen verbunden werden sollte. Auftrag Altensteins an Rabe, der seit 1816 den Umbau durchführte. Dessen Unfähigkeit, darauf Einsetzung der Museumsbaukommission 27. 3. 1822. Weiterführung des Umbaus durch S., dessen Neubauplan für ein Museum im Lustgarten dem König vorgelegt 8. 1. 1823. Prüfung durch die Museumsbaukommission, Meinungsstreit mit Hirt. Genehmigung des Königs 24. 4. 1823. Beginn des Grundbaus Frühjahr 1824. Innerer Ausbau auf Grund der Erfahrungen einer Reise, die S. im Sommer 1826 nach Paris u. London gemacht hatte. Entwürfe für die Wandbilder seit Oktober 1828 (erst nach S.s Tod ausgeführt). Aufstellung der Granitschale (ursprüngl. f. d. Rotunde bestimmt) Frühjahr 1829 (1935 nördl. vom Dom aufgestellt). Einsetzung der Kommission für d. Einrichtung des Museums 8. 5. 1829 (Vorsitzender: W. V. Humboldt). Eröffnung 3. 8. 1830. Weitere Bautätigkeit in Berlin. Das Aussehen der Stadt Berlin ist stark von S.s Bauwillen bestimmt. Es beschäftigten ihn allein hier etwa 50 Bauvorhaben (ungerechnet der Tätigkeit in praktischer Denkmalpflege). Davon die wichtigsten: aj Kirchenbau: Dom, Umbau des Innern 1816/17, des Äußeren 1820/21. Werdersche Kirche 1821/31. Vorstadticirchen, zunächst zwei 1828/31, später vier, alle Juni u. Juli 1835 geweiht. Ferner nicht ausgeführte Entwürfe (außer Petrikirche und Dom f. d. Freiheitskriege): Deutsche Kirche auf d. Gendarmenmarkt 1818/19. Turm der Gertraudtenkirche 1819/22 u. 1832. Neubau des Doms als Basilika 1827/28. - b) Gebäude für Kunst u. Unterricht (außer Schauspielhaus u. Museum): Vorschlag zum inneren Umbau des Nationaltheaters 1813. Entwürfe f. e. Singakademie 1812 u. 1821, Förderung der Bauten von Ottmer (Königstädter Theater 1823 und Singakademie 1824/26) und Gropius (Diorama 1824/27). Kleinere Baulichkeiten im Botan. Garten 1810ff. Umbauten am Gewerbe-Institut 1822ff., Sternwarte 1830/34. Allgemeine Bauschule 1831/36. Pläne für eine Bibliothek 1830/40. - c) Gebäude für Verwaltung u. Militär: Pläne für e. Rathaus 1814ff. Nach d. Freiheitskriegen (außer d. Wache): Büchsenmacherei (am Kupfergraben), Pepinière (Militärärzte-Schule), Militär-Arresthaus 1817 18, Artillerie- u. Ingenieur-Schule 1818ff., Verbesserungen bei Kasernen u. Exerzierhäusern. Neuer Packhof (a. d. Museumsinsel) 1826/30. Plan für eine Börse (Kaufhaus) 1827. - d) Wohnhäuser: Für Steinmever 1803, für Maurermeister Adler 1822 (1867 abgebrochen - Neue Wilhelrnstr.), für d. Kaufmann Behrend in Charlottenburg 1823 (1905 abgerissen), für Stabsarzt Gräfe 1825 (Finkenherd im Tiergarten); für Ofenfabrikant Feilner 1829, für Graf Redem 1829ff. (1906 abgebrochen für Hotel Adlon), für d. Direktor der Steuerverwaltung 1832. - e) Städtebau: Bebauungspläne 1833, 1835, 1840. Plätze: Petriplatz 1817/20, Lustgarten 1823/35, Wilhelmplatz 1828, Anlagen auf d. Kreuzberg 1829ff., Tiergarten (nicht ausgef.) 1814 u. 1835. Neue Wilhelmstraße u. Marschallbrücke 1818 22. Schloßbrücke 1819/23. Tore: Hallisches T. (nicht ausgef.) 1819, Potsdamer T. 1823, Neues T. 1830. Schlösser für die königl. Familie. S. zeigt sich auf der Höhe künstlerischen Könnens in der Ausgestaltung prinzlicher Wohnungen, in deren zarter Gehaltenheit überhaupt die Raumkunst des preußischen. Klassizismus gipfelt. in Berlin: Auftakt: Die noch aufwandvolle Wohnung für Prinz August, seit 1815 (heute Reichsjustizministerium), und seit 1817: Räume im Palais des Prinzen Friedrich (Reichs-Ernährungsministerium); 20er Jahre: Wohnung f. d. Kronprinzen im Schloß, 1824/27 (sog. Histor. Wohnräume); Umbau im Kgl. Palais, 1825/26 (ehem. Kronpr.-Palais, nur die Kapelle erhalten); Palais für Prinz Karl, 1827/28 (Propaganda-Ministerium); Palais f. Prinz Albrecht, 1830/33 (Reichsleitung der S. S.). - Außerhalb Berlins: Landsitz (Kasino 1824 und Schloß 1826) für Prinz Karl in Glienicke (Besitz der Familie, halb verfallen); Kavaliermit Danziger Haus auf der Pfaueninsel, 1824/25; Sommerhaus für Friedrich With. III. im Park des Charlottenburger Schlosses, 1825; Landsitz für d. Kronprinzen: Charlottenhof ins Park von Sanssouci, 1826/27; dazu gehörig Gärtnerwohnhaus u. Römische Bäder, beg. 1833; Schloß Babelsberg für Prinz Wilhelm, 1834 (erweitert durch Strack seit 1844); Wiederaufbau von Burg Stolzenfels a. Rh. für d. Kronprinzen, seit 1836 (heute sämtlich Verwaltung d. Staat]. Schlösser u. Gärten). Umbau von Schloß Erdmannsdorf i. Schles. für d. König, seit 1833 (Privatbesitz). Das großartigste dieser wie die 3 letzten - gotisierenden Burgenschlösser ist das für Prinz Albrecht zu Kamenz (Grafschaft Glatz), Entwurf Mai 1838, ausgeführt von Martius bis 1863 (Besitz der Familie). Schlösser für den Adel. Ebenso stark wie vom Königshaus wurde der berühmt gewordene S. vom preußischen, auch polnischen Adel beansprucht, doch blieb vieles beim Entwurf. Klärung seines Anteils im einzelnen ist durch das von der Akademie des Bauwesens vorbereitete Schinkelwerk zu erwarten. Ausgeführt wurden für W. v. Humboldt Schloß Tegel 1622/24; für Ministers'. Rother Schloß Rogau; für Fürst Carolath-Beuthen ein Saal im Schloß Gleiwitz 1830; für Fürst Püclder-Muskau kleinere Baulichkeiten in Muskau seit 1822, Entwürfe f. d. Schloßneubau nicht ausgeführt; für Fürst Malte zu Putbus Schloß in Putbus auf Rügen 1827/32 (ausgef. durch Steinmeyer, abgebrannt 1865) u. Mittelturm im Jagdschloß Granitz 1835. In Polen (Owinsk s. oben): für Fürst Radziwill Jagdschloß Antonin 1822/24; für Graf Dzialinski Schloß Kurnik 1834/35 gotisierend umgebaut; für Graf Potocki Schloß Krescnowice 1822 (nicht ausgeführt); für Fürst Sayn-Wittgenstein Schloß Werky (nicht 'ausgef.). Berater der Fürsten Dawydoff u. Woronzoff.. Bautätigkeit in Preußen. Das S.-Werk der Akad. des Bauwesens wird ebenfalls die übrige amtliche u. außeramtliche Bautätigkeit S.s nach den Urkunden klären. Meist wurden seine Entwürfe von Baubeamten der Regierungen oder Landbaumeistern ausgeführt, nicht stets zu seiner Zufriedenheit, oft verändert. Zu nennen wären von den Hauptwerken der 20er u. 30er Jahre: a) Kirchen: Bischmisheim, Erdmannsdorf 1838, Frankfurt a. O.: Ausbau der Marienkirche 1830, Königsberg: Altstädt. Pfarrkirche 1838, Magdeburg-Neustadt, Potsdam: mächtiger Vierecksbau der Nikolaikirche 1830/37 (die Kuppel nach s. Tode ausgeführt), Straupitz 1828/32. - b) Verwaltungsgebäude: Regierungen in Aachen u. Düsseldorf 1820, Oppeln 1828, Bromberg 1834 u. Liegnitz 1835; Rathäuser in Ratibor, Kolberg 1829/31 (ausgef. durch Zwirner) u. Entwurf f. d. Rathaus in Erfurt 1835. - c) Gesellschaftshäuser: Elisenbrunnen in Aachen 1822 und Kurparkgalerie inWarmbrunn, Zivilkasino inPotsdans 1823/2'., "Volkssaal" in Magdeburg 1825 und mehrere Stadttheater (s. unten: Schauspielhäuser). - d) Schulen: Gymnasien in Düsseldorf 1820 u. Danzig 1835, Sternwarte 1820 und Anatomie 1822 in Bonn, Entwürfe f. d. Universität in Halle seit 1829 und in Königsberg seit 1835. Infanterie-Lehrschule in Potsdam. - e) Zweckbauten: Stollen in Altenahr, Leuchtturm auf Arkona 1825, Glienicker Brücke bei Potsdam 183 Schauspielhäuser. S. nahm von früh auf regsten Anteil am Theaterbau (Einfluß von Fr. Gilly). 1813 reichte er If Hand Vorschläge ein zum inneren Ausbau des Nationaltheaters, die unberücksichtigt blieben. 1817 bearbeitete er die neue Einrichtung des Schloßtheaters zu Charlottenburg. Der Neubau des Schauspielhauses in Berlin (s. oben) vermittelte ihm nahere praktische Vertrautheit mit den Anforderungen u. Möglichkeiten eines Theaters. (Anschließend Briefwechsel mit Zelter u. Goethe.) Zahlreiche Gutachten für Veränderungen des Opernhauses und für die Ausführung des Königstädtischen Theaters in Berlin. Überarbeitung des Entwurfes von Cremer für das Schauspielhaus im Kapuzinergarten tu Aachen 1822-25 (umgebaut 1900/01), Schauspiell - us in Hamburg 1825/27 (umgebaut 1873/74), Überarbeitung des Entwurfes von Flaminius für d. Schauspielhaus in Frankfurt a. O. 1835 und (nicht ausgefuhrter) Entwurf für das Theater in Gotha 1837. Entwürfe zu Denkmälern. Außer bei Bauvorhaben wurde S. häufig bei Denk- u. Grabmälern um Vorschläge angegangen. Der romantisierenden wurde oben gedacht. Lange beschäftigt hat ihn ein großes Monument für Friedrich d. Gr. in Berlin: erster Entwurf 1822, mehrere neue 1829/30, Hilfe bei Rauchs Entwürfen seit 1835. Wie jenes waren ebenfalls architekton. Art das Kongreßdenkmal in Aachen (1914 abgebrochen), das Grabmal für Staatskanzler Fürst Hardenberg in Neuhardenberg 1823, der Ottobrunnen in Pyritz 1824 u. die Grabkap. für König Joh. v. Böhmen bei Kastell a. d. Saar 1833. Edel im Entwurf, in Marmor ausgeführt (durch Tieck), das Grabmal für Scharnhorst, bestimmt für Prag, aufgestellt auf d. Invalidenfriedhof Berlin. Ebenfalls mit Hilfe Tiecks Denkmal für Prinz Louis Ferdinand bei Saalfeld. Sockel für d. Rauchschen Denkmäler d. Preußischen Generale in Berlin seit 1816 und für Friedrich Wilh. I. in Gumbinnen 1826, für das Tiecksche Denkmal für Friedr. Wilh. II. in Neuruppin 1828. Entwurf für ein Denkmal der Polenkönige in Posen (später von Rauch ausgef.). Einfache Denk- u. Grabmäler-Entwürfe für Weydinger, Ancillon u. Hermbstädt in Berlin, Delbrück in Zeitz, Klopstock in Quedlinburg, Niebuhr in Bonn. Eisenguß. Reich gestaltete S. den von ihm zu hoher Blüte gebrachten Kunstguß der Kgl. Eisengießerei in Berlin. 1813 war S. beteiligt an der Formgebung des Eisernen Kreuzes. Zahlreiche Erinnerungsmäler nach s. Entwürfen, z. B. für die Schlachtorte der Freiheitskriege, für Feldmarschall Courbiere in Graudenz, Kriegermal in Spandau (P), Obelisk für General Kutusow in Bunzlau, als größtes das Kriegsdenkmal auf d. Kreuzberg mit 12 Siegesgenien von Rauch, Tieck u. Wichmann (Weihe am 30. 3. 1821). Vielgliedrige Eisengußlauben (wie in Gransee) über Schadows Lutherstandbild in Wittenberg und über dem Gustav-Adolph-Stein bei Lützen. Grabmäler in Berlin für Klaproth, Wach, Osten-Sacken, Brauchitsch, Röckeritz, Witzleben. Ferner Entwürfe für die Luisenpforte in Paretz 1811, Lampenständer Unter den Linden und das eiserne Gitter auf der Langen Brücke 1815/16, das formenschöne Geländer der Schloßbrücke 1819/24 und Straßenschilder 1835 in Berlin. Kunsthandwerk. Häufig und früh erkannt wurde S.s Kunstgeist bei der Schaffung von Zier- u. Zweckgegenständen aller Art. Seit 1819 war er auch Mitglied der technischen Deputation im Ministerium für Handel, Gewerbe u. Bauwesen. Vielfach Zusammenarbeit mit Beuth, "bei Gegenständen, welche einer ästhetischen Hülfe bedürfen". Für den Bronzeguß entwarf el Altarschranken im Berliner Dom und viele Kronleuchter für die prinzl. Wohnungen (Bronzefabrikanten Werner und Neffen, F. W. Zehender u. a.). In gebranntem Ton Ofen sowie Bauverzierungen, wie er überhaupt den Ziegelbau (seit s. Besuch in Marienburg 1819) wieder belebte, ausgeführt von den Fabrikanten Feilner, Gormann, March (Werdersche Kirche, Bauakademie, Feilnerhaus). Er förderte den Zinkguß, z. B. Kanzel i. d. Potsdamer Nikolaikirche (Fabrik von Moritz Geiß). Für die Kgl. Porzellanmanufaktur lieferte er Entwürfe, ebenso für Glaswaren. Entwürfe fur farbige Glasfenster: im Sommer-Remter der Marienburg seit 1821, für die Friedr. Werdersche Kirche in Berlin u. a. Am umfassendsten betätigte er sich für das Tischlerhandwerk (Wanschaff, Hamann, Sewenning u. a.): prachtvolle Prunk- u. einfache bequeme Sitzmöbel, Tische, Schränke. Ein ganzes Gebiet für sich: Rahmen für die Gemälde im Museum, abgestimmt auf Art u. Stil der Bilder. Schließlich Entwürfe für Zeuge und Tuche, Webereien, Stickereien. Baudirektor. Durch Ausscheiden Eytelweins rückte S. als Dienstältester in s. Behörde auf und wurde Oberbaudirektor in der Oberbaudeputation durch kgl. Bestallung vom 16. 12. 1830; am 13. 11. 1838 erlangte er den Titel als Oberlandesbaudirektor. S. erhielt also zu seinen übrigen Pflichten noch die Leitung der Behörde, allerdings auch zur Hilfeleistung jüngere Kräfte zugeteilt, als ersten Friedr. Karl Busse. Hofarchitekt ist S. nie geworden. Reisen. Um sich über den Zustand des Bauwesens in Preußen zu unterrichten, führte S. vier ausgedehnte Besichtigungsreisen durch. (Im Jahrzehnt zuvor einige Auslandsfahrten: Juli/Dez. 1824: 2. italien. Reise; April/August 1826: über Paris u London durch England u. Schottland; Aug./Sept. 1830: Rheinland u. Oberitalien.) 1) 17. 6.-11. 8.1832: Schlesien; 5. 7.-7. 9.1833: Sachsen, Westfalen, Rheinprovinz; 8. 7.-1. 9.1834: Posen, Ost- und Westpreußen; 4) 12. 7.-11. 8. 1835: Altmark, Vorpommern, Neumark. Wichtig seine Anweisungen an die örtlichen Baubeamten u. seine Berichte an den Minister, bisher nur z. kl. Teil gedruckt. Von 1836-1840 jährlich eine sommerliche Badereise (Karlsbad, Marienbad, Teplitz, Kissingen, Gastein). Tätigkeit außerhalb Preußens. Im letzten Jahrzehnt s. Lebens wurde S. auch von außerpreußischen Stellen stark beansprucht. (Vereinzelt früher: Köstritz s. oben; Entwürfe für Schloß Ehrenburg in Coburg 1815, nicht ausgef.; Walhalla-Entwurf für München 1815; Haus für Franz Brentano in Frankfurt a. M. 1819; Schlösser in Polen s. oben.) Die Stadt Genf erbat s. Gutachten beim Bau eines Museums, der König von Hannover seinen Rat beim Bau eines Arsenals. Im Königreich Sachsen wirkte S. beim Bau der Hauptwache in Dresden 1831/33, des Augusteums in Leipzig 1831/36, beim Umbau der Johannisldrche und Wiederaufbau des Rathauses in Zittau. Entwürfe und Beratungen für die Dichterzimmer im Schloß zu Weimar, bes. f. d. Goethesaal seit 1835. Im Auftrag der norweg. Regierung Besuch des Architekten Christian Hem. Grosch bei S., dessen Gutachten (nebst 7 Blatt Zeichnungen) über die Universität Kristiania (Oslo) 8. 5. 1838. Der Plan zur Verbindung zweier Häuser s. Freundes, des Bildh. Kirchmayer in München, Karolinenplatz Ecke Briennerstr., August 1840, ist S.s letzte Arbeit. Auf Drängen der Kronpr. Friedr. Wilh. v. Preußen und Max v. Bayern im Frühjahr 1834 Entwürfe zu einem Palast auf der Akropolis in Athen für König Otto v. Griechenland. Für die russ. Zarin Alexandra Fjodorovinta, geb. Prinzessin Charlotte v. Preußen, für die eine gotische Kapelle nach S.s Entwurf in Peterhof errichtet wurde, 1838 Entwürfe zu einem Schloß in Orianda an der Küste der Krim. Beide Palast-Entwürfe die bedeutendsten Zeugnisse der klassisch-romantischen Baugesinnung S.s Lehrbuch. Die Grundzüge seiner Baulehren gedachte S. in einem Buch niederzulegen, zu welchem zahlreiche Vorarbeiten u. Bemerkungen auf Zetteln im S.-Archiv vorhanden, dazu einige Mappen mit Zeichnungen. Das Kernstück war der Entwurf zu einer Residenz, mit allen notwendigen sowie repräsentativen Anlagen in idealer Ordnung. Die dienstliche Überlastung u. außerdienstl. Überbürdung S.s im letzten Jahrzehnt haben die Vollendung des Werkes verhindert, welches das Grundbuch der klassisch-romantischen Bautheorie geworden wäre. Schüler. Trotz des Titels Professor der Baukunst an der Akademie (seit 20. 12. 1820) hat S. nie Vorlesungen; wohl aber Prüfungen abgehalten. Im übrigen be- 8o Schinkel ruht,ein Einfluß ganz in praktischer Unterweisung. Anfangs förderte er besonders seinen Schwager Wilh. Berger, ferner den als Zeichner in der Oberbaudeputation tätigen Carl August Menzel und in den 20er Jahren den bei prinzlichen Bauten bewährten Ludwig l'ersius. Seit 1830 waren der Oberbaudeputation Baukondukteure zugeteilt, die den unmittelbarsten Einfluß von S. empfingen: Busse, Zwirner, Flanünius, Soller, Helf †t, Nietz, Scabell. Außerdem führten neben Friede. Wilh. IV. besonders Stüler u. Strack den Geist der S.-Schule weiter. S.-Museum. Seit 1836 bewohnte S. den Südflügel im obersten Geschoß der Bauakademie (vorher Unter cien Linden 4a). Unmittelbar nach s. Tod befahl Friede. Will. IV. die Sammlung aller "Schinkeliana". Beuth leitete den Ankauf von d. Witwe und die Ordnung der Sammlung in den Arbeits- u. Festraumen der ehem. Wohnung S.s. Eröffnung des Museums November 1844. Nach dem Tode Beutbs (27. 9. 1853) Vereinigung s. Kunst-Slg mit der S.s als Beuth- S.-Museum. Vernachlässigung seit 1872, Unterbringung in der Techn. Hochschule zu Charlottenburg 1884. Angliederung an die Nat.-Galerie und Umzug in ein besonderes Gebäude (mit dem Rauch-Museum) 1924 (nicht eröffnet). Aufstellung im ehem. Prinzessinnen-Palais und Eröffnung 13. 3. 1931 (150. Geburtstag S..). Erneute Umräumung Herbst 1933. Lit.: Eine Zusammenstellung des Schrifttums zu S. (400 Nrn mit 4 verschied. Verzeichnissen), bearbeitet von P. O. Rave, erschien 1935, hg. v. Deutsch. Verein für Kstwiss. als Beiheft zum Schrifttum der Deutschen Kunst. Daraus hier das Wichtigste, nach den vorstehenden Abschnitten geordnet: VeröffentlichungenS.s: Architektonischer Plan zum Wiederaufbau der eingeäscherten St. Petrikirche Berlin, Berl. 1811. - Samml. architekton. Entwürfe, enthaltend teils Werke, welche ausgeführt sind, teils Gegenstände, deren Ausführung beabsichtigt wurde, 28 Hefte mit 174 Taf. Berl. 1819/40; Neue wohlfeile Ausg. (148 Taf.), Potsdam 1843/47; 2. u. 3. Ausg. Berl. 1857/58 u. 1866. - Dekorationen auf den kgl. Hoftheatern zu Berlin, 32 Tat, in 5 Heften, Berl. 1819ff.; Neue Ausg. Potsd. 1847/49; 3. u. 4. Ausg. Berl. 1861 u. 1874. - Werke der höheren Baukunst, fiir die Ausführung erfunden, Potsd. 1840/42 u. 1845/48; 2. Ausg. 1850; 3. Ausg. 1861/62; 4. Ausg. 1878 (1. Abt.: Entw. zu einem Königspalast auf der Akropolis zu Athen; 2. Abt.: Entw. zu dem kaiserl. Palaste Orianda in der Krim, geplant 15 Taf., ersch. 8). - Architekten. Album. Redigiert ... durch Knoblauch u. a., 20 Hefte, Potsdam 1838ff., 7. Heft, Taf. 37/42 (1841): Restauration des Tuscum und Laurentium des Plinius von S. - Technische Deputation für Gewerbe: Vorbilder für Fabrikanten u. Handwerker. Mit Vorw. von Peter Willi. Christian Beuth, Berlin, 1. Teil 1821/30, 2. Teil 1830/37, Textband u. 2 Tafelbände; 81863. (lin Textband 2 Aufs. von S.: "Architekten. Glieder" [p. 17/21] und ',Säulenordnungen" [p. 22/57]). Mehrere Blätter nach S.s Angaben; folg. von S. gezeichnet: 1. Abt. Bl. 2, 2a, 6 Griech. Tempel; 28/30 Eisengitter; 2. Abt. Bl. 25/29 Pokale, Leuchter, Schalen u. Gefäße; 31/33 Brunnen f. d. Gewerbe-Institut; 3. Abt. Bl. 9/10 Muster für Zeuge u. Fußböden. Fortsetzungsband: 2. Abt. Bl. 4/5 Gläser; 8 Schalen; 10/13 Bilderrahmen; 14/17 Polstermöbel. Ausgaben von S.s Schriften: Selbstbiogr. in: Konvers.-Lex. Brockhaus, XII/2 (1826) p. 38/41; nach d. Handschr. S.s wiederabgedr. bei Mackowsky (s. u.). - Alfr. Freih. V. Wolzogen, Aus S.s Nachlaß. Reisetagebücher, Briefe u. Aphorismen, Berl. 1862/64. 1. Bd (1862): Reise nach Italien 1803/05 (Tagebuch, Briefe, Itinerarium), Reise nach Italien 1824 (Tagebuch). 2. Bd (1862): Reise nach Italien 1824 (Tagebuch, Briefe). Reisen nach Frankreich u. England 1826 (Briefe). Berichte über die Boissereesche Samml. 1816/17. Aphorismen u. a. Verz. der Werke, Schriften, Bildnisse. 3. Bd (1863): Reise nach Frankreich u. England 1826 (Tagebuch). Aus der amtl. Correspondenz 1810/38. Aus dein architekt. Lehrbuch. Nachtr. u. Berichtigungen. 4. Bd: Katal. des künstler. Nachlasses (1864). - H. Mackowsky, K. F. S. Briefe, Tagebücher, Gedanken. Ausgewählt, eingel. u. erläutert, Berl. 1922. - S.s Freundesbriefe, hrsg. von P. O. Rave, in Vorbereitung. Ältere Darstellungen: Dr. [med.] A. Pätsch, Schinkels letzte Krankheit und Leichenbefund, in: Wochenschrift für die gesamte Heilkunde, 1841 p. 793/811. - F. Kugler, C. F. Schinkel. Eine Charakteristik seiner künstlerischen Wirksamkeit, Berl. 1842; dass. in Kleine Schriften u. Stud. z. Kstgesch., 3 (1854) 305/62. - G. F. Waagen, K. F. S. als Mensch u. als Kstler, in: Berliner Kalender, 1844 p. 305/428, u. in: Kl. Schriften, Stuttg. 1875, p. 297/381. - J. F. Hittorf, Notice hist. de C. F. S., Paris 1857; dass, u. d. T.: Geschichtl. Bemerkungen über C. F. S., in: Beilage zu d. Berl. Nachr. von Staats- u. gelehrten Sachen v. 8.10. 1857, und in: Zeitschr. f. Bauwesen, 8 (1858) 97. - R. Dohme, K. F. S., in: Kst u. Kstler des 19. Jahrh., Lpzg 1886, Bd I Teil 1. - Herm. Zille r, S. (Kstler-Monogr. Bd 28), Bielefeld u. Lpzg 1897. Neuere Darstellungen: Fritz Stahl, K. S. F., 10. Sonderh. der Berliner Architekturwelt, 1912. - Wlh. Niemeyer, Friedr. Gilly, F. S. u. der Formbegriff des Dtschen Klassizismus in d. Baukst, in: Mitteil. d. Kstgew.-Ver. zu Hamburg, 7 (1912/13) 1/16. - Erich G loeden, Die Grundlagen zum Schaffen C. F. S.s, in: Bauwiss. Beit,r., hrg. v. Gurlitt, Berl. 1919. - Aug. Grisebach, C. F. S., Lpzg 1924; ders., K. F. S., in: Die Großen Deutschen, Neue Dtsche Biogr., hg. v. Willy Andreas u. With, v. Scholz, Berl., Bd 3 (1936). Frühzeit: H. Schmitz, Berliner Baumstr v. Ausg. des 18. Jh., Berl. 1914; 1925 p. 40. - J. Kohte, Entwürfe u. Bauwerke aus S.s früher Zeit, in: Zentralbl. d. Bauverwaltg, 36 (1916) 150/54. - A. Hen tz en, Die Baugesch. d. Kopfbaus Unter den Linden am ehem. Prinzessinnen-Palais, in: Jahrb. d. preuß. Kstsamml. 56 (1935) 100/16. - A. 0 ncken, Friedr. Gilly, Aerl. 1935. Malerei u. I. ital. Reise: A. Weltmann, S. als Maler, in: Zeitschr. f. bild. Kst, 3 (1868) 89/97. - W. Kurt la, S. als Landschaftsmaler, in: Die Kunst, 43 (= Kst f. Alle 36), 1921 p.17/27. - E. v. Sydow, S. als Landschaftsmaler, in: Monatsh. f. Kstwiss., 14 (1921) 239/52. - O. Fiebiger, K. F. S.s Mdl. Darstellgn griech. Hypäthraltempel,: Kstchronik, N. F. 21 (1910) 548/53. - M. G. Zimmermann, S.s Reisen nach Italien u. die Entwicklg der kstler. Italiendarstell., in: Mitteil. d. Ksthist. Inst. in Florenz, 2(1917) 211/66. Graphik: L. Dußler, Incunabeln d. dtsch. Lithogr., Berl. 1925, p. 228f. (Vgl. auch J. Auf seesser in Ztschr. f. Bücherfreunde, IV/2 [1900/01] 288/96). Bühnenbilder: F. Kugler, Die Dekorationsmalerei der Bühne u. S.s Entwürfe. Schinkelfestrede 1855, in: Dtsches Kstblatt, 6 (1855) 101/05, u. in: Zeitschr f. Bauwesen, 5 (1855) 396. - A. G. Meyer, S.s Theaterdekorationen, in: Berliner Architekturwelt, 6(1904) 361, u. M: Gesammelte Reden u. Aufsätze, Berl. 1905, p. 181/94. - P. Mahlberg, S.s Theater-Dekorationen, Greifswalder Dissert., Düsseld. 1916; ders., S. u. Iffland, in: Berl. Blättert. Gesch. u. Heimatkde, 1 (1934) 85/89. - Beschr. des Festes "Der Zauber der Weißen Rose", gegeben in Potsdam am 13. 7. 1829 zum Geburtstag I. M. der Kaiserin v. Rußland. Die Ansichten von Gaertner, der Ritterzug von Stürmer u. Hosemann, die lebenden Bilder nach Angabe des H. G. R. Schinkel gezeichn. u. lith. von Julius Schoppe, Berl. o. J. Architektur der Romantik: Jos. Bayer, Goethe, S. u. die Gotik (1891), in: Baustud. u. Baubilder. Schriften z. Kst. Aus dem Nacht. herausgeg. v. R. Stiassny, Jena 1919, p. 64/85. - J. Kratschell, K. F. S. in s. Verhältnis zur Gothischen Baukst, Berl. 1892; dass. in: Zeitschr. f. Bauwesen, 42 (1892) 159ff. - E. Römer, S.s Gedächtnisdom f. d. Befreiungskriege, in: Erforschtes u. Erlebtes aus dem Alten Berlin. Festsehr, z. 50jähr. Jub. d. Ver, f. d. Gesch. Berl., 1917 p. 265/73. - F. Paulsen, S. Romantiker?, in: S. Almanach des Architekten- u. Ingenieur-Ver. zu Berlin 1931, p. 21/28. Staatsanstellung: P. O. Rave, S. als Beamter. Ein Abschnitt preuß. Bauverwaltg, in: Zentralbl. d. Bauverwaltg, 62 (1932) 88/94 (auch als Sonderdr. ersch.). Rheinreise: P. O. Rave, Die Reiseskizzen S.s vom Rhein, in: Festschrift z. 60. Geburtst. von P. Clemen, Düsseld. 1926, p. 477/84. - K. K. Eberlein, S. u. Boisseree, in: Berliner Museen, 52 (1931) 39/45. - P. O. Rave, Anfänge preuß. Kstpflege am Rhein, in: Jahrh. d. Niederrhein. Kstmuseen, 1 (1936). DenkmalNlege: J. Kohte, Zur Gesch. d. Denkmalpfl. in Preußen, in: Die Denkmalpflege, 3 (1901) 6 (S.s Denkschr. v. 17. 8. 1815). - E. Blunck, S. u. die Denkmalpflege. Schinkelfestrede 1916, in: Wochen' sehr, des Archit.-Ver. zu Berlin, 11 (1916) 159, 165; dass. in: Die Denkmalpflege, 18 (1916) 25/27. - P. O. Rave, Die Anfänge der Denkmalpfl. in Preußen, in: Dtsche Kst u. Denkmalpflege, 1935 p. 34/44. - Helen Rosenau, Der Kölner Dom. Seine Baugesch. u. histor. Stellung. Veröffentl. d. Gesch.-Ver. Nr 7, Köln 1931. - Bern h. Schmid. S. u. die Marienburg, in: Geschäftsber. d. Vorstandes des Ver, f. d. Herstellg d. Marienburg, Königsb. 1932, p. 8/18. - Gerh. Bronisch, Die Franziskanerklosterkirche in Berlin, in: Mitteil. d. Ver, f. d. Gesch. Berlins, 50 (1933). Bauten in Berlin: C. Seidel, Die schönen Este in Berlin i. 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