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Semper, Gottfried (1803)

Geboren
Hamburg, 29. November 1803
Gestorben
Rom, 15. Mai 1879
Land
Deutschland, Schweiz
Geschlecht
männlich
GND-ID
Weitere Namen
Semper, Gottfried (1803); Semper, Gottfried
Berufe
Architekt*in; Entwurfszeichner*in; Architekturtheoretiker
Wirkungsorte
Hamburg, Paris, Dresden, London, Zürich, Wien, Rom
Zur Karte
Von
Hildebrand, Sonja
Zuletzt geändert
06.03.2024
Veröffentlicht in
AKL CIII, 2019, 66; ThB XXX, 1936, 488 ss

VITAZEILE

Semper, Gottfried, dt. Architekt, Entwerfer, Architekturtheoretiker, *29.11.1803 Hamburg, †15.5.1879 Rom. 1834-49 tätig in Dresden, 1849-55 Exil in Paris und London, 1855-71 tätig in Zürich, 1871-77 in Wien, 1877-79 in Italien.

LEBEN UND WIRKEN

S.s Mutter (geb. Paap), Tochter einer wohlhabenden Textilfabrikantenfamilie mit Stammsitz im dän. Altona, Vater aus Schlesien zugewanderter Leinwandhändler. S. fünftes von acht Kindern, Vater des Architekten Manfred S. und des Bildhauers Emanuel S. 1806 Aufgabe des väterlichen Handelsgeschäfts infolge der napoleonischen Kontinentalsperre und Übersiedlung der Fam. nach Altona, dort ab 1810 im Wohn- und Geschäftshaus der Paaps an der Großen Prinzenstraße. 1817-19 Besuch der Gemeindeschule in Barmstedt, wohnt bei seinem Lehrer, dem Pastor Johann Otto Mielck; Beginn der humanistischen Ausb. (Lat., Griech.). 1819 Wechsel an das Johanneum in Hamburg, 1823 Abschlusszeugnis, danach propädeutisches Mathematikstudium bei Carl Friedrich Hipp am Akad. Gymnasium der Schule. Im Herbst 1823 Beginn des Stud. der Mathematik (Hauptfach) und Gesch. an der Univ. Göttingen; zunächst Ziel, an eine Militärakademie zu wechseln. Wichtigster Lehrer der Mathematiker Bernhard Friedrich Thibaut; Geschichtsstudium v.a. bei Arnold Ludwig Hermann Heeren, daneben bei dem Althistoriker und Archäologen Karl Otfried Müller. Im April 1825 auf Empfehlung Thibauts Reise nach Düsseldorf für Bewerbung um Studienplatz für Hydrotechnik (nicht realisiert), danach Weiterfahrt durch die Niederlande und Belgien. Okt. 1825 Einschreibung als Architekturstudent an der Münchner KA, aber keine regelrechte Aufnahme des Stud.; Freundschaft mit Eduard Metzger. Sommer und Herbst 1826 Praktikum in Regensburg bei Carl Victor Keim, Architekt in der Bauverwaltung des Fürsten von Thurn und Taxis. Im Dez. 1826 schließt sich S. dem Schul- und Göttinger Studienfreund Friedrich Heeren an, mit diesem nach Paris. Dort E. 1826 Eintritt in die priv. Architekturschule von Franz Christian Gau. Mit dem Ziel einer Ausb. zum Wasserbauingenieur im Herbst 1827 Rückkehr nach Altona, ab Frühjahr 1828 Hafenbauvolontär in Bremerhaven. E. 1828 Abbruch des Volontariats wegen rheumatischer Beschwerden, wohnt erneut bei den Eltern. Ab Sommer 1829 Abschluss der Ausb. bei Gau in Paris. Durch diesen Einf. in den Salon der Bankierswitwe Valentin, wo u.a. Jakob Ignaz Hittorff und Alexander von Humboldt verkehren. Sept. 1830 Aufbruch zu Studienreise durch Italien. Über Genua und Florenz nach Rom; dort Bekanntschaft mit dem frz. Architekten Jules Goury, mit dem S. fortan zus. reist. M. Febr. 1831 nach Neapel, von dort archäol. Stud. in Pompeji. M. Mai nach Sizilien mit Zwischenstopp in Paestum. Im Aug. 1831 von Messina nach Griechenland, Durchquerung der Peloponnes. Beim Übersetzen nach Attika Station auf Ägina, Zusammentreffen mit dem Grabungsteam von Friedrich Thiersch am Aphaiatempel, zu dem auch Metzger gehört. Im Nov. 1831 gemeinsam nach Athen. Archäol. Stud. v.a. mit Letzterem, Goury verlässt die Gruppe im Frühjahr 1832. Rückreise nach Italien, Quarantäne in Bari, dort Beginn der Ausarbeitung der Polychromiestudien. Im Aug. 1832 über Neapel nach Rom, Ankunft im November. Im Kreis um Bertel Thorvaldsen Bekanntschaft mit dem holsteinischen Kunsthistoriker Carl Friedrich von Rumohr und dem Altonaer Kaufmann Conrad Hinrich Donner. Arbeitet im Umkreis des dt. Inst. di Corrispondenza Archeol. in Rom, dessen korr. Mitgl. S. im Dez. 1833 wird. M. Juli Beginn der Heimreise mit Stationen in Florenz, Bologna, Como, Bergamo, Verona, Vicenza und Venedig. Im Okt. und Nov. in München, gescheiterter Versuch, Georg von Cotta als Verleger für Polychromiestudien zu gewinnen; diese im Dez. in Berlin präsentiert, dabei Bekanntschaft mit Karl Friedrich Schinkel. A. Jan. 1834 zurück in Altona. Nach Vorschlag von Gau und mit Referenzen von Hamburger Honoratioren im Mai 1834 Berufung an die KA in Dresden, Umzug im September. Im Herbst/Winter 1834 Mitgl. des von Carl Gustav Carus präsidierten Sächsischen KV sowie des Kgl. Sächsischen Ver. zur Erforschung und Erhaltung Vaterländischer Alterthümer. Ab Dez. 1834 Revisor für Baugesuche bei der städt. Baupolizei. Im Sept. 1835 Heirat mit Bertha Thimmig, 1836 Geburt des ersten Kindes (Elisabeth), bis Dez. 1848 folgen fünf weitere (Manfred, Conrad, Fabrikant in Philadelphia, Anna Catharina, Hans, Prof. für Kunstgesch., Emanuel). Im Winter 1838/39 Studienreise durch Deutschland, Belgien, England, Frankreich und Italien für den Bau des Dresdner Hoftheaters. Anlässlich von dessen Eröffnung im Mai 1841 Ernennung zum "Ritter des Civil-Verdienstordens". Im Sommer 1846 Mitgl. der Kgl. KA in Stockholm. Im Herbst 1846 Studienreise nach Italien für Bau der Dresdner GG. Freundschaft mit Richard Wagner. Wie dieser verkehrt S. in demokratisch-republikanischen Zirkeln (Montagsgesellschaft, Lit. Mus.), dort auch and. Exponenten des Dresdner Kulturlebens wie Eduard Devrient, August Röckel, Ernst Rietschel und Hermann Köchly. Frühjahr 1848 Beitritt zum sächsischen Vaterlandsverein, im Winter 1848/49 Wahl in den Führungsausschuss der Scharfschützenkompanie der Bürgerwehr. Während des Dresdner Maiaufstandes kämpft S. auf Seiten der Revolutionäre, nach Niederlage am 9.5. ohne Fam. Flucht über Frankfurt am Main, Baden und Strassburg nach Paris, dort unterstützt von befreundeten Künstlern. Pläne für Auswanderung in die USA, daneben Versuche einer Rehabilitierung in Dresden sowie Stellensuche u.a. in der Schweiz, in Belgien, England, Griechenland und im Osmanischen Reich. Im April 1850 wird S.s Prof. mit Hermann Nicolai neu besetzt. Im Sommer 1850 Entschluss zur Übersiedlung nach New York, stattdessen aber im Sept. nach London wegen Aussicht auf Bauprojekt, dieses dann nicht realisiert. Stellenangebot von Joseph Paxton im März 1851 abgelehnt wegen geplanter Gründung einer priv. Architekten- und Ingenieurschule mit Boarding House. Wichtigster Förderer Henry Cole, durch diesen im Frühjahr 1851 Mitarb. an der Great Exhibition. Im Sept. 1852 Anstellung als Lehrer für Metallhandwerk am von Cole und Richard Redgrave geleiteten Dep. of Practical Art (ab Okt. 1853 Dep. of Sc. and Art, Erweiterung von S.s Lehrgebiet um Archit.), Übersiedlung der Fam. nach London. Ab Aug. 1854 durch Wagner vermittelte Verhandlungen über Prof. am neugegründeten Eidgen. Polytechnikum in Zürich, E. 1854 Annahme des Rufs, Sommer 1855 Umzug, im Herbst Beginn der Lehrtätigkeit als erster Prof. und Dir. der Bauschule; Kollegenfreundschaft mit dem Kunsthistoriker Wilhelm Lübke, dem Physiologen Jakob Moleschott, dem Maschinenbauingenieur Franz Reuleaux sowie dem aus Dresden bek. Altphilologen Hermann Köchly. 1855 Mitgl. der Akad. Mittwochsgesellschaft und der Museumsgesellschaft, 1856 der Zürcher Antiquarischen Ges. und Ehrenmitglied des Schweiz. Ing.- und Architektenvereins. Verkehrt mit Wagner in den Kreisen um Mathilde Wesendonck sowie um den dt. Revolutionsflüchtling François Wille, enge Freundschaft mit Gottfried Keller und Georg Herwegh. 1862 Schweizer Bürgerrecht, Antrag auf Entlassung aus der sächsischen Staatsbürgerschaft; 1863 nach Aufhebung des seit 1849 bestehenden Haftbefehls erstmals wieder in Deutschland (Wettbewerbsjury Hamburger KH). 1864 Ehrendoktorwürde der Univ. Zürich, 1867 Ehrenmitglied der Zürcher Künstlergesellschaft und 1868 der ABK in Wien. 1871 Entbindung von Zürcher Lehrtätigkeit und im Sept. Umzug nach Wien für den Bau des Kaiserforums, Juniorprojektpartner ist Carl von Hasenauer. 1873 anlässlich des 70. Geburtstags vielfältige Ehrungen, u.a. Verleihung des Franz-Joseph-Ordens durch den österr. Kaiser. Wegen Asthmaleiden und andauernden Auseinandersetzungen mit Hasenauer Übersiedlung nach Italien, Hauptwohnsitz Rom, dort auf dem Cimitero Acattolico begraben. - S. war ein intellektueller Architekt, in dessen Lebenswerk die wiss.-theoretische und die praktische Arbeit zwei gleichwertige Schwerpunkte bildeten. Die zahlr. Stationen und unterschiedlichen Fachrichtungen der Studien- und Ausbildungszeit sind Ausdruck vielfältiger Interessen und Talente. Von A. an verband S. ein hohes Arbeitsethos mit einem unkonventionellen, auf Freiheiten bedachten Lebens- und Denkstil. In Göttingen vermittelte Thibaut ihm mit dem mathematischen Fachwissen einen epistemologischen Ansatz, der auf der Annahme einer inneren, organischen Verbindung der Phänomene basiert und für S.s theoretische Arbeit richtungweisend wurde. Heeren und Müller führten ihn in eine hermeneutisch vorgehende, kulturgeschichtlich ausgerichtete Archäologie ein. Seine eigtl. Ausb. zum Architekten erhielt S. bei Gau. Dessen Entwurfslehre folgte dem Vorbild der ÉcBA; methodisch praktizierte er einen Anfänger und Fortgeschrittene vereinenden Atelierunterricht mit engem Praxisbezug, den S. in seiner eig. Lehrtätigkeit in Dresden, London und Zürich adaptierte. Mehrere Studienarbeiten S.s waren als Beitr. für aktuelle Bauaufgaben in Hamburg konzipiert, ohne dass sich daraus konkrete Aufträge ergaben. Für seinen weiteren Werdegang bestimmend wurde der Polychromiestreit, die europ. Debatte über die Vielfarbigkeit der antiken Tempel, die in den 1820er Jahren ihr Zentrum in Paris hatte. S. folgte der prominent von Hittorff dargelegten und von Gau geteilten These einer vollst. Bemalung der antiken Tempel, die als Ausdruck einer farben- und sinnenfrohen materiellen Kultur der Antike aufgefasst wurde. Seine Studienreise nach Italien und Griechenland erhielt ihre spezifische Ausrichtung durch den Vorsatz, mit der empirischen Objektforschung einen eig. wiss. Beitr. zur Polychromiefrage zu leisten. Der Entschluss zur Weiterreise nach Griechenland fiel spontan, nachdem Farbuntersuchungen an griech. Tempeln auf Sizilien enttäuschende Ergebnisse gebracht hatten. In Athen war der Theseustempel (Hephaisteion) S.s wichtigstes Studienobjekt, daneben arbeitete er auf der Akropolis (Parthenon, Erechtheion) und am Turm der Winde. Während der Rückreise durch Italien folgten weitere Polychromiestudien (Trajanssäule, etruskische Gräber in Corneto/Tarquinia) sowie die Ausarbeitung von Rekonstruktionszeichnungen und die Niederschrift eines Textes, die im Frühjahr 1834 in die Publ. von S.s Schrift "Vorläufige Bemerkungen über bemalte Archit. und Plastik bei den Alten" (Altona [Johann Friedrich Hammerich]) mündete. Das Buch ist ein Pamphlet, in dem S. Einzelbeobachtungen benutzt, um die Grundlagen für eine universale Theorie der Archit. zu skizzieren. In seiner Deutung ist die Polychromie ihrem Wesen nach Ausdruck des menschlichen Schmuckbedürfnisses; daneben erfüllt die Farbe eine Schutzfunktion für den darunter liegenden Stein (analog zur Deutung von Antoine Chrysostôme Quatremère de Quincy) und erlaubt es, ornamentale und archit. Details hervorzuheben. S. verband seine Darst. der Polychromie mit einer künstlerischen und politischen Zeitkritik, die in einem Bekenntnis zum griech. Freiheitsideal kulminiert. Nach Dresden wurde er als weit gereister und gelehrter Architekt berufen; sein erster Bau, ein polychrom ausgemalter Skulpturenpavillon mit Gewächshaus auf dem Altonaer Landsitz von Conrad Hinrich Donner wurde erst nach seiner Übersiedlung beg. (Fertigstellung 1836). Der noch in Altona ausgearbeitete Vorschlag für eine Neuausrichtung des Architekturunterrichts nach dem Ateliersystem mit Vorrang der praktischen Entwurfsarbeit ging in die Richtung eines bereits laufenden Reformprozesses und wurde umgehend akzeptiert. Die ersten bed. Bauaufträge erhielt S. im Frühjahr 1835 (Maternihospital, 1835-38; Antikensäle im Jap. Pal., 1835/36). Bes. die Neugestaltung der Antikensäle bot S. Gelegenheit, sein Ideal polychromer Archit. an einem prominenten Beispiel zu verwirklichen. In der gleichen Zeit erreichten ihn die teils wohlwollenden (Karl Otfried Müller, Antoine-Jean Letronne), teils krit. (Franz Kugler, Désiré Raoul-Rouchette) Reaktionen auf die "Vorläufigen Bemerkungen", von denen Kuglers Schrift "Über die Polychromie der griech. Archit. und Skulptur und ihre Grenzen" (B. 1835) den Beginn einer lebenslangen Kontroverse mit S. markiert. Zur Eröffnung der Antikensäle realisierte S. die erste und einzige Mappe mit Tafeln seiner Polychromiestudien "Die Anwendung der Farben in der Archit. und Plastik. In einer Slg von Beispielen aus den Zeiten des Alterthums und des MA erlaeutert von G.S." (D. 1836, Kleinstauflage, im priv. Kreis verteilt). S.s bedeutendste Leistungen der Dresdner Zeit resultierten aus der umfangreichen Bautätigkeit für öff. und priv. Auftraggeber in der Stadt, im übrigen Sachsen und außerhalb des Königreichs. Das Gravitationszentrum seiner Entwurfsarbeit bildete das Zwingerforum (1835-46), für das S. aus eig. Initiative einen ersten Plan vorlegte. Von der als bürgerliches Kulturforum konzipierten Anlage wurde zunächst nur der Hauptbau, das kgl. Hoftheater, ausgef. (Fertigstellung 1841, 1869 abgebrannt). 1846 (Baugenehmigung) kam als zweites Gebäude die den Zwinger zur Elbe hin schließende GG hinzu (Fertigstellung 1855), für die S. ab 1838 zahlr. Varianten für and. Standorte vorgelegt hatte. Das erste Hoftheater mit dem char. Halbrund des Zuschauerraums brachte ihm internat. Anerkennung. Von nun an galt er als Theaterbauspezialist, zahlr. weitere Projekte (London 1854, Brüssel 1855, Rio de Janeiro 1858, München 1864-67, Darmstadt 1872/73) und Bauten (Wien 1869-88, Dresden 1870-78) folgten. Die wichtigsten Privatbauten der Dresdner Zeit entstanden im Auftrag des Bankiers Martin Wilhelm Oppenheim (Villa Rosa, 1838-46; Pal. Oppenheim, 1845-48). S. favorisierte die ital. Renaissancearchitektur als entwicklungsfähige, bürgerlich-liberale Stilform; durch seine schulbildenden Bauten wurde die Barockstadt Dresden zu einem Zentrum der Neorenaissance. Er entwarf aber auch in and., stets inhaltlich begründeten Stilformen, bed. sind die neoromanische ("byz.") Dresdner Synagoge (1838-40) sowie der Hauptentwurf für die Nikolaikirche in Hamburg (1844, Gesamtplanungszeit 1842-45). Im Exil in Paris und London musste S. weitgehend auf Bauaufträge verzichten. Stattdessen rückte die theoretische Arbeit ins Zentrum. Das vordergründige Ziel, sich aufgrund eines bereits 1844 mit Eduard Vieweg abgeschlossenen Verlagsvertrags eine neue Einnahmequelle zu erschließen, realisierte S. nur zum Teil. Dagegen konnte er seine bislang nur im Rahmen von Akademievorlesungen formulierten Gedanken zu einer weitreichenden Theorie ausarbeiten. Die ersten Publ. waren Nebenprodukte der Arbeit an seinem Hw., der im Auftrag von Vieweg verfassten, entwicklungsgeschichtlich argumentierenden "Vergleichenden Baulehre", die nach mehrfachen Neukonzeptionen (u.a. als "Kunstformenlehre" 1856) und Verlegerwechsel in S.s theoretischem Hw. "Der Stil in den techn. und tektonischen Künsten, oder praktische Aesthetik. Ein Hb. für Techniker, Künstler und Kunstfreunde resultierte (I, Ffm. [Verlag für Kunst und Wiss.]; II, M. [Bruckmann]; der geplante Bd III nicht fertiggestellt; 2., durchgesehene Aufl. M. 1877/78 [Bruckmann]). In "Die vier Elemente der Baukunst. Ein Beitr. zur vergleichenden Baukunde" (Bg. 1851 [Vieweg]) neben Wiederaufnahme der Polychromiedebatte Ableitung der Archit. aus vier urspr. Handwerkstechniken mit Einf. des Bekleidungsprinzips und der (hier noch nicht so gen.) "Stoffwechseltheorie". 1852 folgte "Wiss., Industrie und Kunst. Vorschläge zur Anregung des nat. Kunstgefühles, bei dem Schlusse der Londoner Industrie-Ausst. (Bg. 1852 [Vieweg]). Die darin vorgetragene Kritik an der 1851 im Londoner Kristallpalast gezeigten globalen Produktion gründete S. auf einer alle Gestaltungsfaktoren eines Artefakts berücksichtigenden "Stillehre". Neben dem Kunsthandwerk treten gegen die M. der 1850er Jahre ästhetische Fragestellungen in S.s Fokus; die wichtigsten Schriften dazu sind die ab 1853 verfasste Abh. "Ueber die bleiernen Schleudergeschosse der Alten und über zweckmässige Gest. der Wurfkörper im Allgemeinen. Ein Versuch die dynamische Entstehung gewisser Formen in der Natur und in der Kunst nachzuweisen" (Ffm. 1859 [Verlag für Wiss. und Kunst]) sowie der Zürcher Vortrag "Über die formelle Gesetzmässigkeit des Schmuckes und dessen Bedeutung als Kunstsymbol" von 1856 (publ. Z. 1856 [Meyer & Zeller] und in Monatsschriften des Wiss. Ver. in Zürich 3:1856[1]101-130), deren Inhalte v.a. in die "Prolegomena" von "Der Stil" einfließen. Bedeutendstes Bauprojekt der Londoner Zeit ist der 1855 im Auftrag von Prinz Albert entstandene Entwurf für ein Kulturforum in South Kensington. In Zürich knüpft S. an die Dresdner Lehrtätigkeit an und prägt die akad. Archit. in der Schweiz für Jahrzehnte (Schweizer Semperschule). Die hohen Erwartungen an die Wiederaufnahme seiner umfangreichen Bautätigkeit der Vorexilzeit sah S. dagegen nur teilw. erfüllt. Sein größter Bau ist das Hauptgebäude des Eidgen. Polytechnikums (1858-68), das er als einen über der Altstadt thronenden Pal. der Wiss. und Künste konzipierte. Auf die Unterbringung der Zürcher Univ. im Südflügel des Gebäudes antwortete er mit einem typologisch innovativen Konzept, das der Hierarchie der Funktionen im Zusammenhang mit der Sichtbarkeit des Gebäudes von der Stadt sowie der Aussicht aus dem Gebäude Rechnung trägt. Das künstlerisch bedeutendste Werk ist das Stadthaus Winterthur (1863-70). Von S. als mod. Variante des antiken Podiumstempels entworfen, verkörpert es den Anspruch Winterthurs auf eine Führungsrolle im Prozess demokratischer Erneuerung. In die Zürcher Zeit fällt S.s aufwendigstes Theaterprojekt überhaupt, der auf Betreiben von Wagner und im Auftrag von Ludwig II. von Bayern ausgearbeitete Entwurf für ein Richard-Wagner-Festspielhaus in München (1864-67). Im Zentrum der Wiener Jahre stehen die Planung (ab 1869) und Ausf. des später so gen. Kaiserforums mit den Zwillingsbauten der Hofmuseen (Naturhistorisches Mus. 1869-87, Kunsthist. Mus. 1869–91), der Neuen Hofburg (nur der östliche Flügel ab 1874 ausgef., 1908 Baustopp) und dem Hofburgtheater (1869-88). Das mon. Kultur- und Machtzentrum in der Hauptstadt des Vielvölkerstaats war wegen seiner politischen Dimension bereits während der Planungs- und Bauzeit umstritten. Der Auftrag für den Neubau des (zweiten) Dresdner Hoftheaters anstelle des abgebrannten ersten Baus bedeutete eine glänzende Rehabilitation S.s (1870-78, Bauausführung Manfred S.). - S.s Lebensweg und Werk sind außergewöhnlich: Wie kein zweiter Architekt des 19.Jh. führte er ein internat. Leben. Mit seinen Bauten prägte er die Stadtbilder von Dresden, Zürich und Wien nachhaltig. Durch seine Dresdner und Zürcher Lehrtätigkeit entfaltete er eine große Breitenwirkung. Nur sehr wenige Architekten brillierten wie S. gleichermaßen mit ihrem gebauten wie mit ihrem theoretischen Werk. Während viele seiner Bauten später unter ein (häufig ideologisch aufgeladenes) Historismus-Verdikt fielen, übt sein tiefgründiges, disziplinenübergreifend argumentierendes, hochoriginelles theoretisches Werk eine bis heute anhaltende Faszination aus.

WERKE

Bad Ragaz: Entwurf Kurhaus und Badhotel, 1859-61, 1866. Baden: Entwurf Konversationshaus, 1866. Castasegna: Villa Garbald, 1862-64. Dresden: Cholerabrunnen, 1841-43. Glarus: Entwurf Rathaus, 1862. Hamburg: Entwurf Wiederaufbau Innenstadt, 1842; Wohn- und Geschäftshaus Wilhelm S., 1842-46, Entwürfe Rathaus, 1842, 1845. London, Kristall-Pal.: Gest. der Ländersektionen Kanada, Türkei mit Ägypten, Schweden mit Norwegen und Dänemark, WA 1851; Sydenham, wiederaufgebauter Kristall-Pal.: Mixed Fabrics Court, 1854/55. Paris: Entwurf Synagoge, 1850. Schwerin: Entwurf Umbau Schloss, 1843. Wien: Theaterdekorationsdepot (Kulissendepot), 1873-77. Winterthur: Entwurf Kath. Kirche, 1863-65. Zürich: Entwürfe Kratzquartier und Stadthaus, 1858, sowie NO-Bahnhof (Hauptbahnhof), 1860/61; Sternwarte, 1860-64; Waschschiff Treichler, 1861-64; Entwurf Villa Rieter, 1864; Wohn- und Geschäftshaus Fierz, 1864-67.

SELBSTZEUGNISSE

B.Witzschel (für G.S.), Annalen der Physik und Chemie 93:1854(10)297-305; M.Fröhlich, G.S. Zeichnerischer Nachlass an der ETH Zürich, Basel/St. 1974; W.Herrmann, G.S. Theoretischer Nachlass an der ETH Zürich. Kat. und Kommentare, Basel u.a. 1981; P.Noever (Ed.), G.S., The Ideal Mus. Practical Art in Metals and Hard Mat., W. 2007; H.Karge (Ed.), G.S. Gesammelte Schr., 4 Bde, Hildesheim u.a. 2008–2014.

AUSSTELLUNGEN

Einzelausstellungen:

1979 Dresden, Albertinum / 2003 München, PM, Archit.-Mus. / 2003-04 Zürich, MfG.

 

QUELLEN

Thieme-Becker, Vollmer und AKL:

ThB30, 1936

 

Weitere Lexika:

ADB XXX, 1891; Macmillan IV, 1982; D.Rucki/I.Huber, Architekten-Lex. der Schweiz 19./20. Jh., Basel u.a. 1998; NDB XXIV, 2010

 

Gedruckte Nachweise:

G.S. und die M. des 19. Jh., Basel/St. 1976 (Selbstzeugnisse); W.Herrmann, G.S. im Exil. Paris London 1849-1855. Zur Entstehung des "Stil" 1840-1877, Basel/St. 1978 (Selbstzeugnisse); H.Laudel, G.S. Archit. und Stil, D. 1991 (Lit., Selbstzeugnisse); G.Moeller, Die Voll. der Renaiss. Forsch. zur Rezeption und zur Formsynthese der griech.-röm. Antike und der ital. Renaiss. im Werk von G.S., Habilitationsschrift Da. 2000 (Lit.); H.F. Mallgrave, G.S. Ein Architekt des 19. Jh., Z. 2001 (Lit.); Der Architekt und die Stadt. G.S. zum 200. Geburtstag, Dresdner Hefte 21:2003(75 [Themenheft zu S.]); W.Nerdinger/W.Oechslin (Ed.), G.S. 1803–1879. Archit. und Wiss., Z./M. 2003 (Lit., Verz. Selbstzeugnisse; WV); M.Gnehm, Stumme Poesie. Archit. und Sprache bei G.S., Z. 2004 (Lit., Selbstzeugnisse); M.Hvattum, G.S. and the Problem of Historicism, C. 2004 (Lit.); R.Franz/A.Nierhaus (Ed.), G.S. und Wien. Die Wirkung des Architekten auf "Wiss., Industrie und Kunst", W. u.a. 2007 (Lit.); M.Fröhlich, G.S. am Zeichenbrett. Archit. entwerfen in der zweiten H. des 19. Jh., Z./Egg 2007; S.Hildebrand, in: U.Pfisterer (Ed.), Klassiker der Kunstgesch., I, M. 2007, 62-75; H.Karge (Ed.), G.S. - Dresden und Europa. Die mod. Renaiss. der Künste, M./B. 2007 (Lit.); S.Luttmann, G.S. "Vergleichende Baulehre". Eine quellenkritische Rekonstr., Diss. ETH Zürich 2008 (Lit., Selbstzeugnisse); B.von Orelli-Messerli, G.S. (1803–1879). Die Entwürfe zur dekorativen Kunst, Petersberg 2010; D.Weidmann, G.S. "Polytechnikum" in Zürich. Ein Heiligtum der Wiss. und Künste, Diss. ETH Zürich 2011 (Lit.); M.Gnehm, in: J.-L. Cohen/H.Frank, Metropolen 1850-1950. Mythen - Bilder - Entwürfe, B./M. 2013, 61-86; S.Hildebrand, in: C.Frank/B.Pedretti (Ed.), L'architetto generalista, Mendrisio/Mi. 2013, 145-161; W.J. McGrath, in: id., German Freedom and the Greek Ideal. The Cult. Legacy from Goethe to Mann, N.Y. 2013, 43-74; S.Hildebrand (Ed.), Villa Garbald. G.S. - Miller & Maranta, 2., überarbeitete, erweiterte und aktualisierte Aufl., Z. 2015; U.Kröger, G.S. Seine Zürcher Jahre 1855-1871, Z. 2015 (Lit., Selbstzeugnisse); S. Hildebrand, in: M.Dönike u.a., Farben der Klassik, Göttingen 2016, 291-312; E.Chestnova, Hist. in Things. G.S. and Popularization of the Arts in London 1850-55, Diss. Univ. della Svizzera ital. Mendrisio 2017 (Lit.); G.S. Archit. et anthropologie au XIXe s., Rev. Germanique Internat. 2017(26); G.S., habiter la couleur, Gradhiva 2017(25 [beides Themenhefte zu S.]); W.Nerdinger, Archit. in Deutschland im 20.Jh., M. 2023

 

Archive:

Dresden, HBK (Teilnachlass gestalterisches Werk); Landesamt für Denkmalpflege Sachsen (Teilnachlass gestalterisches Werk, Fotodokumentation verlorener Pläne und Zchngn) / Hamburg, MKG (Teilnachlass) / München, Dt. Theater-Mus. (Teilnachlass gestalterisches Werk) / Zürich, ETH, gta Arch. (Teilnachlass gestalterisches Werk, Nachlass theoretisches Werk, Korr., biogr. Dok.)

 

Onlinequellen:

D.Weidmann, J. of Art Historiography 2014(11).

 


THIEME-BECKER

Artikel von: E. v. Cranach-Sichart.

Semper, Gottfried, Architekt, *29. 11. 1803 Hamburg, †15. 5. 1879 Rom. Vater der Emanuel u. Manfred Sorgfältige humanist. Erziehung (Johanneum Hamburg), die die Liebe S.s zur antiken Kultur begründete. 1823/25 Univers. Göttingen, Studium der Rechte, dann der Mathematik (b. Gauß). 1825 Entschluß, Architekt zu werden. Studium in München bei 488 Semper Fr. v. Gärtner, der S. klassizistisch beeinflußte. Praktische Mitarbeit bei der Aufnahme des Regensburger Doms. 1826 infolge eines Duells nach Paris. Assistent bei Fr.Chr. Gau u. J. I. Hittorff, die ihm das Verständnis für antike Baukunst erschlossen. 1828 Volontär bei den Hafenbauten i. Bremerhaven. Da ihn diese Stellung nicht befriedigte, 1829 wieder nach Paris (bis Sept. 1830; Zuschauer bei der Julirevolution). 1830ff. Reise nach Südfrankreich u. Italien (blieb 4 Monate in Neapel u. Pompeji, um die Polychromie an den antiken Bauten zu studieren), Sizilien (roman. u. normann.-byzant. Architekturstudien), Griechenland (Winter 1831/32 in Athen). Sommer 1832 in Neapel, Nov. 32 bis Juli 33 in Rom. Herbst 1833 in Oberitalien, wo ihn bes. die Palastbauten Genuas fesselten. Ende 1833 Rückkehr. Diese Reise war bestimmend für S.s spätere Einstellung zur antiken (bes. röm.) u. Renaissance-Architektur. Weihnachten 1833 Besuch bei Schinkel in Berlin, der S.s Ergebnissen über seine Untersuchungen der antiken Polychromie lebhaft zustimmte. Die Veröffentlichung derselben ("Vorläufige Bemerkungen über bemalte Architektur und Plastik bei den Alten", Altona 1834) trug.ihm die Gegnerschaft Kuglers (s. Lit.) ein, machte ihn aber auch mit einem Schlage bekannt. 1834 erste Bauten (in Hamburg), Ablehnung einer Berufung nach Petersburg, Annahme einer solchen na h Dresden (durch Schinkel empfohlen). Am 30. 9. 34 trat S. sein Amt als Professor der Baukunst u. Vorstand der Bauschule an der Kunstakad. an (als Nachfolger Jos. Thürmers). 1834/49 Dresden. 1835 Heirat mit Bertha Thimmig (†1858 Zürich). Zeit der größten praktischen Entfaltung seines Könnens u. Entwicklung zur künstler. Reife. Der Hof theaterbau begründete seinen Ruhm. Verstimmungen über zahllose Hemmnisse u. kleinliche Gegnerschaft dabei u. bei den Zwingerplänen, dazu sein heftiges Temperament u. sein soziales Empfinden trieben ihn zur Teilnahme am Maiaufstand 1849 (er leitete selbst Bau u. Verteidigung einer Barrikade). Flucht, steckbriefliche Vei folgung (wie bei seinem Freunde Rich. Wagner). 1849/51 Paris. Ohne Bauaufträge. Theoretische Arbeiten. Plan, nach Amerika auszuwandern. 1851/55 London. Berufung zur Einrichtung der kanad., ägypt., schwed. u. dän. Abt. der Weltausst. 1851. Die Schrift "Wissenschaft, Industrie und Kunst" (Braunschw. 1852) erregte die Aufmerksamkeit des Prinzgemahls, der ihn als Berater zur Einrichtung des South Kensington Mus. u. für Vorträge an der neuen Kunstschule heranzog. Das theoret. Hauptwerk S.s "Der Stil in den technischen und tektonischen Künsten" (Bd 1 u. 2 erschienen 1861/63, der 3. - vergleichende Baulehre - ist Ms.-Fragment geblieben) wurde im wesentlichen in diesen Jahren unfreiwilliger Muße niedergeschrieben. 1855/71 Zürich. Professor am Polytechnikum u. Vorstand der Bauschule. Überwiegen praktischer Tätigkeit, große u. kleine Bauten in der Schweiz. In den 60er Jahren übte S. fast eine Art Diktatur über das schweiz. Bauwesen aus. 1864 Pläne für das Wagner-Festspielhaus in München, 1871 für den Neubau des Hoftheaters in Dresden. 1871 Berufung nach Wien zur Gestaltung des Forums am Ring (Neue Hofburg, Hofmuseen usw.). Nach vielen Kompetenzschwierigkeiten (mit dem ihm beigeordneten K. v. Hasenauer), Anfeindungen usw. trat S. 1876 zurück. Wegen Krankheit (Asthmaleiden) 1877 in Reichenhall, dann dauernd in Italien: Winter 1877/78 in Venedig. Sommer 78 in Oberitalien, Winter 78/79 bis zu seinem Tode in Rom. Grab auf dem prot. Friedhof an der Cestiuspyramide. In den letzten Lebensjahren viele Ehrungen (Titel k. k. Oberbaurat, Orden Pour le mérite usw.). S.s Bauten bezeichnen den Übergang vom Klassizismus zum Renaissancismus. Der Romantik u. der Gotik stand S. fern. Sein Denken war kosmopolitisch u. individualistich. Daß das Schaffen des genialen Künstlers u. Menschen in die Zeit des Epigonentums fiel, mutet tragisch an. Die Zeitgenossen überragte er weit durch theoretische Einsicht, kritischen Scharfsinn, unbestechliches Forschertum (seine Entdeckung über die antike Polychromie warf die Vorstellung von antiker Kunst völlig um). Die Kenntnisse des Gelehrten standen sogar oft der Kraft des Künstlers im Wege. Ausgangspunkt war für ihn Sinn und Zweck jedes Gegenstandes, die klar erkennbar sein mußten, und der Charakter des Materials. Beides bestimmte die Gestaltung der Kunstform. Er hat keine einzige "Scheinarchitektur" gebaut. In den Ordnungen, Profilen, Ornamenten usw. sah er nur Symbole des Tragens, Lastens, Verbindens, Füllens usw. Seine Schöpfungen enthielten wohl Anlehnungen an frühere Stile (am nächsten stand ihm die röm. Kaiserzeit wegen ihrer zugleich monumentalen u. technisch-praktischen Lösungen), aber er hat nie kopiert. S.s hervorragendste Künstlergabe war der Sinn für Proportion. Sein Einfluß auf die Mit- u. Nachgeneration war ungeheuer (daß die "Renaissance" von schlechten Baumeistern übel angewendet wurde, war nicht seine Schuld), sowohl durch seine Bauten wie durch seine theoretischen Arbeiten (Forderung nach Materialechtheit, Betonung des Handwerklichen usw.) und zwar in gleicher Weise auf Architektur wie auf Kunstgewerbe. Mit seinen kunst- u. kulturphilosophischen Ideen eilte er der Zeit weit voraus. - Nächst Schinkel, dem er in vielem glich, war er der Begründer des modernen Theaterbaus. Er führte als erster den Gedanken des Amphitheaters durch und trennte das Bühnenhaus vom Zuschauerraum. Er war der letzte deutsche Baumeister großen Formats der Vergangenheit u. der einzige weitschauende Stadtbaukünstler in der 2. Hälfte des 19. Jahrh. Bildnisse: 2 Zeiclui. v. Carl Vogel v. Vogelstein i. Kupferstichkab. Dresden. - Bronzestandbild in Dresden (Brühlsche Terrasse) von Joh. Schilling, 1891. Werke. A. Asisgefiihrle Basden. Hamburg: Wohnhaus f. d. Mutter (Ecke Prinzen- u. Kirchenstr. Altona), abgebrochen; kl. Mus.-Pavillon f. Kaufmann Donner, quadr. m. achteck. Laterne, polychrom.; beide 1833. - Wohnhaus f. d. Bruder Wilhelm (Gr. Bäckerstr. 22, alte Haus-Nr 67), 1843/46, florent. Renaiss. m. Sgraffitos (Abb.: Melhop, Althamb. Bauweise, p. 207). - Dresden: Straßendekor. z. Geburtstag König Antons (zus. m. Ernst Rietschel), 1835. - Polychrom. Ausschmückung u. Neuordnung d. Antikensäle im Japan. Palais, 1836; Wände nach pompejan. Vorbild geteilt, dunkel hinter Marmor-, hell hinter Bronzebildwerken (Ausführung durch Waach, Frey u. Reusner). - Maternispital (Frauenversorghaus), 1837/38; Zweckbau in Renaissanceformen. - Altes Hoftheater, 1838/41, abgebrannt 1869. Hauptbau der Frühzeit. Im Geiste zierlicher Friihrenaiss. Epochemachend in d. Gesch. des Theaterbaus des 19. Jahrh. wegen Grundrißlösung u. Aufbau. Sichtbarmachung des Innenraums: der Zuschauerraum tritt halbkreisförmig vor. Seitenflügel für die Treppen. (Vorstufen: I. Entw. Fr. Gillys f. e. Nationaltheater in Berlin 1800; 2. Entw. des Pietro Sangiorgio f. Rom 1821; 3. Georg Mollers Stadttheater in Mainz 1829.) 2 Hauptgeschosse (innen Wandelgänge) im System des Kolosseums, das 3. Geschoß springt zurück u. ist, wie der Flügel, durch Pilaster gegliedert. Zuschauerraum: Logenhaus mit guter Bühnensicht, die Akustik war berühmt (kl. Muschelgewölbe i. d. Logen). Mit diesem Bau entschied sich S.s eindeutige Stellung zum Renaissancestil u. damit die Herrschaft desselben in Deutschland. - Synagoge, 1839/40. Quadr. Grundr., 4 Hauptpfeiler, dazw. umlaufende Emporen über je 3 Arkaden, Kuppel (innen Holz). Vorbau, flankiert v. 2 niedr. Kuppeltürmen. Freie Verwertung lombard.-roman. Motive. Ornamentik gemischt mit byzant. u. maur. Elementen. - Villa Rosa (i. d. Neustadt, Holzhofgasse), 1839, ital. Frührenaiss., zentr. achteck. Oberlichtsaal durch 2 Stockwerke. Loggien i. d. Hauptfronten. Später verändert. - Elimeyerscher Ladenvorbau am Neumarkt, 1840. - Houpesches Haus Marienstr. 24, 1841. - Palais Oppenheim (später Kaskel) a. d. Bürgerwiese, 1845/48. Später innen umgebaut. Wuchtige Hochrenaiss., Rustikaerdgeschoß, Vorbild Pal. Pandolfini in Florenz. - Museum (Gemäldegal.), 1847/54. Im Zusammenhang m. d. Theater zur Fortsetzung des Zwiagerhofes entworfen. Nach Scheitern versch. Pläne (s. u.) wurde der Bau an der bisher offenen vierten Seite des Zwingers errichtet. Bei S.s Flucht war das Erdgeschoß noch unvollendet. Fertigstellung durch Bernh. Krüger u. K. M. Hand. Erdgeschoß Rustika. Schwere Palastarchitektur mit Mittel- u. Seitenrisaliten. In d. Mitte dreif. Portikus als Durchlaß zum Zwingerhof (Triumphbogenmotiv). Folge: Zerreißung des Erdgeschosses u. gedrückt-seitliche Treppenanlage. Kuppel achteckig nach S.s Versuchsmodell. Sie war weit mächtiger geplant, abgestuft, durch Bogenfenster erleuchtet u. von einer Kolossalgruppe bekrönt. - Schloß Albrechtsberg (f. Prinz Albr. v. Preußen mit Nebenschloß f. d. Hofmarschall), auf d. Elbhöhen stromaufwärts, 1850/55. Ausführung durch Ad. Lohse, Berlin. Im Geiste röm. Villen, die großartig geplanten Terrassenanlagen stark reduziert. - S. zugeschr. (o. J.): Umbau des gr. Saales im Palais Hoym (v. Krubsacius), Landhausstr. - Bautzen: Inf.-Kaserne, 1843ff. - Zürich: Polytechnikum, 1858/64. Ausf. durch Kasp. Wolff. Stadtbeherrschende lange Front (2 Gesch. u. Mezzanin) in Renaissanceformen mit reich dekor. Mittelrisalit, Vestibül, Treppenhaus u. Aula enthaltend. Seitenflügel einfach. Sgraffitodekor. an der N-Fassade. - Sternwarte auf dem Zürichberg, 1861/64. Gruppenbau von verschied. Höhe der Teile. - Geschäftshaus Fiertz, Zürichbergstr. 8, u. Villa Fiertz, Rürnistr. - Waschanstalt. - Hauptbahnhof. Ausf. durch S.s Schüler Wanner mit wesentl. Abänderungen. - A Hollern am Albis: Glockenturm d. Pfank. mit Satteldach, 1860/61. - Winterthur: Stadthaus, 1865/69. Palladianisch empfundene Zentralanlage: Mittelbau m. korinth. Säulenvorhalle u. Freitreppe, niedrigere Seitenflügel. Innen gr. Saal (jetzt Konzertsaal) auf ion. Säulen. S. selbst bezeichnete den Bau wegen der harmonischen Verhältnisse als sein bestes Werk. Um- u. Anbau 1932/33 durch Lebr. Völki: Verlängerung nach rückwärts unter pietätvoller Wahrung der S.schen Gedanken. Beibehaltung dei Front. Nur ist aus dem' Zentralein Longitudinal-Bau geworden. - Im Bergell: kl., malerisch gruppierte Villenanlage, zw 1860 u. 70. - Dresden: Neues Hoftheater (Opernhaus), 1871/78. Ausf. durch s. Sohn Manfred. An ders. Stelle wie das abgebrannte, nur aus Rücksicht auf die Museumsfassade um die halbe Tiefe zurückgeschoben. Statt des Halbkreises segmentförm. 2 geschoss. Arkadenbau f. d. Zuschauerraum, in d. Mitte durch ein triumphales Portal unterbrochen (jetzt zugemauert!), darüber Kolossalnische der Exedra, bekrönt von plast. Gruppe. Das Bühnenhaus steigt mächtig über die vorderen Teile auf. Dadurch stark bewegte Umrißlinie. Seitliche Anbauten f. d. Treppenhäuser. Schwere Hochrenaiss. mit barockem Einschlag: Prunkvolle Belebung der Flächen, starke Schattenwirkung, Auflockerung der Wand. Im Innern reichste Prachtentfaltung, malerische Durchblicke usw., das Logensystem endet mit d. 4. Rang, darüber ein segmentförin. Amphitheater, das in d. Architektur nicht mehr mitspricht. - Wien: Kunsthist. u. Naturhist. Museum, 1872/81. Erstes Gutachten 1869. Gemeinsam mit K. v. Hasenauer. Zwei gegenüberliegende gleiche Fronten. 2 Gesch., darüber Halbgesch., Mittel- u. Seitenrisalit, Mittelbau von mächt. achteck. Kuppel gekrönt, die von 4 Kuppeltürmen flankiert wird. ital. Renaissanceformen. Die klare kubische Wirkung dès architekton. Aufbaus ist S.s Werk, die Dekoration Hasenauers. Sie entspricht den Ideen S.s nient völlig. Monumentales Vestibül mit Deckenöffnung im Kuppelraum, effektvolles Treppenhaus. - Burgtheater. Entwurf 1873, Ausf. durch Hasenauer 1874/88. Reifste Lösung der S.schen Theaterideen. In Grundriß u. Aufbau sehr verwandt dem Dresdner Theater. Zuschauerraum mit Flachkuppel, Bühnenhaus mit Satteldach, 2 ausladende Flüzel (Treppenhäuser), vgl. Entw. f. München. Die überfülle der Dekoration ist Hasenauer zuzuschreiben. - Neue Hofburg. Gemeins. Entwurf mit Hasenauer, 1871, Beginn 1881 nach S.s Tod, Vollendung des Außenbaus 1913, innen z. T. noch unvolkadet. Gewaltige konkave Kolonnadenfront m. Mittelrisalit in Renaissanceformen. Der gegenüberliegend u. entsprechend ausgebildet gedachte Flügel nicht ausgeführt. über den Gesamtentwurf s. u. Denkmäler. Dresden: Cholerabrunnen auf d. Postplatz, 1843, Obelisk in got. Formen. - Denkmal Friedr. Aug. I. (Figur von Rietschel) im Zwingergarten, bei der Restaurierung entfernt. - Grabmäler f. d. Kunstforscher v. Rumohr, 1843 (Alt. Neust. Friedhof), f. Karl M. v. Weber, 1844 (kath. Friedh.), f. d. Familie v. Oppenheim (Trinitatisfriedh.). - Zürich: Grabstele f. S.s Frau, 1858. - Murg a. Walensee: Grabmal Simon, ausgef. von s. Schüler Chialiva. Unausgef. Bauten. Dresden: Forum in Verlängerung des Zwingerhofs (Aufgreifen Pöppelmannscher Ideen), 1837: Anschluß des Theaters an den Zwinger, verbunden durch eine Orangerie, gegenüber dem Museum. Schinkels Hauptwache sollte als Abschluß an das Elbufer, ev. an Stelle der Orangerie verlegt werden. Da Semper diese geniale Lösung nicht durchsetzen konnte u. sich lange gegen die Schließung der Zwingerlücke durch den Museumstrakt sträubte, arbeitete er für das Museum folg. Vorschläge aus: 1. Auf d. rechten Elbufer gegenüber d. Brühlschen Terrasse; 2. im Stallgebäude am Jüdenhof; 3. in d. Anlagen westl. des Zwingers. - 1841/42 Dresd. Bahnhof in Leipzig u. Rathaus in Oschatz. - Hamburg: 2 Hauptvorschläge zum Wiederaufbau des abgebrannten Stadtviertels 1842 mit Neubauten des Rathauses (ans Alsterbassin vorgeschoben, Vorbild Markusplatz in Venedig, städtebaulich wichtig: künstler. Verbindung von Platz, Bauwerken u. Wasser) u. der Nikolaikirche (rom. Zentralbau) unter Einbeziehung der beim Brande unversehrt gebliebenen Börse. Ausgeführt wurden im wesentlichen die Pläne Lindleys u. Chateauneufs, die ohne S.s Einfluß nie ein städtebauliches Kunstwerk geworden wären. Für das Rathaus selbst meLrere Sonderprojekte S.s. Die Nikolaik. wurde ohne Berücksichtigung des S.schen Plans v. G. Scott neugotisch erbaut. - 1844: Schloß in Gotha, Hospital in Bukarest, Freimaurerloge in Dresden, Schule in Blasewitz. - Schwerin: Residenzschloß f. Großh. Friedr. Franz II., 1843. S. wollte die Renaissanceteile des alten Schlosses erhalten, er trennte sie von den neuen durch einen monumentalen Turm. Nordische Renaiss. mit Giebeln, hohen Dächern usw., verquickt mit ital. Einzelheiten. Die Ausführung Denimlers machte sich vieles aus dem Sachen Plan zunutze, blieb jedoch im übrigen eine schwache Kopie von Chambord. - Paris: Synagoge, malerisch u. großartig, 1850. - London: Friedhof in Woolwich, um 1852; provis. Theater in Sydenham, 1856, antikisierend. - Schweiz (zw. 1855 u. 70): Bebauungsplan f. d. Kratzviertel in Zürich (Rathaus, Seepromenade); Kurhaus mit Badhotel in Ragaz, 1859; Umbau Hotel Schweizerhof u. Palais Segesser in Luzern, 1862 bzw. 1865; kath. Kirche in Winterthur, 1863 (m. Kuppel, Vorhalle, seitl. Turm); Rathaus in Glarus, 1863; Kurhaus in Baden, 1866; Villen in Brunnen u. Winterthur. - Rio de Janeiro: Theater, 1858. Weiterführung der Idee des alten u. Vorläufer des neuen Theaters in Dresden. - München: Richard-Wagner-Festspielhaus, 1864/66. Entwürfe: 1. Als östl. Abschluß des Hofgartens, 2. auf d. rechten Isarufer oberhalb des Maximilianeums, gegenüber d. Praterinsel, 3. etwas stromabwärts, ungefähr an d. Stelle des heutigen Friedensdenkmals (Modell i. Nat.-Mus. Münch.). Freitreppe, Brücke u. breite Prachtstraße als Verbindung zur Stadt. Die äußere Erscheinung ist (m. reduzierten Seitenflügeln) annähernd in Dresden u. Wien verwirklicht worden, die Gestaltung des Innern (Amphitheater, versenktes Orchester, tiefe Bühne - im Einverständnis mit Wagner entworfen) hat maßgebenden Einfluß auf das Festspielhaus in Bayreuth u. das Prinzregententheater in München ausgeübt. Gleichzeitig entwarf S. ein provisorisches Theater, das bis zur Fertigstellung des Neubaus im Glaspalast eingebaut werden sollte. - Wien: Pläne f. Kaiserforum u. Neue Hofburg (achtseit. Mittelsaal m. Kuppel, zu seiten der säulengetragene Thronsaal u. der Festsaal), 1869/71; über die ausgef. Teile s. o.; die Museen sollten durch Kolonnaden u. über d. Ringstr. gespannte Triumphbogen m. d. Flügeln der Burg verbunden werden. Das alte Burgtor (von Nobile, 1824) wollte S. im Mittelpunkt erhalten. Das Ganze hätte eine geschlossene Platzraumwirkung von großartiger Monumentalität ergeben, die "Hauptleistung der deutschen Stadtbaukunst der 2. Hälfte des 19. Jahrh. u. vollendete Fassung S.scher.Baugedanken" (Dehio). - Darmstadt: Hoftheater, 1872/73, nach S.s Skizzen V. s. Sohn Manfred ausgearbeitet. Kunstgetvcrbl. Arbeiten. Sämtl. Ausstattungsgegenstände f. d. Dresdner Synagoge, 1840. - Silb. Deckelpokal m. Figuren f. d. Dresd. Bürgergarde, 1841, ausgef. v. Bildh. Seelig u. den Goldschm. Hertler u. Kranert (Grimes Gew. Dresden). - Vasen f. d. Porzellanmanufaktur Meißen, zw. 1835 u. 49. - Prunkvase f. Sèvres, um 1850. - Silb. Tafelaufsatz f. d. Bruder Karl in Altona, um 1851. - Prunkleichenwagen f. d. Herzog v. Wellington, 1852. - Gr. Punschbowle des Hamburger Ratssilberschatzes, m. vielen Figuren, ausgef. anläßl. des 100. Geburtstages S.s 1903 durch Alex. Schönauer. - Erinnerungsmed. z. 1. Gesamtaufführung des "Ringes" i. Bayreuth 1876. Zeichnungen in Dresden (Akad. d. bild. Kste), Hamburg (Staatsarch. u. Mus. f. Kst u. Gew.), Schwerin (Landesarch.), Zürich (Semper-Mus. des Eidgen. Polytechnikums), München (Theatermus.), Wien (Staatsarch.). Lit.: C. Brun, Schweiz. Kstler-Lex., 3 (1913) 123-43 (H. Semper), m. Verz. d. eigenen Schriften S.s u. Lit. bis 1909. Vgl. auch 4 (1917) 403. - G. Dehio, Gesch. d. dtsch. Kst, IV (G. Pauli), 1934; ders., Handb. d. dtsch. Kstdenkm., 2. Abt.: österr., 2 (1935). - G. Ebe, Der dtsche Cicerone, Arch., 2 (1898). - J. Gan tner, Revision d. Kstgesch., Anhang: Semper u. Le Corbusier, Wien 1932. - A. Grisebach, Die Baukst d. 19. u. 20. Jahrh. (Handb. d. Kstwiss.; nur H. 1 erschienen). - C. Gurlitt, Die dtsche Kst seit 1800, Berl. '1924. - H. Hildebrand t, Die Kst d. 19. u. 20. Jahrh.s (Handb. d. Kstwiss.), 1924. - H. Jenny, Kstführer d. Schweiz, Küßnacht 1934. - W. josephi, D. Prunkräume im Schweriner Schloß, Schw. 1921, p. 21f.; ders., Das Schweriner Schloß, Rostock 1924, p. 15ff. - E. Irmich, Beitrag z. Baugesch. d. Neuen Hofburg i. Wien, 1932, p. 2f. - P. Klopfer, Von d. Seele der Baukst, Dessau o. J. - A. Mat thaei, Dtsche Baukst i. 19. Jahrh., Lpzg 1914, p. 61ff. - F. Noack, Dtschtum i. Rom, Stuttg. 1927. - Jos. Ponten, Architektur, die nicht gebaut wurde, Stuttg. 1935. - Rump, Lex, d. bild. Kstler Hamburgs, 1912. - F. Schumacher, Wie d. Kstwerk Hamburg nach d. gr. Brande entstand, Berl 1920; ders., Strömungen in deutsch. Baukunst seit 1800, Lpzg 1935. - P. Schumann, Dresden (Ber. Kststätten, 46), Lpzg 1922. - J. L. Sponsel, Führer d. d. Grüne Gewölbe Dresden, 1921. - A. Streit, Das Theater, Wien 1903, p. 114, 118ff., 120, 145/47,1, A, 155ff., 173, 201, 205ff., 242ff., m. Abb. - H. Tietze, Wien (Ber. Kststätten, 67), Lpzg 1928. - Wasmuths Lex. f. Baukst, 1 (1932). – Bau- u. Kstdenkm. Kgr. Sachsen, 21 -23 (1903). - Herrenchiemsee, Führer d. d. König-Ludw. IL-Mus., 1926. - Kat. d. Bildniszeichnungen d. Kgl. Kupferstichkab. zu Dresden, 1911, p. 80. - Kat. Bayer. Nat.-Mus., XI: Wittelsbacensia, Münch. 1909, m. Abb. - Zeitschr. u. Zeitungen: Die Antike, 8 (1932) 34f., m. Abb. - Atlantis, 7 (1935) 624/30. - Der Baumeister, 1 (1902/03) 85ff. - Belvedere, 7 (1925) 82, m. Taf. - Blättert. Archit. u. Ksthandw., 2 (1889), 31/34. - Denkmalpflege, 1930, p. 126f., Abb. - Dtsche Allg. Ztg, 15. 5. 1929, m. Bildn. - Dtsche Bauztg, 52 (1918) 18ff., 31, 37, m. Abb. - Dtsche Kst u. Denkmalpflege, 1935 p. 143/47. - Deutsches Kstblatt, 3(1852) 130f., 137f. (F. Kugler). - Dresdner Anzeiger, 1903, Nr 48f., Sonntags-Beil., p. 209ff., 213f. - Der Große Garten, 2 (1928) 53/57. - Hausbücher f. Sachsen, 1/2 (1921) 8/14, m. Abb. - Jahrb. d. hamburg. wiss. Anstalten, 21 (1903) 218f. - Kstgewerbeblatt, N. F. 17 (1906) 202/04, m. Abb. - Landbote u. Tagblatt d. Stadt Winterthur, 2. 3. 1934, m. Abb. - N. Archiv f. Sächs. Gesch., 34 (1913) 299/399, m. Abb. - N. Zürcher Ztg, 15. u. 16. 5. 1929. österr. Rat-Chronik, 2 (1879) 33/37. - Schweizer. Bauztg, 93 (1929) 245. - Süddtsche Monatshefte, II (1905); III/1 (1906) 407/34; V/1 (1908) 541/47. - Wasmuths Monatsh. f. Baukst, 13 (1929) 251/58.