Slevogt, Max (Max Franz Theodor), dt. Maler, Zeichner, Grafiker, Illustrator, *8.10.1868 Landshut, †20.9.1932 Neukastel/Pfalz.
Slevogt, Max
Sohn des Hauptmannes Friedrich Ritter von S., überwiegend aufgewachsen in Würzburg. S.s Mutter Carolina geb. Lucas förderte früh sein Talent durch priv. Zeichenunterricht bei Ludwig Prechtlein und Freiherr Friedrich Philipp von Kleudgen. Nach dem Besuch der protestantischen Werktagsschule und der Lateinschule zog S. 1884 mit seiner Mutter nach München und trat in die ABK ein. Dort Stud. bei Gabriel von Hackl und Karl Raupp in der Antikenklasse. 1886 Wechsel in die Naturklasse von Johann Caspar Herterich und 1888 zu Wilhelm von Diez, welcher der Leibl-Schule verpflichtet war. S. pflegte Freundschaften mit Wilhelm Trübner und Robert Breyer. Mit Letzterem unternahm er eine Studienreise nach Italien. 1889 hielt sich S. für ein Auslandssemester an der priv. Acad. Julian in Paris auf. Ab 1890 war er als freier Maler in München tätig. 1892 trat er der Münchner Secession bei, später der Freien Vrg mit Trübner, Otto Eckmann, Lovis Corinth, Peter Behrens, Carl Strathmann und Thomas Theodor Heine. Seit 1896 fertigte S. Zchngn für u.a. die Zss. Jugend und Simplicissimus. 1898 Heirat mit der Jugendfreundin Antonie Helene Finkler. 1901 ernannte ihn der bayerische Prinzregent Luitpold zum Kgl. Bayerischen Professor. Durch Einsatz und Vermittlung von u.a. Bruno und Paul Cassirer, Walter Leistikow sowie Max Liebermann wechselte S. von München nach Berlin zur dortigen Secession, an deren Ausst. er regelmäßig mit den wichtigsten Werken beteiligt war (1901 Korrespondierendes Mitgl.; 1902-13 ordentliches Mitgl., folgend Freie Secession). In Berlin feierte S. erste große Erfolge mit Gemäldeausstellungen. Zudem entstanden zahlr. umfassende Buchillustrationen und Grafikfolgen. S. pendelte nun zw. Berlin und der Pfalz. 1907 Geburt der Tochter Nina Chiquita Edith, 1908 Geburt des Sohnes Wolfgang. 1914 konnte S. aus dem Bes. der Fam. seiner Frau das Landgut Neukastel (sog. Slevogt-Hof) erwerben. Dieses baute er nach eig. Vorstellungen nach und nach zu seinem Rückzugsort in der Pfalz um. Nach Ausbruch des 1. WK meldete sich S. freiwillig als Frontmaler. Sein Einsatz an der Westfront in Belgien und Frankreich dauerte wenige Wochen. Aufgrund der frz. Besatzung der Pfalz erfolgte anschl. bis 1919 ein Zwangsaufenthalt in der Isolation auf Neukastel. – Mitgl./Ausz.: 1900 Mention honorable für das Gem. Scheherezade erzählt (München, NP) auf der WA Paris; 1915 Kgl. Sächsische ASK Dresden; 1917 Vorsteher eines Meisterateliers für Malerei an der AK Berlin; 1922 Ehrenmitglied Akad. München; 1924 Orden pour le Mérite für Wiss. und Künste, Berlin; 1925 Bayerischer Maximiliansorden für die Abt. Kunst. Während der Akademiezeit entstanden neben vielen Antiken- und Aktstudien erste dunkeltonige Gem., überwiegend Bildnisse, wie u.a. Der Kunsthistoriker Karl Voll, Selbstbildnis 1887 (beide Mainz, LM) oder Bildnis der Mutter Caroline v. S. (Saarbrücken, Saarland-Mus.), die stark vom Realismus Leibls und dessen Kreis sowie dem Münchner Umfeld beeinflusst waren. Auch die niederl. Malerei des 17. Jh., v.a. Rembrandt, prägten S. Zahlr. priv. Skizzen und Illustrationsversuche (graf. Nachlass, Mainz, LM) zeugen von S.s Interesse an Themen aus der Mythologie und Sagenwelt, wie die Loreley (Mainz, LM), aus Relig. oder Lit. und orientieren sich an spätromantischen Vorbildern. Erste negative Kritik erfuhr aufgrund ihres derben Realismus die Ringerschule (Mainz, LM), die 1893 in der Münchner Secession ausgestellt wurde. Auch seine and. Komp. fanden im konservativen München keine Anerkennung. So bekam Danaë (München, Lenbachhaus), 1899 bei der Münchner Secession ausgestellt, nur ablehnende Reaktionen und führte wegen der realistischen Darst. eines unklassischen Frauenkörpers zu einem öff. Skandal, der die sofortige Abhängung des Gem. zur Folge hatte. Unter dem Einfluss von Arnold Böcklin malte er Werke wie Tänzerin in Gold (Mainz, LM) oder Totentanz (Schweinfurt, Mus. Georg Schäfer), die sich weniger am Realismus, sondern an Jugendstil und Symbolismus orientierten. Erste große Anerkennung erhielt das Triptychon Der verlorene Sohn (Stuttgart, SG), das auf Bitte Leistikows 1899 in der Berliner Secession ausgestellt wurde. Dieser Erfolg sowie ein Vertretungsvertrag mit der Kunsthandlung Cassirer, der S. finanzielle Sicherheit garantierte, bekräftigten ihn in der Entscheidung, von München nach Berlin zu wechseln. Durch die verstärkte Auseinandersetzung mit den frz. Impressionisten, die er u.a. durch Vermittlung von P. Cassirer bei Privatsammlern in Paris und in seinem Kunstsalon in Berlin studieren konnte, entstanden S.s erste Plenair-Gem. Blühende Kirschbäume auf Neukastel (Saarbrücken, Saarland-Mus.) oder Nachen am Chiemsee (Mainz, LM), welche die Atmosphäre und Lichtstimmung des Moments in einer skizzenhaften Malweise einfangen. Bevor er endgültig in die aufstrebende Kunstmetropole Berlin wechselte, malte er mehrere Wochen im Frankfurter Zoo. In zahlr. Tierstudien wie Papageienmann oder Zwei Leoparden im Käfig (Hannover, Niedersächsisches LM) erfasste er dort in nur wenigen pastosen Pinselstrichen die Lichtwirkung und die Tiere selbst, die z.T. abstrahiert erscheinen. Sein Debüt in Berlin (Ausst. Berliner Secession, 1902) gab er mit dem Sommermorgen (Mainz, LM) und dem Champagnerlied (Stuttgart, SG), beides mod. Überformate, die sich am frz. Impressionismus orientierten. Er bekam höchstes Lob und wurde nun in gleichem Atemzug mit Liebermann und Corinth genannt. Zeitgleich entstanden die ersten Buch- und Illustrationsprojekte, die bei Bruno und Paul Cassirer herausgegeben wurden: U.a. Ali Baba und die vierzig Räuber, Achill, Rübezahl, Lederstrumpf, Benvenuto Cellini, Randzeichnungen zu Mozarts Zauberflöte, Die Inseln Wak Wak, Faust II, Reineke Fuchs. S. etablierte sich in Berlin. Neben vielen Porträtaufträgen malte er ab 1909 auch zahlr. Lsch. seiner Wahlheimat, der Pfalz, wie u.a. Lsch. bei Godramstein mit untergehender Sonne (Mannheim, KH) oder Weinberge bei Neukastel (Dessau, GG). S. perfektionierte es, die flüchtigen, ephemeren Sinneseindrücke in einem skizzenhaften Stil malerisch zu fixieren. Aufgrund seiner großen Orientbegeisterung unternahm er 1914 eine Reise nach Ägypten. Bei dieser Malexpedition entstanden 29 Ölbilder, die als geschlossenes Konvolut verkauft wurden (Dresden, SKS) und als Höhepunkt seines Gesamtwerks gelten. Neben Bühnenbildentwürfen, z.B. für die Aufführung (1924) von Mozarts Don Giovanni in der Staatsoper Dresden (Mainz, LM), realisierte er auch viele Freskenprojekte: u.a. in Neu-Cladow (1911) für seinen Freund Guthmann oder im Bremer Ratskeller (1927). Auch seinen eig. Musiksaal in Neukastel gestaltete er mit Szenen aus Wagner- und Mozartopern (1924). Sein letztes großes Werk waren die Fresken für die Friedenskirche zu Ludwigshafen (1931-32). 1971 hat das Land RP den künstlerischen Nachlass erworben (121 Gem., Mainz, LM). 2011 folgte der schriftliche Nachlass sowie S.s Bibl. (Speyer, LBZ) und 2014 der umfangreiche graf. Nachlass (Mainz, LM).
Meine Lith. zur Ilias, März 1:1907(24)473ss.; Nachruf auf Theodor Goering, Süddeutsche Monatshefte 4:1907(2)496ss.; Aus einem Brief über die Ausst. älterer engl. Kunst in Berlin, ibid. 5:1908(1)618s.; Rangstufen der Kunst, März 2:1908(6)513ss.; Im Kampf um die Kunst, Süddeutsche Monatshefte 7:1911(2)781ss.; Ein Kriegstagebuch (Geleitwort), B. 1917; Pro Domo, Almanach des Verlages B.Cassirer für 1920, B./L. 1920; Meine Inszenierung des Don Giovanni, Melos 4:1924(3)173ss.; Bekenntnis zu Feuerbach, Süddeutsche Monatshefte 28:1931(5)374s.; Unsittliche Kunst. Eine Abrechnung mit dem Reichsgericht. Geleitwort zu der gleichnamigen Schr. von Landgerichtsrat Dr. C.M.v.Holten, B. 1926; Der sogenannte Impressionismus […], Vorwort, B. 1928 (K Preußische AK); Über alles die Kritik, Kunst und Künstler 26:1928, 331ss.; H.-J. Imiela (Ed.), M.S. an Johannes Guthmann. Briefe von 1912–1932, St. Ingbert 1960; A.Schlechter, Aus M.S.s Briefkasten. Zeugnisse aus seinem schriftlichen Nachlass, Koblenz 2014 (K Speyer, LBZ).
Einzelausstellungen:
Berlin: 1915-16, '20 Kunstsalon P.Cassirer; 1918 Freie Secession; 1928 Preußische AK; 2005 M.Liebermann Haus / 1948 Stuttgart, Kunst-Kab.; München, StG / 1952, 2018 Hannover, Niedersächsisches LM / 1952 Hamburg, KV / 1952, '68 Bremen, KH / 1960, '68, '89, '91-92, 2014, '18 Mainz, LM / 1982, '84-86, '89, '91, 2007 Edenkoben, M.S.-Gal. / 1992, 2018 Saarbrücken, Saarland-Mus. / 1998 Würzburg, StG; Wilhelmshafen, KH / 2005 Wuppertal, Von der Heydt-Mus. / 2010 Köln, WRM / 2011 Chemnitz, KS / 2014 Dresden, SKS (alle K) / 2022 Schweinfurt, Mus. Georg Schäfer. -
Gruppenausstellungen:
1899 Berlin, Kunstsalon B. und P. Cassirer: Édouard Manet, Edgard Degas, Pierre Puvis de Chavannes, M.S. / 2010 Houston, MFA: Liebermann, Corinth, S. Die Lsch. / 2014 Düsseldorf, KS NRW: Nach Ägypten! Die Reisen von M.S. und Paul Klee / 2018-19 Mainz, LM: Ein Tag am Meer - S., Liebermann und Cassirer (alle K) / 2024 Bietigheim-Bissingen, StG: Reiche Ernte - Früchte in der Kunst des 20. und 21. Jh.
Thieme-Becker, Vollmer und AKL:
ThB31, 1937; Vo6, 1962
Weitere Lexika:
Jansa, 1912; Rump, 1912; Pavière, Flower III.2, 1964; ELU IV, 1966; Bauer, GEM VII, 1978; Münchner Maler IV, 1983; Brauksiepe, 1986; Ries, 1992; DA XXVIII, 1996; Schurr/Cabanne II, 1996; I.F. Walther, Künstler-Lex., in: Kunst des 20. Jh., II, Köln u.a. 1998
Gedruckte Nachweise:
K.Voll (Vorw.), M.S. 96 Reprod. nach seinen Gem., M./L. 1912; J.Guthmann, Bilder aus Ägypten. Aqu. und Zchngn von M.S., B. 1917; id., Scherz und Laune. M.S. und seine Gelegenheitsarbeiten, B. 1920; E.Waldmann, M.S., B. 1923; A.Rümann, Verz. der Grafik von M.S. in Büchern und Mappenwerken, Ha. 1936 (WV); K.Scheffler, M.S., B. 1940; J.Guthmann, Schöne Welt. Wandern und Weilen mit M.S., B. 1948; J.Sievers/E.Waldmann, M.S. Das druckgrafische Werk. Tl 1, 1890-1914, Rad., Lith., Hschn., He./B. 1962 (WV); H.-J. Imiela, M.S., eine Monogr., Ka. 1968; K.-H. Esser/W.Venzmer, M.S. Nachlass auf Neukastel, Mainz 1972; B.Roland, M.S. Pfälzische Lsch., M. 1991; G.Söhn, M.S. Das druckgrafische Werk. Tl 2, 1914-1933, Mappen, Bücher, Zss., Dd. 2002 (WV); S.Paas/R.Krischke, M.S. in der Pfalz (K Edenkoben), M. 2009; C. Schenk, Die Bühnenbildentwürfe im Werk von M.S., M. 2015; G.Wedekind/Generaldirektion kulturelles Erbe RP (Ed.), Blick zurück nach vorn. Neue Forsch. zu M.S., B. 2016
Slevogt, Max, Maler u. Graphiker, *Landshut in Bayern 8. 10. 1868, † Neukastel (Pfalz) 20. 9. 1932. Wuchs auf in Würzburg u. München, wo er bei W. Diez an der Akademie studierte. 1889 Paris. 1889-90 Italienreise mit Rob. Breyer. Beziehungen zu Willi. Trübner. Freundschaft mit Musikkritiker Theod. Goering und durch diesen Hinweisung auf Mozart. 1892 erste Ausstellung (5 Bilder im Kunstver. München). Karl Voll als "literar. u. kunsthistor. Berater". 1898 Reise mit Voll nach Holland, Studium r'-nibrandts. Seit 1896 Zeichnungen für die "Jugend" bes. 1900ff. u. den "Sirnplizissirnus". 1898 Heirat mit Karoline geb. Finkler. 1900/01 Frankfurt a.M., Tierstudien im Zoolog. Garten. Herbst 1901 Übersiedlung nach Berlin. 1900/02 frühste Buchillustrationen ("Ali Baba" f. Br. Cassirer-Verlag). 1902-03 D'Andrade-Bilder. 1905 frühste Radierungen (Schwarze Szenen). 1906/09 "Lederstrumpf"-Illustr. 1908/10 Prinzregentenbilder in München. Bis 1913 Illustr. z. Benv. Cellini. 1912 Fresken in Neu-Cladow. 1913/14 Reise nach Ägypten. 1914 als Kriegsmaler an d. Front. 1917 Vorsteher einer Meisterklasse an der Berliner Akad. Häufige Aufenthalte im Landhaus Neukastel (Pfalz). 1918/19 Illustr. zur "Zauberflöte". 1924 Bühnenentwürfe zum "Don Juan" f. die Dresdener Staatsoper. 1924 u. 1929 Fresken in Neukastel. 1927 Fresken im Bremer Ratskeller, 1928/29 im Berliner Kindlbräu. 1932 Golgatafresko in Ludwigshafen a. Rb. Mitgl. der Akademien der Künste in Berlin (seit 1914), München u. Dresden. Die Bilder der ersten Münchner Jahre zeigen einen bräunlichen Atelierton, von dem sich S. während der 90er Jahre in stufenweiser Entwicklung allmählich befreite. Weder Paris noch Italien vermochten ihn zu beeinflussen. Eine kl. Caprilandsch. gibt völlig den Münchner Stil unter Negierung der südlichen Eigenheit. Das Bildnis Schneeberger, ebenfalls in Capri gemalt, zeigt Anschluß an Leibl wie auch das Bildn. Lucas (1890), Die 5 Knaben mit Papagei, Die Mutter S.s auf Sofa v. 1891 und noch das Bildn. Frau v. Seydlitz v. 1892. In diesem Jahr beginnen die eigenwilligen Kompositionen, wie "Nach dem Bad", ein auf Sofa liegender Akt hinter Gummiwanne, u. "Theod. Goering am Flügel", Bildn. des Freundes, obwohl von hinten gesehen meisterlich charakterisiert. In Malweise u. Farbe noch Leiblerimaerungen, im neuartigen Aufbau ganz eigene Erfindung. In d. Bildn. Frau v. Seydlitz beginnt der Einfluß Trübners. Die Bewunderung für Böcklin mag mit Veranlassung für histor. Themen gewesen sein. Die Bilder, 1894: Frau Aventiure, Ecce homo, 1895: Engel erscheint Joseph, Salome, sind freie, von der Umwelt isolierte Schöpfungen. Neue Licht- u. Farbenprobleme tauchen auf. Die Salome ist eine hervorragende Leistung frei gemeisterter Komposition. Die Kraft von S.s Phantasie ist im "großen" Thema voll entfaltet. Der zarte Schleier als Ausdruck virtuoser Meisterung der Farbe hat in der gleichzeitigen, Tänzerin in Silber" eine Parallele. Dort ist er Hauptthema des Bildes, ganz in Duft aufgelöst. Zartheit u. Anmut herrschen auch im "Homo sapiens" bei festerer Bindung der Materie. Die echt rnünc.hnerische "Schaubudentänzerin" erinnert nur mehr entfernt an Leibl. "Frau Erler" bringt die Wandlung im Bildnis. Befreit von der örtlichen Tradition ist es S.s erstes impressionistisches Bildnis. Zu den Hauptwerken v. 1895 gehört die "Danae", in deren gewagter Komposition sich S.s urwüchsige Kraft spiegelt. Der "Totentanz" wirkt daneben als anmutig-phantasiereiche Impression. Der Bewegungsrhythmus der Tänzerinnenbilder ist aufs höchste gesteigert. 1897 folgen "Tänzerin in Gold" u. "Tänzerin in Grün". Die "Scheherezade" hat bei aller Zartheit im einzelnen noch schwere Farbtöne. Der Fortschritt ist die Unterdrückung des Effekts im Historienbild. Es sind die Jahre der Kontroversen gegen Lenbach u. Stuck. Noch das Bildnis Karl Voll 1898 steht im Zeichen der schweren, dunkleren Farbe, von der sich S. 1899 in "Freilichtstudie", "Maximilianeum" usw. befreit. Im "Verlorenen Sohn", Triptychon, 1898/99, ist die Unterordnung des histor. Themas unter die frei schaffende Erfindung endgültig vollzogen. Der neue eigene Stil mit Hinkehr zum Impressionismus ist 1900 in den Chiemseelandschaften und 1901 in den Bildern aus d. Frankfurter Zoolog. Garten, in "Feierstunde", in d. Bildnis Frau v. Tschudi völlig erreicht. Probleme des Lichtes u. der Farbe kennzeichnen die folg. Epoche bis etwa 1908 unter Beibehaltung einer gewissen Kompaktheit in der Materie. S.s ausgereifte Kunst ist keinem anderen Künstler verpflichtet. Das freie, leichte Dastehen der Frau v. Tschudi, unsymmetrisch im Raum u. doch nicht um Haaresbreite Verschiebung gestattend, ist eigenste Kunst. Bewegungsrhythmik, Farbenpracht u. strahlendes Licht beherrschen den weißen d'Andrade (1902). Es folgen 1903: Der Ritter u. die Frauen, der schwarze d'Andrade, 1904: Bal Paré, Tänzerin Marietta, 1904/05 mehrere Herrenbildnisse, 1905 Dame in grauem Pelz, 1906 Frau Goering, 1907 Selbstbildn. als Jäger, 1908: Oberst Slevogt, Kleopatra. Eine neue Epoche steht im Zeichen der hellen Lichtmalerei, beginnend im Trabrennen 1907. Noch stärker als bisher wird nun der "Augenblick" betont. So entstehen als flüchtige Impressionen die Prinzregentenbilder und 1909 als Höhepunkt von Duft, Licht u. Bewegung die tanzende Pawlowa. In den pfälzischen Bildern wird das Licht zum Hauptmotiv; 1910 Garten in Godramstein, 1911 Gattin S.s am Weinspalier, Weinlese. Fortschreitende Entmaterialisierung bildet den Unterschied zu der Produktion der vergangenen Jahre. Im "Hörselberg", 1910, ist die neue Form von Licht u. Farbe im Historienbild umgesetzt. S. hat bis in seine letzten Jahre immer wieder an diesem Bild gemalt. Das repräsentative Historienbild des dtschen Impressionismus hat darin seine endgültige Form gefunden. In den Somalibildern 1912 mischt sich Illustratives mit den malerischen Problemen. Aber gerade im "Sieger" sind nicht nur Komposition u. farbiger Glanz völlig gemeistert, auch die Stärke des seelischen Ausdrucks, rasender Schmerz, dumpfe Ergebung u. klares Selbstbewußtsein, sind zur Vollendung gesteigert. In den Cladower Fresken ranken sich Märchengestalten zu lichter Dekoration als Zeugen beschwingter Phantasie. Die Bilder aus Ägypten 1913/14 bringen eine nochmalige Steigerung von Licht u. Farbe. Jede einzelne Schöpfung dieser Reise ist ein Hauptwerk S.s. In den Pfalzlandschn der Kriegs- u. Nachkriegsjahre bleiben Licht u. Farbe Grundmotiv. Wie in einem Prisma sind oft die Strahlen der Sonne eingefangen. Blendende Helle kennzeichnet die Werke der Jahre nach 1914, nicht nur die Landschaften, auch Bildnisse wie C. Ansorge (1915) oder Szenisches wie den Zauberflötenfries u. "Cortez vor Montezuma" (1917) u. "Die Göttertafel" (1918). Unabhängig von dem Wandel von Farbe u. Form hat S. seit der Kriegszeit eine neue Art der Bildkonzeption angewandt. Während er bis etwa 1914 die Gestalten in allen wichtigeren Kompositionen stets nach dem lebenden Modell gemalt hat, sind die Werke der Folgezeit freie Schöpfungen seiner Phantasie und unabhängig von Modellen. Die phantasievollen Wüstenkämpfe u. Jagdszenen, die Darstellur gen aus Shakespeares Sommernachtstraum u. Sturm von 1921, usw. sind in dieser Weise geschaffen. Um 1920/23 macht die Farbe dem Licht noch einmal den Vorrang streitig. Fast scheint die Materie kompakter werden zu wollen. Vor allem in den Stillleben dieser Jahre, aber auch in einer histor. Ölskizze wie "Sardanapal" (Berlin, Nat.-Gal.) kommt der Wandel zum Ausdruck. Dieses Intermezzo wird aber rasch abgelöst von der letzten Stufe von S.s Spätstil, die schon 1923 in der "Geburt der Venus" erreicht ist. Farbe u. Einzelform werden voneinander gelöst. In ihrer Vielfalt addieren sich alle Einzelheiten, auch die Abstufungen des Lichtes, zur Gesamtwirkung. Die Materie ist ihres Eigenwerts endgültig entkleidet. Im unendlichen Wechsel der Farbennuancen und der Lichtstärken entsteht das malerische Gesamtbild. So sind die Fresken in Neukastel (1924 u. 1929), die Bildnisse Stumpf (1925), Hindenburg (1928), Schmidt-Ott (1932), die Auktion Huldschinsky (1928), die letzten Landschaften gemalt. Die Krönung von S.s Schaffen ist sein letztes Werk, das Golgathafresko in Ludwigshafen a. Rb. (1932). Eine abstrakte, geistige Vorstellung bildet den Inhalt: der Gekreuzigte, in dessen Zeichen sich das gesamte menschliche Leben abrollt. Gr aphik. Erst nach 1900, nachdem S. als Maler den ausgereiften persönlichen Stil erreicht hatte, entwickelte er auch als Zeichner u. Illustrator die volle Meisterschaft. S.s Phantasie ist in den Ali-Baba-Illustr, zum erstenmal in der ganzen Fülle ihres unendlichen Reichtums entfaltet. Es folgten als erste Radierungen die "Schwarzen Szenen", dann die Illustr.zu "Lederstrumpf" u. zu "B. Cellini". Bald nach Beginn der Tätigkeit als Illustrator hat S. die unbestrittene Vormachtstellung als solcher in der dtschen Kunst erlangt. Als vergleichbare Vorgänger hat man auf Rembrandt, Goya, Delacroix, Daumier, Doré und Menzel mit Recht hingewiesen. S. ist bald diesem, bald jenem ähnlich. Der Reichtum seiner Phantasie, die Vielfalt der Ausdrucksmittel, das absolut Persönliche in der Auffassung selbst jeder Einzelheit, die Fähigkeit, mit der Andeutung weniger Striche eine unendliche Vielheit darzustellen, haben S. nicht nur zum Führer der gesamten modernen Illustration gemacht, sondern ihn diese auch weit über alle Vorgänger hinausführen lassen. Höchste Kraft der Bewegung u. musikalische Leidenschaft beherrschen S.s gesamtes illustratives Werk. Als Schöpfer von Abenteurerszenen, als Märchenerzähler, als Kriegsberichterstatter, in der Niederschrift visionärer "Gesichte" und in der Umsetzung musikalischer Klänge in die Formensprache der Graphik hat S. sich immer aufs neue bewährt. Auch das Ethos der Religion wußte er zu gestalten. Die stilistische Entwicklung geht mit seiner Malerei zeitlich Hand in Hand. Die ersten Werke, "Ali Baba", "Achill". "Lederstrumpf", sind im Verhältnis zu Späterem großformiger u. kompakter. Im "Lederstrumpf" 1906/09 beginnt ein Wandel zu Auflockerung, größerer Feingliedrigkeit, zarterer Strichführung. Die Cellini-Illustr. sind noch malerischer. Die ersten Werke der Kriegszeit, Gesichte, Rennskizzen, setzen diesen Stil fort. In der Zeit der hellen Lichtmalerei bevorzugt S. Federzeichn. u. Federlithogr. ("Liederbuch", 1916, 19;',Cortes", 1918, "Dtsche Märchen", 1918) oder die besonders zarte Radiertechnik der "Zauberflöte", 1920. Als 1920 f. die Farbe in den Bildecn noch einmal kompakter wird, tritt auch in der Illustr, ein entsprechender Wandel ein. Die Kreidelithogr. 1921 zu "Hektor" u. vor allem zu "Inseln Wak-Wak" bringen eine stärkere Greif - barkeit der Materie, freilich bei völliger malerischer Gelöstheit der Konturen. In den zahlreichen Illustr. zu Grirnmschen Märchen 1922/25 bevorzugt S. Federzeichn. u. Federlithogr. Nach ersten Versuchen in eigenen Holzschnitten, den erst 1925 erschienenen "Nibelungen", hat S. in der späten Zeit auch seine Zeichnungen von andern in Holz schneiden lassen, vor allem von Bangemann (" Kinderlieder", 1920, "Löweneckerchen", 1924) u. Hoberg ("Don Juan", 1921). Die letzten Hauptwerke, "Faust II" (1925/27) u. "Macbeth" (1927), bringen wieder einen Wandel, parallel zu dem völlig gelösten Stil der späten Gemälde. In den Faustillustr., entmaterialisierten Impressionen in zartestem Stil, geht die Kreidelithogr. wieder neue Wege. Das Licht hat die Formbetonung der "Wak-Wak"-Illustr. besiegt. Die Lithos zu "Faust II" u. "Macbeth" bilden die stilistische Parallele zu den aufgelösten Spätbildern. S.s Faustillustr. sind nicht nur technisch ein Höhepunkt der Illustrationskunst. Von allem Formalen abgesehen, hat S. in ihnen kongeniale Verbildlichungen u. Ausdeutungen d. Goetheschen Geisteswelt geschaffen. - Zahllose Einzelblätter verschiedensten Inhalts gehen von Anfang an neben den andern her, darunter viele Selbstbildnisse. Bilder u. Fresken (Auswahl): Nachlaß Slevogt München-Berlin, Zeitungsleser, 1890; S.s Mutter auf Sofa, 1891; Selbstbildn" 1893; Die Ringer, 1893; Fr. Griesinger, 1894; Tänzerin in Gold. 1897; Dame auf Mauer, 1898; Villa in Godramstein, 1898; Dame m. Hut, 1899; indischer Leopard, afrikan. Leopard, Kinder im Zoo, 1901; Sommermorgen, 1901; Frau S. mit Zigarettenschachtel, 1902; D'Andrade, Skizze, 1902; weißer d'Andrade, Wiederholg., 1902; Bure auf Schemel, 1902; Dame auf Sofa, 1902; Selbstbildn., stehend, malend, 1903; Bal Pare, 1904; Selbstbildn. als Jäger, 1907; Nini, 1907; Prinzregent Luitpold, 1908; Villa m. Kindern u. Ziege, 1909; Selbstbildn. Schlafrock. 1909; Weinberge, 1910; Landhaus Godramstein, 1910; dass. im Winter, 1911; Gemüsegarten, 1911; Familienbild, 1911; kleiner d'Andrade in Rot,1912; Kauernder Somali, 1912; Hofecke m. Katze, 1916; Hofecke m. Frau am Fenster, 1920; Lachsstillleben, 1923; Tänzerin Argentina, 1926; Geburt der Venus, 1926; Atelier S.s, 1926; Hindenburg, 1928; 7 Ausblicke v. Neukastel, 1931. - Amsterdam, Slg Stach-Steinbart, Piqueur, 1908; Hartschierwache, 1910; Ritterschlag, 1910; C. Steinbart im Garten, 1911; Venus, 1921; Äpfel, Brot u. Nüsse, 1922; Früchte, 1922. - Berlin, Nat.-Gal. (Kronprinzenpalais): Selbstbildnis, 1888; Bildnis Frau Prof. Voll u. Tochter, 1895; Trabrennen, 1907; Seelenmesse d. Georgsritter, 1908; Fresken aus Gartenpavillon Neu-Cladow, 1911; Neu-Cladow,1912; Friedhofszene aus Don Juan, 1912; Zauberflötenfries, 1917; Pfalzlandschaft, pfälz. Landschaft, 1921; Zitronenstilleben, 1921; Weinblüte, 1922; Sardanapal, 1922; Bildnis Stumpf, 1925; Bildnis Sudermann, 1927; Bildnis Prof. Schmidt-Ott, 1932 (Leihgabe). - Städt. Kunstslgn: Homo Sapiens, 1895. - Reichsbank: Bildn. Rbkpräs. Schacht. - Gaststätte Berliner Kindl, Kurfürstendamm 225/26: Siegeszug des Berliner Kinclibiers (Triumph des Gambrinus), Wandfresken im gr. Saal, 1928/29. - Haus Plesch, Budapester Str. 22: Fresken Gartenhalle, Märchenszenen, 1924, und in Loggia 4 Figuren a. pompej. Rot, Wachsmalerei, 1924. - Haus Hugo Simon, Drakestr. 1: Wand- u. Deckenmalereien im Wintergarten. - Sig Arnhold: Souper in Nymphenburg, 1908; Frauenbildn., 1915; Blumen, 1916. - Slg Graf Brockdorff-Rantzau: Minister Graf B.-R., 1922.- Slg Dernburg: Minister D., 1904; Frau D.,1928.- Sig Freudenberg: Geh. Rat F., 1908. Sig Dr. Goering: Capri, 1890; Chiemsee, 1900; Orang Utang, Löwin, 1901; Tomaten, 1903; Frau G., Dr. R. G., 1904; Dr. Th. G., 1904; Selbstbildnis, 1906; Frau G., 1906. - Sig Mendelsohn: Frau Slevogt m. Fliederstrauß, 1898. - Sig Frh. v. Simolin: Maximilianeum, 1900; Bankett d. Georgsritter, 1908. - Slg Geh. Rat Sievers: Steinbruch, 1912; Kinderbildn., 1915.- Bremen, Ksthalle: Schwarze Panther, 1901; Erdbeeren, 1903; Jäger am Abhang, 1903; Dame in grauem Pelz, 1905; Landhaus, 1909; Bildn. C. Ansorge, 1915; Cortez vor Montezuma, 1917. - Ratskeller: Fresken zu Hauffs "Phantasien im Bremer Ratskeller", 1927. - Breslau, Schles. Mus. d. bild. Kste: Reiterbildnis, 1902; Pfalzlandsch., 1909; Dame in Blau, 1910. - Chemnitz, Städt. Kstslg: Dame in Braun, 1908.- Slg Kaiser: Im Schilf, 1904; Godramstein,1909; Stilleben m.Äpfeln; Blumenstück. - Dresden, Gem.-Gal.: Der Ritter u. die Frauen,1903; Tänzerin Marietta, 190†; Bildn. Fuchs, 1909; Tänzerin Pawlowa, 1909; 17 Bilder aus Ägypten, 1914. - Düsseldorf, Stadt. Gem.-Sig: Rückenakt, 1905. - Erfurt, Städt. Mus.: Landhaus in Godramstein, 1911. - Essen, Folkwang-Mus.: Pfälz. Landschaft, 1916. Frankfurt a. M., Städel: Frau Aventiure, 1894 Blühender Flieder; Sommernachtstraum. - Sig Flersheim, Pfalzlandschaft. - Haag, Mus.: Selbstbildn. vor Judith a. Staffelei, 1898 u. 1907; Feuerillico u. weiße Orchideen. - Halle a. S., Städt. Mus.: Bildn. Ph. v. Fischer, 1903. - Hamburg, Ksthalle: Waldlandschaft, 1902; Flet in Hambg, 1905; Bildn. O'Swald, 1905; Prof. Karl Voll in Sommeranzug, 1911. - Hannover, Prov.-Mus.: Ansicht v. Frankf. a. M., 1911. - Slg Tramm: weißer d'Andrade, eig. Replik, 1902. - Sig Wrede: Capri, 1890; Nach dem Bade, 1892; 3 Tierbilder, 1901; Papageienmann, 1901; Bühnenskizze a. Don Juan, 1902; Bildn. E. Thomas, 1903; Dame mit Katze, 1904; Mädchenraub, 1905; Konzert; Kindermord; Sardanapal; Titanenkampf; Haus im Garten, 1914; Blumen; Dame in Rot; weibl. Bildnisstudie. - Honnef a. Rh., Sig Meißner-Steinbart: 2 Weinlesen, 1911 u. 13; Der Sieger, 1912; Gräser u. Schmetterling, 1917; Die Göttertafel, 1918. - Kaiserslautern, Saarpfälz. Landesgewerbe-Anstalt: Pfalzlandschaft, 1909. - Karlsruhe, Ksthalle: Geschlachtetes Schwein, 1906. - Köln, Wallraf-Richartz-Mus.: Französ. Dragoner zu Pferd, 1909. - Königsberg, Mus.: Frühling i. Park, 1925. - Krefeld, Kaiser-Willi-Mus.: Bildn. Baron Schirmling, 1895. - Landshut, Rathaus: Germanias Entwaffnung, 1922. Sig Archivdir. Pfeiffer: Frau Pf., 1921; Mädchen m. Pfirsichen, 1921. - Leipzig, Mus. d. bild. Kste: Selbstbildnis m. Palette, 1906; Godramstein, 1910. - Limbach i. Sa., Priv.-Bes.: Pfalzlandsch., 1918. - Lissabon, Sig d'Andrade: Der schwarze d'Andrade, 1903. - Ludwigshafen a. Rh., Friedenskirche: Golgatha, Fresko, 1932. - Lübeck, Behnhaus: Bildn. Ida Boy-Ed, 1925. - Mannheim, Ksthalle: Ruhender Tiger, 1901; Pfalzlandsch., 1909; Bildn. Kohl, 1920; Malvengärtner, 1920; Vorfrühlingslandsch., 1920; Selbstbildn., 1930; Die Witwe, Skizze für Golgathafresko in Ludwigsh., 1932; Blick ins Land; Waldrand mit Goldlack. - hfittelschreiberhau, Sig Dr. Guthmann u. Dr. Zimmermann: Strandgut, 1895; Bilder aus Neu Cladow, 1912: u. a. Blumengarten, Badehaus, Reiter i. d. Havel, Pferde i. d. Schwemme, Abendessen a. Terrasse; Exotische Vogelbälge, 1913; Blick auf Ätna, 1914; Ponte della Trinitä in Florenz, 1914; Doppelbildnis, 1915; Kirschblüte i. d. Pfalz, 1920; Trifels b. Sonnenuntergang, 1920; Shakespeares Sturm, 1921; Walpurgisnacht, 1930; Mass. Walpurgisnacht, 1930. - München, Bayer. Staatsgem.-Slgn: Scheherezade, 1897; Bildn. Prof. Voll, 1898; Bildn. Frau v. Tschudi, 1901; Feierstunde, 1904; Prinzregent Luitpold in ganzer Fig., 1908; deri. Brustbild, 1909; ders. am Altar m. Gefolge, 1909; ders. im Betstuh1,1909; Kirchenszene m. Prediger, 1909; Uniformstücke, 1909; Bildn. M. G. Conrad, 1909; Hörselberg, 1910 ff.; Einfahrt in den Hafen Syrakus, 1914; Sonnige Gartenecke, 1921; Früchtestilleben; Terrasse in Neukastel, 1924; Selbstbildn., 1930. - Städt. Gal.: Danae, 1895; Bildn. Frau Papenhagen, 1897. - Sig M. Goering: Dr. Th. G. am Flügel, 1892; Rückenakt, 1907. - Sig Fr. J. Scharff: Landschaft; Gewitter, 1917; Weinlese, 1918; Selbstbildn., 1918/19. - Sig O. Scharff: Pfalzlandsch.; Bildn. Sch., 1926. - Sig Gen. Slevogt: Mutter S.s, 1902; Oberst S., 1908. - Münster (Westf.), Landesmus.: Morgensonne, 1904. Neubabelsberg, Sig Beyer-Steinbart: Kleopatra, 1907; Prinzreg.Luitp. 'Enten fütternd, 1908; Messe der Georgsritter, 1909; Korb m. ausgeschütteten Blumen, 1911; Krevetten, 1913; Blumen, 1916; Rosenlaube, 1918. - Neukastel (Pfalz), Landhaus Slevogt: Fresken im Musiksalon (Opernszenen 1924); Deckenfresken i. d. Bibliothek (Szenen aus Achill, Macbeth, Lederstrumpf, 1001 Nacht, 1929).- Neustadt a. d.Weinstraße, Stadtverwaltung: Bildn. Reichspräs. v. Hindenburg, 1928.- Sig Kohl: Weinlese, 1917; Landsch. m. Anebos, 1921; u. a. - Nürnberg, Städt. Gal.: Selbstbildn., 1895; Lachsstilleben, 1923; Auktion Huldschinsky, 1928.- Paris, Sig. Fuchs: D.Verlorene Sohn, 1898/99; Schmuck u. Gläser, 1900; Paradiesvögel, 1900; Hündchen, 1900; Fressende Löwin, 1901; Papageienmann, 1901; Falken, 1902; D'Andrade als Don Juan, 1902; Perlhühner, 1903; Kinderbildn.Gertrud 1.,1903; Damenbildn.,1904; Phacelienfeld, 1904; Bildn. Dr. Fuchs, 1905; Don Juans Ende, 1906; Don Quichote, 1907; 3 Simsen-Szenen, 1907; Hengst, 1907; Pferde irn Gewitter, 1907; Wettläufer, 1907; Päonien, 1907; 1001 Nacht, 1907; Sezessionsball, 1907; Don Juan u. der steinerne Gast, 1908; Don Quichotes Nachtwache, 1908; Strand v. Noordwijck, 1908; Neuschnee, 1909; Somali m. Jagdbeute, 1912; Steinbruch, 1913; Eva, 1915; Don Quichotes Ritt in die Berge, 1918. - Posen, Großpoin. Mus.: Reiterbildn. - Starnberg, Sig Melsbach: Havellandsch., 1907; Schokoladenhasen, 1923; 3 Boxer-Skizzen, 1923.
Slevogt, Max, dtsch. Maler, Zeichner u. Graph. (Prof.), *8.10.1868 Landshut i. B., †20.9.1932 Neukastel, Pfalz. Wichtigste postume Ausstellgn: 1948 in d. Städt. Gal. München u. in d. Ksthalle Mannheim, 1952 im Niedersächs. Landesmus. Hannover (ill. Kat.) u. im Karl-Ernst-Osthaus-Mus. Hagen i. W. (Kat. m. Vorw. v. Hesse), 1958 im Haus am Waldsee in Berlin (ill. Kat.), 1959 (Aquar. u. Zeichngn a. d. Smlg Kohl-Weigand) in d. Ksthalle Bremen (ill. Kat.). Neuerwerbgn (Ölbilder) von W. Smlgn: Altenburg, Staatl. Lindenau-Mus.: Wolkenstudie, 1898. Bautzen, Stadtmus.: Blick aus d. Atelierfenster in Neukastel, um 1918/19. Berlin, Gal. d. 20. Jh.s: Bildn. Staatssekretär Beruh. Bernburg, 1923; Nat.-Gal.: Blick auf die Alster b. Hamburg, Pfalzlandsch. Bern, Kstmus.: Pfalzlandsch., 1930 (Kat. 1946, m. Taf.-Abb.). Frankfurt a. M. Städt. Gal.: Selbstbildn., 1921, Feuermelone, Orang Utang m. Wächter, 1901. Hamburg, Ksthalle: Der Rote d'Andrade, 1912 (Jahrb. d. Hamb. Kstsmlgn, 3, 1958, p. 157, m. Abb.), Tiger im Dschungel, 1917. Hannover, Landesmus.: Brustbildn. jungen Mädchens, Der Maler auf Capri, 1889, Das Konzert, Nach dem Bade (Akt auf dem Divan), 1892, Papageienmann, 1901, Schreitende Löwin im Käfig, 1901, Löwe im Käfig, 1901, Leoparden im Käfig, 1901, Titanenkampf, Die Champagner-Arie aus Don Giovanni, 1902, Bildnis d'Andrade, Weibl. Bildnis. Bildn. Emil Thomas, Dame mit Katze, Frauenraub, 1905, Bethlehemit. Kindermord, 1907, Sardanapal, 1907, Pfälzer Landsch. im Neuschee, 1909, Ansicht von Frankfurt a. M., 1911, Einzug, 1913, Garten mit Stiefmütterchenbeet, 1914, Blumenstilleben, 1917, Auktion d. Smlg Huldschinsky, 1928, Selbstbildn., (Kat. 1950, m. Abb. u. Nachtr. 1954). Kaiserslautern, Mus.: Orang Utang. Köln, Wallraf-Rich.-Mus. (Smlg Haubrich): Weinlaube, 1917, Bildn. Bankier Steinbarth, 1917, Kirschenernte, 1926 (Kat. 1949, p. 23, m. Taf.-Abb. [23]). Saarbrücken, Saarlandmus.: Leopardenkäfig, 1901, Ponte Santa Trinità Florenz, 1914, Gartentreppe in Neukastel, 1916, Selbstbildn., 1918-19. Wuppertal-Elberfeld, Städt. Mus.: Pfälz. Landsch. - 1942 Gründung einer M.-S.-Gesellsch. in Berlin-Schöneberg. Lit.: Th.-B., 31 (1937). - K. Scheffler, M. S. (D. Kstbücher d. Volkes, Bd 34), Berlin 1940. - K. Pfister, Dtsche Graph. d. Gegenw., Leipzig 1920. - Pommeranz-Liedtke, D. Graph. Zyklus von Klinger bis zur Gegenw., Berlin 1956, m. Abb. - K. Römpler, D. dtsche Impressionismus. Die Hauptmeister in d. Malerei, Dresden 1958, m. zahlr. Abbn. - Roh 1958, m. Abb. - Sauerlandt, p. 49f., m. 3 Taf. - Abbn, 216, 218, 219 (Abb.), 250. - Malerei d. XX. Jh.s in d. Hamburger Ksthalle (Bilderh. d. Hamb. Ksth., II/III), Hamburg o. J. [1960] p. 7 u. Verz. p. 23, m. Abb. p. 44. - Aufbau (Berlin), 4 (1948) 892/94. - Berliner Hefte f. geistiges Leben, 3 (1948) 297/305. - Jahrb. d. Hamburger Kstsmlgn, 6 (1961) 218, m. Abb. - D. Kst, 67 (1932/33) 208/11, 223/24. - Bild. Kst (Dresden), 1957 p. 15 (Abb.), 776f., m. Abb.; 1959 p. 377 u. Umschlagbild H. 6; 1960 p. 208, 2. Sp. - Kst u. Kstler, 32 (1933) 225/31. - D. Ksthandel, 56 (1962) H. 1 p. 26f. (Bespr. von W. Passarge, S. s. Wand- u. Deckengem. auf Neukastel, Heidelberg/Berlin 1961). - Westermanns Monatsh., 98 (1957) H. 6 p. 4 (farb. Abb.). Kst-Rundschau, 50 (1942) 213. - Stuttgarter Rundsch., 2 (1947) H. 10 p. 25f., m. 3 Abbn. - D. Weltkst, 22 (1952) Nr 12 p. 7, m. 2 Abbn. - D. Westmark, 10 (1942) H. 1, p. 15/19. - Dtsche Zeitschr. f. Maltechnik, 59 (1943) H. 7/9 p. 45. - Allgemeine Zeitg (Mainz), 20.10.1948.