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Rubens, Peter Paul

Geboren
Siegen (Nassau), 28. Juni 1577
Gestorben
Antwerpen, 30. Mai 1640
Land
Deutschland, Belgien, Italien, Spanien, Niederlande, Großbritannien
Geschlecht
männlich
GND-ID
Weitere Namen
Rúbens, Pedro Pablo; Rubens, P. P.; Rubens, Peter Paul; Rubens, Pedro Pablo; Rubens, Pietro Paolo
Berufe
Maler*in; Zeichner*in; Dekorateur*in; Graveur*in; Diplomat; Kunstsammler
Wirkungsorte
Spanische Niederlande, England, Antwerpen, Venedig, Florenz, Rom, Valladolid, Mantua, Genua, Paris, Brüssel, Madrid, London, Frankfurt (Main)
Zur Karte
Von
Büttner, Nils
Zuletzt geändert
04.06.2025
Veröffentlicht in
AKL C, 2018, 38; ThB XXIX, 1935, 137 ss

VITAZEILE

Rubens, Peter Paul (Pietro Pauolo), niederl. Maler, Zeichner, Dekorateur, viell. Graveur, Diplomat, Kunstsammler, Antiquar, *28.6.(?) 1577 Siegen (Nassau), †30.5.1640 Antwerpen.

LEBEN UND WIRKEN

R. galt bereits seinen Zeitgen. als herausragender Künstler von europ. Rang. Er verkehrte an Fürstenhöfen und war auf der politischen Bühne seiner Zeit aktiv. Seine mehr als 250 Briefe dokumentieren die Einbindung in das Netzwerk der Altertumsforscher und Gelehrten seiner Zeit. Mehr als 10000 Werke werden ihm zugeschrieben. Er malte Porträts, gewaltige Allegorien, Bilder mythologischen und hist. Inhalts und gegen E. seines Lebens auch Genreszenen und Landschaften. Er lieferte Vorlagen für Tapisserien, für Buchtitel-Bll., selbst für Skulpturen, Bauschmuck und Silberschmiedearbeiten. - Weder der Zeitpunkt noch der Ort seiner Geburt sind sicher. Vermutlich wurde R. am 28. Juni 1577 in Siegen (Nassau) geboren; wobei der Geburtstag nur durch ein posthum publiziertes Porträt verbürgt ist. Seine Eltern, der Antwerpener Jurist Jan R. und Maria R. geb. Pypelincx, waren 1568 nach Köln gegangen, wo der Vater bei Anna von Sachsen, der Gattin Wilhelms des Schweigers, im Dienst stand. Einer Affäre mit ihr bezichtigt, wurde er 1571 in Siegen inhaftiert; nach der Haftentlassung ging die Fam. 1578 zurück nach Köln. Von dort kehrte Maria Pypelincx nach dem Tod ihres Mannes 1587 mit ihren Kindern nach Antwerpen zurück, wo R. mit and. Söhnen aus gutem Hause die Lateinschule besuchte. Nach E. der Schulzeit trat er als Page in den Dienst von Marguerite de Ligne, der Witwe von Philipp de Lalaing, Gouverneur des Hennegau; die Dauer der Pagenzeit ist nicht dokumentiert. An Stelle der R. zugedachten politischen Laufbahn trat die eigtl. nicht standesgemäße Ausb. zum Maler, in den Wkstn von Tobias Verhaecht, einem Verwandten, bei Adam van Noort und Otto van Veen. R.s künstlerische Anfänge liegen weitgehend im Dunkeln. Seine frühesten bek. Arbeiten sind gezeichnete Kopien nach Druckgrafiken des 15. und 16. Jh., auf die man durch einen 1675 publizierten Bericht Joachim von Sandrarts aufmerksam wurde. Die ersten Gem. erweisen die Nähe zu van Veen, wie schon 1676 R.s Neffe gegenüber Roger de Piles äußert. Die Bildsprache und der malerische Duktus von Adam und Eva (Öl/Holz, vor 1600, Antwerpen, Rubenshuis) und der kleinteiligen Amazonenschlacht (Öl/Holz, um 1597-98, Potsdam, SPSG) bestätigen das. R. wurde am 18. Okt. 1598 in den Liggeren, dem Mitgliederverzeichnis der Antwerpener Lukasgilde, als Freimeister dokumentiert. Am 8. Mai 1600 ließ er sich durch den Antwerpener Magistrat ein Gesundheitszeugnis für die Reise nach Italien ausstellen. Noch im Jahr seiner Abreise trat er als Hofmaler in den Dienst von Vincenzo I. Gonzaga, Herzog von Mantua. In der Zeit seines Italienaufenthaltes besuchte R. auch Venedig, Rom und Genua. R. setzte sich intensiv mit den Zeugnissen der Antike und den Meisterwerken der ital. Renaiss. auseinander, darüber hinaus beschäftigte er sich intensiv mit der Kunst seiner Zeit. Zus. mit seinem Bruder Philippe R., in dieser Zeit Jurastudent in Rom, verkehrte R. in einem intellektuell regen Freundeskreis, dem u.a. der dt. Arzt Johann Faber, die Philologen Caspar Schoppe und Jan Hemelaers sowie zahlr. Künstler, wie Adam Elsheimer und Paul Bril, angehörten. Teil dieses Umfelds waren auch einige Angehörige der 1603 durch Federico Cesi gegründeten "Accad. dei Lincei", der "Akad. der Luchse", einer natur-wiss. Ges., bei der ab 1611 auch Galileo Galilei Mitgl. war. Von den vielen malerischen Arbeiten für den Mantuaner Hof sind wenige erh.; ein Bsp. ist der Götterrat (Öl/Lw., um 1602, Prag, NG), viell. als Theatervorhang für eine Oper von Claudio Monteverdi vorgesehen. Als herzoglicher Kunstagent mit dem Erwerb von Gem. und der Begutachtung von Antiquitäten befasst, reiste R. im Aug. 1601 nach Rom. Er nutzte den Aufenthalt für intensive Studien der Werke der Antike sowie von Raffael und Michelangelo. R.s Antiken-Zchngn dokumentieren nicht allein ästhetische Vorbilder, sondern zugleich seine archäol. Interessen. Diese überliefert auch ein nur in Fragm. und Kopien überliefertes theoretisches Skizzenbuch, das Giovanni Pietro Bellori 1672 in seiner R.-Vita erwähnt. Vermittelt über familiäre Kontakte schuf R. 1601/02 in Rom im Auftrag des niederl. Erzherzogs Albrecht von Habsburg drei Gem. für S. Croce in Gerusalemme (Hl. Helena bei der Auffindung des hl. Kreuzes, Dornenkrönung, beide Öl/Holz, Grasse, Kathedrale; Kreuzaufrichtung, verloren). 1603 und 1605 begleitete R. im Auftrag des Mantuaner Herzogs eine diplomatische Gesandtschaft mit Geschenken für König Philipp II. nach Madrid. Die achtmonatige Reise ist in Briefen und Selbstzeugnissen gut dokumentiert. In Spanien fertigte er etliche Werke für den Hof sowie das Reiterbildnis (Öl/Lw., 1603, Madrid, Prado) des Herzogs von Lerma. Im Frühjahr 1604 kehrte R. nach Mantua zurück, wo bis 1605 drei mon. Bilder für den Chor der Jesuitenkirche S. Trinità entstanden. Die heute teils zerstörten und auf versch. Mus. verteilten Gem. zeigten im Zentrum die Anbetung der Dreifaltigkeit (Öl/Lw., Fragm. u.a. in Mantua, Pal. Ducale; Wien, KHM), links die Taufe Christi (Öl/Lw., Antwerpen, Koninkl. MSK) und rechts die Verklärung (Öl/Lw., Nancy, MBA). Seit jener Zeit nimmt die Zahl der von ihm und seiner Wkst. produzierten Werke stark zu. Nach der Voll. dieser Arbeiten reiste R. im Sommer 1605 für mehrere Monate nach Genua. Er knüpfte Kontakte zur lokalen Aristokratie, deren Angehörige er porträtierte, und erhielt Zugang zu ihren Pal., über deren Archit. er 1622 in Palazzi di Genova publizierte. Zw. 1606 und 1608 hielt sich R. mehrfach in Rom auf. V.a. die schleppenden Zahlungen des Mantuaner Herzogs veranlassten ihn, sich in Rom and. Auftraggeber zu suchen. Mit dem 1607 erteilten Auftrag für den Hochaltar der Chiesa Nuova der Priester des Oratoriums von S. Maria in Vallicella sichert R. sich einen Platz unter den ersten Künstlern der Stadt. Eine erste Fassung des Bildes wurde abgelehnt (Öl/Lw., 1608, Grenoble, Mus. de Grenoble), die endgültige Version ist in situ. Das Ausbleiben weiterer Aufträge ließ den Entschluss zur Heimkehr reifen. Die Nachr. von der schweren Erkrankung seiner Mutter veranlasste schließlich seine Rückkehr, noch vor der offiziellen Einweihung seiner Bilder in S. Maria in Vallicella. Sie starb am 19. Okt. 1608, noch vor R.s Eintreffen am 11. Dez. in Antwerpen. R. bezog ihr Haus in der Sint-Michielsstraat (heute: Kloosterstraat). Am 26. März 1609 heiratete sein Bruder Philippe Maria, die jüngste Tochter des Stadtsekretärs Hendrik de Moy. Philippe hatte zuvor dem Contubernium des Justus Lipsius angehört und als Schüler des berühmten Philosophen in dessen Haus gelebt, bevor er nach seinem Italienaufenthalt am 20. Jan. 1609 in Antwerpen zum Stadtsekretär ernannt worden war. Die stoische Prägung seines Umfeldes hat in R.s Werk zahlr. Spuren hinterlassen, so zum Beispiel in den Vier Philosophen (Öl/Holz, um 1612, Florenz, Pal. Pitti), wo der Maler sich mit Lipsius und seinem damals ebenfalls bereits verstorbenen Bruder zeigt. Als Vertreter der städt. Administration war Philippe auch Zeuge, als am 9. Apr. 1609 der zwölfjährige Waffenstillstand zw. dem Haus Habsburg und der Republik der Niederlande ausgerufen wurde. Zur Ausstattung des Antwerpener Ratssaales, in dem der Vertrag unterzeichnet wurde, hatte R. die Anbetung der Könige (Öl/Lw., 1609, Madrid, Prado) beigetragen. Am 29. Juni 1609 wurde R. unter dem Vorsitz von Jan Brueghel (1568) Mitgl. der Confratrum collegii Romanorum apud Antuerpienses; am 1. Juni 1613 wurde er Dekan dieser schon damals sog. Romanisten-Gilde. R. wurde am 23.Sept. 1609 zum Hofmaler der niederl. Souveräne Infantin Isabella Clara Eugenia und Erzherzog Albrecht ernannt. Seine Residenzpflicht in Brüssel wurde aufgehoben, und er durfte auch weiterhin auf eig. Rechnung arbeiten; darüber hinaus wurde er von allen Steuern und bürgerlichen Lasten befreit. Durch seine Hochzeit mit Isabella Brant, Tochter des Stadtsekretärs Jan Brant, am 3. Okt. 1609 festigte R. seine ges. Position innerhalb der Antwerpener Elite. Wohl im Zusammenhang mit dieser Eheschließung entstand die Geißblattlaube (Öl/Holz, 1609, München, AP), die sich zum Zeitpunkt von Jan Brants Tod 1639 in seinem Besitz befand. In den folgenden Jahren baute R. seinen Werkstattbetrieb aus und hatte zahlr. Schüler und Mitarbeiter. R. erhielt viele bed. Aufträge und festigte seinen Ruf als herausragender Maler. Durch Gem.-Verkäufe realisierte er ein gewaltiges Einkommen. Hinzu kamen aus Renten, Vermietungen und Verpachtungen durchschnittlich 1500 Gulden im Jahr, mehr als das Dreifache seines Jahreseinkommens als Hofmaler. Zu den zahlr. korporativen Aufträgen jener Jahre gehören die Anbetung der Hirten und das Altarsakrament in der Dominikanerkirche (beide Öl/Lw., 1609-12, Antwerpen, St. Paulus), die Kreuzaufrichtung für St. Walburgis, die Kreuzabnahme (beide Öl/Holz., heute Antwerpen, Kathedrale) sowie zahlr. weitere Großaufträge und kleinere Arbeiten. Die damalige Omnipräsenz von R.s Werken ist auch noch im heutigen Antwerpen spürbar. Sie schmückten Kirchen und öff. Gebäude, waren aber auch gesuchte Sammlerstücke. Für diesen speziellen Markt entstanden in jenen Jahren auch die wenigen signierten und datierten Arbeiten, an deren A. Jupiter und Callisto (Öl/Holz, 1613, Kassel, MHK, GG AM) steht. In das Jahr 1614 datieren die Venus frigida (Öl/Holz, Antwerpen, Koninkl. MSK), Susanna (Öl/Holz, Stockholm, NM), Flucht nach Ägypten (Öl/Holz, Kassel, MHK, GG AM), Beweinung (Öl/Holz, Wien, KHM), Amor (Öl/Holz, München, AP). Sie sind gute Beispiele für R.s Virtuosität und den maltechnischen Aufbau seiner Bilder. Über einem Kreide-Leim-Grund ist mit einem breiten Pinsel eine silbrig-graue Untermalung (Imprimitur) streifig aufgetragen. Nach deren Trocknung ist in den dunklen Partien lasierend dünn, in den hellen sehr pastos die Malerei aufgebracht. Die Imprimitur bleibt an vielen Stellen sichtbar und trägt zur Gesamtwirkung bei. Diese Technik findet eine unmittelbare Entsprechung in R.s durchweg eigenhändigen Ölskizzen. Darin unterschied er sich eindeutig vom glatten und gleichmäßigen Farbauftrag and. Antwerpener Maler der Zeit. Am 1. Nov. 1610 erwarb R. für einen Hausbau ein Grundstück am Wapper, das er vermutlich im Sommer 1615 bezog. Am 5.Juni 1614 feierte die Fam. in der St.Andrieskerk die Taufe des ersten Sohnes Albert, dessen Patenschaft Erzherzog Albrecht übernahm. Am 23. März 1618 wurde in der St. Jacobskerk der zweite Sohn Nikolaas getauft, sein Pate wurde der Genueser Bankier Nicolò Pallavicini. R.s Haus war in jenen Jahren zu einer vielbesuchten Attraktion geworden, bes. wegen seiner eindrucksvollen Kollektion. R. erwarb zahlr. Bücher und Kunstwerke, im Apr. 1618 sogar die bed. Slg antiker Skulpturen des engl. Diplomaten Sir Dudley Carleton. Die später an seinen Sohn vererbte Bibl. umfasste etwa 500 Bde und lässt sich zumindest in Umrissen rekonstruieren. Die Slg an Gem., von Tizian über Pieter Bruegel (1526) bis zu Bildern von Zeitgen., wurde nach dem Tod des Malers in einer "Specifikation" (J.Muller, 1989, 94-149) verzeichnet und versteigert. Die ausführliche Korr. dokumentiert die Details dieses Geschäftes und vermittelt Einblick in die kooperative Praxis der Bildherstellung in R.s Werkstatt. Als ein Hw. jener Jahre dokumentiert die Amazonenschlacht (Öl/Holz, um 1618, München, AP) R.s Fähigkeit eingängige Komp. zu entwickeln. Wo er 20 Jahre zuvor noch einzelne Kampfgruppen in offener Feldschlacht arrangiert hatte (s.o.), entwirft R. nun einen tumultuarischen Kampf auf einer Brücke. Zwei Heere prallen aufeinander, Leiber von Tieren und kämpfenden Menschen sind ineinander verschlungen. Die einzelnen Körper sind in geradezu aggressiver Plastizität gestaltet, die teils in wirren Verrenkungen zu Seiten der Brücke gleichsam aus dem Bild zu stürzen scheinen. Der einzige ruhende Pol der wildbewegten Komp. ist die unter dem Brückenbogen sichtbar werdende Wasserfläche. In dem komp. Kunstgriff, die trad. Ikonogr. der Amazonenschlacht effektvoll mit dem Sujet des Kampfes auf einer Brücke zu verbinden, klingen die Schlachtenschilderungen Tizians, Michelangelos und Leonardos genauso nach wie Motive der antiken Kunst und Literatur. Ein Bericht des holl. Dichters und Diplomaten Constantijn Huygens dokumentiert die immense Wirkung, die R.s Gem. auf das zeitgen. Publikum ausübten. Er beschreibt das plötzliche Erschrecken, das ihm die Begegnung mit R.s Haupt der Medusa (Öl/Lw., um 1617-18, Wien, KHM ) verursachte. Wegen dieser affektstarken Wirkung wollte Huygens das Bild bei allem Lob lieber im Hause eines Freundes denn in seinem eigenen wissen. Durch Henry D'Anvers ist dokumentiert, dass Karl I., der spätere engl. König, 1621 eine Tiger-, Löwen- und Leopardenjagd wegen ihrer gewaltsamen Dynamik für seine Gal. ablehnte und R. auffordern ließ, eine Szene mit "zahmeren Tieren" zu malen. Seit etwa 1619 betrieb R. systematisch die druckgrafische Reprod. seiner Gem. und sicherte sich Privilegien für die Stiche nach seinen Werken. Dies übertrug er durchweg professionellen Stechern; dass R. selbst zwei Rad. anfertigte, bleibt umstritten. Darüber hinaus erhielt er zahlr. große Aufträge aus dem In- und Ausland, u.a. von Pfalzgraf Wolfgang Wilhelm von Pfalz-Neuburg. Für die Antwerpener Jesuitenkirche St. Carolus-Borromeus entstanden unter Beteiligung der Wkst. u.a. zwei Altäre und die Deckengemälde (1718 verbrannt). Einen lebendigen Eindruck von R.s Werkstattbetrieb vermittelt die von Otto Sperling später aufgezeichnete Beschr. seines Besuches vom 21.Apr. 1621. Nach dem Tod Erzherzog Albrechts am 13.Juli 1621 fielen die südlichen Niederlande zurück an Spanien. Infantin Isabella regierte danach noch bis zu ihrem Tod als Statthalterin des span. Königs. Mit E. des zwölfjährigen Waffenstillstands mit den Vereinten Provinzen 1621 wurden die Kampfhandlungen wieder aufgenommen. R. hielt sich seit Jan. 1622 in Paris auf, wo er am 26.Febr. einen Vertrag über die Dekoration zweier Gal. des Pal. de Luxembourg abschloss, die der Verherrlichung der Maria de' Medici und Heinrichs IV. gewidmet sein sollten. Die 1.H. der Medici-Gal. (Öl/Lw., Paris, Louvre) ist der Jugend der Königin und der Verbindung mit Heinrich IV. bis zu ihrer Krönung gewidmet, darauf folgen Darst., die ihre Regentschaft verherrlichen. Die erhaltenen Korr. und Entwürfe dokumentieren, wie sorgsam die Themen erwogen und aufeinander abgestimmt wurden. Der Auftrag war politisch heikel, weil die Auftraggeberin sich mit ihrem Sohn, dem regierenden König, überworfen hatte. E. des Jahres entstanden die Entwürfe für einen Teppichzyklus zum Leben Constantins (Öl/Holz, 1622, versch. öff. und priv. Slg, u.a. London, Courtauld Inst., ebd., Wallace Coll.). Nachdem R. im März 1623 consultor der Sodalitas latina maior, der lat. Solidität im Professhaus der Jesuiten, geworden war, reiste er im Mai 1623 mit den ersten neun Bildern, die er vor Ort fertigstellte, nach Paris. Bis zum 29.Juni hielt der von der Gicht geplagte R. sich in Paris auf. Am 30.Sept. gewährte Infantin Isabella R. erstmals ein Gehalt von monatlich 10 Gulden für diplomatische Dienste. Am 5.Jan. 1624 wurde R. in den Adelsstand erhoben. Er hielt sich mehrfach in Brüssel auf und porträtierte Ambrogio Spinola in dessen Feldlager (Öl/Holz, 1624-27, Prag, NG). Im Juli 1624 besuchte Abraham Gölnitz, der aus Danzig stammende Sekretär des dän. Königs, R.s Haus. R. arbeitete zu dieser Zeit an den Gem. für die Medici-Galerie. Außerdem entstanden das Altarbild für St. Bavo in Gent (1623, Öl/Lw., in situ) und die Anbetung der Könige (1624, Öl/Lw., Antwerpen, Koninkl. MSK) für die Abteikirche St. Michiels. Dieses Hw. ist ein gutes Beispiel für die malerische Faktur der Bilder jener Jahre. Die vielfältige und auf Fernwirkung angelegte malerische Verarbeitung der Farbe verhärtet die dargestellten Gegenstände nicht, sondern scheint sie geradezu aufzulösen. Die Differenzierung der Texturen schafft dabei nicht allein eine lebendig strukturierte Oberfläche, sondern charakterisiert zugleich die mat. Beschaffenheit des Dargestellten. Deutlich ist das z.B. an dem rechts im Vordergrund gezeigten Kopf des Ochsen abzulesen, der zum klassischen Repert. von Epiphanie-Darst. zählt. Was aus der Distanz betrachtet der differenziert und naturalistisch gestaltete Kopf eines Rindes ist, löst sich bei näherem Hinsehen in einzelne Pinselstriche auf. Mit schneller Hand sind mit einem Minimum an schwarzer und weißer Farbe, aus dem Ockerton der Untermalung heraus, die Details der Darst. modelliert. Die geschickte Abschattierung ist der stehengebliebene Grund; was als Andeutung der Fellstruktur erscheint, erweist sich in Nahsicht als Spur des groben Borstenpinsels. Zw. dem 4.Febr. und dem 9.Juni 1625 hielt sich R. wieder in Paris auf, wo er die Medici-Gal. vollendete (Öl/Lw., Paris, Louvre). Kein Maler habe je so gelehrt, so klar wie R. allegorische Themen behandelt, schrieb de Piles 1699 mit Blick auf die Medici-Gal.: "Da die Allegorie eine Gattung der Sprache ist, muss sie folglich durch den Gebrauch autorisiert werden, auch da sie von vielen gehört wird. Er hat allein die Symbole der Antike eingeführt, die die Münzen und and. Mon. der Antike bek. machten, zumindest unter Gebildeten. Dieser Maler wusste nicht nur, so geschickt die Objekte zu erfinden, die er in seine Komp. miteinbeziehen wollte, er hatte auch noch die Kunstfertigkeit, sie so vorteilhaft zu arrangieren, dass nicht nur jedes Objekt im Einzelnen beim Betrachten Freude bereitet, sondern jedes auch noch zum Gesamteffekt beiträgt." (zit. nach Büttner, 2016, 127). Am 11.Mai 1625 wohnte er dort der Hochzeit des engl. Königs Karl I. mit Henrietta Marie de Bourbon bei, der Tochter von Maria de' Medici. Heimgekehrt begann R. die Arbeit an der Himmelfahrt Mariens für die Kathedrale in Antwerpen, die er 1626 vollendete (Öl/Holz, ebd.). Damals schenkte er der Lukas-Gilde die aus diesem Anlass erweiterte Madonna mit dem Papagei (Öl/Holz, um 1610/1625, Antwerpen, Koninkl. MSK). Am 10. Juli 1625 besuchte Infantin Isabella, die er porträtierte (Öl/Lw., 1625, Pasadena/Calif., Norton Simon Mus.), R.s Haus. In ihrem politischen Auftrag unternahm er zw. 25.Aug. 1625 und 20.Febr. 1626 versch. Reisen nach Brüssel und Dünkirchen. Briefe bezeugen seine Trauer über den Tod seiner Ehefrau Isabella Brant am 20.Juni 1626. Am 19.Nov. 1626 besuchte George Villiers, der 1. Herzog von Buckingham, R.s Haus, der ihm seine Antikensammlung verkaufte. Am 25.Dez. 1626 hielt R. sich wieder in Paris auf. Das anhaltende Gichtleiden hinderte ihn nicht zw. 10. Juli und 6. Aug. 1627 eine Reise durch die nördlichen Provinzen der Niederlande zu unternehmen, die noch immer vom Haus Habsburg als legitimes Territorium angesehen wurden. In Utrecht machte er die Bekanntschaft seines späteren Biografen Sandrart, der Details dieser Begegnung aufzeichnete. Das Auseinanderklaffen von habsburgischem Anspruch und politischer Realität machte die Entsendung offizieller Diplomaten unmöglich, weil die Habsburger die Reg. in Holland nicht als Verhandlungspartner anerkennen wollten. Im Sept. 1627 traf R. in Brüssel Don Diego Mexía Felípez de Guzmán, den Márquez von Leganés (Öl/Lw., 1627, Privatbesitz). R. war in dieser Zeit v.a. als Diplomat aktiv. In der Zeit seiner Abwesenheit leitete Willem Panneels das Atelier, der am 18. Okt. 1628 nach dreijähriger Lehrzeit bei R. als Freimeister in die Lukasgilde aufgenommen wurde. Auf einer Reise, die ihn vom 28. Aug. 1628 bis 29. April 1629 in diplomatischer Mission nach Spanien führte, verband R. den politischen Auftrag mit seinem Malerberuf. Zu den zahlr. im Auftrag des Hofes entstandenen Gem. kamen ohne Auftrag entstandene Werke und Kopien nach Tizian, die er für sich selbst anfertigte. Der Maler und Dichter Francisco Pacheco (1564) bezeugt R.s Begegnung mit seinem Schwiegersohn Diego Velázquez. Das politische Ziel der Reise war erreicht, nachdem R. am 27. Apr. 1629 zum Sekretär des span. Staatsrates ernannt worden war. Am 29. Apr. reiste R. über Paris und Brüssel zurück nach Antwerpen. Von dort brach er am 18. Mai 1629 zu Friedensverhandlungen nach London auf, wo er sich bis März 1630 aufhielt. Sein politischer Auftrag schlug sich auch in der Allegorie der Segnungen des Friedens (Öl/Lw., 1629-30, London, NG) nieder. Neben diesem ohne Auftrag angefertigten Bild entstanden zahlr. and. Werke für Karl I., u.a. die Entwürfe für die Deckenbilder der Banqueting Hall von Whitehall (Rotterdam, BvB und weitere öff. und priv. Slgn). In Cambridge wurde R. am 3.Okt. 1629 der Grad eines Magister artium verliehen, am 3.März 1630 wurde er sogar durch Karl I. in den Ritterstand erhoben. Am 23.März 1630 Rückreise über Dover nach Antwerpen. Sein Atelier war weiterhin ausgesprochen produktiv, R. selbst blieb zum Malen wenig Zeit. Vom 7. bis 18.Juni 1630 hielt er sich in Brüssel auf, wo er u.a. als Sekretär des Geheimen Rates vereidigt wurde. Am 6. Dez. 1630 heiratete der 53-jährige R. die erst 16-jährige Helene Fourment; er malte sie nicht nur im Brautkleid (Öl/Holz, um 1630-31, München, AP), sondern verherrlichte sie im sog. Pelzchen (Öl/Lw., 1636/38, Wien, KHM) auch allegorisch als Venus. R. entwarf das Signet für den Verlag Plantin-Moretus (Feder-Zchng, um 1630, Antwerpen, Mus. Plantin-Moretus) und arbeitete auch weiterhin für diverse Auftraggeber an mythologischen Gem. und unterzeichnete am 4.Febr. 1631 eine Vereinbarung über ein Epitaph für Michael Ophovius. Auch der sog. Ildefonso Altar (Öl/Holz, um 1630-32, Wien, KHM) für Isabella war schon in Arbeit, als R. am 16. Juli 1631 durch Philipp IV. in den Ritterstand der span. Krone erhoben wurde. Mit dieser neuen Würde ausgezeichnet, nahm R. vom 26.Juli bis 1.Aug. 1631 in Avesnes an den Verhandlungen mit Maria de' Medici teil, die auf der Flucht vor ihrem Sohn in den Niederlanden Zuflucht suchte. Am 10. Sept. 1631 besuchte sie R.s Haus, dem sie am 2. Okt. ihre Juwelen verpfändete. Weiterhin auf der politischen Bühne aktiv, reiste R. im Dez. 1631 nach Holland, in Den Haag durch Frederik Hendrik von Oranien empfangen. Auch im folgenden Jahr 1632 unternahm R. in geheimer diplomatischer Mission versch. Reisen, so zw. Juli und Aug. 1632 an den Hof nach Brüssel, nach Lüttich und Maastricht, wo er mit nord-niederl. Diplomaten verhandelte. Im Jan. 1633 erreichte R.s politische Karriere ihren Höhepunkt. Er hielt sich wiederholt in Brüssel auf, plante eine weitere Reise nach Holland und erhielt hierfür einen Reisepass. Die militärische Situation der habsburgischen Niederlande war kritisch und der von Isabella einberufene Staatsrat wollte einen Frieden um jeden Preis. R. hingegen setzte sich in völliger Loyalität für die habsburgischen Belange ein. Philippe-Charles d'Arenberg, dem Herzog von Aarschot, kam diese Einmischung so ungelegen, dass er unter Verweis auf R.s niedere Abkunft die von der Infantin angeordnete Zusammenarbeit verweigerte. Damit fand R.s politische Karriere ein E., obwohl Francisco de Moncada, der Marquis von Aytona, die Patenschaft für den am 12. Juni 1633 in der St. Jacobskerk getauften Frans R. übernahm. Nach dem Tod von Infantin Isabella am 1. Dez. 1633 führte Aytona vorläufig die Amtsgeschäfte. R. reiste deshalb am 10. Juni 1634 zu Gesprächen mit Aytona nach Brüssel, ohne allerdings auf die politische Bühne zurückzukehren. Ein Stuhl mit seinem Namen und dem Datum 1633 deutet darauf hin, dass R. Dekan der Maler-Gilde werden sollte, ohne dieses Amt aber anzutreten. 1634 arbeitete R. an der Kreuztragung für Afflighem (Öl/Holz, 1634-37, Brüssel, MRBAB). Sie erweist, wie in der Gestaltung des Helldunkels und dem ganz aus der Farbe gestalteten malerischen Vortrag zunehmend das Vorbild der venez. Malerei wirksam wird. Seit Nov. 1634 fertigte R. auch Entwürfe für die Festdekorationen zum feierlichen Einzug des neuen Statthalters Kardinal-Infant Ferdinand von Österreich in Antwerpen, Pompa Introitus Ferdinandi (1634, diverse Entwürfe und vereinzelte Originalteile in versch. Mus. erh., z.B. Antwerpen, KMSK und Wien, KHM). Am 27. Febr. 1635 ließ R. sich durch den Magistrat der Stadt Antwerpen sein Privileg der Steuerbefreiung bestätigen. Etwa zur gleichen Zeit prozessierte er in Paris gegen Raubdrucke und illegale Nachstiche seiner Kupferstiche. Am 17. Apr. 1635, dem Tag des feierlichen Einzugs Erzherzog Ferdinands in Antwerpen war R. erkrankt; der Kardinal-Infant ließ im deshalb die Ehre eines Besuches zuteil werden. Am 12. Mai 1635 erwarb R. das Landgut Het Steen bei Elewijt. Im Juni porträtierte er Jan Brant (Öl/Holz, München, AP). Erst am 20. Dez. 1635 waren die im Vorjahr fertiggestellten Gem. für die Decke in Whitehall in London angekommen. Nachdem R. im März des Jahres etliche Tage in Brüssel verbracht hatte, wurde er am 15. Apr. 1636 zum Hofmaler des Kardinal-Infanten ernannt und in diesem Amt am 13. Juni vereidigt. Im Sommer 1636 hielt er sich erstmals für mehrere Monate auf seinem Landgut Het Steen auf. Neben den nur brieflich bezeugten Entwürfen für Prunkgeschirr entstanden in diesem Jahr noch vor dem 20. Nov. 1636 die ersten Entwürfe für mythologische Bilder zur Ausstattung des Jagdschlosses Torre de la Parada von Philipp IV. (Öl/Holz, 1636-38, Madrid, Prado und weitere öff. und priv. Slg). Die ganze Wkst. arbeitete fieberhaft an den mehr als 100 Gem., für die ein Preis von 10.000 Livres vereinbart war. Am 9. Dez. wurde eine erste Anzahlung von 2.500 Gulden ausbezahlt und schon am 21. Jan. 1638 waren über 100 Gem. fertiggestellt. Bereits am 6. Dez. hatte Kardinal-Infant Ferdinand die Wkst. besucht. Er berichtete nach Madrid, dass R. "die Arbeit bereits unter den besten seiner Maler aufgeteilt habe, dass er die Zchngn aber alle selbst anfertigen möchte, mit Ausnahme jener, die er Snyders anvertraute." (zit. nach Büttner, 2016, 175). Ferdinand war auch im Apr. 1637 noch einmal zu Gast, erhielt die von R. überarbeiteten Bilder der Pompa Introitus Ferdinandi zum Geschenk. Am 24. Juni 1637 starb R.s Freund und Korrespondent Nicolas-Claude Fabri de Peiresc, mit dem er auch eine gemeinsame Publ. zu Gemmen und Kameen geplant hatte. Im Juli 1637 wurde R. mit der Kreuzigung Petri (Öl/Holz , 1637-42, Köln, St. Peter) beauftragt, im Aug. entstand der Entwurf zum Hochaltar der Bruderkirche in Antwerpen. Parallel wurde an den Bildern für das Jagdschloss Torre de la Parada gearbeitet, von denen 112 am 1. Mai 1638 in Madrid angekommen waren. Damals entstanden auf Bestellung des Malers Justus Suttermans Die Folgen des Krieges (Florenz), deren Entwurf R. selbst gewählt hatte und die im März 1638 bezahlt waren. Die Wkst. arbeitete an weiteren bestellten Bildern für Torre de la Parada, während R. zur Feier der Schlacht von Calloo den Siegeswagen (Öl/Holz, 1638, Antwerpen, Koninkl. MSK) entwarf. Den Sommer verbrachte R. auf Het Steen. Die Monate von Juli bis Okt. 1638 waren von der zunehmenden Gicht überschattet. Seine Krankheit verschlimmerte sich so sehr, dass er am 11.Dez. die letzte Ölung erhielt. Er erholte sich, erhielt wieder Besuch vom Kardinal-Infanten, der das im offiziellen Auftrag des span. Königs entstandene Urteil des Paris (Öl/Holz, 1638-39, Madrid, Prado) inspizierte, um am 27.Febr. 1639 nach Madrid zu berichten, dass die Venus in der Mitte ein Porträt von R.s Frau und die Ähnlichkeit sehr groß sei. Allerdings sei das Gem. problematisch, denn die Göttinnen seien "zu nackt." Er selbst habe R. auf diesen Fehler hingewiesen und versucht, ihn zu einer Änderung zu bewegen, doch der habe behauptet, "das müsse so sein, damit man den Kunstwert der Malerei sehe." (zit. nach Büttner, 2016, 152). Auch A. 1640 litt R. unter starken Gichtanfällen. Nachdem er in Abwesenheit zum Ehren-Mitgl. der Accad. di S. Luca in Rom ernannt worden war, begann die Gicht am 5.April 1640 seine Hände zu lähmen. R. konnte deshalb seinen Amtspflichten nicht mehr nachkommen, sodass am 19.April 1640 sein Amt als Sekretär des Geheimen Staatsrates auf seinen Sohn Albert überging. Nachdem R. am 27.Mai sein letztes Test. gemacht hatte, starb er am 30.Mai 1640. Mit allen Ehren wurde er in der Sint-Jacobskerk in Antwerpen beigesetzt, über seinem Grab brachte man die Madonna mit dem Kind und mehreren Hll. (Öl/Holz, 1638-39, Antwerpen, St. Jacobskerk) an, die in Kolorit und Pinselschrift den Spätstil des Malers vertritt. Die lit. Stilisierung, aber auch die Vereinnahmung seines Lebens und seiner Person hatte schon zu Lebzeiten begonnen und riss nach seinem Tod nicht ab. Genau wie seine künstlerische Nachf. dokumentiert sie R.s überragende Bedeutung. R.s eindringliche Bilderfindungen und sein malerischer Stil wurden auch dank der europaweiten Verbreitung seiner Werke beispielhaft für zahlr. Künstler. Die Vorbildwirkung von R. wird für die Zeit ab etwa 1630 bis in das erste Drittel des 18.Jh. unter dem Begriff "Rubenismus" zusammengefasst. Die Nachwirkung und Rezeption reicht aber über Eugène Delacroix und Pablo Picasso bis in die Kunst der Gegenwart.

WERKE

Antwerpen, Kathedrale. - Koninkl. MSK. - Rubenshuis. Berlin, GG. Brüssel, MRBAB. Budapest, SzM. Darmstadt, LM. Detroit, Inst. of Art. Den Haag, Mauritshuis. Grasse, Kathedrale. Grenoble, Mus. de Peinture et de Sculpture. Kassel, GG. Lille, MBA. London, NG. - Courtauld Inst. - Whitehall, Banqueting House. - Wallace Coll. Madrid, Prado. Mantua, Pal. Ducale. München, AP. Nancy, MBA. New York, Metrop. Mus. Paris, Louvre. Potsdam, SPSG. Prag, NG. Rotterdam, BvB. Sarasota, Ringling Mus. St.Petersburg, Eremitage. Stockholm, NM. Wien, KHM. - Liechtenstein Gal. - Albertina. Windsor/Berks., Windsor Castle.

SELBSTZEUGNISSE

M.Rooses/C.Ruelens (Ed.), Codex Diplomaticus Rubenianus. Correspondance de R. et Doc. Epistolaires concernant sa Vie et ses Œuvres, 6 Bde, Ant. 1887-1909 (Reprint: Soest/Holand, 1972/73).

AUSSTELLUNGEN

Einzelausstellungen:

2004 Lille, Pal. des BA (K) / Antwerpen: 2004 (K), '11 (K), '14 (K, Lit.) Rubenshuis; 2004-05 Koninkl. MSK (K, Internat. Wander-Ausst.) / 2004 Braunschweig, HAUM (K) / 2004-05 (K), 17-18 (K, Internat. Wander-Ausst.) Wien, KHM / 2005-06 London, NG (K) / 2007-08 Brüssel, MRBAB (K, Lit.). -

 

Gruppenausstellungen:

1992 Köln, Wallraf-Richartz-Mus.: Von Bruegel bis R. (K, Internat. Wander-Ausst.) / 1993 Antwerpen, Rubenshuis: R.s cantoor (K) / 1993-94 Boston (Mass.), MFA: The Age of R. (K, Internat. Wander-Ausst.) / Brüssel: 1998 Mus. royaux d'Art et d'Hist.: Albrecht & Isabella (K); 2014-15 MRBAB: R. und sein Vermächtnis (K, Internat. Wander-Ausst.) / 2001 Hamm, Gustav-Lübcke-Mus.: Gärten und Höfe (K, Wander-Ausst.) / 2004 Kassel, GG: Pan & Syrinx (K, Internat. Wander-Ausst.) / 2006-07 Los Angeles, Getty: R. & Brueghel (K, Internat. Wander-Ausst.) / 2009-10 München, AP: R. im Wettstreit (K) / 2010-11 Hamburg, Bucerius Kunstforum: Barock aus Antwerpen (K, Internat. Wander-Ausst.).

 

QUELLEN

Thieme-Becker, Vollmer und AKL:

ThB29, 1935

 

Weitere Lexika:

Ceán Bermúdez VI, 1800 (Supl.); Zülch, 1935; Grant, Dict., 1952; Pavière, Flower I, 1962; ELU IV, 1966; Vargas Ugarte, 1968; Schede Vesme III, 1968; Vargas Ugarte, 1968; Bauer, GEM VII, 1978; Páez Rios III, 1983; Waterhouse, 1988; PittItalSeic II, 1988; EAPD, 1989; DPB II, 1995; DA XXVII, 1996; Dicc. de arte esp., Ma. 1996; Stewart/Cutten, 1997

 

Gedruckte Nachweise:

M.Rooses, L'Œuvre de P.P.R., 5 Bde, Ant. 1886-92; P.Arents, Geschriften van en over R., Ant. 1940; id., R.-Bibl., Br. 1943; J.S. Held, R. Selected drawings, 2 Bde., Lo. 1959; Corpus Rubenianum Ludwig Burchard, 29 Bde, Lo. 1968-2020 (WV); L.Burchard/R.-A. d'Hulst, R. Drawings, 2 Bde., Br. 1963; A.Glang-Süberkrüb, in: Arch. für Gesch. des Buchwesens, Bd XVIII/3, Ffm. 1977, 555-666; J.S. Held, The oil sketches of P.P.R., 2 Bde., Pr./N.J. 1980; M.Jaffé, R. - Cat. completo, Mi. 1989; J.Muller, R., Pr./N.J. 1989; A.-M. Logan/M. C. Plomp, P.P.R. The drawings (K), N.Y. 2005; R.: A genius at work (K), Br. 2007; N.Büttner, Pietro Pauolo R., Rg. 2016 (Lit.); A.Pufke (Ed.), Die Kreuzigung von Rubens, M. 2022

 

Onlinequellen:

Rubens-online.

 


THIEME-BECKER

Artikel von: Gustav Glück.

Rubens, Peter Paul, Maler, *28. 6. 1577 Siegen (damals in der Grafschaft Nassau, im heut. Westfalen), †30. 5. 1640 Antwerpen. Biographie. R.s Vater Jan, ein angesehener Rechtsanwalt, seit 1562 einer der Schöffen der Stadt Antwerpen, wanderte 1568 mit seiner Gattin Marie Pypelincx der polit. Verhältnisse u. seiner Neigung zur reform. Kirche wegen nach Köln aus. Dort brachten ihm seine Beziehungen zu Anna von Sachsen, der Gemahlin Wilhelms von Oranien, des Schweigers, 2 Jahre Kerker in Dillenburg u. 5 Jahre Zwangsaufenthalt in Siegen (1573/78) ein, wo R. als 6. Kind 28. 6. 1577 geboren wurde. Bald nach Jans Freilassung siedelte die Familie wieder nach Köln über, wo der Vater 1. 3. 1587 starb. Die Witwe kehrte spätestens Anf. 1589 nach Antwerpen zurück. Für die geist. Ausbildung R.s dürfte in seiner frühesten Jugend der als gelehrt bekannte Vater maßgebend gewesen sein; in Antwerpen besuchte der Knabe, etwa bis zu seinem 14. Jahre, die Schule eines gewissen Rombaut Verdonck, wo Latein u. Griechisch gelehrt wurden. Dann kam er als Page zu Margarete von Ligne, Witwe des Grafen Philipp von Lalaing, die damals wahrscheinlich in Oudenarde lebte, wußte aber bald - "des Hoflebens überdrüssig", wie sein Biograph sagt - bei seiner Mutter durchzusetzen, daß er sich der Malerei widmen durfte. Die erste Unterweisung scheint er durch den mit s. Familie verschwägerten Antwerp. Landschaftsmaler Tobias Verhaecht erhalten zu haben; seine weiteren Lehrer waren - offenbar nacheinander - Adam van Noort u. Otto Venius. Seine gesamte Lehrzeit kann nicht mehr als 7 bis 8 Jahre gedauert haben, da er schon 1598 als Meister in die Lukas-Gilde von Antwerpen aufgenommen wurde. Mai 1600 trat er, dem Beispiel s. Vaters (der in Rom die Doktorwürde erworben hatte) u. dem s. Lehrers Venius folgend, eine längere Reise nach Italien an. In Venedig traf er einen im Dienste Vincenzos I. von Gonzaga stehenden rnantuan. Edelmann, dem er einige seiner Gemälde zeigte, worauf er von dem kunstsinnigen Herzog an seinen Hof berufen wurde, zu dessen Haushalt er die 8 nächsten Jahre gehörte. Okt. 1600 war R. in Florenz u. nahm, vielleicht schon im Gefolge Vincenzos, an den Feierlichkeiten anläßlich der Vermählung Marias v. Medici mit Heinrich IV. von Frankreich teil. Juli 1601 ging er nach Rom, wo er Anf. 1602 einen Auftrag des Erzherz. Albert, Souveräns der Niederlande, zur Ausschmückung der Kirche Santa Croce in Gerusalemme mit Altarbildern erhielt. 20. 4. 1602 war R. wieder in Mantua. Anf. Juli hatte er in Verona u. in Mantua eine Zusammenkunft mit s. ält. Bruder Philipp u. dem mit beiden befreund. Gelehrten u. späteren Schöffen von Antwerpen Jan Woverius. 1603 führte ihn ein Auftrag Herzog Vincenzos nach Spanien : er sollte eine Geschenksendung begleiten, bestehend aus einer Karosse, 6 Pferden, 11 Feuerrohren, Gemälden, kostbaren Vasen u. and. Kunstgegenständen, bestimmt für Philipp III., den Herzog von Lerma u. and. Personen des kgl. Hofstaates. Die Reise wurde Anf. März 1603 angetreten u. führte über Ferrara, Bologna, Florenz (15./25. 3.), Pisa, Livorno nach Alicante (22.4). In Pisa traf er den Großherz. Ferdinand I. von Toskana, der, mit R.s Beruf u. Sendung vertraut, ihm seinerseits einen Auftrag für Alicante erteilte. Von Alicante führte die Reise an den Hof nach Valladolid, wo R. 13. 5. anlangte. Hier wurden die Geschenke Philipp III. durch den Gesandten des Herzogs von Mantua Annibale Iberti übergeben, wobei R. anwesend war, aber nicht vorgestellt wurde (11. 7.). Den Herzog von Lerma aber, dem er zusammen mit lberti die ihm zugedachten Gemälde (hauptsächlich Kopien) u. Kristallvasen überreichte (13. 7.), hat er näher kennen gelernt u. wurde von ihm in der Folge mit Aufträgen, darunter dem Reiterbildnis des Herzogs (15. 9. schon in Aussicht genommen, in Valladolid u. Ventosilla gemalt, 23. 11. vollendet) bedacht. Außerdem war er in Spanien mit Wiederherstellung der mitgebrachten Gemälde, von denen er zwei ganz verdorbene durch eigene Werke ersetzte, u. wohl mit dem Malen von Damenbildnissen (oder Kopien nach solchen) beschäftigt, die für die sogen. "Schönheitsgalerie" des Herzogs v. Mantua gedacht gewesen zu sein scheinen. Wahrscheinlich kehrte er erst Friihjahr 1604 nach Mantua zurück, nachdem er zus, mit dem mantuan. Gesandten Iberti vom Dez. 1603 an am Hofe Philipps III. in Valencia verweilt u. sich in Vinaroz eingeschifft hatte. In Mantua wird R. 2. 6. 1604 mit einem Jahresgehalt von 400 Dukaten erwähnt. Ende 1605, spätestens 11. 2. 1606, ist er wieder in Rom (dort 17. 2., 1. 4., 23. 6., 22. u. 29. 7., 9. 9., 2. 12. 1606, 17. 2., 24. 2., 14. 4., 28. 4., 9. u. 11. 6., 16. 9. 1607, 2. 2., 23. 2. 1608 nachweisbar). In Rom wohnte er anfangs mit s. Bruder Philipp zusammen (4. 8. 1606 gemeinsames notarielles Zeugnis), den der kränkliche Zustand der Mutter Ende 1606 nach Hause rief. Dazwischen muß R. im Laufe des Jahres 1606 mehrfach in Genua geweilt haben, da er dort Bildnisse von Mitgliedern vornehmer Familien u. ein großes Altarbild malte u. auch Zeichnungen u. Pläne für seine spätere Veröffentlichung der "Palazzi di Genova" (1622) sammelte. In Rom, wo R. manche Gönner fand, wie z. B. den Kardinal Scipio Borghese, erhielt er den Auftrag für das Hauptaltarwerk der vor kurzem vollendeten, Chiesa Nuova". Mit den röm. Berufsgenossen scheint er nicht viel verkehrt zu haben, obwohl er im Auftrage seines Hofes wegen des Ankaufs mehrerer ihrer Bilder, wie z. B. Caravaggios Tod Mariä (heute Paris, Louvre) u. eines Gemäldes Cristofano Roncallis zu verhandeln hatte. Mehr hat er sich an in Rom lebende deutsche Künstler, Gelehrte u. Ärzte angeschlossen. Mit A. Elsheimer verband ihn warme Freundschaft. Auf die Nachricht von schwerer Erkrankung seiner 70 jähr. Mutter hin reist R. 28.10. 1608 nach Hause, ohne die Bewilligung des Herzogs von Mantua abzuwarten. Die Mutter war aber schon am 19. 10. 1608 verschieden. In Antwerpen traf R. gegen Ende Nov. oder Anf. Dez., jedenfalls aber vor 11. 12. 1608, zu dauerndem, nur durch Reisen unterbrochenem Aufenthalt ein. Bald nach der Rückkehr erhielt er den Auftrag, Bildnisse s. Landesfürsten, des Erzherz. Albert u. seiner Gemahlin, der Infantin Isabella, zu malen. Beide ernannten R. am 23. 9. 1609 zu ihrem Hofmaler unter Verleihung einer gold. Kette mit ihren Bildnismedaillen u. Aussetzung eines Jahresgehalts von 500 Gulden, womit eine Befreiung von den Vorschriften der Gilde verbunden war. 3. 10. 1609 heiratete R. Isabella Brant, die 18jähr. Tochter des Stadtsekretärs von Antwerpen Jan Brant (1559-1639) u. der Clara de Moy (deren Schwester Maria Philipp R. am 26. 3. 1609 geheiratet hatte). Er wohnte zunächst im Hause seiner Schwiegereltern, kaufte aber schon 4. 1. 1611 ein Haus u. ein ansehnliches Grundstück, worauf ein palastartiger Wohnbau entstand, den R. Anf. 1616 bezogen zu haben scheint. Dieser 1. Ehe entsprossen 3 Kinder: Clara Serena (get. 21. 3. 1611), Albert (get. 5. 6. 1614) u. Nicolaes (get. 23.3. 1618). Schon früh verbanden R. nahe freundschaftl. Beziehungen mit den Angehörigen der kunstsinnigen u. geistig hochstehenden Kreise Antwerpens, wie dem Bürgermeister Nic. Rockox, dem Geschichtsschreiber Casp. Gevaerts u. dem Kunstliebhaber Corn. van der Geest. Schüler u. Gehilfen strömten ihm zu. Schon auf der ital. Reise hatte ihn einer, Deoclat Delmont, begleitet, Mai 1611 konnte R. sagen, er habe über100 zurückweisen müssen, darunter Verwandte. Um diese Zeit stand sein Ruhm fest; er galt -in der damal. Sprache - als der "A pelles des Jahrhunderts". R.s Kompositionen verbreiteten sich über ganz Europa, in der Form von Gemälden, die private und fürstl. Personen bei ihm bestellten oder von ihm kauften, von Wandteppichen, die nach seinen Skizzen u. Kartonen in Brüssel gewirkt wurden, u. endlich von Kupferstichen, die mit Illustr, für den ihm seit s. Jugend befreundeten Buchdrucker Balth. Moretus u. mit Arbeiten holländ. Stecher nach R.s Gemälden beginnen, womit eine erste Reise R.s nach Holland um 1613 zusammenzuhängen scheint. Neben seiner vielseitigen Besthäfügung setzte R. eine Sammeltätigkeit, die er schon in Italien begonnen hatte, aufs eifrigste fort u. erwarb von dem engl. Gesandten im Haag Sir Dudley Caneton eine ansehnliche Reihe von antiken Bildwerken im Tausch gegen eine Anzahl eigener Gemälde u. von Wandteppichen nach seinen Kompositionen (1618). Auch Bilder ital. Meister, bes. Venezianer, scheint er schon damals in seinen Besitz gebracht zu haben. Um 1615 verfügte R. über eine bedeutende Werkstatt, als deren bedeutendster Mitarbeiter etwa seit 1617 der junge Van Dyck erscheint, der noch an dem 29. 3. 1620 bestellten Schmuck der Antwerp. Jesuitenkirche, bes. mit Deckenbildern (1718 verbrannt), wesentlichen Anteil nahm. Auch der Verbreitung seiner Kompositionen durch den Stich wandte R. nun seine besond. Aufmerksamkeit zu; er wußte sich durch Privilegien für Holland. Frankreich u. das Herzogtum Brabant im Laufe der Jahre 1619 u. 1620 vor Nachdruck u. sonstigem Mißbrauch zu sichern. Doch bereitete ihm der Größenwahn eines der besten Stecher, die ihm zur Verfügung standen, Lucas Vorsterrnans d. Ä., große Schwierigkeiten, die mit Gehässigkeiten u. Bedrohungen begannen u. im Aug. 1622 sogar zu einem Attentat auf R.s Leben führten. Juli 1620 erhielt R. in Antwerpen den Besuch der Gattin eines der größten Kunstfreunde Englands, des Grafen Arundel, Aletheia Talbot, die er samt ihrer Begleitung malte, während der Graf selbst ihm erst einige Jahre später in London gesessen hat. Okt. 1621 begann R. mit dem französ. Archäologen Nie. Cl. Fabri de Peiresc einen gelehrten Briefwechsel über die verschiedensten Gegenstände des klass. Altertums, der beweist, daß R. auf diesem Gebiete weitgehende Studien getrieben hat. Nov. 1621 hören wir von dem Plan einer Reise R.s nach Paris, u. am 23.12. ist von einem Auftrag der Königinmutter Maria von Medici zur Ausschmückung ihres neuen Palastes (Luxembourg) mit einer Reihe von Wandgemälden die Rede. Jedenfalls war R. 11. 1. 1622 in Paris u. kehrte 26. 2. nach Antwerpen zurück. Vorher hatte er den Auftrag für die Ausmalung von 2 Galerien zum Preise von 20000 Dukaten erhalten, mit der Erlaubnis, zu Hause zu arbeiten u. erst nach Fertigstellung von 8 bis 10 Bildern zurückzukehren. Der Gesamtplan steht 22. 4. 1622 einigermaßen fest u. wird 1. 8. 1622 von Maria von Medici angenommen. 24. 5. 1623 ist R. in Paris u. legt Mitte Juni der Königin 9 Bilder vor. Dez. 1624 ist er so weit, daß er hofft, mit seinem ganzen Werk in 6 Wochen nach Paris kommen zu können. Tatsächlich traf er Febr. 1625 in Paris ein, blieb einige Monate mit der Aufstellung u. Vollendung der Gemälde, wie auch mit dem Ersatz eines verworfenen durch ein anderes beschäftigt, nahm 11. 5. 1625 als Zuschauer an der Vermählung Henriette Marias mit Karl I. von England teil und kehrte 12. 6. 1625 nach Antwerpen zurück. Während der wiederholten Aufenthalte in Paris hatte R. mehrere and. Bestellungen erhalten : für Ludwig XIII. malte er 1622/25 die Kartone zu einer Reihe von Wandteppichen aus der Gesch. Konstantins des Gr., für den Herzog von Buckingham 1625/26 dessen Reiterbildnis. In diese Zeit (Sept. 1623) fällt der Beginn von R.s diplomat. Tätigkeit, die auf den Frieden zwischen den span. u. den unabhäng. Niederlanden, wie auch zwischen Spanien u. England abzielte, u. von der wir Näheres zuerst im Aug. 1624 hören. Neben Ambrogio Spinola war R. seitdem der einflußreichste Berater Isabellas, an deren Hof zu Brüssel er sich nachweislich vom 25. 8. 1625 bis 20.2. 1626 ständig aufhielt - ein Aufenthalt, der, durch Fahrten nach Dünkirchen im Sept. u. (in geheimer Mission) an die deutsche Grenze im Okt. unterbrochen, gelegentlich auch durch die damals in Antwerpen herrschende Pest begründet wurde. Obwohl diese Epidemie nur vorübergehend nachließ, ist er 26. 2. 1626 wieder in Antwerpen. Dort starb ihm 20. 6.1626 seine 1. Frau Isabella Brant, vielleicht an der Pest. Von diesem Schlage tief getroffen, scheint R. zunächst in Antwerpen geblieben zu sein (nachweisbar 15. 7., 24. 7., 30. 7.); doch hören wir von einer vorübergehenden Abwesenheit 28. 8. 1626. Den größten Teil des Herbstes 1626 verbrachte R. in Antwerpen, mit größtem Interesse die polit. Dinge verfolgend. Die im Jahre vorher in Paris angeknüpften Beziehungen zu dem engl. Minister Herzog von Buckingham, die er auf Wunsch Isabellas fortsetzte, führten zu Verhandlungen wegen des Verkaufs von R.s Antikensammlung u. einigen seiner eigenen Bilder an den Herzog. Zu diesem Zweck begab sich R. Anf. Dez. nach Calais, wo er vergeblich 3 Wochen auf den Vertrauensmann des Herzogs, den Maler Bailli. Gerbier, wartete, den er erst in Paris angetroffen zu haben scheint, wo er sich vom 25. 12. bis gegen Mitte Jan. 1627 aufhielt, einige Tage geplagt von einem heftigen Gichtanfall. Von Paris kehrte er übel Brüssel nach Antwerpen zurück. Buckinghams Kauf wurde erst Sept. 1627 abgeschlossen; als Gesamtpreis werden 100000 Gulden genannt. Daneben läuft R.s diplomat. Tätigkeit, die ihn von nun an wieder häufig an den Hof zu Brüssel führte u. in Beziehungen zu den einflußreichsten Persönlichkeiten dieser Zeit, wie Spinola, dem Marqués Leganes, dem Conde-Duque Olivarez, dem Abbé Scaglia brachte. Febr. 1627 kam es zu Friedensbesprechungen mit Gerbier, dem polit. Vertrauensmann Buckinghams; Juli dess. Jahres wurde zwischen beiden Malern eine Zusammenkunft in Holland verabredet, für die Kunstangelegenheiten als Vorwand dienten. 10. 7. 1627 ist R. in Breda, will in einem Grenzorte (Zevenbergen) verhandeln, holt sich, als dieser Vorschlag abgelehnt wird, aus Brüssel neue Instruktionen u. geht über Antwerpen (19. 7.) wieder nach Holland, wo er 21. 7. Gerbier in Delft trifft, teils mit diesem, teils mit Joachim von Sandrart holländ. Städte, wie Amsterdam u. Utrecht, u. Künstler wie Ger. v. Honthorst, Abr. Bloemaert, Corn. v. Poelenburg besucht u. bis 6. 8. bleibt. Ohne greifbaren polit. Erfolg erscheint er 9. 9. wieder in Brüssel, wohin er auch in nächster Zeit sehr häufig kommt (z. B. 16. 5. 1628). Obwohl Philipp IV. R. am 5. 6. 1624 den Adel verliehen u. Isabella ihn 1627 zu ihrem Kammerherrn ("gentilhomme de la maison de S. A. Ser.") ernannt hatte, nahm man anfänglich am span. Hof doch Anstand daran, daß ein Maler die Verhandlungen mit England führe. Diesen Bedenken wurde von Isabella mit dem Einwurf begegnet, daß auch die andere Partei durch einen Maler, Gerbier, vertreten sei. Anf. Juli 1628 hören wir von der Absicht einer Entsendung R.s nach Spanien, wohin schon vorher Spinola berufen worden war, und wo R. von Olivarez neue Instruktionen erhalten sollte. Ende August reiste R. mit einem Abstecher zur Besichtigung der Belagerung von La Rochelle über Paris nach Madrid. wo er in der 2. Sept.-Woche eintraf u. bis 29. 4. 1629 blieb. Dort hatte er Besprechungen mit Olivarez u. nahm 28. 9. 1628 an der Sitzung des Staatsrats teil, immer bestrebt, zu einer Einigung zwischen Spanien u. England zu gelangen. Daneben hatte er sich als Maler der Huld Philipps IV. zu erfreuen, der ihn fast täglich in den ihm zugewiesenen Gemächern im Palast besuchte, malte 5 Bildnisse des Königs, darunter ein Reiterporträt mit allegor. Figuren, ferner die Bildnisse der königl. Familie für die Infantin Isabella u. porträtierte auch ege Privatpersonen. Er kopierte mehr als ein Dutzend Gemälde Tizians aus dem Bes. des Königs u. einige weitere Werke dess. Meisters aus span. Privatbesitz, erneuerte die 1609 gem. Anbetung der Könige durch Anstückung u. - z. T. - übermalung u. schuf für den Marqués Leganes ein kleines Gemälde der Empfängnis u. für einen and. Adeligen einen Johannes Evang. in Lebensgröße. 8 Gemälde seiner Hand oder aus seiner Werkstatt hatteer zum Schmuck des Palastes mitgebracht. Den jungen Vellizquez lernte er damals kennen. Zum Abschied erhielt er von Philipp IV. einen wertvollen Ring u. wurde 2 Tage vor seiner Abreise zum Sekretär des Geheimen Rats ernannt, eine Würde, deren Vererbung an seinen Sohn Albert ihm zugesichert wurde. Durch diese Auszeichnung hoffte der span. Hof, der beabsichtigten Sendung R.s nach England ein größeres Gewicht zu verleihen. Mit dem Auftrag, wegen eines Waffenstillstandes zwischen Spanien u. England zu verhandeln, reist R. über Paris (12. 5. 1629), Brüssel (17. 5.) u. Antwerpen nach Dünkirchen, wo er 27. u. 28. 5. auf ein engl. Schiff wartete, das ihn 3. 6. nach Dover brachte. In London ist er 5. 6., steigt bei Gerbier ab, wird am folg. Tag von Karl I. in Greenwich empfangen u. von engl. Würdenträgern festlich bewirtet. Sein Aufenthalt in England wird fast ausschließlich von diplomat. Tätigkeit ausgefüllt; ausführl. Berichte darüber, die ihn unendlich viel Zeit gekostet haben müssen, sendet er an Olivarez nach Spanien. Er kämpft mit Erfolg gegen die Intrigen des französ. Gesandten, gegen die Korruption am engl. Hofe, wird in seinen Absichten immer wieder durch die engl. Pläne für Wiederherstellung der Pfalz u. durch Mißerfolge der span. Waffen behindert, ist schon nach wenigen Wochen bereit, wieder nach Flandern zurückzukehren, wozu es aber erst kam, nachdem ein eigener engl. Gesandter nach Spanien u. ein span. nach England entsendet worden waren. Zum Malen scheint er nur wenig gekommen zu sein, studierte aber die reichen Kunstsammlungen Karls I., des verstorb. Herzogs von Buckingham, des Grafen Arundel u. a. m. 27. 2.1630 verabschiedet er sich von König u. Königin u. reist nach Beweisen hoher Achtung sowohl von Seiten der Engländer als auch seiner span. Auftraggeber 6. 3. von London ab, nachdem Karl I. ihm eine Diamantschnur u. einen kostbaren Ring geschenkt u. ihm 3.3. die Ritterwürde verliehen hatte. In Dover wurde er durch Paßschwierigkeiten festgehalten u. konnte sich erst 23. 3. einschiffen. Nach Berichterstattung an die Infantin Isabella in Brüssel traf er Anfang April 1630 wieder in Antwerpen ein. Seine Bemühungen um Wiederherstellung des Friedens zwischen Spanien u. England führten zu vollem Erfolg. Nach der Rückkehr nahm er seine maler. Tätigkeit wieder auf, arbeitete an der niemals vollendeten 2. Luxembourg-Galerie mit der Gesch. Heinrichs IV., auch an Buchillustr. für Balth. Moretus (die er erst später s. Schüler Erasmus Qellinus unter seiner Anleitung überließ) u. setzte seine unterbrochene gelehrte Korrespondenz mit Peiresc u. Dupuy fort. 6. 12. 1630 heiratete er die 16 jähr. Helene Fourment, Tochter eines wohlhabenden Antwerp. Seidenhändlers, deren viel älterer Bruder Daniel eine Schwester von R.s 1. Frau geheiratet hatte. Dieser 2. Ehe entsprossen 5 Kinder: Clara Johanna (*18. 1. 1632), Frans (*12. 7. 1633), Isabella Helene (*3. 5. 1635) Peter Paul (*1. 3. 1637), Konstanze Albertine (posthum 3. 2. 1641). Auch jetzt blieb R. nicht von polit. Aufträgen verschont. Noch im Dez. 1630 ist im Madrider Staatsrat von seiner neuerlichen Entsendung nach England die Rede, die er aber ablehnte, obwohl er immer noch polit. Berichte an Olivarez sandte. Eine wichtige Rolle spielte er nach der Flucht Marias von Medici: 26. 7. 1631 empfängt er mit dem Marquis von Moncada die Königin-Mutter in Avesnes, begleitet sie nach Mons (1./10. 8.) u. setzt sich in seinen Berichten energisch, aber vergeblich, für eine Intervention Spaniens in der Angelegenheit des Streites Marias von Medici mit ihrem Sohn Ludwig XIII. u. mit Richelieu, dessen Sturz er wünscht, ein. 20. 8. 1631 verlieh Philipp IV. R. die Ritterwürde. Noch einmal hatte R. im Auftrage Isabellas mit einem polit. Geschäfte zu tun, für das er sich mit ganzem Herzen einsetzte, da es sich um den Frieden zwischen den südl. span. u. den nördl. unabhäng. Niederlanden handelte. Eine geheime Sendung führte ihn 14. 12. 1631 nach Bergen op Zoom; er reiste weiter nach Holland, hielt sich 2 Tage als Unterhändler bei dem Prinzen Friedr. Heinrich im Haag auf, kehrte aber ohne Ergebnis nach Brüssel zurück. Auch später blieben seine Verhandlungen 14./25. 8. 1632 mit den Generalstaaten von Holland in Lüttich u. 26. 8. mit d. Prinzen Friedr. Heinr. in Maastricht erfolglos. 29. 8. ist er wieder in Brüssel, wohin er bis Anf. 1633 wiederholt kommt, da er in dieser Sache das volle Vertrauen Isabellas genießt. Auch als die Generalstaaten der südl. Niederlande selbst in Verhandlungen mit ihren holländ. Brüdern getreten waren, suchte Isabella R. mehr zur Überwachung als zur - vorgeschützten - Unterstützung bei diesen Verhandlungen zu verwenden. Allein schon R.s Eingabe um einen holländ. Paß, der 13. 12. verlangt u. 19. 12. bewilligt wurcte, erregte einen heftigen Sturm bei den Generalstaaten der span. Niederlande, deren Haupt, der hochmütige Herzog von Aerschot, sein schlechtes Gewissen durch einen unverschämten Brief verriet, den er R. schrieb, weil dieser auf Befehl der Infantin ihm die Einsicht in seine Papiere vorenthalten hatte. R. bat daraufhin seine Gönnerin kniefällig um seine Enthebung von diplomat. Sendungen; an seiner Stelle wurde sein Freund Jan Woverius nach Holland geschickt. Aber auch noch nach Isabellas Tode (1. 12. 1633) ist im Aug. 1635 von einer Entsendung R.s nach Holland in diplomat. Angelegenheiten u. unter dem Vorwand, Bilder u. Antiquitäten zu besichtigen, die Rede; doch scheint es zu dieser Reise nicht gekommen zu sein. Seitdem widmete sich R. wieder ausschließlich seinen künstlerischen Aufgaben. Die schon weit gediehenen Vorarbeiten für die 2. Luxembourg-Galerie hatte er nach der Flucht der Königin-Mutter aufgeben müssen. Ein anderes großes Werk, der noch an Ort u. Stelle erhalt. Deckenschmuck der Banketthalle von Whitehall zu London, war im Aug. 1634 fertig; im Sommer 1635 ist von der Versendung der Bilder die Rede, die R. nicht selbst begleitete, teils seines Gichtleidens, teils einer "Scheu vor den Höfen" wegen; 11. 3. 1636 sind sie eingesetzt. Eine andere gewaltige Aufgabe fiel R. ungefähr um dieselbe Zeit zu: die Oberaufsicht u. künstler. Leitung d. Festdekorationen zum Einzug des Nachfolgers Isabellas, des Kardinal-Infanten Ferdinand, der nach dem Siege von Nördlingen im Nov. 1634 nach den Niederlanden kam u. in der 1. Hälfte d. April 1635 in Antwerpen feierlich empfangen wurde. Für die meisten der zu errichtenden Triumphbögen lieferte R. die Entwürfe (seit Dez. 1634); fast alle hervorrag. Maler Antwerpens wurden dabei beschäftigt. Der Kardinal-Infant ernannte R. zu seinem Hofmaler ("peintre de l'Hostel de Son Altäre"), wofür R. den Eid 13. 6. 1636 leistete. Durch dens. Prinzen erhielt R. eine Reihe von Aufträgen Philipps IV., die nach seinen Skizzen teils von ihm selbst, teils von seinen Schülern ausgeführt wurden: der 1. betraf eine Reihe von Gemälden nach Ovids Metamorphosen für das königl. Jagdschloß Torre de la Parada, die, 20. 11. 1636 begonnen, 21. 1. 1638 fertig, aber zum Einrollen noch zu feucht, 11. 3. 1638 mit einem Paß durch Frankreich geschickt, 1. 5. in Madrid anlangten; eine 2. Sendung, am 30. 6. 1638 bestellt, geht am 27. 2.1639 ab; eine 3. Bestellung von Deckengem. für den königl. Palast erhielt der Kardinal-Infant für R. u. Snyders 22. 6. 1639; die Bilder gelangten erst nach R.s Tode nach Madrid. Bei allen diesen Aufträgen wie auch solchen, die ihm von and. Fürstlichkeiten wie Karl I. v. England, Ferdinand II. v. Toskana, Prinz Friedrich Heinz. v. Oranien in ders. Zeit zukamen, war R. durch sein fortschreitendes gichtisches Leiden stark behindert. Manchmal schien er dem Tode nahe zu sein; 11. 12. 1638 empfing er die letzte Ölung. Obwohl er in den Sommermonaten einige Erholung auf dem herrschaftl. Landsitz Steen. (bei Elewyt zwischen Brüssel U. Mecheln) fand,`den er 12.5. 1635 erworben hatte, blieb sein Gesundheitszustand in den letzten 5 Jahren seines Lebens sehr schwankend; oft war er nicht arbeitsfähig. 5. 4. 1640 heißt es, er sei seit einem Monat an den Händen gelähmt; Anf. Mai tritt eine vorübergehende Besserung ein; 30. 5. 1640 stirbt er an einem Fluß nach einigen Tagen Fieber u. Gicht. Er wurde in der Jakobskirche zu Antwerpen beigesetzt u. hinterließ seiner Familie ein großes Vermögen, reichen Grundbesitz u. eine bedeutende Sammlung von Gemälden, Zeichnungen u. Skulpturen, darunter viele Werke seiner Hand u. Erfindung. Die künstlerische Entwicklung R.s, die hier nur kurz u. unter Anführung von Hauptwerken u. Beispielen (darunter bes. neuerlich gefundenen und weniger bekannten) angedeutet werden kann, verläuft sehr allmählich, stetig, fremden Einflüssen nicht unzugänglich, ihnen aber niemals unterliegend. Seine Arbeitskraft ist von allem Anfang an ungeheuer u. nimmt auch in späteren Jahren trotz kunstfremden Geschäften u. dauernder Kränklichkeit nicht ab. 1597-1600: Jahre vor der Wanderschaft. Was R. von seinen 3 Lehrern gelernt hat, ist schwer im einzelnen festzustellen, da es an beglaubigten Werken der ersten Jahre fast völlig fehlt, obwohl eine selbständige Tätigkeit, vor allem nach Erlangung der Meisterschaft (1598), mit Sicherheit anzunehmen ist. Die Anregung Verhaechts dürfte sich auf eine Vermittlung der Kenntnis der Werke des alten Bruegel beschränkt haben, eine Einwirkung, die sich im Landschaftlichen u. Sittenbildlichen erst viel später auswirken sollte. Jedenfalls muß man sich aber R. aus dem klassizistisch-manieristischen Stil A. van Noorts u. O. Venius hervorgegangen denken, wobei das noch nicht folgerichtige Helldunkel des Zuletztgenannten - freilich nicht ganz im Sinne des großen Schöpfers dieser Kunstform, Caravaggios - eine Rolle gespielt haben mag. Aus solchen Prämissen kann man sich einige wenige Historien bilder erklären, die dieser Periode von R.s Schaffen vermutungsweise eingereiht wurden, z. B. Kampf Jakobs mit dem Engel in Berliner Privatbes. (L. Burchard, Pinacotheca, I [1928/29] p.7 Anm. 3) u. die Cumäi.sche Sibylle, aus Schweizer Besitz in den Handel gelangt (G. Glück, Jahrh. der ksthist. Samml. in Wien, N. F. VI [1932] 157, mit Abb.). Ebenfalls an O. Venius' Stil schließen sich einige Bildnisse an, auf die man in den letzten Jahren aufmerksam geworden ist. Sie erinnern stark an das von C. van Caukercken gestoch. Bildnis Verhaechts, wenn dessen Zuschreibung an Venius zutrifft u. nicht gar der junge R. selbst der Maler gewesen sein sollte. Unter den mann. Bildnissen ist das früheste bekannte das einzige bezeichnete das rniniaturartige eines Uhrmachers in der Smig H. Blank in Newark (N. J.) aus d. J. 1597; andere in der ehem. SmIg des Herzogs Leuchtenberg (1599; verst. Berlin, Lepke 28. 3 1935, Nr 25), in Berliner u. Stockholmer SmIgn, im Amsterd. Kunsthandel (L. Burda ard, Jahrb. d. preuß. KstsmIgn, 50 [1929] p. 319, Anm.), weitere im Wiener u. Prager Privatbesitz und im Kunsthandel, ebenso ein paar weibl. Bildnisse (G. Glück, a. a. O., p. 158). 1600-1608: Ital. Reise. Die im Süden entstand. Werke zeigen noch nicht die volle Eigenart R.s, sondern die letzte Stilstufe des oben angedeuteten "Manierismus". Die Farben haben noch nicht die spätere Leuchtkraft, das Helldunkel, mehr von Tintoretto als von Caravaggio abhängig, ist sehr kräftig, die Beleuchtung hat etwas Flackerndes, die Färbung ist tief, die Komposition oft sehr gedrängt, die Vertiefung des Raumes wird erst allmählich erreicht. Neben dem nördl. Manierismus wirken auf den jungen Meister andere Gewalten ein: die großen Venezianer, Michelangelo, Raffael, Leonardo, Correggio, endlich die Antike; manche Nachzeichnungen zeugen von der Eindringlichkeit dieser Studien. - Hauptwerke u. Beispiele: Altarschmuck für Sta Croce in Gerusalemme zu Rom (1602), Hl. Helena; Dornenkrönung u. Kreuzaufrichtung, heute Hospital zu Grasse; Grablegung, Gal. Borghese, Rom; Reiterbildnis des Herzogs v. Lerma (1603), Gräfin Gavia, Madrid; 12 Apostel, Prado, Madrid (der zugehör. Christus nur in späteren Wiederhol. erhalten, z. B. Schottenstift, Wien); Altar werk für die Jesuitenkirche zu Man tua (um 1604/05): Anbetung der Hl. Dreifaltigkeit durch die Familie Gonzaga (1797 zerschnitten, 2 große Stücke i. Palazzo Ducale, Mantua; andere Fragmente: Ksthist. Mus. Wien, Museo Civ. Verona, SmIg Dr. L. Burchard, Berlin, ital. Privatbes.), Taufe Christi, Mus. Antwerpen, Verklärung Christi, Mus. Nancy; Hl. Sebastian, Gall. Naz. Rom; Hero u. Leander, Gem.-Gal. Dresden; Beschneidung Christi, S. Ambrogio, Genua; Anbetung der Hirten ("Notte"), S. Filippo Neri, Fermo bei Rimini (R. Longhi, Vita Artist., 2 [1927] 191/97); Hl. Georg, Prado, Madrid; Hauptaltarwerk für die Chiesa Nuova (S. Maria in Valicella), Rom: 1. verworfene Fassung in einem Bilde (1607/08, vielleicht später überarbeitet), Maria mit dem Kinde, von Heiligen verehrt, Mus. Grenoble; 2. endgült. Fassung dess. Gegenstandes in 3 Bildern, noch an Ort u. Stelle (1608). - Bildnisse spielen in R.s höfischem Schaffen dieser Zeit, auch neben Kopien nach solchen, eine nicht unbeträchtliche Rolle. Neuerdings sind davon manche teils gesicherte, teils zugeschrieb. bekannt geworden, darunter vor allem einige um 1606 entstand. genuesische Frauenbildnisse: Brigitta Spinola, Smlg Mrs. Bankes, Kingston Lacy (bez. u. dat. 1606), Th. Agnew & Sons. London, u. ehemals Dr. Benedict & Co., Berlin; Maria Grimaldi, ebenfalls Kingston Lacy; Alte Dame u. Mädchen, ehemals Van Diemen, Berlin; weitere Frauenbildn.: Mus. Straßburg, Pal. Reale, Genua, Hampton Court usw. (vgl. bes. L. Burchard, Jahrh. d. preuß. KstsmIgn, 50 [1929] 319/49, ferner G. Glück, Jahrb. d. ksthist. Samml. in Wien, N. F. 6 [1932] 157); männl. Bildnisse (Franc. Gonzaga, Smlg H. Goldman, New York; vgl. M. W. Brockwell, Burl. Mag. 39 [1921] 285; andere vgl. L. Burchard, Pinacotheca, I [1928/29] 1/16) u. Gruppenbildnisse (K. Gerstenberg, Zeitschr. f. Kstgesch., I [1932] 99; G. Glück, Belvedere, XI/2 [1932] 162) aus deis. Zeit sind bisher nur wenige zutage gekommen. 1608-1618: Völlige Ausbildung von R.s Stil, bei allmählicher Wandlung der ursprüngl. Subjektivität zu der durch Werkstattbetrieb bedingten Objektivität (vgl. vor allem R. Oldenbourg, P.P.R., Abhand1.1922, P. 58). Wie schon in der letzten Zeit des ital. Aufenthalts wechselt auch jetzt noch, besonders zu Anfang dieser Periode, unruhige Bewegtheit mit klassischer Gemessenheit. Der Gang der Entwicklung führt im allgemeinen von stürmischem Temperament zu ebenmäßiger, fast kalter Ruhe. In der Komposition kommt es nach Caravaggios Vorgang zur völligen Einheit von Handlung u. Erzählung. Das Helldunkel erhält ganz allmählich die R. eigentümliche Form, die immer mehr starke Gegensätzlichkeit zwischen Licht u. Schatten vermeidet. Ebenso allmählich vollzieht sich die Umbildung der Färbung von den tiefen, dunklen, nur gelegentlich erhellten Tönen der ital. Zeit zur hellen, klaren Leuchtkraft der von nun an zumeist auf Holz u. Kreidegrund gemalten Bilder, die eine Zeitlang noch etwas Kaltes, Glasiges an sich haben. Die Formen der Zeichnung gewinnen zusehends an Adel u. Schwung. Vielfach ist die Ausführung selbst bei umfangreichen Gemälden noch eigenhändig. - Hauptwerke u. Beispiele: Disputa der Kirchenväter, St. Paulslcirche, Antwerpen; Anbetung der Könige, Prado, Madrid (Ende 1609; Skizze i. Mus. Groningen; vergrößert u. verändert 1628/29); Hl. Familie mit der Taube, Kunsthandel (G. Nebehay, Berlin); Bethlehemit. Kindermord, Mus. Brüssel (Nr 682, Sallaert? zugeschr.); David mit dem Pären, Smlg Wenner-Gren, Stockholm; Simson u. Delila, Smig Neuerburg, Hamburg; Eherne Schlange, Smlg Cook, Richmond (G. Glück, R., Van Dyck u. ihr Kreis, Wien 1933, p. 26); Urteil Salomos, Prado, Madrid (Nr 1543, G. Glück, Zeitschr. f. Kstgesch., 1 [1932] 272); Tarquinius u. Lucretia, Bildergal. Sanssouci (G. Poensgen, Kst u. Kstler, 28 [1930] 207/10); Kreuzaufrichtungs-Altar, Kathedr. Antwerpen (1609/10, G. Glück, R., Van Dyck u. ihr Kreis, p. 56); Juno u. Argus, Mus. Köln (H. W. Hupp, Festgabe für Koetschau, Düsseld. 1928, p. 118/29); Orgelflügel, Gal. Liechtenstein, Wien; Verkündigung Mariä, Ksthist. Mus. Wien; Auferstehungs-Altar, Kathedr. Antwerpen (1611/12); Hl. Sebastian, Mus., Berlin; Jupiter u. Callisto, Gal. Cassel (1613); Prometheus, ehem. Mus. Oldenburg, jetzt SmIg E. Proehl. Amsterdam; Amor u. Psyche, schwed. Privatbes.; Kreuzabnahme-Altar, Kathedr. Antwerpen (1611/14; Skizzen zu den Innenseiten der Flügel, ehem. Smig Giovanelli, Venedig, jetzt im Ksthandel); Beweinung Christi, Ksthist. Mus. Wien; Flucht nach Ägypten, Gal. Cassel (Skizze, SmIg Gulbenkian, Paris); Susanna im Bade, Nat.-Mus. Stockholm (diese 3 dat. 1614). - Bildnisse: Erzherzog Albert u. Infantin Isabella, Ksthist. Mus. Wien (imvoll.; G. Glück, a.e.a.O. p. 46, Albert allein, ausgeführt, SmIg Thyssen, Rohoncz); Selbstbildnis mit Isabella Brant, Pinak. München; Familienbildnis, Mus. Karlsruhe; Reiterbildnisse, Windsor (Erzh. Ernst?) u. Erben des Grafen Clam-Gallas, Wien. 1614-1621: Idealistischer Stil bei objektivierter Werkstattätigkeit unter Mitwirkung Van Dycks. Während in dem vorangegangenen Zeitabschnitt die Eigenhändigkeit noch fast die Regel ist, tritt sie jetzt zumeist nur mehr in Werken kleineren Umfanges auf, wogegen die großen Gemälde vielfach den Gehilfen anvertraut werden. Dabei ist der Vorgang so, daß zuerst eigenhänd. Skizzen (nur mehr selten "modelli") vorausgehen, deren Einzelheiten in sorgfältigen Zeichnungen erläutert werden, wodurch die Ausführung im Großen vorbereitet wird. Die Umrisse sind streng u. rein, die Färbung ist hell u. klar, von strahlender Leuchtkraft, die zumeist durch den weißen Kreidegrund der Holztafeln bedingt ist. Eine leichte Wendung zum Malerischen, zu weicherer Behandlung tritt erst gegen Ende dieser Periode ein - vielleicht unter Einwirkung Van Dycks. - Hauptwerke u. Beispiele: Krönung des Tugendhelden, Pinak. München (R. Oldenbourg, Abhandlungen, p. 155); Der trunkene Herkules, Gal. Dresden (früher sächs. Königshaus; Werkstattrepliken dieser Gegenstücke Gal. Dresden; vgl. E. Hensler, Kstchron. N. F. 35 [1925/26] 662f., u. Festschrift für Clemen; L. Burchard, Kstchronik, N. F. 35 p. 763-65); Marter des hl. Laurentius, Pinak. München; Ungläubiger Thomas, Rockox-Triptychon, Mus. Antwerpen; Neptun u. Amphitrite, Mus. Berlin; Vier Weltteile, Ksthist. Mus. Wien; Höllensturz, Pinak. München; Schlüsselübergabe an Petrus, Wallace Coll., London; Beweinung Christi in Halbfiguren, Ksthist. Mus. Wien; Cimon u. Efigenia, ebda; Raub der Töchter des Leukippos, Pinak. München; Geißelung Christi, Paulskirche, Antwerpen; Triptychon des "Christ ä la paille", Mus. Antwerpen (der Flügel mit Maria u. dem Kinde wiederholt nach eigenhänd. Gemälde, heute bei S. Hartveld, Antwerpen); Großes Jüngstes Gericht, Pinak. München; Der trunkene Silen (1618), ebda; Amazonenschlacht, ebda; Lot verläßt Sodom, Lewis & Son, London 1931 (Wiederholgen Samml. S. del Monte, Brüssel, u. früher Ch. Butler, London); Marter des hl. Stephanus, Triptychon, Mus. Valendennes; Anbetung der Könige, Triptychon, St-Jean, Mecheln (1619 voll., größtenteils eigenhändig); Dianas Heimkehr in Halbfig., Gal. Dresden; Kommunion des hl. Franz von Assisi (1619), Mus. Antwerpen; Himmelfahrt Mariä, Akad. Düsseldorf; Kleines Jüngstes Gericht, Pinak. München; Wunder des hl. Ignatius, S. Ambrogio, Genua; Christus u. die reuigen Sünder, Pinak. München. - Unter Mitwirkung Van Dycks entstanden: Decius-Mus-Zyklus, R.s erste Folge von Wandteppichen, Liechtenstein-Gal. Wien; Ambrosius u. Theodorius, Ksthist. Mus. Wien; Jesus bei Simon, Ermitage Leningrad; Maria mit den bußfertigen Sündern, Gal. Cassél; Wunderbarer Fischzug, Triptychon, Notre-Dame au delà de la Dyle, Mecheln; Kreuzigung Christi u. der Schächer ("Le coup de lance"), Mus. Antwerpen. - Vom Schmuck der Jesuitenkirche von Antwerpen sind die größtenteils von Van Dyck gemalten 39 Deckenbilder 1718 verbrannt (viele eigenhändige Skizzen von R. erhalten); erhalten hingegen Himmelfahrt Mariä (eigenhänd. von R.) u. die Wunder der hll. Ignatius u. Franz Xaver (von Gehilfen ausgeführt), samt den eigenhänd. Skizzen, Ksthist. Mus. Wien. - In dems. Zeitabschnitt werden für R.s Kunst neue Gebiete eröffnet : es entstehen Jagdbilder, z. B. Gal. Augsburg; Metrop. Mus. New York; Mus. Marseille; Gal. Dresden, u. Landschaften, z. B. Liechtenstein-Gal. Wien; Buckingham Palace, London; Pinak. München (Nr 322 [760]); SmIg Herzog v. Buccleuch, London; Nat. Gall. ebda (Nr 2924); Windsor (Winter u. Sommer). - Von Bildnissen ders. Periode sind hervorzuheben: Lipsius u. seine Schüler, Pitti, Florenz; Hendrik van Thulden (Nr 1617), Pinak. München u. Gal. van Diemen, Berlin, 1927 (Der Cicerone, 19 [1927] 276). 1622-1628: Weiterentwicklung der Werkstatt mit dem Medici-Zyklus als Mittelpunkt. Der idealistischobjektive Stil wird mit einer leisen Neigung zum Malerisch-Subjektiven fortgesetzt. Die Komposition wird etwas bewegter, die Färbung ein wenig wärmer. Der Anteil der Gehilfen bei großen Werken überwiegt. Von den neu gewonnenen Beziehungen zu bedeutenden Persönlichkeiten zeugen viele Bildnisse eigenhand. Ausführung. Zur beschaulich-lyrischen Beschäftigung mit der Landschaft kommt es nur selten. - Hauptwerke u. Beispiele: Medici-Zyklus (1622/25), Louvre, Paris (Skizzen Pinak. München); Gesch. Konstantins, Folge von Wandteppichen (1622/25; mehrere Skizzen erhalten); Engelsturz (1622), Pinak. München; Hl. Rochus (1623), St. Martin, Alost; Bekehrung des hl. Bayo (1623/24), St. Bayo, Gent; Thomyris u. Cyrus, Louvre, Paris; Anbetung der Könige (1624), Mus. Antwerpen; Flucht Lots (1625), Louvre, Paris; Himmelfahrt Mariä (1626), Kathedr. Antwerpen; Triumph der Eucharistie, Folge von Wandteppichen (1627; Skizzen z. T. Prado, Madrid); Anbetung der Könige (1627), Louvre, Paris; Maria mit dem Kinde, von Heiligen verehrt (1628), Augustiner-Kirche, Antwerpen. - Bildnisse: Albert u. Nicolaes R., Liechtenstein-Gal. Wien; Maria v. Medici u. Anna, Gemahlin Ludwigs XIII., Prado, Madrid; Herzog v. Buckingham zu Pferde, Earl of Jersey, Osterley Park; Baron de Vicq, Louvre, Paris; Isabella Brant, Uffizien, Florenz; Michael Ophovius, Mauritshuis, Haag (nach L. Burchard erst um 1631 entstanden, vgl. Kat. Mauritshuis v. 1935); Infantin Isabella (1625), Baron Thyssen, Rohoncz; Susanne Fourment, Louvre, Paris; Caspar Gevartius, Mus. Antwerpen; Ambrogio Spinola (1627-28), Graf Nostitz, Prag; Marqués Leganes (1627/8), Mrs. Gutekunst, London. - Von Landschaften dürfte in diesen Zeitabschnitt wohl nur die große mit Philemon u. Baucis, Kunsthist. Mus. Wien, gehören. 1628-1632: Entscheidende Wandlung zum Malerisch-Subjektiven. Zugleich mit der allgemeinen Entwicklung, wie sie sich auch bei van Dyck um dieselbe Zeit zeigt, geht die R.s nach der malerisch-subjektiven Richtung hin, wird aber bei R. bestärkt durch die neuerliche Berührung mit Tizian, von dem er viele Werke in Spanien u. England kennengelernt u. kopiert hatte (von den zahlr. Kopien z. B. erhalten: Raub der Europa, Adam u. Eva, Prado, Madrid; die beiden "Bäder" in Stockholm, in Italien gemalt u. um diese Zeit neu bearbeitet). Die Komposition wird jetzt noch kühner u. bewegter, die Färbung tiefer u. wärmer, mit reichen, blumigen Lokaltönen, die Malweise weicher u. mehr schummerig. Der Anteil der Gehilfen tritt in dieser kurzen, durch Reisen unruhigen Periode ein wenig zurück. Bildnisse werden jetzt vielfach verlangt; zum Landschaftlichen fehlt zumeist die Ruhe. - Hauptwerke u. Beispiele: "Papa - geienmadonna", Mus. Antwerpen; Hl. Familie mit hl. Franz, Windsor; Hl. Georg (1629/30), Buckingham Palace, London; Krieg u. Frieden, mit Bildn. der Kinder Gerbiers, Nat. Gall. London; dass., ebenso mit Werkstattbeteiligung, Pinak. München; Gesch. Heinrichs IV. (2. Medici-Zyklus; 1628/31), unvoll., Schlacht bei Ivry u. Einzug Heinrichs IV. in Paris, beide Uffizien, Florenz, 2 weitere Schlachtenstücke mit Hintergründen von P. Snayers, Pinak. München (Nr 952 [832]) u. Smlg A. Neuerburg, Hamburg, ferner Skizzen: Wallace Coll., London, Liechtenstein-Gal., Wien, Mus. Berlin u. a. 0.; Venus, Mars u. Amor, Dulwich; Ildefonso-Altar (1630/32), nebst den abgesägten u. zusammengefügten Flügel-Außenseiten "Madonna unter dem Apfelbaum", in allem Wesentlichen eigenhändig, Ksthist. Mus. Wien; Hl. Familie mit Heiligen, Prado, Madrid; Urteil des Paris, Nat. Gall. London. - Bildnisse: Philipp IV. zu Pferde (verloren; span. Kopie in den Uffizien, Florenz); Philipp II. zu Pferde, Prado, Madrid; Isabella von Bourbon, Gemahlin Philipps IV., Kopf, Ksthist. Mus. Wien; Kardinal-Infant Ferdinand, Pinak. München; Graf Arundel, Gardener Mus. Boston; M. Yrsselius, Mus., Kopenhagen (laut L. Burchard frühestens 1630 als Epitaph gem.); "Chapeau de paille", Nat. Gall. London; Helene Fourment, ganze Fig., Pinak. München. - Landschaftliches z. B.: Rubens u. Helene F. in ihrem Garten (1631), Pinak. München; Schloßpark, Ksthist. Mus. Wien. 1632-1640: Der letzte malerisch-subjektive Stil. Trotz dem Gichtleiden zeigt R. ungeschwächte Schaffensfreude u. Schaffenskraft. Sein Temperament verrät sich, wie in der Jugendzeit, in der fast stürmischen Bewegtheit mancher Kompositionen. Die Werkstattarbeit wird seltener, eigenhänd. Schöpfungen sind fast die Regel. Die Färbung ist unnachahmlich reich, von gebrochenen, manchmal schillerndenTönen beherrscht u. in der Weichheit das Vorbild Tizians erreichend. Die Bildnisse beschränken sich zumeist auf die Familie des Künstlers. Neu tritt das vorher noch sehr seltene Sittenbildliche in einigen höchst bedeutenden Werken auf. Seit der Erwerbung des Landgutes Steen (1635) wird die Landschaft mit besond. Liebe gepflegt, von kleinen gelegentl. Naturstudien bis zu reich komponierten großen Gemälden. - Hauptwerke u. Beispiele: Venusfest, Ksthist. Mus. Wien; Vermählung der hl. Katharina, Smlg L. Koppel, Berlin; Bad der Diana (Fragment), Smlg Fr. Koenigs, Haarlem; Magdalena in der Wüste, Dulwich; Dek - kenschmuck für Banqueting House, Whitehall (1630/35), London (jetzt Roy. United Service Mus.), noch an Ort u. Stelle, Skizzen mehrfach erhalten, z. B. Ermitage, Leningrad, Akad. Wien u. a. 0., zu den Kinderfriesen großer Entwurf, Smig Baron Reedtz-Thott, Gauno (Fortegnelse [K. Madsen], Kopenh.1914,Nr 149); Gesch.desAchilles, Folge von Wandteppichen, Skizzen, Boyrnans-Mus., Rotterdam (M. Crick-Kuntziger, Bull. d. Mus. Roy. d'Art et d'Hist., 1934, p. 2 u. 70); Himmelfahrt Mariä, Liechtenstein-Gal., Wien; Dekorationen zum Einzug des Kard.-Inf. Ferdinand in Antwerpen (1634/35): 2 Hauptbilder, unter starker eigenhänd. Beteiligung, "Quos ego", Gal. Dresden, u. Begegnung der beiden Ferdinand bei Nördlingen, Ksthist. Mus. Wien (zu beiden Entwürfe, Privatbes. Amsterdam); ferner eigenhänd. Skizzen zu den meisten (aber nicht allen) Triumphbogen, Ermitage Leningrad u. Mus. Antwerpen; Raub der Sabinerinnen, Nat. Gall., London; Bethlehemit. Kindermord, Pinak. München; Marter des hl. Levinus, Mus., Brüssel (Skizze Samml. Van Beuningen, Rotterdam, ersterGedanke, W. E. Duits, London); Bathseba, Gal. Dresden; Ovids Metamorphosen für die Torre de la Parada (1636/38): Lapithen u. Kentauren, Mahl des Tereus, Raub der Proserpina, Juno u. die Milchstraße, Orpheus u. Eurydice, Merkur u. Argus, diese alle im wesentl. eigenhändig, Prado, Madrid, ferner zahlr. Skizzen zu Werkstatt- u. Schülerarbeiten, Mus. Brüssel u. a. a. 0.; Kreuztragung (1636/37), Mus. Brüssel; Andromeda, Mus., Berlin; Folgen des Krieges (1638), Pitti, Florenz; Marter des hl. Andreas, Hospital der Flamländer, Madrid; Kreuzigung Petri (1638), Peterskirche, Köln; Silvia u. Aminta, Pinak. München; Paris-Urteil (1638/39), Prado, Madrid; Marter der WI. Thomas u. Augustinus (1639), Gal. Prag; Diana im Bade, Mus. Berlin; Perseus u. Andromeda, Prado, Madrid; Diana u. Callisto, ebda; 3 Grazien, ebda; Madonna mit Heiligen über R.s Grab, Jakobskirche, Antwerpen; Hl. Cäcilia, Mus. Berlin. - Sittenbilder: Liebesgarten, Prado, Madrid; Bauerntanz, ebda; Kirmes, Louvre, Paris. - Landschaften: mit Regenbogen, Pinak. München (größere spätere Replik, Wallace Coll. London); mit Odysseus u. Nausikaa, Pitti, Florenz; mit Regenbogen, Hirten u. Schafen, Ermitage Leningrad (Repliken, z. T. verändert, häufig); Heimkehr von der Arbeit, Pitti, Florenz; mit Schloß Steen, Nat. Gall. London; bei Sonnenuntergang, ebda; mit Turnier, Louvre, Paris; bei Mondschein, Samlg. Mond, London; mit Fuhrwerk, ehem. Samml. Lord Northbrook, London, jetzt SmIg F. Koenigs, Haarlem; mit Schiffbruch des Aneas, Mus., Berlin; unit Meleager u. Atalante, Prado, Madrid (tüchtige Werkstatt-Wiederholung Mus. Brüssel). - Bildnisse: Helene Fourment mit Sohn Frans (1634), Pinak. München; Kardinal-Infant Ferdinand. zu Pferde (1635), Prado, Madrid; ders., Kniestück, SmIg A. Neuerburg, Hamburg (Wiederholung Smlg Pierpont Morgan, New York); Jan Brant, Pinak. München (1635); Helene Fourrnent mit 2 Kindern (1636), unfertig, Louvre, Paris; dies. ("Het pelsken"), Ksthist. Mus. Wien; dies. mit Frans (1639), Baron Alph. Rothschild, Paris; Susanne Fourment, ganze Figur, früher Ermitage, Leningrad, jetzt Smlg Gulbenkian, Paris; Selbstbildnis, Ksthist. Mus. Wien. Mitarbeiter, Schüler u. Gehilfen. Entsprechend der seit dem Anfange des 16. Jahrh. in der vläm. Malerei immer häufiger werdenden Sitte der Arbeitsteilung hat R. nicht selten mit anderen Künstlern zusammen an einem Bilde gemalt, u. zwar mit Spezialisten auf dem Gebiete der Landschaft, des Stillebens u. der Malerei von Blumen u. Tieren, darunter vor allem mit s. Freunde Jan Bruegel d. Ä. (†1625), mit den Landschaftsmalern Jan Wildens u. Lucas van Uden u. den Tier- u. Stillebenmalern Paul de Vos u. Frans Snyders, um 1632/3 auch mit dem jungen Rotterdamer Cornelia Saftleven, dessen Tier- u. Gerümpelbilder er mit Figuren staffierte. Manche von jenen Landschafts- u. Tiermalern scheinen zeitweise geradezu R.s Werkstatt angehört zu haben, über deren Betrieb wir freilich nicht ausreichend unterrichtet sind. Jedenfalls hat man zu scheiden zwischen Schülern u. Gehilfen. Abgesehen von Deodat Delmont, der ihn auf der italien. Reise begleitete, hat R. schon bald nach seiner Rückkehr zahlreiche Schüler gehabt, von denen wir freilich nicht sagen können, ob sie ihm bei seinen eigenen Arbeiten behilflich gewesen sind. Zwei von ihnen sind uns den Vornamen nach bekannt : Michel (t Aug. 1622) u. Maximilian (erw. 1623), offenbar Hilfskräfte untergeordneter Art. Von der Tätigkeit der eigentl. Gehilfen ist nur die Van Dycks deutlich greifbar. Ebenso wie dieser kommen die meisten schon in einer anderen Werkstatt ausgebildet zu R. Mit Sicherheit oder z. T. mit großer Wahrscheinlichkeit lassen sich die folgenden als Angehörige von R.s Werkstatt bezeichnen: Peter Soutman, Jacques Moermans (erwähnt als R.s Schüler 1622), Justus van Egmont, Will. Panneels (1624/30 in der Werkstatt), Corn. Schut, Theod. van Thulden, Erasmus Quellinus II, Joh. Boeckhorst, Jan van den Hoecke, Frans Wouters, Nik, van der Horst. Wenn häufig noch andere Namen hinzugefügt werden, so ist dies erklärlich durch die beherrschende Einwirkung R.s auf die gesamte damal. vläm. Malerei. Im übrigen läßt R. seinen wirkl. Gehilfen bei der Übertragung seiner Entwürfe ins Große sehr viel Freiheit. Skizzen, zumeist in Öl auf Holz mit Kreidegrund, hie u. da auch auf Leinwand, selten auf Papier, spielen in R.s Schaffen, bes. auch zur Zeit des größten Werkstattbetriebs, eine höchst bedeutende Rolle, angefangen von der flüchtigen Niederschrift der ersten Eingebung des Bildgedankens bis zur sorgfältigen Durchführung des für die Besteller gedachten "modello". Dazu kommen, bes. in der früheren Zeit, Studienköpfe, die nicht selten mehrfach in verschiedenen Zusammenhängen verwendet werden. Zeichnungen entstehen bei der Ökonomie von R.s Schaffen grundsätzlich niemals als Selbstzweck. Sie beginnen mit den zumeist in Italien entstand. Nachzeichnungen von älteren Kunstwerken, wobei es sich um Studium u. Übung der Hand handelt. Es folgen als wichtigere Behelfe der maler. Tätigkeit Kompositionszeichnungen u. flüchtige erste Entwürfe zu Bildgedanken (meist Federz.), dazu Einzelstudien (in Kreide) zur Verdeutlichung einzelner Bildteile der Skizzen, bestimmt sowohl für den Meister selbst als für die ausführenden Gehilfen, darunter Aktstudien u. Gewandfiguren (diese nur in späterer Zeit), Bildnisstudien, meist nur zu den Köpfen, Landschafts- u. Tierstudien. Dabei entstehen freilich manche Blätter, die wie vollendete selbständige Kunstwerke wirken; erinnert sei, um nur ei n Beispiel zu nennen, an die späte große Bildniszeichnung der Helene Fourment, heute in der Smig des Grafen Antoine Seilern in Wien. Eine besondere Seite von R.s zeichner. Tätigkeit bilden die zumeist für die Plantinsche Offizin bestimmten zahlreichen Buchillustr., die zur Wiedergabe durch den Stich bestimmt waren u. von denen sich eine Anzahl der Vorlagen erhalten hat. Kupferstich u. Holzschnitt. Nicht nur als Illustrator ist R. zur Graphik in Beziehung getreten, sondern er ist auch das Haupt einer großen Schule von Graphikern, der sogenannten Rubensstecher, die die Kompositionen seiner Gemälde über ganz Europa verbreiteten. Nicht wie bei jenen Illustrationen hat R. die Vorlagen selbst gezeichnet, sondern er stellte seine Bilder den Reproduzenten zur Verfügung, die sich dabei zumeist der vermittelnden Übertragung in Schwarz u. Weiß durch gemalte Grisaillen od. Zeichnungen bedienten, die von R.s Gehilfen, darunter auch Van Dyck, in seiner Werkstatt hergestellt wurden, gelegentlich wohl auch von R. selbst. Als einziges Zeugnis seiner eigenen graph. Tätigkeit gilt heute nur mehr die Rad. der hl. Katharina. Mit der stecher. Technik ist er aber sicher vertraut gewesen und hat Probedrucke oft durch zeichn. Zusätze verbessert. Im Laufe der Jahre sammelt sich um ihn ein Kreis von Stechern, die merkwürdigerweise zum größeren Teil aus Holland stammen oder mit der holländ. Schule zusammenhängen. Dazu gehören J. B. Barbe, Corn. Galle I, Theod. Galle, W. Swanenburg, Egb. van Panderen, Andr. Stock, Jac. Matham, Jan Muller, Pet. Soutman, M. Lasne, Pet. de Jode I u. II, Luc. Vorsterman, Nie. Ryckmans, Nie. Lauwers, Paulus Pontius, Boetius u. Schelte Bolswert, Jan Witdoeck, Ig. Marinus, Jac. Neeffs; die Radierer W. Panneels, Th. van Thulden; endlich der Holzschneider Christ. Jegher. Plastik u. Architektur. Von dem Studium der Antike ausgehend, hat sich R. schon früh mit der Skulptur beschäftigt u. in seiner reifen Zeit wiederholt Entwürfe für Bildhauer (z. B. beim Schmuck s. eigenen Wohnhauses) geschaffen, wodurch er auch diesem Kunstzweig seinen persönl. Stil einzuprägen wußte. Der plast. Schmuck der Antwerp. Jesuitenkirche steht ganz unter seiner Einwirkung, u. vor allem die Schauseite scheint nach seinen Skizzen verziert worden zu sein. Im letzten Jahrzehnt seines Lebens zog er 2 begabte Bildhauer zu sich heran, die zeitweilig geradezu seine Mitarbeiter waren: G. Petel und L. Faydherbe. Auch für den Antwerp. Silberschmied Théod. Rasieres entwarf R. eine für Karl I. bestimmte Kanne nebst Schüssel (1636; der Grisailleentsvurf zur Schüssel in der Nat. Gall. London; das Ganze von J. Neeffs gestochen). Über R.s Verhältnis zur Architektur fehlt es noch an einer abschließenden Untersuchung. Wie wir sahen, hat er schon in Italien das Material für eine spätere Veröffentlichung der "Palazzi di Genova" (1622) gesammelt. Sein ganzes architekton. Denken fußt auf 'diesen ital. Studien, aus denen er den vlärn. Barockstil gestaltet hat, der sich in den Fassaden u. Räumen der Antwerp. Jesuitenkirche u. seines eigenen Palastes in Antwerpen zeigte. Auch hier scheint seine Einwirkung für die fernere Entwicklung der vläm. Baukunst maßgebend gewesen zu sein. Lit.:I. Bibliographien: J. F. van Someren, Essai d'une Bibliogr. etc., 1882, p. 153/60. - Lit. over R. in de Hoofdbibl. der Stad Antwerpen (Overdruk uit De Gulden Passer, Nr 3, Jg 1927).- M. Rooses in: Biogr. Nat. de Belg., 20 (1908/10). - A. v. Wurzbach, Niederl. Kstler-Lex., 2 (1910) 514f. 2. Briefe: C. Ruelens u. M. Rooses, Corresp. de R., 6 Bde, Antw. 1887/1909; vgl. dazu M. Rooses, Bull. de l'Acad. roy. d. Belg., 1906, Nr 9/10. - P. Colin, Corresp. de P. P. R., Paris 1927, 2 Bde (auch Brüssel 1934). - Die Briefe des P. P. R., ubers. u. eingel. von O. Zoff, Wien 1918 (bespr. V. L. Burchard, Kstchron., N.F. 30 [1918/19] 509/13). -W. H. Carpen ter, Pictorial notices, Lo. 1844 (franz. Übers. von L. Hymans, Antw. 1845). - G. Crivelli, Giov. Brueghel, Mail. 1868.- E. Gachet, P. P. R., Lettres inéd., Brüssel 1840. - Ad. Rosenberg, Rubensbriefe, Lpzg 1881. - C. Ruelens, P. P. R., Docum. et lettres, Brüssel 1877. - W. N. Sainsbur y, Original unpubl. papera, etc., Lo. 1859. J. 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Hourticq (Paris 1924); E. Hubbard (New York 1899); H. Hymans (mit E. Michel, A. Schoy, A. Wauters u. a., Paris 1889); H. Kehrer (Münch. 1919); G. Kinkel (Bas. 1874); H. Knack fuß (Kstler-Monogr., 2, Bielef. u. Lpzg 1901); G. Mathys (Gent 1893); Rea (Lo. 1908); B. Rieht, (Dtsche u. ital. Estcharaktere, Frankf. a. M., 1893, p. 217); W. Rothes (1922); Th. Seemann (Lpzg 1893); R. A. M. Stevenson, (Lo. 1898); G. Vanzype (Paris u. Brüss. 1926); E. Verhaeren (übers. v. St. Zweig, Lpzg 1913); A.Weese (Münch. 1917); A. J.Wiertz (Brüssel 1858); A. Woltmann (Aus 4 Jahrh. niederl.-dtsch. Kstgesch., Berl. 1878, p. 49); 0. Zoff (Münch. 1922). 6. Biograph. Einzelheiten u. diplomat. Tätigkeit: Antw. Archievenblad, II 294 (Testament der Mutter). - A. Baschet, R., peintre de Vincent lee, duc de Mantoue, Gaz. des B.-Arts, 1866 I 401/52; 1867 I 305/20; 1868 I 326/39, 479/95. - A. Bertolotti, La casad! P. P. R. a Roma, Il Buonarroti, 30. 9. 1887. - A. 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F. 32 (1921) 18. - W. R. Valentiner, Aus der niederl. Est, 1914, p. 145 (Gemälde in Amerika). - G. F. Waagen, Treasures of Art in Gr. Britain, 1854/57. - J. Wilde in Jahrb. d. ksthist.SmIgn inWien, N.F. 4 (1930) 59. - K. Zoege v. Manteuf fel, R., Meisterwerke in Dresden, 1923. 8. Zeichnungen: G. Glück u. Fr. M. Haberditzl, Die Handzeichngn von P. P. R., Berl. 1928. - Delac re, Etudes sur quelques dessins de P. P. R., Gent 1930. - G. Falck, En Rubenselevs Tegninger, Kunstmuseets Aarsskrift, Kop. 1918, p. 64/77 (vgl. R. Oldenbourg, P. P. R., Abhandl. 1922, p. 192). - R.-Zeichnungen der Wiener Albertina, eingel. v. G. Glück, Marées-Gesellsch., Mönch. 1921. - A. M. H ind, Cat. of Drawings by Dutch and Fjern. Art. in the Brit. Mus., 2 (1923) 3/47, 158/60 (bespr. von G. Glück, Mitt. der Gesellsch. f. verv. Est, 1924, p. 72/76). Fr.Lugt, Notes sur Rubens, Gaz. des B.-Arts,1925, II 179/202. - T. W. Muchall-Viebrook, Flem. Drawings of the 17th Cent., Lo. 1926, p. 5, 27 (bespr. von G. Glück, Belvedere, 11 [1927) 271/73). - J. Rosenberg, Federzeichngn von R., Berliner Museen, 47 (1926) 85/92; 49 (1928) 57/64. - P.Wesch er, Federzeichn. von R., ebda, 47 (1926) 92f. - Einzelne Zeichnungen: Dresden, L. Burchard, Mitteil. aus d. sächs. KstsmIgn, 4 (1913) 56/61; Berlin, J. Rosen - ber g, Berliner Museen, 52 (1931) 109, u. Pantheon, 7 (1931) 105f.; Leningrad, M. Dobroklonsky, Zeitschr, f. bild. Est, 64 (1930) 31. - Vasari Society (passim). - Old Masters Drawings, 1927/34 Nr 4, pl. 53 (A. E. Popham); Nr 5, pl. 12 (C. Dodgson); Nr 7, pl. 44,45 (L. Burchard); Nr 9, p1.1/3 (K.T. Parker); Nr 12, pl. 58 (A. Scharf); Nr 14 pl. 19/25 (K. T. Parker); Nr 19, pl. 52 (ders.); Nr 22, pl. 24 (C. St. Wortley); Nr 27, p1.38,41 (A. J. J.Delen); Nr 31, pl. 46 (A. E. Popham); Nr 33, pl. 16 (ET. Parker); Nr 35,p1. 61/45 (C. St.Wortley). 9. Kupfersticke: L. Burchard, Die holl. Radierer vor Rembrandt, Diss. Halle-Wittenberg, 1912, p. 17, 20, 55, 103. - J. Scarlett Davis, 12 Heads from the original Studies by R. in the poss. of R. D. Chantret', Lo. 1830. - E. Dutuit, Manuel de l'amat. d'est., 6 (1885) 21/274. - J. G. v an Gelder, Oud-Holland, 48 (1931) 49 (Stiche v. Buytewech n. R.). - R. Hecquet, Catal, d'est. grav. d'après R., Paris 1751 (neue Ausg. V. F. Basan, ebda 1767). - A. M. Hind, R. as etcher, The Print Coll.'s Quarterly, 10 (1923) 61/80. - H. Hymans, Hist, de la grav. dans l'école de R., Brüss. 1879; ders., Grav. d'après R. non décrit., Annales de l'Acad. roy. d'Archéol. de Belg., Antw. 1907 (Oeuvres de H. Hymans, I 538); vgl. G. Glück, Mitt. der Ges. I. verv. Kat, 1908, p. 33f. - Comte de Larnberg, Mes fragments (with an engr. alter an unique pjece en miniat. from R.), Lo. 1758. Ch. Le Blanc, Manuel de Pamat. d'est., 3(1888). J. J. Preissler, P. P. R. u. A. v. Dyck, Malereyen in d. Tempel zu Antw., Nürnberg 1735. - M. Rooses, Titels en portretten, gesn. naar P. P. R., voor de Plantijnsche drukkerij, Antw. 1877; ders., Catal. de Pceuvre de R. en grav, et en photogr. exp. au Mus. d. B.-Arts ä Anvers, ebda 1890; ders., P. P. R. en Balth. Moretus, Antw. u. Gent 1884. - Ad. Rosenberg, Der Kupferst. in d. Schule u. unter dem Einfluß des R. (Die Rubensstecher), Wien 1888. - C. G. Voorhelm Schneevoogt, Catal. des est. grav. d'a. P. P. R., Harlem 1873. - Antike Charakterköpfe, gez. von R., in Kupfer gest. v. Vorsterman, Pontius usw., Münch. 1884. - L'Oeuvre de P. P. R., Catal. de l'Expos. (von A. Goovaer ts, H. Uymans, Ph. Rombouts, M. Rooses, P. Génard, Ch. Ruelens), Antw, 1877. 10. Architektur u. Plastik: Rubens, Palazzi di Genova, Antw. 1622, ein zweiter, meist angebundener Teil etwas später (weitere Ausgaben: Antw. 1652, 1663, 1708, Amst. u. Lpzg 1755; neue Ausg. von Hildebr. Gurlitt, Berl. 1924). - J. Braun, Die belg. Jesuitenkirchen (Ergänzungsh. zu den "Stimmen aus Maria-Laach", 95), Freiburg 1907. - A. J. J. Delen, Het huis van R., Antw. 1933. - F. Donnet, L'Architect. de l'église des Jesuites ä Anvers, Bull. des Comm. roy. d'art et d'archéol., 1910, p. 70. - H. F. Holt, Rubens a sculptor, Lo. 1862. - M. K on - r ad, Antwerp. Innenräume im Zeitalter des R., Belg. Kstdenkmäler, hrsg. v. P. Ciernen, 2 (1923) 185. - J. H. Plan tenga, L'Architect. rel, etc. de Brabant au 17. s., 1926. - A. Schoy, R., architecte et décorat., L'Art, 24 (1881) 153/57, 174/79,1M/200, 217/25, 241/43; ders., Hist. de l'influence ital. sur l'architect. d. Pays-Bas, Brüssel 1879, p. 311. 11. Ausstellungskataloge: Amsterdam, J. Goudstikker, Aug./Sept. 1933 (Gern. u. Zeichn.; vgl. Norris, The Burl. Mag., 63 [1933) 228/31, Maandbl. v. beeld. Kunsten, 10 [1933] 280/83); Antwerpen, rue de Venus, 19. 8. 1877; Kor. Mus.; Aug./Sept. 1927 (Gern.); Kon: Kstverband, Aug./Sept. 1927 (Zeichn. u. Stiche); Mus. Plantin-Moretus, 1927 (Antw. Geistesleben zu R.s Zeit); Art Flarnand Anc.,1930; Brüssel, L'Art Beige au 17° s., 1910 (vgl. "Trésor de l'Art belge", Brüssel 1912, 111); Budapest, Expos. Belge, Mai/Juni 1927; London, Flemish a. Belgian Art, 1927 (vgl. Kat. "111. Souvenir" u. Publikation); New York, Gall. of P. Jackson Higgs, 1927; Wien, Drei Jahrh. Vläm. Est, 1930.