Frei zugänglich

Canaletto

Geboren
Venedig, 30. Januar 1721
Gestorben
Warschau, 17. November 1780
Land
Italien, Deutschland, Polen, Österreich
Geschlecht
männlich
GND-ID
Weitere Namen
Bellotto, Bernardo; Bellotto, Bernardino; Canaletto; Canaletto (1720); Belloto, Bernardo; Belotto, Bernardo; Beloto, Bernardo; Bellotti, Bernardo; Bellotto, Bernardo Michiel (Eigentlicher Name)
Berufe
Maler*in; Radierer*in; Zeichner*in
Wirkungsorte
Rom, Dresden, Wien, Warschau
Zur Karte
Von
Szylin, Anna Maria
Zuletzt geändert
03.07.2022
Veröffentlicht in
AKL XVI, 1997, 94

VITAZEILE

Canaletto, eigtl. Bellotto (Belloto; Beloto; Bellotti; Belotto), Bernardo Michiel, venez. Maler, Radierer, Zeichner, *30.1.1721 Venedig, †17.11.1780 Warschau.

LEBEN UND WIRKEN

Zweites Kind des Vedutenmalers Lorenzo Bellotto und Fiorenza Domenica Canal, der Schwester von Giovanni Antonio Canal, gen. Canaletto. In dessen Wkst. trat C. um 1735 ein; seine Ausbildungsphasen kann man anhand der 61 Zchngn im Hess. Landes-Mus. Darmstadt nachvollziehen (Bleyl, 1981): Auf Kopien von Canals Skizzen folgten Kabinettzeichnungen. Mit Hilfe einer camera obscura führte C. schemat. Umrisszeichnungen einer Gesamtansicht aus, die mit Skizzen aus der freien Hand zu synthetischen Veduten zusammengefügt wurden. Durch eigens entwickelte Strukturhilfen (horizontale Mittellinie, Papierfaltungen) gelangte C. zu selbstständigen Architekturzeichnungen, die als Vorstufe seiner Gem. dienten. Dass er zu dieser Zeit ein selbstständiger Maler wurde, beweist seine Aufnahme in die Fraglia dei pittori 1738. Das erste sign. Werk, eine Zchng in Darmstadt (Inv.Nr. AE 2218, Campo S. Giouani paullo, li 8 Decem. 1740 feccit Bernardo Bellotti), war Vorlage für ein Gem. (Springfield, USA) und seine erste Kabinettzeichnung. Am 20. Nov. 1740 bezahlt "per quatro vedute di quadri due di S. Marco e due del Arsenale", die er an Marschall M. von Schulenburg lieferte (Binion, 1990, 27). Es handelt sich möglicherweise um die beiden Veduten in Ottawa und das Bilderpaar in Ringwood. Die frühere These, dass diese Werke zu einer Ser. gehörten (Pignatti, 1966, 219), wurde jetzt durch neue Dok. bestätigt (Binion, 1990, 29). Im Zusammenhang mit einer Reise an die Brenta E. der 30er Jahre mit Canal entstanden das Gem. Die Schleuse von Dolo gen Osten (Henley-on-Thames) und mehrere Zchngn von Padua und Umgebung, deren Motive in 38 Rad. verarbeitet wurden. Die Sign. auf den Rad. "1741 B. B. detto Canaletto fe." lässt vermuten, dass seine Rolle in der künstlerischen Produktion der Wkst. zunehmend gleichberechtigt wurde, wie sich auch die gesellschaftliche Stellung festigte. Heirat am 5.11.1741 mit Maria Elisabetta Pizzorno. Vermutlich wenige Wochen später Reise nach Rom über Florenz und Lucca; die Veduten dieser beiden Städte sind stilistisch unselbstständiger als die römischen. Nach Lucca kam er (wohl in Vertretung seines Onkels), um einen möglichen Bildauftrag für den Erzbischof E.Colloredo bzw. den Sammler S.Conti auszuführen (Honour, 1990, 64). Während seines Aufenthaltes in Florenz wohnte C. vermutlich im Pal. des Marchese V.Riccardi, dem er dafür zwei Bilder (heute in Budapest) schenkte. Auch Riccardis Verwandter, Marchese Gerini sowie Marchese Gaburri, beide passionierte Sammler venez. Vedutenmalerei, könnten Auftraggeber für zwei weitere Bilderpaare gewesen sein (heute in Russborough bzw. Cambridge; Marinelli, 1993, 83). Mit dem Aufenthalt in Rom ab Frühsommer 1742 fand C. zu einer neuen Sichtweise, v.a. bei der perspektivischen Raumgestaltung einer urbanen Flussvedute, die in den späteren Phasen seiner Karriere bevorzugt wird. Sie versucht neben der topografisch erfassten Archit. auch den Himmel und den Fluss hervorzuheben. Dies lässt sich anhand der Veduten mit Tiber (Detroit und Toledo) nachvollziehen, in denen das thematische Interesse C.s signifikant wird: das Verhältnis Engelsburg - St. Peter als Sinnbild der Polarität zw. dem kaiserlichen und dem päpstlichen Rom. Die Vedute mit Tiber bei S. Giov. dei Fiorentini beweist ferner, dass C. vor dem 9.6.1742 in Rom eingetroffen ist, bevor man die im Bild dargestellten Häuser am Ospedale S. Spirito abgerissen hatte (Marini, 1993, 160). Dass C. in Rom persönlichen Kontakte zu Piranesi pflegte, lässt sich nicht belegen; doch ist möglich, dass beide Künstler im Kreis um den neuen venez. Gesandten bei Benedikt XIV., Francesco Venier, im Pal. Venezia verkehrt haben. Die gut ein Dutzend auf den röm. Aufenthalt zurückgehenden Gem. (teilw. nicht vor Ort entstanden) mit als Versatzstücke verwendeten Motiven bezeugen seine besessene Arbeitsweise und die außergewöhnliche künstlerische Reifung. Bei der Rückkehr nach Venedig, viell. zur Taufe des ersten Sohnes Lorenzo am 15. 10. 1742 (Bortolan, 1973, 50), brachte C. einen Motivfundus (Zchngn und Skizzen) für ein Gem.-Repertoire mit, aus dem auch Canal geschöpft hatte (5 große, sign. und 1742 dat. Rom-Bilder in Windsor). In der Folgezeit entwickelte C. den Typus des Capriccios, eine Synthese zw. dem Thema einer archäol. Ruine und einer Lsch. en plein air, Versatzstücke aus versch. Bildern (Columbia, Parma). Am 16.8.1743 stellte C. bei dem venez. S.Rocco-Fest an der Fassade der Scuola zwei Werke aus: Vedute vom Kapitol (Petworth House) und Chiovere di S. Gio. Evangelista di Venezia (verschollen). Er wurde als "rinomatissimo per tal sorta di quadri" bezeichnet (Zanetti, 1885, 145). 1744 reiste der nun selbstständig arbeitende C. in die Lombardei, wo er für hochstehende Auftraggeber tätig war. Für den Erzbischof von Mailand, G. Pozzobonelli, malte er die Vedute mit S. Eufemia und S.Paolo Converso in Mailand (Schweiz, Priv.-Slg; Bona Castellotti, 1991, 103). Aus der Umgebung des Grafen A.Simonetta, für den zwei Veduten von Vaprio und Canonica (New York) entstanden, dürfte der dritte Auftrag für die Ansichten von Gazzada gekommen sein (Mailand). In der Quadreria degli Avogadro in Brescia befanden sich 1760 zwei "Prospettive di Canaletto", möglicherweise von C. (Olivari I, 1990, 65). Dies würde Guarientis Angabe bestätigen, dass C. nach der Rückkehr aus Rom nach Verona, Brescia und Mailand reiste (Orlandi/Guarienti, 1753, 110). Auf Einladung von König Carl Emanuel III. fuhr C. im Sommer 1745 nach Turin. In den Haushaltsbüchern des Königshauses verzeichnet man am 21.6. und 17.7.1745 Zahlungen von je 975 Lire an C. für "la veduta di questa città" und "la veduta di questa capitale verso li reali giardini e palazzo et altre adiacenze" (heute Turin). Der kgl. Auftrag von Turin war für den 24-Jährigen C. der Ausgangspunkt seiner Karriere an den europ. Königshöfen (Bettagno, 1990, 18). In der folgenden Zeit führte C. sieben Veduten von Verona aus, über deren Entstehung wenig bek. ist. Bei der Taufe von C.s Tochter am 5.12.1745 war Pietro Guarienti, der spätere Dir. der Kgl. GG in Dresden Pate. C.s Berufung nach Dresden hängt sicherlich mit Guarienti zusammen, der sein Talent einzuschätzen wusste. Gegen die These, dass C. nur "zweite Wahl" nach seinem Onkel war (Kozakiewicz I, 1972, 79), spricht, dass er von Anfang an mit 1750 Talern das höchste Jahresgehalt eines Hofmalers bezog. Im Sommer 1747 siedelte C. mit Frau und Sohn Lorenzo nach Dresden über. Auf seinem ersten Dresdner Bild, der Vedute Dresdens vom rechten Elbufer oberhalb der Augustusbrücke, bekundet C. seine Präsenz an der Elbe durch die Inschr. Bernardo Bellotto * Detto. Canaleto * F. Anno. 1747. In Dresda sowie durch ein Selbstporträt, das ihn zw. dem Prospektmaler Johannes Alexander Thiele und dem Hofmaler Christian Wilhelm Ernst Dietrich zeigt. C. wurde 1748 Hofmaler, der mit seinen Veduten die großzügige Baupolitik der beiden Kurfürsten-Könige dok. sollte. Durch die Attribute (Zeichenblock und Stift) und das Stadtpanorama charakterisiert C. deutlich diese neue Stellung am Dresdner Hof. Er zeigt ferner die anderen am Hof tätigen Italiener: den kgl. Arzt Filippo di Violante und den Hofsänger Niccolò Pozzi, gen. Niccolini. Die Stadtvedute zeigt den Gebäudekomplex um den Schlossplatz mit der kath. Hofkirche, die konform mit den bauhistorischen Fakten einzig in diesem Bild als unvoll. erscheint. Später versucht C., einen Kompromiss zw. dem vermutlich kgl. Wunsch nach einem makellosen Stadtbild und der bauhistorischen Realität zu finden: man sieht die Kirche zwar beturmt, aber stets eingerüstet, große Steinquader daneben verweisen auf andauernde Bauarbeiten. Zw. 1747 und 1753 malte C. die Stadt in 17 Ansichten mit den neu errichteten Bauwerken für die Kgl. Gal. (15 davon heute in Dresden). Ab 1753 entstanden im kgl. Auftrag 16 Ansichten von Pirna und von der Festung Königstein. Die meisten Bilder wurden auch radiert. Von allen Dresdner und acht Pirnaer Veduten fertigte C. Kopien für den Premierminister Heinrich von Brühl an (die Bezahlung von jeweils 200 Talern war lt. einer Klageschrift des Malers gegen die Erben von Brühl 1763 nie erfolgt). 15 Gem. aus dem Nachlass von Brühl wurden 1768 von der Zarin Katharina erworben (St. Petersburg, Moskau). Die hohe Zahl der für den König ausgef. Veduten (ca. alle drei Monate ein großes Bild mit Replik für Brühl respektive Rad.) ließen C. kaum Zeit für andere Bildgattungen, v.a. die bevorzugten Capriccios, auch wenn sein Sohn Lorenzo in der Wkst. mitarbeitete. C.s Status in Dresden war hoch, wie die Patenschaft des Ehepaares Brühl für seine Tochter sowie kgl. Geschenke bezeugen (cf. Walther, 1995, 12). Als 1756 bei Ausbruch des siebenjährigen Krieges seine Auftraggeber nach Warschau flohen, reiste C. mit Lorenzo am 5.12.1758 nach Wien ab, Ankunft A. 1759. Er malte insgesamt 16 große Veduten für die damals größten Mäzene in der österr. Hauptstadt (Kozakiewicz I, 1972, 113): 13 im Auftrag der Kaiserin Maria Theresia (Wien), eine für Kanzler W. Kaunitz (Budapest) und zwei für Fürst J.W. Liechtenstein (Vaduz), was bedeutet, dass alle sechs Wochen ein Bild entstand. Bedenkt man, daß C. noch - mit Lorenzos Hilfe - kleinere Repliken ausführte, so kann man die Wiener Zeit als eine der größten Arbeitsleistungen seiner künstlerischen Laufbahn bezeichnen (Kozakiewicz I, 1972, 114). Die Bildserie für Maria Theresia sollte ebenso die typ. Ansichten Wiens wiedergeben wie ihre Residenzen bzw. sie als Bauherrin verewigen. Auffallend bei den Darst. ist der narrative Realismus in der Staffage - eine Tendenz, die man bereits in den Pirnaer Bildern ansatzweise beobachten kann. A. Jan. 1761 reisten die beiden Bellotti nach München ab. Die Kaiserin empfahl sie an die sächs. Kurprinzessin Maria Antonia, die sich bei ihrem Bruder, Maximilian III. Joseph, aufhielt. Für den bayr. Kurprinzen führte C. bis Herbst 1761 drei große Veduten der Stadt und des Nymphenburger Schlosses aus (München). Seit E. 1761 wieder in Dresden, fand C. sein Haus mitsamt der 24 Radierkupferplatten zerst., seine Fam. jedoch unversehrt vor. In zwei Gem. zeigt er die verwüstete Stadt, genauso detailliert wie die früheren Stadtpanoramen (Dresden, Troyes). Nach Beendigung des Krieges 1763 konnte der neue Kurfürst aus finanziellen Gründen keinen Hofmaler anstellen. C. bekam auf Intervention des Hofes eine auf drei Jahre befristete Stelle an der neu gegr. Akad. (1764-1766 Perspektive-Unterricht in den Unterklassen für Lsch.-Malerei und Archit.). Am 20.1.1767 ließ sich C. einen Pass für eine Reise nach St. Petersburg ausfertigen, wo er sich eine Anstellung bei der Zarin erhoffte. Er reiste mit Lorenzo über Warschau, um vom poln. König Stanisław August ein Empfehlungsschreiben zu erbitten. Durch den Hofmaler Marcello Bacciarelli dem König vorgestellt, wurde C. eingeladen, als Vedutenmaler am poln. Hof zu bleiben. Er ließ bald seine Fam. nach Warschau nachkommen. Ab 1767 arbeitete C. im Pal. von Ujazdów b. Warschau, wo er mit Lorenzo eine "Sala dipinta a fresco" gestaltete (Bassi, 1979, 181). Das künstlerische Programm wurde vom König selbst koordiniert, dessen tägliche Besuche in Ujazdów C.s Wertschätzung beweisen. Einer Rechnungsnotiz zufolge waren die Arbeiten im Mai 1768 abgeschlossen: La Sale de Canaletto coute 35.000 florins (1784 zerst., Entwurf bei Rizzi, 1990, Kat. Nr 1). Der nächste Auftrag betraf ab 1767 einen Zyklus von 14 Romansichten nach Piranesi-Veduten. Vier Bilder dieser Ser. haben eine gemeinsame Sign. C.s und Lorenzos (als Canaletti, vgl. Rizzi, 1990, 23, 25, 28). Die 14 Veduten (7 antike und 7 päpstl. Motive) wurden zus. mit vier Veduten von Warschau 1777 aus dem sog. Röm. Saal von Ujazdów in das Senatorenvorzimmer (Perspektiven- oder Canalettosaal) gebracht, wobei der König das ikonogr. Programm grundsätzlich änderte: vom Rom- zum Warschau-Zimmer. Die 22 Veduten von Warschau und das Bild Die Wahl des Königs Stanisław II. August Poniatowski in Wola versinnbildlichen die Legitimität der kgl. Macht und nobilitieren seine angezweifelte Genealogie (Rottermund, 1978; Rizzi, 1991, 30). Lt. einem Inv. von 1795 malte C. noch weitere 30 Bilder für Stanisław August. Bis zu seinem frühen Tod 1770 war ihm Lorenzo behilflich, der als Maler immer in C.s Schatten stand. In Lorenzos Todesjahr malte C. dessen Porträt in der Vedute Warschau von der Vorstadt Praga aus (Jüngling am linken Bildrand in der Gruppe mit dem König und C.).

WERKE

Alupka/Krim, Staatl. Mus. Asolo, MCiv. Baden b. Zürich, Slg Brown-Boveri. Baron's Court/Nordirland, Slg Abercorn. Bergamo, Accad. Carrara. Berlin, Bundespräsidialamt. Budapest, SzM: u.a. Piazza della Signoria in Florenz; Ansicht von Florenz mit Arno gen Ponte S.Trinità, beide um 1742 (1752 im Pal. Riccardi, Florenz). Cambridge, Fitzwilliam Mus.: u.a. Ansicht von Florenz mit Arno aufwärts gen Ponte Vecchio sowie Pendant Ansicht von Florenz mit Arno vom Ponte Vecchio gen Ponte alla Carraia, beide um 1742 (cf. Text). Chabarovsk/Rußland, KM. Chicago, Art Inst. Columbia/S.C., Mus. of Art (Kress Coll.): Idealvedute mit dem Titusbogen und einer Ortschaft am Fluß (Inv.Nr. 62.37.22), um 1745; das 1. Beispiel einer Idealvedute als Synthese aus früheren Motiven: Titusbogen (Bergamo) und oberital. Lsch. Darmstadt, Hess. LM: Zchngn, z.T. als Vor-Zchngn. Detroit, Inst. of Arts. Dresden, GG AM. Dublin, NG of Ireland. Düsseldorf, KM. Edinburgh, NG of Scotland. El Paso/Tex., Mus. of Art (Kress Coll.): Idealvedute mit einem Pal. und Bildnis des Woiwoden F. S. Potocki, um 1765. Hamburg, KH. Hannover, Niedersächs. LM. Hartford/Conn., Wadsworth Atheneum. Henley-On-Thames/England, Slg Hambleden. Houston/Tex., MFA (Kress Coll.). Karlsruhe, Staatl. KH. Kiev, Mus. für westl. und östl. Kunst. Knowsley/Lancashire, Slg Derby. London, Powis Castle. Lyon, MBA. Mailand, Castello Sforzesco, Pin. Madrid, Mus. Thyssen-Bornemisza: Paduaner Idealvedute mit Ortschaft am Fluß und einer Brücke, um 1745 (Kozakiewiczs Dat. 1740-42 scheint zu früh angesetzt, obwohl C. wohl auf eine 1741 dat. Zchng in Rotterdam, Museum BvB [Inv.Nr I.146] zurückgreift; die Lsch. weist aber auf seine lombard. Zeit hin). - Slg de Deleitosa. Mailand, Pin. di Brera: Das Dorf Gazzada und Pendant Villa Melzi d'Eril bei Gazzada, 1744; C. bricht mit dem tradierten Prinzip der Vedute als denkwürdige bzw. mon. Ansicht und stellt das Dorf realist. dar; kleinere Replik der Villa in Zürich (Klemm, 1988, 148). - Slg Borletti-Vimercati: Idealvedute mit Selbstbildnis als venez. Edelmann, sign., um 1765. - Slg Brunelli: Innenansicht der Peterskirche mit der Zeremonie der Chinea, um 1769, nach einer Rad. von Piranesi (Rizzi, 1991, 26). Moskau, Puškin-MBK. München, Residenz-Mus. Náměštcͨ Nad Oslavou/Tschechien, Staatl. Schloß-Gal. Nelahozeves, Staatl. Schloß-Gal. New Haven, Yale Univ. AG. New York, MMA. Nižnij Novgorod, KM: Die Piazza Navona während des Augustfestes, um 1769, entstanden im Auftrag des poln. Königs nach einer Rad. von Piranesi (Rizzi, 1991, 26). Ottawa, NG. Parma, Gall. Naz.: mehrere Capriccios. Petworth House/Sussey. Philadelphia, Mus. of Art (Ellkins Coll.). Poznań, MN: Die Wahl des Königs Stanisław. Princeton/N.J., Slg B. Piasecka Johnson. Raleigh, North Carolina Mus. of Art. Ringwood/USA, Slg Mills. Rom, Gall. Naz. di Pal. Barberini. Russborough/Irland, The Alfred Beit Found.: Florenz mit Arno gen Ponte Vecchio und Florenz mit Arno gen Ponte della Caraia, um 1742 (cf. Text; beide Bilder im Entstehungsverlauf überarbeitet). San Diego, FA Gall. Schwerin, Staatl. Mus. Springfield/Mass., MFA. St. Petersburg, Ermitage. Toledo/Ohio, Mus. of Art. Troyes, MBA. Turin, Gall. Sabauda. - Priv.-Slg. Vaduz, Fürstl. Slgn. Venedig, Accad. Warschau, MN: Idealvedute mit Selbstbildnis als venez. Edelmann, sign., um 1765; Entwurf für ein Decken-Gem. im Schloß Ujazdów, 1767-68; zahlr. Veduten von Warschau sowie Zchngn. Washington/D.C., NG. West Hartford/Conn., Slg Cooley. Wien, Graf Harrachsche Slg. - Gräflich Schönborn-Buchheimsche Gal. - Kunsthist. Mus. Wörlitz, Staatl. Schlösser und Gärten. Wrocław, MN: Der Einzug des poln. Gesandten Jerzy Ossoliński in Rom, sign. und dat. 1779 durch Inschr. auf zwei Steintafeln. Wynyard Park/England, Slg Londonderry. York/England, City AG.

AUSSTELLUNGEN

Einzelausstellungen:

Dresden: 1964 Albertinum: Bernardo Bellotto, gen. C., in Dresden und Warschau (K); 2022 GG AM / 1981 Darmstadt, Hess. LM: Bernardo Bellotto gen. C. Zchngn (K: M.Bleyl) / 1986 Venedig, Fond. Cini: Bernardo Bellotto. Le Vedute di Dresda (K) / 2013 Paris, Mus. Maillol / 2021 London, NG. -

 

Gruppenausstellungen:

1985 Venedig: Varsavia 1764-1830. Da Bellotto a Chopin (K).

 

QUELLEN

Thieme-Becker, Vollmer und AKL:

ThB5, 1911

 

Weitere Lexika:

Fredericksen/Zeri, 1972

 

Gedruckte Nachweise:

P.A. Orlandi, Abecedario, ed. P.Guarienti, Ve. 1753; G.Zanetti, Mem. per servire all'istoria della inclita città di Venezia, ed. F.Stefani, in: Arch. veneto 29:1885, 93-148; M.Sokołowski, Sprawozdania Komisyi do badania Historyi Sztuki w Polsce, VI, H. 2-3, Sp. XXVIII; T.Pignatti, Arte veneta 20:1966, 218-229; G.Briganti, Gaspar Van Wittel e l'orgine della veduta settecentesca, R. 1966; P.Zampetti, I vedutisti venez. del Settecento (K), Ve. 1967; S.Kozakiewicz, Bernardo Bellotto gen. C., 2 Bde, Recklinghausen 1972 (auch engl. und ital. Ed.; ausführl. Bibliogr. und Ausst.); W.Kroenig, Bd'A 57:1972, 165-198; G.Bortolan, Not. da Pal. Albani 2:1973(3) 41-53; id., Boll. dei Mus. Civici venez. 1973(3/4) 10-17; Zeri/Gardner, 1973; E.Camesasca, L'opera completa del Bellotto, Mi. 1974; P.Rosenberg, Arte veneta 28:1974, 285-287; S.Susino, La veduta nella pitt. ital., Fi. 1974; id., Le Arti 1974 (Mai-Juni)29 s.; F.Dentice, Bolaffi arte 1974(Febr.)16-21; A.Busiri Vici, Antichità viva 15:1976(5)36-44; F.Zeri, in: Storia d'Italia, VI, T. 1976, 53-216; J.Urrea Fernandez, La pint. ital. del s. XVIII en España, Valladolid 1977; Apollo 1977(Juli)68; M.Natale (Ed.), Venez. Kunst in der Schweiz und in Liechtenstein (K), Pfäffikon/Genf 1978; Pictures from the Grand Tour (K Colnaghi), Lo. 1978; E.Young, The Connoisseur 1978(Nov.)211; E.Bassi, Arch. veneto 113:1979, 177-189; A.Griseri, Arte veneta 33:1979, 87-94; F.Rossi, Accad. Carrara Bergamo. Cat. dei dipinti, Be. 1979; Shapley I-II, 1979; R.Baumstark, Meisterwerke der Slgn des Fürsten von Liechtenstein. Gem., M./Z. 1980; K.Baetjer, Europ. paint. in the Metrop. Mus. of Art by artists born in or bevor 1865, N.Y. 1980; G.de Juliis, Paragone 32:1981(Mai)57-92; D.Wildenstein, GBA 100:1982, II, 1-78; M.Gregori, Not. da Pal. Albani 12:1983(1/2)242-250; M.Kwiatkowski, Stanisław August. Król-Architekt, Wr. u.a. 1983; F.Zava Boccazzi, in: G.Romanelli (Ed.), Venezia Vienna. Il mito della cult. venez. nell'Europa absburgica, Mi. 1983, 25-88; G.Sestieri (Ed.), Roma. Paesaggi, vedute e costumi (K), R. 1983; A.R. Murphy, Europ. paint. in the MFA Boston (K), Boston 1985; M.Cinotti (Ed.), Cat. della pitt. ital. dal '300 al '700, Mi. 1985; H.W. Grohn (Ed.), Von Cranach bis Monet. Zehn Jahre Neuerwerbungen 1976-1985 Niedersächs. LM Hannover (K), Hn. 1985; M.Wynne, Later Ital. paint. in the NG. The 17th, 18th and 19th c., Dublin 1986; Venezia e la Germania. Arte, politica, commercio, due civiltà a confronto, Mi. 1985; Kunst in Venedig. Gem. und Zchngn 16.-18. Jh. (K), Ingelheim am Rhein 1987; M.Magnifico/M.Utili, Vedute ital. del '700 in coll. priv. ital. 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Pita Andrade/M.del Mar Borobia Guerrero, Maestros antiguos del Mus. Thyssen Bornemisza (K), Ma. 1992; Venedigs Ruhm im Norden. Die großen venez. Maler des 18. Jh., ihre Auftraggeber und ihre Sammler (K), Hn./Dd. 1992; A.Kozak/M.Monkiewicz (Ed.), Master Europ. drawings from Polish coll. (K), Wa. 1993; S.Marinelli, Arte veneta 44:1993, 83-86; M.Levey, Paint. in 18th-c. Venice, Lo. 1994; Ch.Ishikawa (Ed.), A Gift to America. Masterpieces of Europ. paint. from the Samuel H. Kress Coll. (K), Raleigh u.a. 1994; B.Sarrazin, Cat. raisonné des peint. ital. du MBA de Nantes XIIIe - XVIIIe s., Nantes 1994; A.Walther (Ed.), GG AM Dresden. Kat. der ausgestellten Werke, L. 1992; id., Bernardo Bellotto gen. C. Ein Venezianer malte Dresden, Pirna und Königstein, D./Basel 1995; R.Longhi, Venez. Malerei, B. 1995 (Orig.-Ed. Fi. 1975); D.Suchocka (Bearb.), Malarstwo polskie 1766-1945 (K MN), Poznań 2005