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Dyce, William

Geboren
Aberdeen (Grampian), 19. September 1806
Gestorben
Streatham (London), 1864.02.14 / 1864.02.15?
Land
Großbritannien, Italien
Geschlecht
männlich
GND-ID
Weitere Namen
Dyce, William
Berufe
Maler*in; Zeichner*in; Illustrator*in; Miniaturmaler*in; Radierer*in; Musiker; Naturwissenschaftler
Wirkungsorte
London, Rom, Aberdeen (Grampian), Edinburgh (Lothian)
Zur Karte
Von
Bissell, Gerhard
Zuletzt geändert
20.12.2023
Veröffentlicht in
AKL XXXI, 2002, 376; ThB X, 1914, 262 s

VITAZEILE

Dyce, William, brit. Maler, Zeichner, Kunsterzieher, Radierer, Illustrator, Naturwissenschaftler, Musiker, *19.9.1806 Aberdeen, †14.2.1864 Streatham/Surrey.

LEBEN UND WIRKEN

Sohn eines Medizindozenten. Cousin von Alexander D. Stud.: 1819-23 Marischal College, Aberdeen (Medizin, Theologie). 1823 führt D. seinen ersten Auftrag aus, das Portr. Sir James M.D. M'Grigor (Univ. of Aberdeen). 1824 entsteht das erste, stark von Joshua Reynolds beeinflußte Hist.-Gem. The Infant Hercules Strangling the Serpents Sent by Juno to Destroy Him (Edinburgh), mit dem er in London die Anerkennung von Thomas Lawrence findet. Von diesem ermutigt, schreibt sich D. 1825 an den RA Schools ein, geht aber noch im gleichen Jahr zus. mit Alexander Day nach Rom. Dort hält er sich neun Monate auf und befreundet sich mit dem preuß. Diplomaten Karl von Bunsen. 1826 dekoriert D. ein Zimmer im väterl. Haus in Aberdeen mit Arabesken und stellt 1827 in der RA Bacchus Nursed by the Nymphs of Nysa (Aberdeen, AG) aus, das deutl. an Bacchanale von Tizian angelehnt ist. 1827-28 erneut in Rom, befreundet sich D. mit dem späteren Kardinal Nicholas Wiseman und tritt in Kontakt zu den Nazarenern; 1828 soll D. eine Madonna gemalt haben, mit der er Friedrich Overbeck beeindruckt. 1828-30 konzentriert er sich in Aberdeen auf wiss. Studien und erhält 1829 den Blackwell Prize für eine Abh. über Elektromagnetismus. 1830-37 lebt er in Edinburgh und besucht 1832 Venedig. D. spezialisiert sich nun auf Porträtmalerei und radiert daneben Ill. für The Morayshire Floods (1830) sowie The Highland Rambler (1837), beide von Thomas Dick Lauder. Außerdem befaßt er sich wiss. mit den antiken Fresken in den Bädern des Titus und mit der Kleidung jüd. Priester. 1832 Fellow der Scottish R. Soc., 1835 Associate der RSA (später Ehren-Mitgl.). Auf Betreiben von D. und Charles Heath Wilson hin richtet die Trustees Acad. in Edinburgh zwei neue Klassen für Farbe und für Form ein. Nachdem beide (D. federführend) im "Letter to Lord Meadowbank" (1837 publ.) hierfür eine Lehrstruktur darlegen, derzufolge Künstler und Handwerker nach dem Vorbild von Wkstn der Renaiss. gemeinsam ausgebildet werden sollen, werden sie zu Vorständen je einer der Klassen berufen. D. tritt das Amt nicht an, da das inzwischen von den Vorschlägen informierte Select Committee on the Arts and their Connection with Manufacture, das sich mit der Einrichtung der Govt. School of Design in London beschäftigt, ihn bittet, sich stattdessen in Frankreich, Preußen, Sachsen und Bayern über staatl. KSch zu informieren. Dem daraus resultierenden Ber. (als Parlamentspapier publ.) folgt im Juli 1838 D.s Berufung zum Dir. der Govt. School of Design. Der dem Amt zugrundeliegende Auftrag zur Ausb. von ausführenden Künstlern für die industrielle Fertigung unter der Prämisse, sich rein künstler. Aspekte wie Aktzeichnen völlig zu enthalten, macht D. zu einem reinen Administrator und läßt ihn 1843 sein Amt nach zahlr. Kontroversen entmutigt niederlegen, wenngleich er weiterhin verwandte offizielle Positionen innehat (1842-44 Inspector for Prov. Art Schools; 1844-48 Mitgl. des Council of Govt. Schools). 1842 besucht D. zus. mit seinem Freund William Etty die Aktklassen von Taylor in der St. Martin's Lane Art School. Die Früchte der Übungen stellt D. in den asket. Körpern von King Joash Shooting the Arrow of Deliverance (1844; Hamburg) deutl. zur Schau. 1844 Berufung auf die erste in Großbritannien eingerichtete Professur für Kunsttheorie am King's College in London; 1848 erneut kurzzeitig Lehrer für Design an der Govt. School. 1844 Associate, 1848 Mitgl. der RA (1850 lehnt er den Vorschlag zur Präsidentschaft ab). Da er als einer der nur ganz wenigen brit. Kenner von Freskotechnik gilt, wird D. 1841 als Sachverständiger vor die Auswahlkommission für die Dekoration des Pal. of Westminster gerufen. Dort spricht er sich für Malerei in Fresko aus und empfiehlt, nach dem Vorbild der Casa Bartholdy in Rom, wo den Nazarenern Raum für Experimente zugestanden wurde, Probefresken anfertigen zu lassen. An den anschl. Wettbewerben in der Westminster Hall beteiligt er sich aber zunächst nicht, weil sein Stil, nach eig. Einschätzung, dem engl. Geschmack nicht entsprechen würde. 1843 malt D. in Lambeth Pal., London, das Fresko The Consecration of Archbishop Parker (zerst.; Zchngn in London, V&A). Erst nachdem Peter von Cornelius den Präs. der Auswahlkommission, Prinzgemahl Albert, dazu anregt, wird D. gebeten, 1844 am 3. Westminster-Wettb. teilzunehmen (er stellt zwei freskierte Halbfiguren [Edinburgh, NG of Scotland] aus dem Lambeth-Fresko aus) und in einem für Probefresken ausersehenen Gartenpavillon (zerst.) von Buckingham Pal. in London das zunächst Etty übertragene Wandstück zu übernehmen, wo er Comus darstellt. D. entwickelt sich rasch zum bevorzugten Künstler des Prinzen, der 1845 von ihm eine Madonna mit Kind, 1846 als Pendant dazu St. Joseph erwirbt (Osborne House). 1845 erhält D. als erster Künstler einen Auftrag für ein Fresko im Pal. of Westminster. Nach einer Italienreise, um sich erneut über Freskotechnik zu informieren (ganz bewußt vermeidet er einen Besuch in München, um nicht durch die Fresken von Cornelius vom eigenen Weg geleitet zu werden) führt er im House of Lords The Baptism of Ethelbert aus. 1847 mit großem Erfolg voll., werden Komp. und Farbgebung als maßgebend für die weitere Ausmalung des Pal. festgelegt. 1847 freskiert er für Prinz Albert das Treppenhaus von Osborne House mit Neptune Resigning the Empire of the Seas to Britannia. 1848 beginnt D. im Queen's Robing Room des Pal. of Westminster den Freskenzyklus der Arthurian Legends, wo er in den Einzelbildern versch. Exempel von Ritterlichkeit beschreibt. Die Ausf. zieht sich lange hin, weil er nur in den Sommermonaten freskiert und sich übermäßig auf hist. Details in den Gewändern konzentriert, zudem arbeitet er in den 1850er Jahren gleichzeitig an Fresken in All Saints (London, Margaret Str.), und ab 1860 schwindet seine Gesundheit; 1864 sind nur fünf von sieben Gem. vollendet. 1851 Preisrichter der Great Exhib. und Entwerfer der Ausst.-Zertifikate. D.s weitläufige Interessen führen ihn auch zu Entwürfen für andere künstler. Erzeugnisse, etwa die herald. Darst. für das Revers der sog. Gothic Crown, die als eine der schönsten je in Großbritannien geprägten Münzen angesehen wird (Prägungen 1847 und 1853). Eine weitere Vorliebe gilt der Glasmalerei. Von den Entwürfen sind das Fenster mit St. Paul and St. Barnabus Preaching at Antioch in St. Paul, Alnwick (1855 Auftrag des Duke of Northumberland; Ausf. durch die kgl. Glasmalereianstalt, München, unter Max Emanuel Ainmiller), und das Chorister Window der Kathedrale in Ely hervorzuheben. 1862 Mitgl. der Jury für Glasmalerei der Londoner Internat. Exhib. Daneben dilettiert D. mit archit. Entwürfen wie der Erweiterung von St. Leonard's Church, Streatham (nach D.s Plänen ausgef.), und entwirft den Brunnen von Streatham Green. D. zählt zu den Anführern des High Church Movement und verfaßt zahlr. kirchl. Abhandlungen. Selbst ein Organist und Komponist, bemüht er sich um die Belebung früher Kirchenmusik und ist ein Mitbegr. der Motett Soc. Von vielfältigen Verpflichtungen beständig in Atem gehalten, konzipiert D. viele der späteren Öl-Gem. während der Mußestunden eines Fam.-Urlaubs (etwa in Kent [1858], Arran [1859] und Wales [1860]). Streitsam und von unnachgiebigem Char., entfremdet er sich von vielen Freunden. Mitgl. der PAFA, Philadelphia. ∞1850. Ein Sohn aus dieser Ehe, James Stirling D. (†3.12.1908; 1881-1900 Fellow der Soc. of Antiquaries), lebt in Streatham (1881), Paris (1884), Henley-on-Thames/Oxon. (1885) und London; er malt in Öl und Aqu., u.a. Portr. sowie brit. und frz. Lsch. (Ausst.: 1884, '85, '90, '91 London, RA; 1894-1906 Aberdeen, Artists' Soc.; 1896 Glasgow, GI). - D.s Kunst entwickelt sich unter der Prämisse relig. Empfindung. Von einer anfängl. stilist. Nähe zu Kolorismus und Helldunkelmalerei wendet er sich bald einer purifizierten Malweise zu, in der er Linie, Form und Volumen betont. Trotz seiner krit. Bemerkungen über die rein aus der Kunst der Renaiss. rezipierende Ansatzweise der Nazarener und deren Mangel an Natur-Stud., weisen D.s relig. Gem. häufig eine diesen verwandte Haltung auf. Gestaltet er in solchen Bildern die Lsch.-Hintergründe oft vergleichsweise summar., so läßt er im Genre und hist. Genre, bes. in den 1850er Jahren, der Natur größeren Raum und greift die detaillierte Darst.-Art der Präraffaeliten auf. In seiner Kunstlehre besteht D. darauf, den Schülern die gesamte Kunstgesch. bis in die eig. Zeit hinein nahezubringen, um sie auch mit der Fehlentwicklung nach dem als asket. gesehenen späten Quattrocento vertraut zu machen. Die Zeitgen. hätten an dieser als Höhepunkt erachteten Stilstufe anzuknüpfen, um eine dem Spirituellen verbundene Kunst hervorzubringen. Persönl. beweist D. einen durchaus krit. Geschmack, bewundert etwa Quattrocentomaler wie Perugino, Botticelli, Pinturicchio und Ghirlandaio (daneben aber auch den Seicentomaler Domenichino) für deren Reinheit in der Farbwahl, während er sich abfällig über die Sixtina-Fresken von Michelangelo äußert. Im Werk Raffaels sieht er einen deutl. Bruch und kritisiert dessen Übergang von der Madonna del Cardellino zur Madonna della Seggiola aus moral. Gründen, während er gleichzeitig vom künstler. Wert beeindruckt ist; eine ähnl. zwiespältige Einschätzung bringt er Peter Paul Rubens entgegen. Es mag daher überraschen, daß D. den Koloristen Tizian als Sujet wählt, um die eig. künstler. Haltung in einem Gem. nahezu programmat. darzulegen. Titian Preparing to Make his First Essay in Colouring (1857; Aberdeen, AG and Mus.) basiert auf einer frei umgesetzten Anekdote von Ridolfi. D. kontrastiert hier die wilden vegetabilen Elemente (Blattwerk, Gras und betont urwüchsige Borke), die minutiös in grün-braunen Farbtönen gemalt das gesamte Format dominieren, mit der verfeinerten Kulturwelt des in schlichter Eleganz gekleideten Knaben auf einem reich gedrechselten Stuhl und der äußerst qualitätvollen, aus Stein gearbeiteten got. Madonna. Zum Vermittler zwischen beiden Welten werden die in einem Korb gesammelten, nunmehr aber verstreuten Schnittblumen, aus denen der Knabe das Mat. für die Farbe gewinnt und die neben der Kleidung die einzigen buntfarbigen Elemente in D.s Gem. sind. Der junge Tizian ist nicht zeichnend oder malend gezeigt, sondern erhält die Inspiration zur Farbgebung durch den meditativen Blickkontakt mit der monochrom gehaltenen Madonna. Das Bild mutet wie ein Credo der Kunstauffassung D.s an, in der die Natur sowie der relig. Gehalt im Vordergrund stehen und die Form den Vorrang über die Farbe erhält. Ein wesentl. Element von D.s Kunst ist auch der vielschichtige Umgang mit Historizität, der über das Bemühen um korrekte hist. Kleidung hinausgeht. In Pegwell Bay: A Recollection of October 5th 1858 (ca. 1858-60; London, Tate Britain) bemüht er sich im Titel um eine genaue Datierung und kontrastiert das Ungezwungene des Augenblicks, das sich im Sammeln von Muscheln durch D.s Fam. äußert, mit der kosmischen Zeit des Erscheinens von Donatis Komet, der in dem Bild eine zentrale Rolle spielt, und der Erdzeitlichkeit der dominant in ihrer geolog. Struktur präsentierten Kreidefelsen. Häufig findet sich bei D. daneben eine Vermischung zeitl. und geograph. Gegebenheiten. So ließe sich einer Hypothese zufolge die Konstellation der Gestirne im Gem. Francesca da Rimini (1837; Edinburgh, NG of Scotland) auf einen bestimmten Tag des Entstehungsjahres, den 2.8.1837, datieren. Während er in einer Beweinung Christi (lt. Errington: ca. 1847; lt. Pointon: 1835; Aberdeen, AG and Mus.) die Örtlichkeit durch eine oriental. Archit. andeutet, verlegt D. später relig. Themen gerne in die schott. Highlands und macht sie damit zeitlos. Stimmungsgehalt und Lsch. in Christ as the Man of Sorrows (1860; Edinburgh, NG of Scotland) unterscheiden sich kaum von dem reinen Genrebild The Highland Ferryman (1858; Aberdeen, AG and Mus.), wenngleich letzteres (nach einer D. zugesandten Fotogr. von George Washington Wilson entstanden) positiv verstanden werden soll und den Untertitel Contentment (so 1859 in der RA ausgestellt) trägt. Im Allgemeinen greift D. eine dem Zweck, dem Thema und der Technik des jeweiligen Gem. angemessene Malweise auf und beherrscht eine erstaunl. Vielfalt von stilist. Ausdrucksmöglichkeiten. Im Portr. etwa tritt das persönl. Interesse für natur-wiss. oder relig. Belange, die in anderen Gem. durchaus Bedeutung erlangen können (z.B. George Herbert at Bemerton, 1861; London, Guildhall AG), völlig in den Hintergrund. Von einer das gesamte Œuvre beherrschenden Konzentration auf Vorbilder des Quattrocento, die in Gem. wie dem Ethelbert-Fresko vorliegt, ist keineswegs zu sprechen, zeigen doch die Figuren in The Meeting of Jacob and Rachel (1850, Leicester; eine spätere Variante mit Ganzfiguren in Hamburg) eine Anlehnung an die bibl. und myth. Heroen von Guido Reni. Auf die betont anatom. Körperlichkeit der klassizist. Komp. des Joash von 1844 folgen ab 1846 die überlang proportionierten, stilisierten Gewandfiguren der Arthurlegende, die ihrerseits nur wenig mit den stark typisierten Gestalten der Beweinung Christi zu tun haben. Im Fresko in Osborne House lassen sich figurative Motive aus Raffaels Galatheafresko bis hin zu den Nymphen von François Boucher entdecken, in Allegorik und Bildaufbau wirkt es gar wie ein (wenngleich geläuterter) Nachklang des Barock und Rokoko. Im Allgemeinen treten in den Fresken vegetabile Elemente zugunsten der Darst. von Archit. stark in den Hintergrund. D. ist ein bedeutender Vorläufer und Wegbereiter der Präraffaeliten (bes. ein Förderer von Holman Hunt); auch macht er John Ruskin nachdrückl. auf deren Kunst aufmerksam. Die von D. entwickelte Ausb.-Struktur an der School of Design beeinflußte auch noch das spätere R. College of Art. Aufgrund der außerordentl. künstler. Begabung, der Vielfalt des Schaffens und des Einflusses seiner Kunstlehre zählt D. zu den wichtigsten brit. Künstlern des 19.Jh. Darüber hinaus bringen ihn die Interessen und Leistungen in anderen Bereichen wie Musik, Religion und Wiss. dem Ideal eines Universalgelehrten durchaus nahe.

WERKE

Aberdeen, AG and Mus. - Univ. of Aberdeen. Birmingham, City AG: Christ and the Woman of Samaria, ca. 1860. Cambridge, Fitzwilliam Mus. Edinburgh, City of Edinburgh Coll. - NG of Scotland: King Lear and the Fool in the Storm, ca. 1851. - Scottish Nat. Portr. Gall. Glasgow, AG and Mus. Hamburg, KH. Leicester, Mus. and AG. Liverpool, Sudley House. London, All Saints, Margaret Str.: Holy Trinity and Saints, Fresko. - Guildhall AG: Henry VI at Towton. - Houses of Parliament. - Nat. Portr. Gall. - RA: Entwurfs-Zchng zu einer Med. für J.M.W. Turner, ca. 1858. - Tate Britain: Madonna mit Kind, ca. 1827-30; St. John Leading Home his Adopted Mother, 1844-60. - V&A. Manchester, Owen's College. - Whitworth AG. Melbourne, NG of Victoria. Minneapolis, Inst. of Arts. Newcastle Upon Tyne, Laing AG. Nottingham, City AG and Mus. Osborne House/Isle of Wight. Oxford, Ashmolean Mus.

SELBSTZEUGNISSE

u.a.: Book of common prayer with the ancient Canto Fermo set to it at the reformation, 1842-43 (Gold-Med. für Wiss. und Kunst des Königs von Preußen); Vorwort zu: The order of daily service, the litany, and order of the administration of the Holy Communion ..., Lo. 1843; Theory of the FA, Lo. 1844 (Antrittsvorlesung am King's College); Notes on shepherds and sheep. A letter to John Ruskin, Lo. 1851; The NG, its formation and management, Lo. 1853; Letter on the connection of the arts with gen. education, Lo. 1858.

AUSSTELLUNGEN

Einzelausstellungen:

Aberdeen: 1964 AG and Mus. (Wander-Ausst.; K: C.Carter). -

 

Gruppenausstellungen:

London: 1827-61 häufig RA; 1828, '31, '41 BI / Liverpool: 1827 Acad. of the Liverpool R. Institution; 1859, '61 Acad. / Edinburgh: 1830-63 (mehrfach auch postum) RSA; 1837 Soc. of Artists / 1855 Paris: WA.

 

QUELLEN

Thieme-Becker, Vollmer und AKL:

ThB10, 1914

 

Weitere Lexika:

DNB XVI, 1888; Graves, RA II, 1905 (auch zu James Stirling D.); Grant, Dict., 1952; Mallalieu I, 1976; Billcliffe I, 1990 (zu James Stirling D.); McEwan, 1994 (Lit.; auch zu James Stirling D.); DA IX, 1996; Schurr/Cabanne I, 1996; J.Halsby/P.Harris, The dict. of Scottish painters. 1600 to the present, Edinburgh 21998 (auch zu James Stirling D.); Morris/Roberts, 1998. Addenda: Stewart/Cutten, 1997 (dort †15.2.1864)

 

Gedruckte Nachweise:

J.Steegman, Consort of taste, Lo. 1950; T.S.R. Boase, JWarburg 17:1954, 319-358 (Lit.); A.Staley, BurlMag 105:1963, 470-476; K.Andrews, The Nazarenes, Ox. 1964; A.Staley, Minneapolis Inst. of Art bull. 56:1967, 16-21; Irwin, 1975; M.Pointon, ArtB 58:1976, 260-268; F.Irwin, Apollo 108:1978(200)251-255; M.Pointon, Art hist. 1:1978(1)99-103; ead., W.D. 1806-1864, Ox. 1979; J.K. Law, J. of Pre-Raphaelite stud. 3:1982-83(1)45-55; R.Hill, Country life 175:1984, 1218 ss.; C.Willsdon, BurlMag 132:1990, 760-765; L.Errington, ibid. 134:1992, 491-497; M.Hay, Apollo 135:1992, 307-311; W.Vaughan, ibid., 312-316; B.McIntyre, W.D.s Arthurian frescoes at the Pal. of Westminster 1849-1864, M.A. Diss. Courtauld Inst., Univ. of London 1996; E.Vaassen, Bilder auf Glas, M./B. 1997; N.Crato, Expresso (Li.), Revista v. 12.9.1998 (auch Online); C.Poulson, The quest for the Grail. Arthurian legend in Brit. art 1840-1920, Manchester 1999

 

Archive:

Aberdeen, AG: NRA 34454 Dyce (Korr. und persönl. Papiere D.s; Mss. von James Stirling D. zu einer geplanten Ed. der Schriften D.s). Edinburgh, Nat. Libr. of Scotland, Ms. Division: MSS 3669-71 (Briefe an J.R. Hope-Scott, 1840-44). London, Brit. Libr., Ms. Coll.: Add MSS 44358-527 (Korr. mit William Ewart Gladstone, 1841-59); Lambeth Pal. Libr.: NRA 26478 Scott (Briefe an W.Scott, 1849-56); V&A, Nat. Art Libr.: 86.GG.1 (Ms.-Bericht über kontinentale KSch, 27.4.1838); Briefe, u.a. an Charles Eastlake; Parlamentsberichte und Lehr-Mat. der School of Design. Los Angeles, Getty Research Inst.: 880046 (Briefe 1843-59)

 

Persönliche Auskünfte:

A.James, London

 


THIEME-BECKER

Dyce, William, schott. Maler, geb. am 19. 9. 1806 in Aberdeen, † in Streatham am 14. 2. 1864. Studierte kurze Zeit in Aberdeen und ging dann mit einer Empfehlung an Thomas Lawrence nach London, wo er in die Roy. Academy Schools eintrat. 1825 kopierte er in Rom alte Meister, besonders Tizian und Poussin, kehrte im folgenden Jahr nach Aberdeen zurück, um schon 1827 wieder nach Rom zu reisen. Hier trat er in Beziehung zu den Nazarenern Overbeck, Cornelius u. a., die seine "Madonna mit Kind" bewunderten. Seine Arbeiten aus dieser Zeit zeugen von seiner Verehrung für die frühe italienische Kunst. 1828 hielt er sich wieder in Aberdeen auf, wo er, da seine Bilder wenig Beifall fanden, eine Zeit lang gelehrte Studien trieb. 1830 siedelte er nach Edinburgh über u. malte in 7 Jahren über 100 Porträts u. eine Anzahl Bilder mytholog. oder religiösen Inhalts. Besonders mit seinen Kinderporträts hatte er Erfolg, wie z. B. mit den Bildnissen seines jungen Sohnes (im Besitz von Mrs Benson Rathbone) und der jüngsten Tochter von Lord Meadowbank (1832; jetzt bei Mr. Machonochie Welwood). 1832 besuchte er wieder Italien, wo er mit David Scott zusammentraf, dessen Skizze "W. Dyce in a Gondola", in Venedig gemalt, man in der Nat. Portr. Gall. of Scotland zu Edinburgh findet. 1835 wurde er Associate der Roy. Scot. Academy, 1837 Master bei der Academy of the Board af Manufactures. Gemeinsam mit C. H. Wilson schrieb er 1837 eine Abhandlung: "Schools of Design as part of a State Education", auf Grund deren er von der Regierung beauftragt wurde, sich über die Einrichtungen der Zeichenschulen im Ausland zu unterrichten. 1839 wurde er Sekretär der neu eingerichteten School of Design in Somerset House in London. - 1846 erhielt er den Auftrag auf ein Fresko "The Baptism of Ethelbert" für das House of Lords, u. 1848 übernahm er die Ausmalung von Queen's Robing Room mit Szenen aus der Arthurlegende. Außerdem führte er in Lambeth Palace, Buckingham Palace, Osborne House, All Saints Church (Margaret Street) Wandgemälde aus, sämtlich in reiner Freskotechnik, die sich, wie D. selbst vermutete, den Einflüssen des engl. Klimas gegenüber nicht bewährt hat: die Bilder sind heute fast unsichtbar. Glasfenster von ihm befinden sich in St. Paul's Alnwick u. Ely Cathedral. - D. beschickte die Londoner Roy. Academy, deren Associate er 1844 und deren Mitglied er 1848 wurde, von 1827 bis 1861 regelmäßig mit seinen Hauptwerken. Einflüsse der präraffaelitischen Bewegung sind in seinem Werk erkennbar, doch basiert seine Kunst in der Hauptsache weniger auf dem direkten Studium der Natur, als vielmehr auf einer vorwiegend zeichnerischen Erziehung in der Tradition der alten Meister. Seine Arbeiten wirken häufig unpersönlich u. formalistisch. Ungünstig für die Entwicklung des Malers waren auch Art u. Zahl seiner rein menschlichen Interessen. Er war z. B. Führer der High Church-Bewegung in England, unterstützte, selbst ein vortrefflicher Orgelspieler, das Wiederaufleben alter Kirchenmusik und gründete die Motet Society. Er publizierte nicht nur 1842/3 "The Book of Common Prayer with the ancient Canto Firmo set to it at the Reformation", sondern auch einen "Essay on Magnetism", der ihm den Blackall Prize von Aberdeen einbrachte; außerdem schrieb er Abhandlungen über "The Theory of the Fine Arts" (1844), "The National Gallery, its Promotion and Management" (1853), "On the Connection of the Arts with General Education" (1858), u. hielt 1844 Vorlesungen über Kunst in King's College, London. - Von seinen Arbeiten befinden sich in öffentlichen Galerien: "King Jnash shooting the Arrow of Deliverance" (1844), "Jacob and Rachel", "A Mountain Landscape" in der Hamburger Kunsthalle; "Judgment of Solomon" (1836), "Infant Hercules" (1830), "Francesca da Rimini" (1837) u. eine Federzeichnung "Virgin and Child" in der Nat. Gall. of Scotland in Edinburgh; ein Ölbild "Virgin and Child" im Mus. v. Nottingham; "Pegwell Bay" (1858) u. "St. John leading the Blessed Virgin Mary from the tomb" (begonnen 1844; ausgest. erst 1860) in der Nat. Gall. of Brit. Art in London; in der Nat. Portr. Gall. in London das Porträt des Generals Galbraith Lowry Cole; in der Art Gall. der Corporation of London "George Herbert at Bermerton" (1861) und "Henry VI during the Battle of Towton"; im Victoria and Albert-Mus. in London eine Kopfstudie in Öl u. eine Anzahl zeichnerischer Studien, weitere Zeichnungen in der Art Library das.; das Porträt von Sir James M'Grigor im Marischal College zu Aberdeen; eine "Virgin Mother" in der Roy. Collection zu Osborne; "The Woman of Samaria" in der City Art Gall., Birmingham; "Beatrice" im Whitworth Institute in Manchester; eine Porträtzeichnung des Königs Eduard VII. in der Nat. Gall. zu Melbourne. - D.s Porträt (Zeichnung) von Carl Vogel von Vogelstein bewahrt das kgl. Kupferstichkabinett in Dresden. Redgrave, Dict. of Artists, 1878. - Dict. of Nat. Biogr. - Caw, Scott. Painting, 1908. Gravee s, Roy. Acad. Exhib., II (1905); Brit. Instit. 1806-67 (1908) u. Loan Exhib. I (1913). Waagen, Treas. of art in Gr. Brit., 1854 1 427, III 314; Gall. and Gabin... in Gr. Brit. 1857 p. 153, 159. - Binyon, Cat. of Draw., Brit. Mus., II (1900). - Mireur, Dict. d. Ventes d'Art II (1902). - Forrer, Dict. of Medall. I (1904). - The Art Journal 1860 p. 293; 1864 p. 90, 113, 153, 320, 321; 1865 p. 333, 334. - The Portfolio 1887 p. 155. - Gaz. d. B.-Arts II 242; VIII 94; XI 276, 277; XIII 219/20; XVIII 480. Kat. d. gen. Mus. J. B. Manson.